Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Saskia4
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Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von Saskia4 »

Hallo liebe Forenmitglieder,

Dies ist mein erster Beitrag, da ich dieses Forum heute erst entdeckt habe. Und es tut mir sehr Leid, dass es ein so unglaublich langer Beitrag wird, aber ich bin wirklich ratlos und verzweifelt.
Wir haben einen Sohn (geb. 9.11) und relativ frisch unseren zweiten Sohn (geb. 6.13) dazubekommen. Unser erster Sohn hat die ersten sieben Monate mit Beistellbett bei uns geschlafen, wobei er sich über Schlängelbewegungen immer schneller in der Nacht zurück in meinen Arm bewegt hat, wenn ich ihn denn überhaupt ins Beistellbett gelegt habe :). Bei ihm klappte es mit dem Stillen leider nicht so gut und da ich damals keine so gute Betreuung hatte, habe ich nach mehreren heftigen Milchstaus mit Fieber angefangen zuzufüttern und dann hatte es sich leider mit knapp vier Monaten auch erledigt mit dem Stillen :( . Nachdem er beim Schlafen mit sieben/acht Monaten immer unruhiger wurde, haben wir ihn dann versuchsweise mit Kuschel-Einschlafritual wach in sein Bett gelegt und er ist dort zunächst mit Begleitung und später problemlos mit Einschlafmusik alleine eingeschlafen. Bei Entwicklungsschüben hat er vereinzelt und bei Krankheiten immer nachts bei uns geschlafen und über den Tag haben wir immer viel gekuschelt. (Und ja natürlich hatte uns jemand das Buch 'Jedes Kind kann schlafen lernen' empfohlen und wir haben nach der Lektüre gemeinsam entschieden, dass wir das so auf gar keinen Fall machen würden.) Nun ist nach einer familiär schwierigen Zeit (meine allein lebende Mutter ist an Lungenkrebs erkrankt und knapp ein Jahr nach Erstdiagnose im Mai 13 verstorben) unser zweiter Sohn gottseidank gesund zur Welt gekommen, das Stillen klappt toll, er schläft im Moment alleine mit Mama im Bett und findet immer besser in seinen eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus. Unser erster Sohn ist seit der Geburt merklich verunsichert, ist mit einem Mal richtig aggressiv (er war immer schon temperamentvoll und mit viel Energie sowohl für Fröhlichkeit als auch Wutanfälle ausgerüstet) und findet am Abend nicht mehr alleine in den Schlaf. Ich weiß, dass er im Moment tagsüber zu kurz kommt, obwohl ich versuche, ihm immer auch Programm nur für ihn zu geben, aber mein Schoß ist in der Regel eben besetzt oder ich trage den Kleinen vorgeschnallt, wenn wir auf dem Spielplatz sind. Seit einigen Wochen fordert der Ältere nun ein, dass er abends bei Papa auf dem Schoß in seinem Zimmer einschläft und das dauert dann oft - trotz Müdigkeit - bis zu anderthalb Stunden. Nachts wird er dann oft noch einmal weinend wach und mein Mann holt ihn dann zu sich. Ich finde es eigentlich nicht so toll, ihn schlafend umzulegen, weil ich verstehen kann, dass er dann nachts Angst hat. Irgendwo habe ich aber gelesen, dass es für einen Säugling mit Geschwisterkind im Bett gefährlich wäre. Die Nächte, die der Ältere dann trotzdem einfach komplett mit bei mir geschlafen hat, waren aber eigentlich halbwegs ruhig. Was denkt ihr? Welche Erfahrungen habt ihr mit einem Familienbett gemacht (unser Bett ist auch nur 1,40cm breit)? Wie macht man das dann abends mit dem Einschlafen - erst der eine und dann der andere? Oder denkt ihr, ich kann ihm irgendwie anders aus seiner Verunsicherung helfen?
Bin für jede Meinung und Erfahrung dankbar.
Saskia
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von 08u11 »

Bei uns war's im Prinzip so: Unser Großer hat bei uns in der Mitte geschlafen, bis er ca. 15 Monate alt war. Damals habe ich abgestillt und der Papa hat die Einschlafbegleitung übernommen. Danach schlief A. zwar immer noch neben mir in unserem Schlafzimmer, aber im eigenen Gitterbett. Das ging auch gut (A. hat seither durchgeschlafen). Nach J.s Geburt wollte A. dann aber recht schnell nicht mehr, dass die Mama mit dem Baby im Wohnzimmer ist, während Papa ihn ins Bett bringt. Außerdem war ihm sein eigenes Bett nicht mehr so recht (wir mussten es ja verschieben, weil an den ursprünglichen Platz das Beistellbett für J. kam). Inzwischen schläft J. neben mir im beigestellten Kinderbett und A. in der Mitte zwischen meinem Mann und mir. A.s Kinderbett steht meist leer neben meinem Mann. Bei uns klappt das gut. Unser Bett ist allerdings etwas größter (1,80m) und ich weiß nicht mehr genau, wie alt J. war, als wir endgültig auf diese Variante umgestiegen sind. Anfangs hatten wir immer noch versucht, A. wieder umzubetten sobald er eingeschlafen war.
Bedenken wennich selbst in der Mitte liege, habe ich keine. Bei einem ganz Kleinen und einem größeren Kind, die abends noch allein sind, bis Mama kommt, müsste man halt irgendwie sichern. Da gibt's hier Sicher noch Mamas mit mehr Erfahrung. Evt. reicht schon ein Stillkissen um's Baby oder vielleicht den Großen doch nicht in Euer Bett, sondern nur in die Nähe (Matratze neben Papa?) Ach so, wir haben dann beide Kinder gleichzeitig zu Bett gebracht, allerdings - nach Möglichkeit - zu zweit.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von 08u11 »

Ups, entschuldige, erstmal natürlich: herzlich willkommen!
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von Saskia4 »

Liebe Nina,

Vielen Dank für deine Antwort. Hattet ihr denn auch solche Probleme nach der Ankunft des Zweiten? - Ich hatte mich drauf eingestellt, dass es Schwierigkeiten geben würde, aber die Stärke überrascht mich doch ein wenig.
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von 08u11 »

Ehrlich gesagt, ich hab's verdrängt :D Ne, Spaß beiseite, wirklich heftig war das bei uns eigentlich nicht. Allerdings war A. auch schon wesentlich älter als Dein Großer und wir hatten relativ viel Unterstützung von den Großeltern. Was ich bei uns allerdings gerade bei beiden Kindern (und auch bei meinem Mann und mir) merke, sind relativ heftige Reaktionen auf den Tod der Oma (meine SchieMu ist vor 4 Wochen verstorben). Okay bei uns war es auch die über alles geliebte Oma, die wirklich oft bei uns war und viel mit den Kindern gemacht hat, aber es ist nicht nur das. Sie merken auch einfach unsere Anspannung und Trauer und reagieren darauf. Vielleicht spielt sowas bei Euch ja auch mit rein?
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von Saskia4 »

Erst einmal mein Beileid zum Tod deiner Schwiegermutter. Ich hoffe, dass ihr gemeinsam einen Weg findet, mit dem Verlust und all den traurigen Gefühlen umzugehen.
Das Verhalten kann natürlich auch eine Reaktion auf den Tod meiner Mutter oder meine Trauer sein, man kann ja leider nicht reinschauen in die Kleinen, was an welcher Stelle plagt :( . Und J. (der Ältere) hat die Krebserkrankung durch viele Besuche und mein 'Aufpassen' nach den Chemodurchgängen (alles immer mit ihm) natürlich mitbekommen sowie den körperlichen 'Abstieg' über Rollator bis zum Rollstuhl/ relativer Bettlägerigkeit auch miterlebt. Und er kann meine Mutter auch auf Fotos als Oma ausmachen, scheint also eine Erinnerung an sie zu haben. - Natürlich gehen mein Mann und ich durch die Krankheitsbegleitung auch ein wenig auf dem Zahnfleisch, wobei ich langsam aber sicher das Gefühl habe, wieder ein wenig mehr innerlich zur Ruhe zu kommen. Ich habe schon versucht, meine Trauer weitestgehend von den Kindern fernzuhalten, aber so einfach ist das natürlich auch nicht. Und du hast natürlich Recht, dass Kinder auf Gefühle reagieren. Sollte das der Hauptgrund sein, weiß ich nur noch weniger, was ich aktiv für ihn machen kann, denn sowohl der Tod als auch die Krankheitsgeschichte werden mich realistisch gesehen noch eine Weile beschäftigen :( .
Gottseidank haben wir aber auch noch meine Schwiegermutter, die als sehr engagierte und liebe Oma in relativer Nähe viel mit ihm macht. Am Abend ist sie natürlich aber nicht da und er ist nicht weniger fordernd nach einem halben oder ganzen Tag 'Oma-Verwöhnprogramm'. Und ich weiß dann wieder nicht, ob er durch so ein - überspitzt gesagt - Wegkoordinieren zu Oma möglicherweise zusätzlich verunsichert wird, was seine Rolle hier angeht. Denn L. (das Baby) ist ja immer bei Mami. Vielleicht muss ich versuchen, abzupumpen und auch einfach mal wieder nur mit ihm etwas unternehmen? Ich bin wirklich ein wenig ratlos und fühle mich etwas überfordert...
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von 08u11 »

Danke für Dein Beileid. Das wünsche ich Dir natürlich ebenso bzw. sogar noch mehr (bei mir war's ja doch 'nur' die Schwiegermutter).
Ihr habt wirklich einiges mitgemacht - ich glaube, ich würde da jetzt einfach versuchen, denn Alltag so pragmatisch wie möglich zu gestalten - bei mir wäre das Familienbett für alle. Wundere mich, dass hier sonst niemand schreibt. Bin sicher, hier gibt's noch Leute, die praktische Tips zum Thema Sicherheit und so haben.
Unser Großer ist, als J. neugeboren war, auch viel von meinen Schwiegereltern betreut worden. Geschadet hat das, glaube ich, nicht. Die Großeltern hatten A. allerdings auch vorher schon oft übernommen, wenn ich gearbeitet habe.
Ich persönlich bin kein großer Freund von Abpumpen. Was bei uns aber ganz gut geht: gemeinsam mit Oma und beiden Kindern auf den Spielplatz/in den Zoo/... Aber: Oma schiebt Baby (vielleicht trägt sie ja sogar :D ) und Mama kümmert sich um den Großen - dann ist Mama nur zum Stillen zuständig, kann sich aber sonst um den Großen kümmern.
Ansonsten: Du hast in den letzten Monaten jede Menge geleistet und kannst stolz auf Dich sein.
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von Saskia4 »

Vielen Dank für deine liebe Antwort und die Praxistipps. Tragen ist Oma ein wenig unheimlich :), aber vielleicht klappt ja manchmal doch der Kinderwagen ohne Weinen.
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von 08u11 »

Ah, okay, ich versteh die Problematik. Hm, tragen mit Traghilfe tun unsere Großeltern leider auch nicht wirklich (wobei, mein Schwiegervater hat sogar mal das Buzzidil auf dem Rücken versucht, leider passt das Buzzidil allerdings zwar zu mir, aber nicht zum Opa. Der Zwerg sah dann aus wie ein überfahrener Frosch - völlig überspreizt :D ).
Aber oft helfen ja auch schon ein paar Minuten - Oma nimmt Baby mal auf dem Spielplatz auf den Arm oder bleibt nach dem Abgeben vom Großen noch ein paar Minuten und bespaßt das Baby oder so.
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Re: Familienbett einführen nach Geburt von zweitem Kind?

Beitrag von Saskia4 »

Jetzt hatte es mich erwischt ... deswegen erst jetzt wieder. Entschuldige.
Nächste Woche versuche ich mal, den Kleinen mit Oma alleine zu lassen (mit dem Kinderwagen, uiuiui) und mit dem großen Kleinen alleine zu seiner U-Untersuchung zu gehen. Ich merke nur selber, dass es mir ganz schwer fällt, L. abzugeben. Das war beim ersten Kind irgendwie anders. Komisch, dass man sich innerhalb so kurzer Zeit doch irgendwie verändert oder auf die Kinder verschieden reagiert, weil sie auch wieder unterschiedlich sind und andere Bedürfnisse haben.
Saskia mit
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