Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

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Feuerkind
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Feuerkind »

Die gängisten Modelle in der Krippe sind INFANS/Berliner Modell und das Münchener Modell

Wir arbeiten auch nach Berliner Modell und ich finde es sinnvoll und gut so

Das wichtigste ist ja keine Trennung in den ersten drei Tagen und ein bewusster Abschied (kein rausschleichen)
Das finde ich wichtig, egal ob man nun ganz strikt nach berliner modell arbeitet oder "angelehnt"(am ende passt man es ja dann doch an jedes Kind individuell an, bzw ist manchmal einfach von den eltern aus gezwungen es abzuwandeln oder zu verkürzen)

es ist zwar oft schwer das auch den Eltern klar zu machen, dass sie in den ersten Tagen bitte noch nicht gehen sollen und sich auch verabschieden sollen und nicht rausschleichen, weil das kind grad "schön spielt" und man nicht möchte, dass es eventuell weint, aber genau das ist ja das sinnvolle an dem Modell

Übrigens ist es nicht schlimm/"verboten", dass ein Kind beim Abschied weint. Das wichtige an der Eingewöhnung ist, dass das Kind sich nachhaltig von der Erzieherin trösten lässt. Sprich dass die Erzieher eine Beziehung zum Kind aufgebaut haben vor der ersten Trennung (sonst ist ein trösten ja nicht möglich)
...Bist so wunderschön und ich kann kaum ertragen wenn du weinst. Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt so stark wie diese Liebe sein... [ASP- Duett]

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Tigerlein
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Re: AW: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Tigerlein »

Mich würde gerade interessieren, ob es für das Eingewöhnungsmodell in unserem Kindergarten auch einen Namen gibt. Vielleicht weiß das wer:
Also die Eingewöhnung fängt quasi ein Jahr vor Kitabeginn an. Man kommt ein Mal im Monat am Nachmittag (wenn mal möchte) und spielt einfach mit seinem Kind, während alle Erzieherinnen aber wenig Kindergartenkinder (halt die Geschwister) anwesend sind, die Erzieher bemühen sich auch wirklich um eine Beziehung mit dem Kind. Kurz vor den Sommerferien kommen die Kinder an 4 Nachmittagen hintereinander und es KANN eine erste Trennung versucht werden. Mein Sohn war da übrigens schon total genervt dass ich immer mitkam und ich durfte ihn gerade noch so hinbringen, dann war er weg. ;) So weit sind wir jetzt. Und sogar superschüchterne Kinder haben sich schon erste kurze Trennungen zugetraut hab ich mitbekommen. Kinder und Eltern kennen sich mittlerweile richtig gut. Übernächste Woche geht es dann richtig im Kindergartenalltag los. Je nachdem was Kinder (und Eltern) brauchen, das wird immer wieder betont, dürfen sie dabei bleiben solange sie wollen oder eben auch schon am ersten Tag gehen. Die Gruppen sind nicht altersgemischt, das heißt, dass alle Kleinen in eine Gruppe kommen. Der Kindergarten hat ein offenes Konzept, in den ersten Wochen wird aber mit den Kleinen viel innerhalb der Gruppe gemacht, wie z.B. das Frühstück, so dass sie erstmal sicherer werden und sich besser kennenlernen bevor sie dann richtig "losgelassen" werden.

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Lösche Benutzer 8492

Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Lösche Benutzer 8492 »

Feuerkind hat geschrieben: Übrigens ist es nicht schlimm/"verboten", dass ein Kind beim Abschied weint. Das wichtige an der Eingewöhnung ist, dass das Kind sich nachhaltig von der Erzieherin trösten lässt. Sprich dass die Erzieher eine Beziehung zum Kind aufgebaut haben vor der ersten Trennung (sonst ist ein trösten ja nicht möglich)
Wenn ich nicht gehen dürfte, wenn mein Kind weint, sässe ich immer noch im Gruppenraum :mrgreen: . So war er heute morgen so wild darauf, zu seinen Autos zu kommen, dass er das Tschüss sagen vergessen hat :mrgreen: .

Bei uns war es wirklich komplett ans Kind angepasst, was die Trennungsversuche angeht, ich sass noch ewig im Raum, andere Kinder waren gleich den 2. Tag ohne Mama da.

Ein Kindergarten macht es hier so, dass die Kinder schon im Mai/Juni/Juli 1,5 Stunden zum Spielen da waren, auch mal ohne Eltern. Der Start im August war dann gleich 2 Stunden bleiben ohne Eltern. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, aber anscheinend klappt es auch?
sternenweib
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von sternenweib »

@ tigerlein
das klingt toll bei euch :D
bei uns gab es vor den sommerferien auch schon so viel sachen, wo wir waren (angucktag, bewerbungstag, sommerfest, verabschiedung der "großen"), dass die kita jetzt schon ziemlich vertraut war. am montag hatten wir den ersten tag und ich hatte eingewöhnung-klär-gespräch mit der leitung, während meine tochter mit der großen schwester schon schneller weg war als ich gucken konnte. wir haben dann frühstück, morgenkreis und spielplatz mitgemacht und sind dann von da aus nach hause gefahren. dienstag war auch die schwester mit und ich hab mich ziemlich raus gehalten. heute (ohne schwester) habe ich eigentlich nur noch lesend in der ecke gesessen :D lustiges gefühl, so gar nicht zuständig zu sein. morgen werd ich wohl mal mit vorwand vor die tür gehen.
die leitung meinte, wichtig wäre, dass ich dann aber beim wiederkommen das kind abhole und nicht noch mit da bleibe. ich werde die (bzw. den :lol:) auch nochmal fragen, was der sinn dahinter ist aber vielleicht weiß einer von euch das auch?
die Große 03/2002 die Kleine 02/2012 getragene, gestillte, zuhause entbundene, bei mir schlafende Familientischesserin
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Feuerkind
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Feuerkind »

Das Kind soll ja mitkriegen, dass die Mama am Anfang dabei ist, aber eben nicht immer
Die KiTa ist sozusagen für Kinder. Nicht für Mamas :mrgreen: Und wenn du gehst und dann kommst und wieder mit da bleibst, setzt du ein falsches Signal sozusagen

Du verabschiedest dich und wenn du kommst geht ihr zusammen nach Hause
Denn das ist die Situation die ihr später haben möchtet
Nur die Zeit zwischen Abschied und Abholen wird länger werden
Aber dieses grundsätzliche System bleibt ja und das sollte auch am Anfang verdeutlicht werden, damit das Kind das erfassen kann, auch was es bedeutet wieder abgeholt zu werden

zB auch, wenn ein Trennungsversuch nicht klappt, dann ruft man die Eltern und dann gehen sie nach Hause und bleiben nicht dabei
Weil das Kind sonst lernt Mama kommt dann und bleibt da und tröstet mich, aber so wird es ja später auch nicht sein

Ich hoffe ich konnte es einigermaßen erklären
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sternenweib
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von sternenweib »

ah, danke.
ich kann mir halt vorstellen, dass sie die vollkrise kriegt, wenn sie dann nicht mehr mitmachen darf. andererseits lernt sie ja dann auch, dass man nicht alles haben kann, sondern der "deal" auch ein bißchen ist, dass mama gegen ganz viel spaß getauscht wird.
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Minikäfer
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von Minikäfer »

sternenweib hat geschrieben:@ tigerlein
das klingt toll bei euch :D
bei uns gab es vor den sommerferien auch schon so viel sachen, wo wir waren (angucktag, bewerbungstag, sommerfest, verabschiedung der "großen"), dass die kita jetzt schon ziemlich vertraut war. am montag hatten wir den ersten tag und ich hatte eingewöhnung-klär-gespräch mit der leitung, während meine tochter mit der großen schwester schon schneller weg war als ich gucken konnte. wir haben dann frühstück, morgenkreis und spielplatz mitgemacht und sind dann von da aus nach hause gefahren. dienstag war auch die schwester mit und ich hab mich ziemlich raus gehalten. heute (ohne schwester) habe ich eigentlich nur noch lesend in der ecke gesessen :D lustiges gefühl, so gar nicht zuständig zu sein. morgen werd ich wohl mal mit vorwand vor die tür gehen.
die leitung meinte, wichtig wäre, dass ich dann aber beim wiederkommen das kind abhole und nicht noch mit da bleibe. ich werde die (bzw. den :lol:) auch nochmal fragen, was der sinn dahinter ist aber vielleicht weiß einer von euch das auch?
Das find ich interessant. Wir haben ab der nächsten Woche eine Eingewöhnung wegen Kitawechsel vor uns und mein großes Schulkid hat noch Ferien. Ich hab ihn nun bei der Oma untergebracht, auch wenn ich denke, dass es für beide schön wäre, wenn er mitkommt. Aber er war eben nie als Kleiner in dieser Kita und ich hätte Sorge, dass mein kleiner Sohn sich dann nur an seinem Bruder orientiert und sich verloren fühlt, wenn der wieder in der Schule ist. Aber anders fänd ich es auch schön.
sternenweib
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Re: Eingewöhnung Berliner Modell - was gibts sonst noch?

Beitrag von sternenweib »

ich fand halt gerade wichtig, dass sie sich an der großen orientiert. ich bin ja erwachsen und bin deswegen viel weniger indikator für "hier ist es cool" als meine große. die leitung ist halt auch der ehemalige erzieher von der großen, das macht das ganze dann sehr familiär. aber generell ist sie einfach oft eine art zwischenschritt zu "alleine". in den letzten wochen ist es öfter vorgekommen, dass die kleine tierischen spaß daran hatte, mit der großen gemeinsam "abzuhauen". "selbstständigkeit light".ich weiß nicht, ob du meine signatur lesen kannst, aber die große ist ja einfach auch schon richtig groß. in dem alter hab ich schon babygesittet, ich denke also, dass sie eine art mittelding zwischen kind und erwachsenen für die kleine ist.
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