Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
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Alschke
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Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
Hallo zusammen!
Ich hatte gestern eine wilde Diskussion mit meiner Mutter und meiner Schwester. Meine Mutter hat uns drei Kinder jeweils nur 4 Wochen gestillt, da man ihr damals gesagt hat, Flasche sie viel besser usw. Heute ist sie sehr traurig darüber und unterstützt es sehr, das ich vorhabe lange zu stillen. Meine Schwester hat gerade ihr drittes Kind bekommen. Sie stillt auch (noch), wird aber, genauso wie bei den beiden großen Kindern, spätestens aufhören, wenn das Baby 6 Monate alt ist. (Das als Info vorab, falls es wichtig ist)
Das kleine Äffchen ist unser erstes Kind. Wir sind also total unbedarft und neu auf dem Gebiet.
Von Anfang hatte der Kleine einen Stillrhytmus von 2-3 Std. Tagsüber genauso wie nachts. Die ersten Diskussionen gingen in Richtung "zu wenig Milch", sonst würde er ja längere Pausen haben. Das hat sich mittlerweile erledigt.
Nun durfte ich mir anhören, das Kinder ab 6 Monaten durchschlafen können. Das nächtliche Stillen sei reine Gewohnheit. Die Hebamme meiner Schwester empfiehlt ab dem 6. Monat nachts Wasser in der Flasche zu geben oder ein "dünne Milchflasche". Wenn man jetzt nicht bald aufhört nachts zu stillen, das ist man mit 2 Jahren immer noch dabei usw.. Genau wie das Kind von Cousine ...... (an Beispielen mangelt es natürlich nicht).
Wenn ich mich in unserem Bekanntenkreis so umhöre, ist unser Kind scheinbar das Einzige, was nachts noch regelmäßig trinkt (ich hab jetzt mal die Flaschenkinder mit eingerechnet).
Für uns ist es keine Frage, wir machen weiter wie bisher! Aber ein wenig nervt mich die ganze Diskussion, und ich würde gerne entsprechend darauf antworten können.
Gibt es irgendwelche Studien zu dem Thema? Ich hab natürlich schon die "Suche" bemüht, aber irgendwie nicht so recht was gefunden.
Vielen Dank schon mal, für eure Gedanken und Antworten!
Ich hatte gestern eine wilde Diskussion mit meiner Mutter und meiner Schwester. Meine Mutter hat uns drei Kinder jeweils nur 4 Wochen gestillt, da man ihr damals gesagt hat, Flasche sie viel besser usw. Heute ist sie sehr traurig darüber und unterstützt es sehr, das ich vorhabe lange zu stillen. Meine Schwester hat gerade ihr drittes Kind bekommen. Sie stillt auch (noch), wird aber, genauso wie bei den beiden großen Kindern, spätestens aufhören, wenn das Baby 6 Monate alt ist. (Das als Info vorab, falls es wichtig ist)
Das kleine Äffchen ist unser erstes Kind. Wir sind also total unbedarft und neu auf dem Gebiet.
Von Anfang hatte der Kleine einen Stillrhytmus von 2-3 Std. Tagsüber genauso wie nachts. Die ersten Diskussionen gingen in Richtung "zu wenig Milch", sonst würde er ja längere Pausen haben. Das hat sich mittlerweile erledigt.
Nun durfte ich mir anhören, das Kinder ab 6 Monaten durchschlafen können. Das nächtliche Stillen sei reine Gewohnheit. Die Hebamme meiner Schwester empfiehlt ab dem 6. Monat nachts Wasser in der Flasche zu geben oder ein "dünne Milchflasche". Wenn man jetzt nicht bald aufhört nachts zu stillen, das ist man mit 2 Jahren immer noch dabei usw.. Genau wie das Kind von Cousine ...... (an Beispielen mangelt es natürlich nicht).
Wenn ich mich in unserem Bekanntenkreis so umhöre, ist unser Kind scheinbar das Einzige, was nachts noch regelmäßig trinkt (ich hab jetzt mal die Flaschenkinder mit eingerechnet).
Für uns ist es keine Frage, wir machen weiter wie bisher! Aber ein wenig nervt mich die ganze Diskussion, und ich würde gerne entsprechend darauf antworten können.
Gibt es irgendwelche Studien zu dem Thema? Ich hab natürlich schon die "Suche" bemüht, aber irgendwie nicht so recht was gefunden.
Vielen Dank schon mal, für eure Gedanken und Antworten!
Grüße von der Alschke und ihrem kleinen Mucki (geb.02/2013)
- manie
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 373
- Registriert: 09.11.2012, 07:16
- Wohnort: nähe münchen
Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
Hallo,
Ich denke du bist genau auf dem richtigen weg. Für so kleine Babysv(auch für große) ist stillen mehr als nur Nahrungsaufnahme. Es bedeutet doch auch Nähe und Geborgenheit. Und das brauchen sie nachts halt auch noch oft. Manche Babys vielleicht mehr als andere. Lass dich da nicht verunsichern.
Grüße
Ich denke du bist genau auf dem richtigen weg. Für so kleine Babysv(auch für große) ist stillen mehr als nur Nahrungsaufnahme. Es bedeutet doch auch Nähe und Geborgenheit. Und das brauchen sie nachts halt auch noch oft. Manche Babys vielleicht mehr als andere. Lass dich da nicht verunsichern.
Grüße
manie mit großer Maus 8/12 und kleiner Maus 4/14
Ich bin fast immer einhändig mit dem Handy hier, darum bitte nicht böse sein, wenn alles klein geschrieben ist.
Ich bin fast immer einhändig mit dem Handy hier, darum bitte nicht böse sein, wenn alles klein geschrieben ist.
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08u11
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3357
- Registriert: 17.09.2012, 16:14
Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
Euer Baby ist noch klein und (so war es jedenfalls bei meinen in dem Alter) vielleicht auch grade am Mobilwerden, fängt vielleicht mit Beikost an usw. Also auf jeden Fall: vieles das entdeckt und verarbeitet werden muss. Da hilft nächtliches Kuscheln mit Mama und Stillen wunderbar. Dazu kann es natürlich tatsächlich sein, dass der Kleine Hunger hat - auch wenn er auch ohne Milch die Nacht überleben würde - zwischen nicht verhungern und satt und zufrieden sein besteht noch ein Unterschied. Insofern: Stillt weiter (zumindest so lange das für Euch beide okay ist). Ihr macht das wunderbar.
Wenn die Hebamme Deiner Schwester dazu rät, die nächtliche Flaschenmilch auszuschleichen, hat sie insofern recht, als Milchfläschchen halt für die Zähne nicht so toll sind - das ist beim Stillen aber völlig anders (insofern auch kein Grund das Stillen zu reduzieren).
Die andere Seite: Mein Großer hat bis etwa 15 Monate noch nachts sehr oft gestillt. Ich dachte lange: der hat Hunger. Dem war aber nicht so. Als ich schließlich abgestillt hatte, weil ich schlichtweg nicht mehr konnte (und völlig wundgebissen war) hat er tatsächlich durchgeschlafen. Da würde ich auch sagen: Stillen war für ihn schlichtweg die gewohnte Beruhigungsmethode - aber es gibt durchaus andere. Der springende Punkt war hier allerdings nicht, dass das Stillen eine Gewohnheit war, sondern der, dass diese Gewohnheit nicht mehr gepasst hat.
Solange es Dir und Deinem Baby gut geht, solltet Ihr einfach weitermachen. Wenn es für einen von Euch nicht mehr passt, könnt Ihr das ändern - aber erst dann.
Wenn die Hebamme Deiner Schwester dazu rät, die nächtliche Flaschenmilch auszuschleichen, hat sie insofern recht, als Milchfläschchen halt für die Zähne nicht so toll sind - das ist beim Stillen aber völlig anders (insofern auch kein Grund das Stillen zu reduzieren).
Die andere Seite: Mein Großer hat bis etwa 15 Monate noch nachts sehr oft gestillt. Ich dachte lange: der hat Hunger. Dem war aber nicht so. Als ich schließlich abgestillt hatte, weil ich schlichtweg nicht mehr konnte (und völlig wundgebissen war) hat er tatsächlich durchgeschlafen. Da würde ich auch sagen: Stillen war für ihn schlichtweg die gewohnte Beruhigungsmethode - aber es gibt durchaus andere. Der springende Punkt war hier allerdings nicht, dass das Stillen eine Gewohnheit war, sondern der, dass diese Gewohnheit nicht mehr gepasst hat.
Solange es Dir und Deinem Baby gut geht, solltet Ihr einfach weitermachen. Wenn es für einen von Euch nicht mehr passt, könnt Ihr das ändern - aber erst dann.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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EhMiSL
Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
Das Stichwort "Geborgenheit", das Manie anspricht, finde ich auch das richtige. So lange es für Mutter und Kind stimmt, kann es anderen ja egal sein, wenn das Kind nachts nicht durchschläft.
Mir fällt zudem auf, dass Kinder, die früher nachts durchschlafen oft morgens um 6 wach werden und dann eine Flasche brauchen oder aufstehen. Als stillende Mutter kann ich hingegen oft bis 8 neben ihr weiterschlafen, was mir persönlich wichtiger ist als nachts nicht zu stillen.
Ein anderes Argument, welches ich immer wieder bringe, ist, dass durch nächstliches Stillen der Blutzuckerspiegel konstant bleibt, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt (Kind ist weniger oft krank).
Ich hoffe, du kannst deine Familie doch etwas für deine Methoden begeistern. Meine Mutter sagte vor 3 Jahren auch noch, es sei ungewöhnlich, dass meine Nichte mit einem Jahr immer noch an die Brust meiner Schwägerin wolle, die zu dieser Zeit beim Abstillen war. Mittlerweile sieht sie bei mir ein, dass Langzeitstillen das Normalste der Welt ist.
Mir fällt zudem auf, dass Kinder, die früher nachts durchschlafen oft morgens um 6 wach werden und dann eine Flasche brauchen oder aufstehen. Als stillende Mutter kann ich hingegen oft bis 8 neben ihr weiterschlafen, was mir persönlich wichtiger ist als nachts nicht zu stillen.
Ein anderes Argument, welches ich immer wieder bringe, ist, dass durch nächstliches Stillen der Blutzuckerspiegel konstant bleibt, was sich positiv auf das Immunsystem auswirkt (Kind ist weniger oft krank).
Ich hoffe, du kannst deine Familie doch etwas für deine Methoden begeistern. Meine Mutter sagte vor 3 Jahren auch noch, es sei ungewöhnlich, dass meine Nichte mit einem Jahr immer noch an die Brust meiner Schwägerin wolle, die zu dieser Zeit beim Abstillen war. Mittlerweile sieht sie bei mir ein, dass Langzeitstillen das Normalste der Welt ist.
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ummyunus
Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
Dazu fällt mir auch noch ein:
1. Ich habe die Gewohnheit, abends ein gutes Buch zu lesen und Kakao zu trinken. Klar brauche ich das nicht zum Überleben, aber warum sollte ich irgendetwas daran ändern?
2. Wie schön,.dass das Kind der Cousine mit 2 Jahren noch gestillt wird! Vielleicht kannst du beim nächsten Beispiel dieser Art einfach deine Freude darüber ausdrücken?
1. Ich habe die Gewohnheit, abends ein gutes Buch zu lesen und Kakao zu trinken. Klar brauche ich das nicht zum Überleben, aber warum sollte ich irgendetwas daran ändern?
2. Wie schön,.dass das Kind der Cousine mit 2 Jahren noch gestillt wird! Vielleicht kannst du beim nächsten Beispiel dieser Art einfach deine Freude darüber ausdrücken?
- Stina82
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1593
- Registriert: 20.06.2011, 22:44
- Wohnort: Östersund, Schweden
Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
Mein Sohn hat tatsächlich, wie das Kind deiner Cousine, bis er zwei war nachts nich gestillt. Dann haben wir es langsam ausgeschlichen u das war dann auch kein Problem für ihn. Vorher wäre es ein Problem für ihn gewesen. Da brauchte er es einfach noch. Ob es Hunger, Nähe oder Gewohnheit war ist da für mich im Prinzip egal. Er brauchte es halt. Übrigens war es bei ihm sogar bis in das Alter tatsächlich auch Hunger. Die erste Zeit brauchte er oft nachts eine Banane bis er sich irgendwann umgestellt hat und einfach vor dem Schlafengehen mehr gegessen hat (er ist nicht so der begeisterte Esser).
Gruesse aus Schweden von Stina mit dem Goldstern (03/11) und dem Mini (09/13)
Clauwi Trageberaterin
Clauwi Trageberaterin
- Stina82
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
Ups, ich wollte natürlich schreiben: NOCH gestillt. Nicht: nich gestillt. Sorry!
Gruesse aus Schweden von Stina mit dem Goldstern (03/11) und dem Mini (09/13)
Clauwi Trageberaterin
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Lucccy
- ist nicht mehr wegzudenken
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- Registriert: 19.03.2012, 12:12
Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
Hallo,
Auf einer der Seiten von Dr. Renz-Polster gibt es eine PDF-Datei, wo es im Text um nächtliches Aufwachen und stillen geht.
Grob wiedergegeben: nur weil nächtliche Mahlzeiten nicht mehr erforderlich sind (weil der Blutzuckerspiegel dann auch über längere Zeit stabil ist), heißt das nicht, dass es keine mehr geben darf.
In dem Text werden noch div. Vorteile genannt, leider kann ich vom Mobiltelefon nicht verlinken.
Gruß Lucccy
Auf einer der Seiten von Dr. Renz-Polster gibt es eine PDF-Datei, wo es im Text um nächtliches Aufwachen und stillen geht.
Grob wiedergegeben: nur weil nächtliche Mahlzeiten nicht mehr erforderlich sind (weil der Blutzuckerspiegel dann auch über längere Zeit stabil ist), heißt das nicht, dass es keine mehr geben darf.
In dem Text werden noch div. Vorteile genannt, leider kann ich vom Mobiltelefon nicht verlinken.
Gruß Lucccy
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DornsInge
- schreibt ganz schön oft
- Beiträge: 147
- Registriert: 31.01.2013, 10:43
Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
und selbst wenn es "nur" eine angewohnheit wäre, geht doch nur mutter und kind was an. ich merk das stillen nachts eh kaum
- Leyket
- ist mit Leidenschaft dabei
- Beiträge: 742
- Registriert: 03.11.2011, 08:46
Re: Nächtliches Stillen "nur eine Angewohnheit"?
http://kinderverstehen.de/images/Schlaf ... 290909.pdf
Ich bin mal so frei und verlinke den Fachartikel von Renz-Polster, den Lucccy höchstwahrscheinlich meint.
Eine sehr weise Stillberaterin, die ich aus einem FOrum im Netz kenne (
) hat mal sinngemäß geschrieben, dass wir Erwachsenen nur alle 2 Tage Nahrung aufnehmen müssten um unser Überleben zu sichern. Aber niemand würde von einer schlechten Angewohnheit sprechen, wenn wir täglich 3 Mahlzeiten zu uns nehmen. Ein Baby kann natürlich auch ohne nächtliches Stillen (über)leben, aber die nützliche Angewohnheit des nächtlichen Stillens bringt ihm schlicht Vorteile 
Ich bin mal so frei und verlinke den Fachartikel von Renz-Polster, den Lucccy höchstwahrscheinlich meint.
Eine sehr weise Stillberaterin, die ich aus einem FOrum im Netz kenne (


Melly mit Juli (8 1/2) und neuer Liebe Marco