LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
- Muminmama
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
Ich finde es wird schnell klar was da vor sich geht aber man taucht immer wieder tiefer hinein. Man kann auch gut heraus lesen dass sie recht gläubig sind und ich 'mag' die Einfachheit mit der Jack denkt. Wir sind drinnen und alles was hier nicht existiert ist (im) Fernseher.
Das mit dem Quietschen und Old Nick fand ich sehr verstörend, krass geschrieben. Aber spätestens da wird klar um was es geht finde ich.
[WHITE MEDIUM STAR]
Das mit dem Quietschen und Old Nick fand ich sehr verstörend, krass geschrieben. Aber spätestens da wird klar um was es geht finde ich.
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„Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“
Liebe Grüße, Muminmama mit Muminbub (02/08) und Muminmädchen (06/17).
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- cn684
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
Ich bin auch beeindruckt wie liebevoll sich Ma um Jack kümmert. Die vielen kreativen Spielideen, er bekommt so viel erklärt und wird nicht einfach vor dem TV "abgestellt". Die Mutter wirkt sehr stark, das sie trotz der mehr als jammerlichen Situation so viel mit und für ihn tut...
Der Kleine hat sich sehr viele Rituale erdacht, um sich zu beruhigen - z.B. seine Zähne zu zählen, oder eben die quitscher vom Bett
Interessant finde ich auch, das sehr wenige Artikel gebraucht werden. Wenn man nur einen Teppich hat ist "der" davor wohl überflüssig. Ist das in der englischen Version auch so deutlich zu lesen?
Der Kleine hat sich sehr viele Rituale erdacht, um sich zu beruhigen - z.B. seine Zähne zu zählen, oder eben die quitscher vom Bett
Interessant finde ich auch, das sehr wenige Artikel gebraucht werden. Wenn man nur einen Teppich hat ist "der" davor wohl überflüssig. Ist das in der englischen Version auch so deutlich zu lesen?
- coccolone
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
Ja. Im Original sind sie auch gross geschrieben, was ja im Englischen sonst nicht der Fall ist. Ich finde er personalisiert sie damit, also das Bett ist nicht nur das oder ein Bett, sondern Bett. So wie er Jack ist und Ma halt Ma.cn684 hat geschrieben: Interessant finde ich auch, das sehr wenige Artikel gebraucht werden. Wenn man nur einen Teppich hat ist "der" davor wohl überflüssig. Ist das in der englischen Version auch so deutlich zu lesen?
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- cn684
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
genauso habe ichs auch empfunden. im raum gibt es nur ein bett - woher soll er wissen das dieses wort eine bezeichnung und kein name ist...
- lillemie
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
das buch fesselt mich so sehr und gleichzeitig bedrückt es mich. jack ist so ein starker kleiner junge!
LG lillemie mit Sohn *03/2009 und Tochter *10/2012
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LaraKessel
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
ICh hab das auf mehreren Ebenen verstanden. Also 1. das Personalisieren, was man auch sonst in der Sprache stark merkt.
2. Die kindliche Ausdrucksweise, also so wie er auch:" Hab ich vergesst"schreibt, so schreibt er eben auch ohne Artikel
3. Es gibt alles nur einmal, warum sollte man etwas extra hervorheben.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was diesem Kind widerfährt wenn es jemals rauskommen sollte. Er kennt ja nichts. Keine anderen Kinder, keine frische Luft, einfach gar nichts. Gleichzeitig nimmt er ja kleinste Veränderungen ziemlich intensiv war. Wenn das Licht sich verändert und sogar der Windhauch wenn Old Nick reinkommt.
Das Stillen soll meiner Meinung nach ein Hinweis auf eine zu enge, fast schon symbiotische Muter-Kind-Beziehung.
Jack konnte sich ja nie von Ma lösen, war nie eine Sekunde ohne sie. Nichtmal der Schrank ist vollständig geschlossen wenn er darin schläft.
2. Die kindliche Ausdrucksweise, also so wie er auch:" Hab ich vergesst"schreibt, so schreibt er eben auch ohne Artikel
3. Es gibt alles nur einmal, warum sollte man etwas extra hervorheben.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was diesem Kind widerfährt wenn es jemals rauskommen sollte. Er kennt ja nichts. Keine anderen Kinder, keine frische Luft, einfach gar nichts. Gleichzeitig nimmt er ja kleinste Veränderungen ziemlich intensiv war. Wenn das Licht sich verändert und sogar der Windhauch wenn Old Nick reinkommt.
Das Stillen soll meiner Meinung nach ein Hinweis auf eine zu enge, fast schon symbiotische Muter-Kind-Beziehung.
Jack konnte sich ja nie von Ma lösen, war nie eine Sekunde ohne sie. Nichtmal der Schrank ist vollständig geschlossen wenn er darin schläft.
2 Jungs (05/09 und 02/11)
Meine Leertaste ist kaputt.
Auch Rom kann an einem Tag von einer Horde Zweijähriger dem Erdboden gleichgemacht werden.
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
zu früh abgeschickt - ich finde auch, dass ma unwahrscheinlich liebevoll mit ihm umgeht, sich so viel für ihn ausdenkt, damit er möglichst breit gefächert lernen kann.
das stillen steht für mich auch für eine sehr enge beziehung zwischen mutter und sohn, gleichzeitig aber auch als möglichkeit (für beide?) sich zu beruhigen.
(es ist echt schwierig, etwas zu schreiben, wenn man schon weiter ist, damit man nichts verrät
)
das stillen steht für mich auch für eine sehr enge beziehung zwischen mutter und sohn, gleichzeitig aber auch als möglichkeit (für beide?) sich zu beruhigen.
(es ist echt schwierig, etwas zu schreiben, wenn man schon weiter ist, damit man nichts verrät
LG lillemie mit Sohn *03/2009 und Tochter *10/2012
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LaraKessel
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
Ja, Ma klammert sich wahrscheinlich ziemlich an ihren Jack, sonst würde sie da drinnen doch durchdrehen. Zwei sehr starke Persönlichkeiten. Wobei das bei Kindern bestimmt nochmal was anderes ist, die nehmen ja vieles ganz anders wahr. Jack kennt es ja nicht anders.
Ich würde ja gerne Mal das gleiche Buch aus Mas Sicht lesen.
Ich würde ja gerne Mal das gleiche Buch aus Mas Sicht lesen.
2 Jungs (05/09 und 02/11)
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FrauPampelmuse
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Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
Hier mein Eindrücke nach dem Lesen des 1. Kapitels:
Ich liste jetzt mal stichpunktartig alles auf, was mir aufgefallen ist.
Klar, die eigenwillige Sprache springt ins Auge. Ich vermute auch zu wissen, welchen Effekt Donoghue damit erzielen möchte. Schwierigkeiten habe ich mit dem Einpassen dieser Sprache in die Geschichte. Ich mein, Jack hat das Sprechen von seiner Mutter gelernt und die weiß, dass es mehr als einen Tisch gibt und spricht auch eben von "dem Tisch" nicht von "Tisch". Das Jack so spricht empfinde ich momentan noch sehr gekünstelt. Ganz anders bestimmte Wortkreationen und Ausdrücke, "Wörtersandwich" oder auch "ausschalten" fürs schlafen oder dass bestimmte Dinge, die sich eigentlich regelmäßig wiederwolen, z. B. Geburtstage, Weihnachten oder auch das Mittagessen, in Jacks Sprachgebrauch "passieren" - regelmäßiges mit einem Ausdruck der Spontanität beschrieben, dass ist interessant.
Auch die immermal einfallenden Grammatikfehler von Jack wirken irgendwie zu gewollt, als möchte Donoghue den Leser immer wieder erinnern, dass Jack eigentlich ein unwissender 5jähriger ist...
Bezüglich der Sprache frage ich mich auch ob das Geschlecht der Gegenstände einem System folgt (Tür ist ein "Er" etc.).
Die Auswahl der aufgehängten Bilder ist interessant: Sonnenaufgang (wobei die Sonne ja Gott ist), Maria mit Jesuskind (Religion gepaart mit einem Mutter-Kind-Ding) und Guernica (apokalyptische Zustände, Tot, Verzweiflung, Schmerz Ausweglosigkeit)
Mir scheinen Zahlen eine unglaublich wichtige Rolle für Jack zu spielen. Ebenso ein fester Rhythmus, feste Abläufe und auch das genaue Wissen, was wo in seiner kleinen Welt ist. Er möchte nichts unbekanntes oder verstecktes um sich. Erinnert mich an Kinder leichtem Autismus.
Jack scheint seine Mutter emotional gerettet zu haben. Die Mutter scheint vor seiner Geburt wenig auf Regelmäßigkeiten geachtet zu haben (Zähne nicht geputzt, Fernsehen etc.) Mit Jack achtet sie penibel auf eine gute Erziehung und ihre Vorbildfunktion. Überhaupt schlüpft das Kind in so eine Retterrolle... befreit die Mutter vom bösen Riesen (sogesehen greift er den Riesen Old Nick ja am Ende des Kapitels auch an, wenn auch ohne Absicht).
Insgesamt finde ich erstaunlich, das es Donoghue gelingt eine Atmossdpäre zu schildern, die trotz der Ahnung um das große Ganze und die Rolle von Old Nick, auf mich nicht in erster Linie bedrohlich wirkt.
Weiterhin finde ich bemerkenswert, dass sich Jack trotz seines Glauben außer seiner Mutter und ihm gäbe es niemanden "in echt" eine extreme sehnsucht nach lebendigen, echten Freunden hat.
So erstmal meine 1. unstrukturierten Gedanken...
Ich liste jetzt mal stichpunktartig alles auf, was mir aufgefallen ist.
Klar, die eigenwillige Sprache springt ins Auge. Ich vermute auch zu wissen, welchen Effekt Donoghue damit erzielen möchte. Schwierigkeiten habe ich mit dem Einpassen dieser Sprache in die Geschichte. Ich mein, Jack hat das Sprechen von seiner Mutter gelernt und die weiß, dass es mehr als einen Tisch gibt und spricht auch eben von "dem Tisch" nicht von "Tisch". Das Jack so spricht empfinde ich momentan noch sehr gekünstelt. Ganz anders bestimmte Wortkreationen und Ausdrücke, "Wörtersandwich" oder auch "ausschalten" fürs schlafen oder dass bestimmte Dinge, die sich eigentlich regelmäßig wiederwolen, z. B. Geburtstage, Weihnachten oder auch das Mittagessen, in Jacks Sprachgebrauch "passieren" - regelmäßiges mit einem Ausdruck der Spontanität beschrieben, dass ist interessant.
Auch die immermal einfallenden Grammatikfehler von Jack wirken irgendwie zu gewollt, als möchte Donoghue den Leser immer wieder erinnern, dass Jack eigentlich ein unwissender 5jähriger ist...
Bezüglich der Sprache frage ich mich auch ob das Geschlecht der Gegenstände einem System folgt (Tür ist ein "Er" etc.).
Die Auswahl der aufgehängten Bilder ist interessant: Sonnenaufgang (wobei die Sonne ja Gott ist), Maria mit Jesuskind (Religion gepaart mit einem Mutter-Kind-Ding) und Guernica (apokalyptische Zustände, Tot, Verzweiflung, Schmerz Ausweglosigkeit)
Mir scheinen Zahlen eine unglaublich wichtige Rolle für Jack zu spielen. Ebenso ein fester Rhythmus, feste Abläufe und auch das genaue Wissen, was wo in seiner kleinen Welt ist. Er möchte nichts unbekanntes oder verstecktes um sich. Erinnert mich an Kinder leichtem Autismus.
Jack scheint seine Mutter emotional gerettet zu haben. Die Mutter scheint vor seiner Geburt wenig auf Regelmäßigkeiten geachtet zu haben (Zähne nicht geputzt, Fernsehen etc.) Mit Jack achtet sie penibel auf eine gute Erziehung und ihre Vorbildfunktion. Überhaupt schlüpft das Kind in so eine Retterrolle... befreit die Mutter vom bösen Riesen (sogesehen greift er den Riesen Old Nick ja am Ende des Kapitels auch an, wenn auch ohne Absicht).
Insgesamt finde ich erstaunlich, das es Donoghue gelingt eine Atmossdpäre zu schildern, die trotz der Ahnung um das große Ganze und die Rolle von Old Nick, auf mich nicht in erster Linie bedrohlich wirkt.
Weiterhin finde ich bemerkenswert, dass sich Jack trotz seines Glauben außer seiner Mutter und ihm gäbe es niemanden "in echt" eine extreme sehnsucht nach lebendigen, echten Freunden hat.
So erstmal meine 1. unstrukturierten Gedanken...
- Muminmama
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- Registriert: 12.05.2013, 15:06
Re: LESERUNDE - "Raum" von Emma Donoghue
Das mit dem Zähne zählen ist wohl tatsächlich eine Nebenwirkung von traumatisierten Menschen, also nicht Zähne zählen im speziellen sondern fast schon rituelle Abläufe, es ist immer gleich, immer vergewissern dass das gleich ist.
Über die Bilderwahl habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, da ich die Bilder dazu nicht im Kopf habe, aber die Bedeutung finde ich interessant.
Ich weiss gar nicht was ich schreiben darf und was nicht, was schon im nächsten Kapitel kommt.
Ich hätte warten sollen...
Über die Bilderwahl habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, da ich die Bilder dazu nicht im Kopf habe, aber die Bedeutung finde ich interessant.
Ich weiss gar nicht was ich schreiben darf und was nicht, was schon im nächsten Kapitel kommt.
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