Ende Elternzeit und nachts Stillen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

kleinodia
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Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von kleinodia »

Hallo ihr Lieben,

ich steh im Moment vor einem ziemlichem Problem.
Unsere Tochter ist 5 Monate alt, wird gestillt und ab November muss ich wieder arbeiten und der Papa hat Elternzeit.
Aktuell wird sie zwischen 00.00h und 7.30h (Aufstehzeit) diverse Mal wach, manchmal auch 6-7 Mal.
Das schaffe ich nicht, wenn ich wieder arbeite.
Ich beschreib euch am besten mal kurz unsere Situation, vielleicht habt ihr einen Tipp.
Sie schläft im Beistellbett neben mir, praktisch aber oft auch direkt in meinem Arm, da ich häufig beim Stillen einschlafe.

Wenn sie nachts wach wird, stille ich fast automatisch, da uns das am schnellsten wieder Ruhe verschafft.

Ins Bett bringt sie der Papa, das klappt ganz gut mit Spieluhr, Schnuller und ein bisschen streicheln, sie schläft dann in seinem Beisein selbstständig ein.
Ab 00.00h wird sie dann wie gesagt mehrfach wach und lässt sich nur mit Stillen beruhigen. Das ist dann aber kein richtiges Trinken, sondern eher Einschlafnuckeln.
Schnuller usw. will sie dann nicht, sie wird dann auch richtig wütend.
Wir haben es mal ein, zwei Mal versucht, ihr nicht nachzugeben und sie durch Streicheln, Singen usw. zu beruhigen, aber das klappt gar nicht, einmal hat mein Mann das eine Std. durchgezogen und sie hat nur gebrüllt, bis ich dann gesagt habe, dass es reicht und sie gestillt habe.

Wenn ich nicht wieder arbeiten gehen müsste, wär das alles auch kein Problem, aber wenn ich morgens um acht vor einer Horde Teenies stehen muss und unterrichten soll, klappt das nicht, wenn ich nicht vernünftig schlafen kann.

Ich bin echt ein bisschen mit meinem Latein am Ende. Schreien lassen wollen wir nicht, Pantely haben wir mal ausprobiert, aber das hat auch nix wirklich gebracht.

Die einzige Lösung, die mir in den Sinn kommt, wäre Abstillen, aber das möchte ich eigentlich auch nicht. Wir haben lange fürs Stillen gekämpft und das möchte ich jetzt ungern aufgeben.
Eine Option wäre noch sie weiter weg von uns schlafen zu lassen, unser Schlafzimmer ist 30m² groß und da könnte sie auch weiter weg schlafen, aber ob das was bringt?

Mich macht der Druck mit der Arbeit aktuell ziemlich fertig. Z.Z. Sommerferien, da könnten wir uns ganz gut erlauben ein bisschen was auszuprobieren, deswegen würden wir das gerne jetzt in den Ferien "regeln", damit wir nicht kurz bevor ich wieder arbeiten muss, vor dem Problem stehen.

Habt ihr Ideen?


LG

kleinodia
kleinodia mit Rübenbaby (März 2013)
Nusserl
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Re: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von Nusserl »

Zuerst mal abstillen ist nicht gleich durchschlafen. Du musst dann nur nachts auch noch aufstehen und Flasche machen.

Meistens sind solche ganz viele Stillstopps nur eine Phase. Das sollte in wenigen Wochen besser werden.
Und bis dahin geh einfach früh schlafen. Dann hast du bis zum morgen genug Schlaf. Und an den Tagen an denen du nicht arbeitest, lege dich immer auch hin, wenn das Baby schläft.
Ich habe jeweils wieder Teilzeit (3 Tage die Woche) zu arbeiten begonnen, als die Mädels je 6 Monate alt waren. Und ich brauch eigentlich viel Schlaf. Aber unglaublicherweise kommen Mütter zeitweise auch mit weniger Schlaf aus.
Glücklich mit drei Mädels und Mann
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Re: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von Lösche Benutzer 13403 »

Ich kann dich gut verstehen - ich habe die letzten Monate gearbeitet (auch unterrichtet, Vorträge gehalten etc) und mein Mann war in Elternzeit. Jetzt tauschen wir wieder. Phasenweise war es sehr anstrengend für mich, da unser kleiner Mann sehr wild schläft - und das obwohl er Fläschchen bekommt. Was ich sagen möchte: abstillen verhilft nicht zu durchgeschlafenen Nächten ;-)

Mein Mann hat mich in der Zeit sehr unterstützt, ich habe mich dann nach der Arbeit erstmal hingelegt, am WE ausgeschlafen etc etc. So ging es ganz gut... Du schaffst das schon!
kleinodia
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Re: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von kleinodia »

Danke für eure Rückmeldungen.
Dass das nur eine Phase ist glaube ich nicht, das geht schon seit drei Monaten so. Ich glaube eher, dass das eine liebgewordenen Gewohnheit ist, die mich, müsste ich nicht arbeiten, auch nicht stören würde.

Abstillen will ich ja eigentlich auch nicht, ich hatte nur die Hoffnung, dass sie dann nicht mehr auf die Idee käme Dauernuckeln zu wollen, denn wirklich Durst/Hunger stecktm.E. nicht dahinter, sonst würde sie ja länger trinken.
kleinodia mit Rübenbaby (März 2013)
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Re: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von Wichtelmama2012 »

Bei unserem war von jetzt auf gleich nachts alles anders: von stündlich nuckeln/trinken ging's plötzlich zu 1-3 mal nachts trinken. Ich hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt ;-) Bis heute habe ich keine Ahnung warum er auf einmal nachts nicht mehr so oft kommt. Aber es ist erstaunlich wie ausgeruht man auf einmal ist. Bis das dann selbstverständlich ist und man sich wieder jeden Abend mit dem Mann festquatscht und deswegen nicht genug Schlaf bekommt *räusper*.
Der denkende Mensch ändert seine Meinung - Friedrich Nietzsche

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Re: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von Katzensanne »

nur kurz, da mit Handy. mein kleiner hat auch so geschlafen wie deine bis vor Ca. 4 Wochen, jetzt ist er 8,5 Monate alt. du kannst also Hoffnung haben, nun wird er nur noch 1-2 mal nachts gestillt. habe ihn irgendwann aus purer Verzweiflung direkt an meiner nackten Brust schlafen lassen und habe damit deutlich besser geschlafen, er konnte dauernuckeln und ich dabei schlafen. nun hat sich sein schlafverhalten deutlich gebessert,was ich echt nicht geglaubt habe. also, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. euch alles gute!
Ein Kind betritt Deine Wohnung und macht in den folgenden 20 Jahren so viel Lärm, dass Du es kaum aushalten kannst.
Dann geht das Kind weg und läßt das Haus stumm zurück, dass Du denkst, Du wirst verrückt.

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Re: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von ulmue »

Kleinodia, du sprichst mir aus der Seele. Wir haben das Problem auch.
Ich arbeite jetzt seit einem Monat wieder, und ich muss sagen, ich bin furchtbar müde! Natürlich will ich dich jetzt nicht noch mehr beunruhigen, aber möglicherweise steht euch tatsächlich erstmal eine harte Zeit bevor.
Meine Tochter ist 13 Monate alt und schläft seit sie ein halbes Jahr alt war sehr unruhig, wird oft wach. Im Moment sind es auch oft 5,6 mal, in ganz schlimmen Nächten auch 8 mal. Und ich muss an meinen Arbeitstagen (drei Tage die Woche) um viertel vor sechs aufstehen. Gerade jetzt im Moment bin ich sowas von erschöpft, dass ich auch oft darüber nachdenke, was ich ändern kann. Abstillen möchte ich auch nicht, und außerdem, wie die Vorrednerinnen schon sagten, das garantiert einem auch keine ruhigeren Nächte.

Wirkliche Tipps habe ich also auch nicht. Vielleicht nur den einen: Wir sollten uns bei der Arbeit nicht zu sehr unter Druck setzen und akzeptieren, dass wir vielleicht im Moment durch die Müdigkeit nicht ganz so gut funktionieren wie vorher.
Jetzt denkst du vielleicht: Das sagt sich so leicht, ich muss aber funktionieren, sonst kann ich meinen Job nicht machen. Auch da kann ich dich verstehen, ich habe lange Zeit genau so gedacht und mit meinem Perfektionismus gekämpft. Im Grunde tue ich das heute noch, aber manchmal gelingt es mir inzwischen auch, mal etwas gelassener zu sein.
Aber ich sehe natürlich auch ein, dass das in deinem Job, so wie du ihn beschreibst, wirklich nicht einfach sein wird...

Wie gesagt, keine Tipps, aber ein offenes und sehr verstehendes Ohr von mir!
Liebe Grüße
ulmue
+++++++++++++++++++++++++++
ulmue mit Töchterchen (6/2012)
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Johana
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Re: AW: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von Johana »

Nun, ein so kleines Baby schläft für gewöhnlich nunmal nicht durch. Unabhängig davon was man macht.
Ich habe irgendwann prima im Halbschlaf stillen können, so habe ich so viel Schlaf wie eben möglich bekommen. Und ich musste quasi nie aufstehen nachts...

Liebe Grüße!
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FuFu
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Re: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von FuFu »

Meine einzige Idee war, dass ich da gar nichts machen würde. Nicht bei so einem jungen Baby und nicht Wochen, ja Monate vorm eigentlichen Arbeitsbeginn. Mensch, nicht mal nach diesen komischen Schlafprogrammen soll man da bei den ganz Kleinen was drehen. :shock:

Ich weiß, dass ist schwer vom Kopf her, es auf sich zukommen zu lassen. Aber für Dein Baby sind drei Monate ne halbe Ewigkeit. Babys, die mit fünf Monaten durchschlafen, tun das mit neun Monaten nicht mehr, andere schlafen anfangs schlecht und irgendwann besser etc. Man selber wird auch mit der Zeit routinierter beim nächtlichen Stillen. Und wie meine Vorrednerinnen meinten, man selber hält mehr aus, als man denkt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Schlafmangel fertig werden würde. Und das alles hängt zudem nur bedingt vom Stillen ab.

Ich selber werde Montag wieder anfangen zu arbeiten und werde jetzt erstmal schauen, wie es so klappt. Gut, meine Kleine schläft relativ gut. Sie trinkt meist nochmal, wenn ich ins Bett komme und einmal mitten in der Nacht, aber natürlich gibt es auch andere Nächte :| Falls ich merke, dass ich es nicht schaffe, oder einen wichtigen Termin habe, wird eben der Papa mal abgepumpte Mumi füttern und ich gehe ins Gästezimmer. 8)

Tu Dir und Deinem Baby einen Gefallen und still nach Bedarf so lange Du zu Hause bist und das kannst. :slürp*
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Klein-FuFu Dez. 2012
Lösche Benutzer 2178

Re: Ende Elternzeit und nachts Stillen

Beitrag von Lösche Benutzer 2178 »

Ja, ich schließ mich an.

Lass es auf euch zukommen und entspanne - ihr werdet das schaffen.

Es gibt, will man Baby stillen und arbeiten verbinden, keine, wirklich keine bessere Methode, als das Baby im eigenen Bett zu haben und im Halbschlaf zu stillen.

Ihr werdet auch mehr Übung bekommen. Klappt es bspw., beide Seiten auf einer Seite liegend zu stillen? Das hat mir große Erleichterung gebracht, nicht auch noch regelmäßig das Baby über mich rüberzuschwingen. Und: Leg dir Stillkeidung zu! Das hab ich erst beim zweiten Kind gemacht und sehr bedauert, beim ersten noch nicht so schlau gewesen zu sein. Vorteil ist, dass nur ein sehr kleiner Teil des Körpers auskühlt und mich das überhaupt nicht gestört hat. Lag der ganze Bauch frei (hochgeschobenes Schlafshirt), bin ich vom Auskühlen irgendwann wach geworden.

Und der Tipp, der schon kam, ist auch wirklich wichtig: Geh recht früh schlafen und nutze weitere Gelegenheiten (Wochenende, Feiertage).

Es ist ein begrenzter Zeitraum. Sei optimistisch und freu dich drauf, auch wieder in einem anderen Lebensbereich mitzumischen!

Falls du Fragen hast, will ich gerne versuchen, in meiner Erinnerung zu kramen. Ich habe zwei mal direkt nach dem Mutterschutz wieder Vollzeit gearbeitet und 14 bzw. 16 Monate gestillt.

Es geht. Definitiv. Nur Mut!
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