Frage zum Ferbern

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Ursi99
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Frage zum Ferbern

Beitrag von Ursi99 »

Nein, ich will nicht ferbern :shock:
aber mich interessiert schon lange was.
also es gibt ja wohl doch etliche familien, die das machen und für/bei denen das auch funktioniert, oft schon nach "wenigen" durchweinten nächten (natürlich ist jede einzige eine zuviel) und bei denen dann die Kinder tatsächlich angeblich bei "erfolg" freiwillig und freudig selbst ins bett gehen, sich umdrehen und sofort einschlafen. ich frage mich immer, wie kann das sein? sehen die das nur so? sind die kinder so "ver-konditioniert" dass sie das gleich von selbst machen?
hat da jemand infos dazu?
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Giraeffchen
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Re: Frage zum Ferbern

Beitrag von Giraeffchen »

Hallo Ursi!

Schau mal auf www.ferbern.de

Da wird ganz vieles sehr anschaulich erklärt und beschrieben.

Kurz zusammengefasst. Geferberte Kinder resignieren (schnell oder weniger schnell) und lernen, es kümmert sich keiner. Ich kann schreien und keiner kommt. Da kann ich es auch lassen, meine Hilferufe bleiben ungehört. Es entsteht ein hohes Maß an Unsicherheit und Angst, Sicherheit und Verlässlichkeit in der Beziehung zu den wichtigesten Bezugspersonen leiden ganz enorm.
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


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"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
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Stina82
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Re: Frage zum Ferbern

Beitrag von Stina82 »

Und anscheinend ist es für die, die es augenscheinlich fast sofort akzeptieren oft mindestens genauso schlimm. Die bringen ihre Trauer nicht zum Ausdruck, sondern leiden still. Das klingt jetzt gerade ganz furchtbar, aber ich kann es nicht anders in Worte fassen. Ich hoffe, ihr wisst wie ich es meine.
Gruesse aus Schweden von Stina mit dem Goldstern (03/11) und dem Mini (09/13)

Clauwi Trageberaterin
Ursi99
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Re: Frage zum Ferbern

Beitrag von Ursi99 »

Ja danke, das wusste ich grob schon.
Aber ich meine ganz spezifisch, dass die Kinder dann eben augenscheinlich freiwillig und glücklich ins Bett gehen? Ist das dann die Folge dass die Kinder denken "bringt ja eh nix, also geh ich lieber gleich ins Bett"?
Sorry grad nur wenig Zeit daher etwas einfach und überspitzt formuliert.
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Giraeffchen
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Re: Frage zum Ferbern

Beitrag von Giraeffchen »

Ich denke nicht, dass die Kinder freiwillig und glücklich ins Bett gehen. Sie mucken eben nicht mehr auf und haben resigniert, haben ihre Lektion gelernt. Eigene Bedürfnisse äußern bringt nichts. Kann ich mir die Energie auch sparen und verhalte mich ruhig. Dann bekomme ich vielleicht wenigstens ein Lob dafür. Wenn schon keine Erfüllung der Bedürfnisse, dann wenigstens ein billiges Lob, um sich geliebt zu fühlen. So viele Möglichkeiten hat ein Kind nicht, sich (vermeintliche) Liebesbeweise zu suchen. Und gerade mit einem zerstörten Urvertrauen (und genau das passiert ja beim Ferbern) sind Kinder noch angewiesener auf Lob, auf Bestätigung. Sie haben ja eh schon erfahren, dass nur gewünschtes Verhalten gelobt wird- also ist Anpassung für viele die logische (unbewusste) Konsequenz.
Um sich von Mama und Papa geliebt zu fühlen tut man halt schon einiges, leider. Und das wiederum kann man dann als Erziehungserfolg auslegen, als Eltern...
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Giraeffchen
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Re: Frage zum Ferbern

Beitrag von Giraeffchen »

Stina82 hat geschrieben:Und anscheinend ist es für die, die es augenscheinlich fast sofort akzeptieren oft mindestens genauso schlimm. Die bringen ihre Trauer nicht zum Ausdruck, sondern leiden still. Das klingt jetzt gerade ganz furchtbar, aber ich kann es nicht anders in Worte fassen. Ich hoffe, ihr wisst wie ich es meine.

Ja.
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