Breikostreif = Beikostreif?

Was kommt nach dem Vollstillen?

Moderatoren: klecksauge, Mondenkind

Antworten
Benutzeravatar
Marlio
gehört zum Inventar
Beiträge: 585
Registriert: 19.02.2013, 15:08
Wohnort: Raum Esslingen (Ba-Wü)

Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von Marlio »

Hallo zusammen,

unser Blubberchen ist nun bald 5 Monate alt und seit einiger Zeit beginnt das Thema B(r)eikost bei uns aktuell zu werden. Vorallem, da man von allen Seiten darauf angesprochen wird. Nachdem ich es recht gut geschafft habe, mich mit dem Vollstillen durchzusetzen und kein Wasser oder Tee nebenbei zu geben, wie mir immer wieder empfohlen wurde, tue ich mich nun mit dem B(r)eikoststart schwer.

Konkret frag ich mich, ob Beikostreif mit Breikostreif gleichzusetzen ist. Beikostreif wäre der Kleine ja, wenn er wirklich Interesse am Essen zeigen würde. Das tut er definitiv noch nicht. Auch das Stück (selbstgebacknes) Brot heute morgen hat ihn nicht sonderlich interessiert und ist auf dem Boden gelandet. So weit, so gut.

Jetzt fangen ja aber alle an, den Kleinen Brei zu geben. Wir haben auch ein Obst-Gläschen als Werbegeschenk zugeschickt bekommen, das mein Mann und ich verputzt haben. Ich hab unserm Kleinen auch mal den Löffel hingehalten und er hat recht interessiert dran rumgeschleckt und schien es auch recht lecker zu finden. Jedenfalls hat er die Zunge immer wieder reingetaucht und hat das dann auch ohne das Gesicht zu verziehen geschlotzt (allerdings kennt er den Löffel von Anfang an, er hat schon immer Sab Simplex usw mit dem Löffel bekommen). Daher vermute ich, dass er einen Gemüse- oder Obst-Brei schon essen würde, obwohl er an festen Nahrungsmitteln noch überhaupt kein Interesse zeigt.

Vermutlich ist es schlicht egal, ob ich jetzt schon mit Brei anfange oder nicht. Aber ich trau mich grad garnicht, entspannt an das Thema ran zu gehen, weil um dieses Thema so ein Bohei gemacht wird. Heute im Pekip wurde die BeKi-Broschüre verteilt. Und wenn ich danach gehe, wird der Beikost-Start echt ne Wissenschaft für sich. In 14 Tagen kommt ne BeKi-Beraterin in den Kurs und ich befürchte, danach werd ich noch verwirrter sein. Ich wage garnicht zu glauben, dass der Beikost Start wirklich so einfach sein kann, wie hier im Forum geschrieben. Und ich hab einfach Angst, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, also dass der Kleine schon längst nen Brei bräuchte, ich es aber nicht erkenne.

War das jetzt alles sehr wirr, oder versteht ihr mich? Am wichtigsten wäre mir zu wissen, ob ich auch mit Einführung eines Breies warten sollte, bis das Blubberchen von sich aus eindeutig Interesse an Essbarem zeigt (ich würde Brei und Fingerfood gerne mischen, damit der Papa keine MuMi stillfreundlich zufüttern muss (er erkennt die ersten Hungeranzeichen schlecht und wenn dann vor Hunger schon geweint wird, wird das schwierig) sondern mal nen Brei füttern kann, wenn ich nicht da bin).

Liebe Grüße!
Unser Blubberchen kam am 26.11.12 zur Welt - "Wir lieben Dich weit inniger, als Licht und Luft und Freiheit!"

Wenn ein Kind...
-kritisiert wird, lernt es zu verurteilen. -angefeindet wird, lernt es zu kämpfen. -verspottet wird, lernt es schüchtern zu sein. -beschämt wird, lernt es sich schuldig zu fühlen.
-verstanden und toleriert wird, lernt es geduldig zu sein. -ermutigt wird, lernt es sich selbst zu vertrauen. -gelobt wird, lernt es sich selbst zu schätzen. -gerecht behandelt wird, lernt es gerecht zu sein. -geborgen lebt, lernt es zu vertrauen. -anerkannt wird, lernt es sich selbst zu mögen. -in Freundschaft angenommen wird, lernt es in der Welt Liebe zu finden.
(Text über dem Eingang einer tibetischen Schule)
Benutzeravatar
emm
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1357
Registriert: 04.09.2012, 11:11
Wohnort: Tirol

Re: Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von emm »

Hi,

kennst Du die Grundinfo zur Beikosteinfuehrung schon?

Du kannst eigentlich nix verpassen - wenn Dein Kind soweit ist, wird es Interesse an Nahrung, die keine Milch ist, zeigen. Wenn ihr stillt, wird es bis dahin auf keinen Fall verhungen, sondern optimal versorgt sein!

Eine Wissenschaft fuer sich ist das Ganze nur, wenn man es als Anstattkost betreiben und moeglichst schnell abstillen will ("in Woche X muss man das 12-Uhr-Mittagsstillen so und so ersetzen, in Woche Y das 17-Uhr-Abendstillen so und so, dann hat man in Z Wochen endlich abgestillt und das Kind ist ausgewogen ernaehrt").
Solange nebenher gestillt wird, kann man das ganze sehr entspannt betreiben. Ob man nun nur Fingerfood oder nur Brei oder beides anbietet, macht da maximal vom Kochaufwand her einen Unterschied (;
Es gibt keine Mindest- oder Maximalmengen oder sonstwas, die das Baby bis zu einem bestimmten Alter gegessen haben MUSS.

Wenn es Dich troestet: die Empfehlungen, die da so ausgesprochen werden, sind von Land zu Land teilweise krass unterschiedlich. Das ist also zu einem grossen Teil auch kulturell bedingt.

Beruhigt Dich das ein bisschen?

Liebe Gruesse von der Insel,
das emm mit Löwenkind (08/2012), Fräulein Igel (09/2013) und kleinem Geheimniskrämer (11/2017)
Benutzeravatar
Marlio
gehört zum Inventar
Beiträge: 585
Registriert: 19.02.2013, 15:08
Wohnort: Raum Esslingen (Ba-Wü)

Re: Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von Marlio »

Hallo Emm,

ja, diesen Beitrag kenne ich, auf den habe ich mich bezogen als ich meinte, ich trau mich garnicht zu glauben dass es so einfach geht ;-).

Also auch mit dem Brei warten, bis er von selbst Interesse am Essen zeigt und damit auch erst dann beginnen, ebenso wie mit Fingerfood. Und als einzigstes beachten, dass man Anfangs nur eine Sorte Obst bzw. Gemüse gibt und nicht gleich in der ersten Woche fünferlei.

Die von mir angesprochene Broschüre schreibt zwar, dass man die Stillmahlzeiten nicht ersetzen soll, erklärt dann aber im Grunde doch genau diese Anstattkost.

Dann still ich mal weiter und warte ab :-).

Danke für die Bestätigung!
Unser Blubberchen kam am 26.11.12 zur Welt - "Wir lieben Dich weit inniger, als Licht und Luft und Freiheit!"

Wenn ein Kind...
-kritisiert wird, lernt es zu verurteilen. -angefeindet wird, lernt es zu kämpfen. -verspottet wird, lernt es schüchtern zu sein. -beschämt wird, lernt es sich schuldig zu fühlen.
-verstanden und toleriert wird, lernt es geduldig zu sein. -ermutigt wird, lernt es sich selbst zu vertrauen. -gelobt wird, lernt es sich selbst zu schätzen. -gerecht behandelt wird, lernt es gerecht zu sein. -geborgen lebt, lernt es zu vertrauen. -anerkannt wird, lernt es sich selbst zu mögen. -in Freundschaft angenommen wird, lernt es in der Welt Liebe zu finden.
(Text über dem Eingang einer tibetischen Schule)
Benutzeravatar
emm
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1357
Registriert: 04.09.2012, 11:11
Wohnort: Tirol

Re: Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von emm »

Hi,

Es ist tatsaechlich so einfach, essen soll ja schliesslich Spass machen - und im 1. Lebensjahr ist Muttermilch als Hauptnahrungsquelle vorgesehen, da kann man auch wirklich einfach Spass haben am rumprobieren.

Ich hatte schon einen leichten Horror vor stundenlang "und noch ein Loeffelchen fuer die Mama... Daaaa kommt das Flugzeug..."-Aktionen, weil Brei fuettern ja recht kompliziert erschien (aber klar, wenn man einem Kind, das noch den Zungenstossreflex hat, was reinschiebt, MUSS das ja durch den Reflex wieder rauskommen...)
Umso mehr hab ich gerade Freude daran, mit welcher Begeisterung mein Loewenkind die unterschiedlichsten Nahrungsmittel erkundet (:
Marlio hat geschrieben:Und als einzigstes beachten, dass man Anfangs nur eine Sorte Obst bzw. Gemüse gibt und nicht gleich in der ersten Woche fünferlei.
Nicht mal das ist wirklich notwendig - wenn's ihm nicht langweilig wird, spricht aber natuerlich auch nix dagegen (;

entspanntes Abwarten und spaeter froehliches Ausprobieren!
das emm mit Löwenkind (08/2012), Fräulein Igel (09/2013) und kleinem Geheimniskrämer (11/2017)
Sinja
ist gern hier dabei
Beiträge: 72
Registriert: 11.09.2012, 12:23
Wohnort: Ludwigsburg

Re: Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von Sinja »

Hallo, mach dir da wirklich nicht so viele Gedanken und gib deinem Kind die zeit die es braucht bis zum beikoststart! Jedes Kind ist anders, also auch bei diesem Thema!

Unser kleiner ist jetzt 8 1/2 Monate alt und bis vor kurzem gab es noch Tage an denen noch voll gestillt wurde.. ansonsten haben wir auch einen mix aus Finger food und brei und fahren damit sehr gut. Die Mütter um uns herum die konsequent mit 6 Monaten nach 'Vorgabe' beikost eingeführt haben, haben fast alle schon abgestillt bzw. sind dabei.. wir sind zum Glück noch ganz weit davon entfernt :-)

Ganz liebe grüße
Bild Bild
Benutzeravatar
Marlio
gehört zum Inventar
Beiträge: 585
Registriert: 19.02.2013, 15:08
Wohnort: Raum Esslingen (Ba-Wü)

Re: Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von Marlio »

Sinja hat geschrieben: Unser kleiner ist jetzt 8 1/2 Monate alt und bis vor kurzem gab es noch Tage an denen noch voll gestillt wurde.. ansonsten haben wir auch einen mix aus Finger food und brei und fahren damit sehr gut. Die Mütter um uns herum die konsequent mit 6 Monaten nach 'Vorgabe' beikost eingeführt haben, haben fast alle schon abgestillt bzw. sind dabei.. wir sind zum Glück noch ganz weit davon entfernt :-)

Ganz liebe grüße
Bietest Du jeden Tag aktiv Brei an und lässt Dein Kind entscheide, ob es essen mag oder nicht, oder gibst Du den garnicht konsequent jeden Tag?

Was das abstillen betrifft, dass Du angesprochen hast.. Das kenn ich auch von den Muttis um mich herum, die planmäßig mit Beikost angefangen haben. Die Kleinen bekommen dann anstatt MuMi allerdings nen Schoppen. Das versteh ich nicht so ganz, das macht ja viel mehr Aufwand und kostet auch noch mehr ;-).

Liebe Grüße in die alte Heimat (ich komm ursprünglich aus Markgr. :-) )
Unser Blubberchen kam am 26.11.12 zur Welt - "Wir lieben Dich weit inniger, als Licht und Luft und Freiheit!"

Wenn ein Kind...
-kritisiert wird, lernt es zu verurteilen. -angefeindet wird, lernt es zu kämpfen. -verspottet wird, lernt es schüchtern zu sein. -beschämt wird, lernt es sich schuldig zu fühlen.
-verstanden und toleriert wird, lernt es geduldig zu sein. -ermutigt wird, lernt es sich selbst zu vertrauen. -gelobt wird, lernt es sich selbst zu schätzen. -gerecht behandelt wird, lernt es gerecht zu sein. -geborgen lebt, lernt es zu vertrauen. -anerkannt wird, lernt es sich selbst zu mögen. -in Freundschaft angenommen wird, lernt es in der Welt Liebe zu finden.
(Text über dem Eingang einer tibetischen Schule)
Sinja
ist gern hier dabei
Beiträge: 72
Registriert: 11.09.2012, 12:23
Wohnort: Ludwigsburg

Re: Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von Sinja »

Wenn wir zu Hause sind, versuche ich mitlerweile immer an zu bieten.. .manchmal kommt es aber zb vor dass er wenn ich mit dem großen esse gerade satt ist/schlaeft und ich dann später nicht dran denk oder wir wieder unterwegs sind.. ich hab bis vor kurzem dann auch nicht extra was mitgenommen und wenn es dann nicht in den Tagesablauf gepasst hat, haben wir eben voll gestillt..

Liebe Grüße zurück aus deiner alten Heimat ;-)
Bild Bild
Benutzeravatar
Sabbermäuschen
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1237
Registriert: 07.01.2013, 18:56
Wohnort: Taunus

Re: Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von Sabbermäuschen »

Hallo Mario!
Ich kann deine Verwirrung total verstehen!
Unsere Lösung war folgende: ich hab ihm zuerst fingerfood angeboten, dass er zwar interessant fand, aber das Schlucken nicht so toll fand. Dann habe ich ihm Brei angeboten und das fand/findet er Super toll und ist ganz gierig drauf. Und wie der Pavlov'sche Hund fängt er an zu sabbern, wenn er sein schüsselchen sieht :lol: . Er lässt sich sogar füttern, weil er herausgefunden hat, dass es so schneller geht 8) . Und wenn er jetzt mal fingerfood bekommt (meistens morgens oder beim Essen machen) dann landet doch schon etwas im Bauch. obwohl er beim Schlücken immer noch den Mund verzieht, will er immer noch mehr. Das muss hält erst gelernt werden.
Sinja hat geschrieben:Wenn wir zu Hause sind, versuche ich mitlerweile immer an zu bieten.. .manchmal kommt es aber zb vor dass er wenn ich mit dem großen esse gerade satt ist/schlaeft und ich dann später nicht dran denk oder wir wieder unterwegs sind.. ich hab bis vor kurzem dann auch nicht extra was mitgenommen und wenn es dann nicht in den Tagesablauf gepasst hat, haben wir eben voll gestillt..

Liebe Grüße zurück aus deiner alten Heimat ;-)
Das machen wir hier genauso. Gestern zum Bsp hat sich alles nach hinten verschoben, sodass wir erst um 20 Uhr essen konnten. Und da musst ich schon recht schlingen, denn Minibär wär vor Müdigkeit fast vom Stuhl gekippt. (er schläft ja nur mit mir ein) Da hab ich ihm dann nix angeboten, sondern zugesehen, dass wir recht fix ins Bett kamen. Trotzdem hab ich ein leicht schlechtes gewissen deswegen :oops: . Aber da er ja eben nach Bedarf gestillt wird, wird er das glaub ich verkraften.
Benutzeravatar
Marlio
gehört zum Inventar
Beiträge: 585
Registriert: 19.02.2013, 15:08
Wohnort: Raum Esslingen (Ba-Wü)

Re: Breikostreif = Beikostreif?

Beitrag von Marlio »

Es ist ein bissl Zeit vergangen, und ich hab dem Kleinen nun immer mal wieder was direkt angeboten. Er kommt nämlich nicht so richtig auf den Tisch hoch und bislang gab es immer Sachen, bei denen er nicht wirklich was abbekommen konnte (heute z.B. Zucchinicreme-Suppe). Also hab ich jetzt immer etwas für ihn abgezwackt und es ihm angeboten, da er uns beim Essen recht fasziniert beobachtet und teilweise beginnt, das kauen zu imitieren. Also hat er heute morgen etwas Gurke bekommen und heute Abend hab ich für ihn einen Teil der Zuchini gedünstet. An beidem hat er interessiert rumgelutscht und drauf rum gekaut und hatte vorallem einen riesen Spaß daran.

Wir werden also in die Richtung weiter machen, ihm aber auch mal nen Brei anbieten. Dann kommts drauf an, wie er darauf reagiert :-).
Unser Blubberchen kam am 26.11.12 zur Welt - "Wir lieben Dich weit inniger, als Licht und Luft und Freiheit!"

Wenn ein Kind...
-kritisiert wird, lernt es zu verurteilen. -angefeindet wird, lernt es zu kämpfen. -verspottet wird, lernt es schüchtern zu sein. -beschämt wird, lernt es sich schuldig zu fühlen.
-verstanden und toleriert wird, lernt es geduldig zu sein. -ermutigt wird, lernt es sich selbst zu vertrauen. -gelobt wird, lernt es sich selbst zu schätzen. -gerecht behandelt wird, lernt es gerecht zu sein. -geborgen lebt, lernt es zu vertrauen. -anerkannt wird, lernt es sich selbst zu mögen. -in Freundschaft angenommen wird, lernt es in der Welt Liebe zu finden.
(Text über dem Eingang einer tibetischen Schule)
Antworten

Zurück zu „Beikost und Familientisch“