Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

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kiki18
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Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von kiki18 »

Hallo ihr,
ich hab ja hier schon öfter mein Leid wegen der Problemen unserer Süßen geklagt und ich hoffe, dass ich hier niemandem auf den Wecker gehe...
Es ging ja los mit Blähungen noch und nöcher, stündliches Aufwachen nachts mit vielen Pupsen im Bauch, usw. Gewichtsmäßig gedeiht sie allerdings gut und auch die Haut ist nicht betroffen (wobei die Ärztin meinte, bei unserer „Mischung“ (mein Mann ist schwarz) gäbe es keine Erfahrungswerte, wie die Haut auf Unverträglichkeiten reagiert.) Darm-Ultraschall war unauffällig.
Wir sind inzwischen in der Gastro-Abteilung der örtlichen Kinderklinik in Behandlung und dort wurde verstecktes Blut im Stuhl nachgewiesen. Das hat mich schon erschreckt, weil ich mich gefragt habe, wie lang sie nun wohl schon Blut im Stuhl hat, ohne dass dies bemerkt wurde.
Die Vermutung war (mal wieder) Kuhmilchunverträglichkeit und ich bin grad mitten in der 4-wöchigen Auslassdiät. Dies hatte ich schonmal zwei Wochen gemacht, aber, da in diesem Zeitraum keine Besserung eintrat, wieder seingelassen. Die Ärztin meinte aber, in manchen Fällen bessert sich der Zustand erst nach 4 Wochen.
Nun hatten wir vor zwei Tagen (nach fast drei Wochen Kuhmilchdiät) deutlich sichtbares Blut im Stuhl, was vorher nie aufgetreten war. Und die Blähungen sind auch noch nicht merklich besser. Der Stuhl ist meistens noch unverändert wässrig und hat in letzter Zeit hin und wieder eher eine glibberige Wackelpudding-Konsistenz.
Die Ärztin meinte beim letzten Mal, wenn sich nach 4 Wochen nichts bessert, soll ich übers Abstillen nachdenken. Meine nicht sehr stillfreundliche Mutter nervt auch schon und kürzlich meinte sogar mein eigentlich pro-Stillen-Mann sinngemäß, wenn unsere Kleine wüsste, dass es meine Milch ist, die sie so quält, würde sie vielleicht auch lieber die Flasche vorziehen. Genau das ist es, was mich so verletzt, der Gedanke, dass es MEINE Milch ist (auch wenn es nur irgendwelche Spuren in der Milch und nicht die Milch an sich ist), die ihr diese Probleme bereitet.
Ich werde todtraurig bei dem Gedanken, abzustillen und die Kleine liebt ihre Brust auch über alles. Und ich sehe ja auch die vielen positiven Effekte des Stillens. Verstehe aber auch irgendwie, dass die Leute sagen, ein dauerhaft gereizter Darm (kann mir vorstellen, dass so eine Entündung auch irgendwann chronisch wird) und ständiges Blut im Stuhl (wird doch irgendwann auch gefährlich, auch zwecks Eisenwert, oder?) hebt diese Vorteile irgendwann auf.
Welche Argumente kann ich - auch gegenüber der Ärztin - bringen, um weiterzustillen, auch wenn die Ursache erstmal nicht gefunden wird? Welches Vorgehen könnte ich ihr als Alternative vorschlagen? (Weitere Auslassdiäten können sich ja ewig hinziehen, von Bioresonanz bin ich irgendwie nicht überzeugt, auch wenn ich weiß, dass es bei manchen geholfen hat) Oder wann würdet ihr sagen, ist der Punkt erreicht, an dem man zumindest mal Versuchsweise eine Spezialnahrung gibt und die Muttermilch in der Zwischenzeit abpumpt? (wobei ich denke, dass das eine grausame Zeit für alle Beteiligten wird) Raten Stillexperten irgendwann definitiv zum Abstillen? :-(
Danke und schöne und gesegnete Ostern!
Milchkaffee-Baby (10/15) und Cappuccino-Kind (11/2012) immer dabei und Sternchen (01/2012) fest im Herzen
jusl
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von jusl »

Hallo Kiki18,
Raten Stillexperten irgendwann definitiv zum Abstillen? :-(
Meines Wissens nach: definitiv NICHT bei Eurem Beschwerdebild.

Mein Vorschlag (denn alle gängigen zum Thema verfügbaren Infos hast Du hier im SuT bereits bekommen): Wende Dich mit Deiner konkreten Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Stillpause an den medizinischen Beirat der AFS ( Med.Beirat@afs-stillen.de ). Dort arbeiten Ärztinnen, auch Kinderärztinnen, und beraten Mütter in besonderen Situationen mit medizinischem Belang. Die bisherigen Befunde können dort ebenfalls interpretiert werden (das können wir hier als Nichtmedizinier nicht). Dort bist Du also auf jeden Fall an der richtigen Addresse.

Ich hoffe, es geht Euch bald besser,
LG
Julia
kiki18
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von kiki18 »

Oh dankeschön! Ich wusste nicht, dass es sowas gibt. Da werde ich mich wirklich mal hinwenden, die können bestimmt weiterhelfen.
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Nautilus
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von Nautilus »

Ich würde mich freuen, wenn Du dann berichtest! Ich wünsche Euch alles Gute und vor allem Deiner Kleinen endlich eine Besserung!
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
kiki18
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von kiki18 »

So, dann werd ich mit Verspätung mal berichten (waren zwei Wochen bei den Eltern zu Besuch, wo es mit Internet immer ein bisschen schwierig ist).
Ich hab also mit der Ärztin vom AfS telefoniert, die super nett und total kompetent war.
Sie meinte, ich könne ruhig erstmal weiterstillen, wenn das Baby ansonsten gut gedeiht und keine Zeichen von Blutarmut zeigt, weil sich mit Einführung von Beikost vor allem die blutigen Stühle meist geben. Da wir eh zwei Tage vorher mit Beikost angefangen hatten (alle Zeichen der Beikostreife waren bei ihr schon da und sie war auch recht quengelig, daher hatten wir dann doch einen Monat früher als geplant begonnen), war ich da recht erleichtert. Zwecks Beikost riet sie - wie auch hier im Forum - gleich zu einer breiten Vielfalt, nicht so wie früher, als man drei Wochen lang das selbe Gemüse gab. Die Stuhlkonsistenz hat sich seitdem natürlich auch extrem gebessert, nur gestern hatten wir mal wieder Blut, aber ich muss da wohl etwas Geduld haben. Blähungen haben wir nach wie vor viele. Dazu meinte sie, dass es vielleicht neben der Unverträglichkeit an dem häufigen nächtlichen Stillen liegt. Wenn die Kleine teilweise stündlich, aber immer nur kurz an der Brust ist, bekommt sie natürlich mehr von der laktosehaltigen Vormilch und auch dies könnte zu Blähungen führen. Ich soll versuchen, immer vor dem Stillen Milch auszustreichen (ein Schnapsglas voll) - dies ist nachts bei uns leider utopisch, weil die Maus da immer so schnell von 0 auf 100 ist, ich versuchs nun zumindest tagsüber, auch wenn sie da mittlerweile im 3-Stunden-Abstand stillen will und es daher wohl nicht so tragisch mit der Vormilch ist.
Vielleicht hat da ja wer hier im Forum noch nen Tip, was das häufige nächtliche Stillen und das Ausstreichen der Vormilch angeht. Geht es dabei wirklich um so viel (ein Schnapsglas voll)? Um das auszustreichen, brauch ich ewig, und das geht wie gesagt nachts gar nicht... Aber eine andere Methode, weniger von der laktosereichen Milch zu geben, gibts wohl nicht, oder?
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Elena
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von Elena »

Eine laienhafte Frage: Kannst du das Schnapsglas voll nicht abpumpen nachts? Das ginge dann zumindest schneller als Ausstreichen?
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
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kiki18
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von kiki18 »

Elena hat geschrieben:Das ginge dann zumindest schneller als Ausstreichen?
Nö, bei mir leider nicht. Wobei ich bisher nur zwei Handpumpen ausprobiert habe, noch keine elektrische. Da dauerts bei mir ewig, bis mal ein Tröpfchen kommt, da geht das Ausstreichen wesentlich schneller. Aber für ein Schnapsglas voll bräuchte ich bestimmt trotzdem so 10 Minuten.
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jusl
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von jusl »

Hallo Kiki18,

schön, dass Dir der med. Beirat der AFS weiterhelfen konnte. Zu Deiner Frage: Du könntest Dein Baby auch länger an EINER Seite saugen lassen nachts, auch das würde den relativen Laktosegehalt verringern. Also z.B. die erste Nachthälfte nur links (egal wie oft) und die zweite nur rechts (egal wie oft). Oder sogar nur eine Seite nachts, und in der nächsten Nacht die andere oder so - musst Du mal ausprobieren, ob das geht. Morgens könntest Du dann an der "nicht-benutzten" Seite vermutlich auch seeehr leicht ein Schnapsglas voll ausstreichen. ;-)
(Egal was Du tust: achte darauf, dass Du nicht das Gefühl entwickelst, mit Deiner Milch sei irgendetwas nicht in Ordnung oder so, das ist sehr sehr wichtig. Dein Baby hat spezielle Ernährungsbedürfnisse, OK, darauf reagierst Du. Aber selbstverständlich ist mit Deiner Milch - auch mit den ersten Schlucken!.. - alles bestens. Bitte immer wieder bewusst machen! ;-))

LG
Julia
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von kiki18 »

Danke Julia, das werd ich heut nacht mal ausprobieren.
Machts denn deiner Meinung nach Sinn, tagsüber immer vor dem Stillen was auszustreichen? Oder tagsüber immer nur eine Seite zu geben? Oder ist da die laktosereiche Vormilch nicht so das Problem, weil sie ja in größeren Abständen trinkt?
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Re: Blähungen und Blut im Stuhl: Umfeld rät zum Abstillen

Beitrag von jusl »

Probiere es aus. Tagsüber nur eine Seite stillen würde ich auf keinen Fall, da die Milchmenge dadurch stark zurückgehen kann. Aber vor dem Stillen die ersten "Züge" auszustreichen kann nicht schaden - probiere es einfach einige Tage lang, ob Du da bei Deinem Baby eine Verbesserung feststellst.

LG
Julia
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