Handgreifliche Einmischung
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08u11
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Handgreifliche Einmischung
Bei nervigen Ratschlägen zur Kindererziehung (Ferbern, Abstillen, ...) im Zweifelsfall freundlich lächeln und einfach weiter machen wie gehabt - soweit so gut. Aber was, wenn es nicht bei den Ratschlägen bleibt, sondern die betreffende Person sich selbst das Kind schnappt? In unserer Nachbarschaft gibt es leider mindestens zwei von der Sorte.
Das eine ist eine Mutter (E.) in unserem Wohnblock, zwei Töchter, die etwas jünger als meine Söhne sind. Ihre Auffassung von Erziehung steht meiner diametral entgegen, was an sich okay ist. Sie nervt alle anderen Mütter auf dem Spielplatz mit ihren vermeintlich guten Ratschlägen - nicht toll, aber was soll's. Aber: sie greift sich auch die Kinder selbst. Ein Beispiel aus dem letzten Sommer: Wir waren den ganzen Nachmittag auf dem Spielplatz. Da gibt es im Sommer eine Wasserpumpe. J. (damals 1,5J.) hat das geliebt und war dementsprechend dreckig - voller abgestandenem Wasser und Sand. Weil es Zeit war zu Gehen, habe ich den Kindern Bescheid gegegeben und selbst zunächst einmal die Sandsachen aufgeräumt. Da höre ich J. laut schreien und heulen. Als ich mich umdrehe, bringt E. mir mein brüllendes Kind und erklärt mir freudig, sie habe ihn schonmal abgewaschen (mit dem eiskalten Wasser aus der Pumpe), weil er ja ganz voller Sand war. Offensichtlich hat sich erwartet, dass ich ihr dafür dankbar bin. Nein!!! Bin ich nicht. Kein Fremder hat das recht, einfach meinen Zwerg zu waschen. Das mache ich, wann und wo ich will und der Sand in unserer Wohnung (ich hätte ihn in der warem Badewanne abgeduscht), geht diese Frau nichts an. Ein anderes Mal wollte sie A., der sehr stolz war, sein T-shirt allein, wenn auch (aus Erwachsenensicht) verkehrtherum angezogen hatte, dabei helfen, sein Shirt umzudrehen. Auch nein! Er hat sich allein angezogen und ich war auch stolz auf ihn. Außerdem möchte ich nicht, dass Fremde meinen Kindern an die Wäsche gehen. Die Frau ist offensichtlich ziemlich einsam und erhofft auf diese Weise, sich Dankbarkeit zu erkaufen - während sie die eigenen Kinder vernachlässigt. Nervt aber einfach nur.
Das andere ist ein Herr in unserer Kirchengemeinde - ein Mann am Rande unserer Gesellschaft, der sich oft im Eingangsbereich der Kirche aufhält, um dort zu betteln. Soweit in Ordnung. Nur leider sitzen wir bei Gottesdienst immer ganz hinten, weil J. recht unruhig ist. Hinten kann er ein bisschen rumlaufen, ohne zu stören. Normalerweise lasse ich ihn (in gewissen Grenzen) einfach laufen und behalte ihn nur von Ferne im Auge. Dieser Herr meint aber ständig, mir helfen zu müssen, indem er ihn mir zurückbringt - und erhofft sich dadurch eine Geldgabe. Gestern war er regelrecht penetrant. J. war besonders gut drauf und ist überall rumgeturnt (hat aber weder gestört, noch etwas kaputt gemacht). A. war recht quengelig und kuschelbedürftig. Also saß ich mit A. auf dem Schoß auf der Bank. J. ist inzwischen auf der letzten Kniebank ballanciert und prompt abgestürzt. Er hat sich aber nichts getan (fällt schließlich öfter), sondern ist nur erschrocken und hat nicht mal geweint. Ich wollte zu ihm hin, aber dieser Herr stand schon im Weg und hat mich regelrecht angeschnauzt: Aufpassen! Auch hier: Nein! Ich möchte nicht, dass der meine Kinder anfasst. Wenn nötig bin ich selbst innerhalb weniger Sekunden bei J.
Oh je, der Beitrag ist schon wieder ziemlich lang. Aber ich hoffe, Ihr versteht, worum es geht. Ich möchte diesen Personen gerne eindeutig klarmachen, dass sie die Kinder in Ruhe lassen sollen. Wie kann ich das, ohne allzu unhöflich zu sein?
Das eine ist eine Mutter (E.) in unserem Wohnblock, zwei Töchter, die etwas jünger als meine Söhne sind. Ihre Auffassung von Erziehung steht meiner diametral entgegen, was an sich okay ist. Sie nervt alle anderen Mütter auf dem Spielplatz mit ihren vermeintlich guten Ratschlägen - nicht toll, aber was soll's. Aber: sie greift sich auch die Kinder selbst. Ein Beispiel aus dem letzten Sommer: Wir waren den ganzen Nachmittag auf dem Spielplatz. Da gibt es im Sommer eine Wasserpumpe. J. (damals 1,5J.) hat das geliebt und war dementsprechend dreckig - voller abgestandenem Wasser und Sand. Weil es Zeit war zu Gehen, habe ich den Kindern Bescheid gegegeben und selbst zunächst einmal die Sandsachen aufgeräumt. Da höre ich J. laut schreien und heulen. Als ich mich umdrehe, bringt E. mir mein brüllendes Kind und erklärt mir freudig, sie habe ihn schonmal abgewaschen (mit dem eiskalten Wasser aus der Pumpe), weil er ja ganz voller Sand war. Offensichtlich hat sich erwartet, dass ich ihr dafür dankbar bin. Nein!!! Bin ich nicht. Kein Fremder hat das recht, einfach meinen Zwerg zu waschen. Das mache ich, wann und wo ich will und der Sand in unserer Wohnung (ich hätte ihn in der warem Badewanne abgeduscht), geht diese Frau nichts an. Ein anderes Mal wollte sie A., der sehr stolz war, sein T-shirt allein, wenn auch (aus Erwachsenensicht) verkehrtherum angezogen hatte, dabei helfen, sein Shirt umzudrehen. Auch nein! Er hat sich allein angezogen und ich war auch stolz auf ihn. Außerdem möchte ich nicht, dass Fremde meinen Kindern an die Wäsche gehen. Die Frau ist offensichtlich ziemlich einsam und erhofft auf diese Weise, sich Dankbarkeit zu erkaufen - während sie die eigenen Kinder vernachlässigt. Nervt aber einfach nur.
Das andere ist ein Herr in unserer Kirchengemeinde - ein Mann am Rande unserer Gesellschaft, der sich oft im Eingangsbereich der Kirche aufhält, um dort zu betteln. Soweit in Ordnung. Nur leider sitzen wir bei Gottesdienst immer ganz hinten, weil J. recht unruhig ist. Hinten kann er ein bisschen rumlaufen, ohne zu stören. Normalerweise lasse ich ihn (in gewissen Grenzen) einfach laufen und behalte ihn nur von Ferne im Auge. Dieser Herr meint aber ständig, mir helfen zu müssen, indem er ihn mir zurückbringt - und erhofft sich dadurch eine Geldgabe. Gestern war er regelrecht penetrant. J. war besonders gut drauf und ist überall rumgeturnt (hat aber weder gestört, noch etwas kaputt gemacht). A. war recht quengelig und kuschelbedürftig. Also saß ich mit A. auf dem Schoß auf der Bank. J. ist inzwischen auf der letzten Kniebank ballanciert und prompt abgestürzt. Er hat sich aber nichts getan (fällt schließlich öfter), sondern ist nur erschrocken und hat nicht mal geweint. Ich wollte zu ihm hin, aber dieser Herr stand schon im Weg und hat mich regelrecht angeschnauzt: Aufpassen! Auch hier: Nein! Ich möchte nicht, dass der meine Kinder anfasst. Wenn nötig bin ich selbst innerhalb weniger Sekunden bei J.
Oh je, der Beitrag ist schon wieder ziemlich lang. Aber ich hoffe, Ihr versteht, worum es geht. Ich möchte diesen Personen gerne eindeutig klarmachen, dass sie die Kinder in Ruhe lassen sollen. Wie kann ich das, ohne allzu unhöflich zu sein?
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Lösche Benutzer 1828
Re: Handgreifliche Einmischung
Dann sag es eindeutig!
Und ueber Unhoeflichkeit wuerde ich mir da keine Sorgen machen bei Menschen die so uebergriffig handeln. Denen wuerde ich schon beim ersten Mal deutlich die Meinung sagen. Vor allem das Verhalten der Frau finde ich gaenzlich unakzeptabel. Da waere ich wohl sehr unfreundlich geworden.
Und ueber Unhoeflichkeit wuerde ich mir da keine Sorgen machen bei Menschen die so uebergriffig handeln. Denen wuerde ich schon beim ersten Mal deutlich die Meinung sagen. Vor allem das Verhalten der Frau finde ich gaenzlich unakzeptabel. Da waere ich wohl sehr unfreundlich geworden.
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08u11
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Re: Handgreifliche Einmischung
Du hast natürlich recht. Das Problem ist wahrscheinlich, dass ich eigentlich lieber zurückhaltend bin und mir beide auch irgendwie - ich sage mal - Leid tun. Aber Mitleid mit Fremden auf Kosten meiner Kinder gefällt mir dann auch nicht so recht.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Lösche Benutzer 1828
Re: Handgreifliche Einmischung
Eben. Und glaub mir, ich bin auch alles andere als extrovertiert. Aber da wäre bei mir eindeutig eine große Grenze erreicht. Mal davon abgesehen, dass meine Kinder wohl selber mächtig protestiert hätten.
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08u11
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Re: Handgreifliche Einmischung
Die Frage wäre dann nur noch: Wie formuliere ich das? Bisher habe ich es mit positiven Sätzen versucht. Dem Herrn gestern habe ich mind. 3x gesagt: Das ist in Ordnung so. Ich (!) kümmere mich um ihn. Das hat ihn null interessiert. Vermutlich muss ich noch froh sein, dass er mich nicht wegen Kindesvernachlässigung belangt hat, weil ich es weder sinnvoll noch nötig finde (von machbar mal ganz zu schweigen), J. vor jeder auch nur im entferntesten möglichen Stolperfalle zu bewahren und weil ich weiß, dass er nur Fangen spielt, wenn ich anfange ihm nachzulaufen. Wenn ich sitzen bleibe kommt er aber recht schnell von selbst wieder. Da müsste ich schon recht drastisch formulieren. Vielleicht: Lassen Sie uns in Ruhe. Ich möchte Ihre Hilfe nicht. Ob er das versteht?
Die Frau ja noch schlimmer: Wenn ich kurz vom Spielplatz runtergehe (zum WC oder noch was aus der Wohnung holen), sage ich den Kindern kurz Bescheid und bitte eine der anwesenden Mütter (natürlich nicht E.), die ich kenne, kurz darauf zu achten, dass J. nicht auf die Straße rennt. Dann kommt prompt von E., die gar nicht angesprochen war, die Ansage: Geh ruhig, N., ich mach das schon. Was soll ich da sagen? Nein, ich mag lieber, dass die andere das macht, Du bist mir zu unverschämt, aufdringlich, ...?
Die Frau ja noch schlimmer: Wenn ich kurz vom Spielplatz runtergehe (zum WC oder noch was aus der Wohnung holen), sage ich den Kindern kurz Bescheid und bitte eine der anwesenden Mütter (natürlich nicht E.), die ich kenne, kurz darauf zu achten, dass J. nicht auf die Straße rennt. Dann kommt prompt von E., die gar nicht angesprochen war, die Ansage: Geh ruhig, N., ich mach das schon. Was soll ich da sagen? Nein, ich mag lieber, dass die andere das macht, Du bist mir zu unverschämt, aufdringlich, ...?
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
- cn684
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Re: Handgreifliche Einmischung
Netter wäre, wenn du vorab mit einer der anderen Mütter redest, so das die nette Dame das garnicht mitbekommt - und den Kindern dann erst bescheid sagst, das sie zu dieser Mutter gehen sollen... Wobei ich die Erfahrung gemacht habe das so nervige Leute wirklich einen Schuß vor den Bug brauchen, damit sie verstehen was gemeint ist
- Kinsale
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Re: Handgreifliche Einmischung
Da würde ich (auch nicht extrovertiert in diesen Dingen) vielleicht einfach sagen: "Danke nein E., ich habe (wie du ja gehört hast) gerade XY gebeten." Wenn das nicht reicht vielleicht tatsächlich einfach einmal: "Lass meine Kinder in Ruhe." Das dürfte ja nicht falsch zu verstehen sein. Und Begründung braucht es dafür keine.
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08u11
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Re: Handgreifliche Einmischung
Ja, wahrscheinlich muss ich da einfach mal richtig deutlich werden. Da gibt's nur ein Problem (abgesehen davon, dass ich mich eigentlich lieber zurückhalten würde), meine Kinder mögen eigentich beide E.s große Tochter ganz gerne. Bei meinem sehr scheuen und eher einzelgängerischen A. war ich da (leider) auch manchmal schon ganz froh darüber, wenn der mit E.s Tochter L. spielt und naja, gegen die Kinder habe ich ja nichts.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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aleandra
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Re: Handgreifliche Einmischung
Ist ja furchtbar was es für Menschen gibt
Wenn ich solche Dinge lese, graust es mir wirklich davor, wie das mal wird, wenn meine Kleine älter wird *seufz
Mit welchem Recht nehmen sich die Leute eigentlich sowas raus, es ist wirklich schlimm, dass man da so deutlich werden muss!
Wenn ich solche Dinge lese, graust es mir wirklich davor, wie das mal wird, wenn meine Kleine älter wird *seufz
Mit welchem Recht nehmen sich die Leute eigentlich sowas raus, es ist wirklich schlimm, dass man da so deutlich werden muss!
Trageberaterin Trageschule Didymos (02/16)
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Inkling
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Re: Handgreifliche Einmischung
Ich war ja offensichtlich
nicht dabei, aber finde weder E.s noch das Verhalten des alten Mannes in der Kirche so extrem übergriffig dass man direkt mit "lass mein kind in ruhe" kontern muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass sowohl Tshirt anziehen als auch Abwaschen einfach nur nett gemeint ist, du scheinst ja auch mit zwei Kindern unterwegs zu sein. Für mich liest sich das so, als ob sie dich sehr gern unterstützt bzw. unterstützen würde (siehe auch Angebot auf die Kinder aufzupassen während du aufs Klo gehst). Dito zum Mann, wenn ich ein Kleinkind in der Kirche rumturnen sehen würde, die Mutter mit anderem Kind auf dem Schoß, würde ich genauso hingehen.
Was hast du denn erwidert als er Geld haben wollte? Oder als die Mutter dir dein weinendes, nasses Kind gebracht hat? Da wären doch gute Ansatzpunkte, das sind konkrete Dinge zu denen du etwas erwidern kannst ohne ein pauschales "Lass uns in Ruhe" in die Welt zu setzen. Dir scheint der Spruch ja auch nicht so zu behagen, und wenn das Verhältnis wegen der Kinder so bleiben soll, würd ich es eher über deutliche Stellungnahme probieren.
Meinem Kind wurde letztens von einer wildfremden Frau die Hand angeboten um ihr aus der S-Bahn zu helfen. Das hätte ich mit einem wutentbrannten "lassen Sie mein Kind in Ruhe" quittieren können, oder aber mit Dankbarkeit darüber, dass es im pösen Deutschland über dass auch hier gerne geschimpft wird weil so kinderunfreundlich und sowieso nur von egoistischen Mitbürgern bevölkert es doch tatsächlich jemandem aufgefallen ist dass ich keine Hand frei hatte.
Was hast du denn erwidert als er Geld haben wollte? Oder als die Mutter dir dein weinendes, nasses Kind gebracht hat? Da wären doch gute Ansatzpunkte, das sind konkrete Dinge zu denen du etwas erwidern kannst ohne ein pauschales "Lass uns in Ruhe" in die Welt zu setzen. Dir scheint der Spruch ja auch nicht so zu behagen, und wenn das Verhältnis wegen der Kinder so bleiben soll, würd ich es eher über deutliche Stellungnahme probieren.
Meinem Kind wurde letztens von einer wildfremden Frau die Hand angeboten um ihr aus der S-Bahn zu helfen. Das hätte ich mit einem wutentbrannten "lassen Sie mein Kind in Ruhe" quittieren können, oder aber mit Dankbarkeit darüber, dass es im pösen Deutschland über dass auch hier gerne geschimpft wird weil so kinderunfreundlich und sowieso nur von egoistischen Mitbürgern bevölkert es doch tatsächlich jemandem aufgefallen ist dass ich keine Hand frei hatte.
