Sturzhelm

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kiezkind
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Re: AW: Sturzhelm

Beitrag von kiezkind »

Ich hab mir das hierzu gerade durchgelesen. Hier wurde nach der Meinung gefragt, schön und gut und es gab ein paar sachliche antworten. Aber es gab auch antworten die bestimmt nicht mehr sachlich waren, Verbindungen von Sturzhelm zur Depression ist schon etwas weit ausgeholt.
Einen Sturzhelm würde es hier auch nicht geben, trotzdem sind meine Wahrnehmung nach manche antworten hier recht angreifend. Es ist jetzt keine KindesmissHandlung meiner Meinung nach.
mit Weihnachtswichtel 2010 und April Junge 2013 und September 2017 Mädchen im Arm/Tuch
Angora

Re: Sturzhelm

Beitrag von Angora »

Findest du? Gut, meine Schulfreundin bekam keinen echten Helm auf, aber sie war so dermaßen in Watte gepackt, durfte nicht mit in den Wald, nicht auf den Abenteuerspielplatz, nicht mit in den Turnverein (musste dafür dann aber Klavier lernen. Dabei kann man sich nämlich nix brechen), später durft sie abends nicht raus als wir alle in der Tanzschule waren usw und so fort. Alles war ihren Eltern zu gefährlich! ja, das Leben ist gefährlich. Lebensgefährlich. Man kommt nämlich nicht lebend raus.
Und mir fiel noch ein Signaturspruch aus dem Forum ein, hab nur vergessen Wer's war: Erfahrungen sind wie Apfelkuchen. Am besten selbstgemacht.
und wenn die Wohnung echt soooo gefährlich ist, würd ich die gefährlichen Ecken entschärfen statt mein Kind mit Helm u Knieschonern (vielleicht auch noch nen Rückenprotektor? Ich hab mir mal ne Rippe gebrochen...) und Schuhen mit stahlkappen (ich bleib bis heute mit Vorliebe mit den kleinen Zehen an Schränken u Türrahmen hängen;-) Folge: auch schon ne gebrochene Zehe)
und irgenwas für die Nase braucht man auch als Schutz. Ich kenn soooo viele Kinder, die beim laufenlernen schon auf der Nase gebremst haben....
Und es geht hier ja nicht drum, dass der Helm ne kindsmisshandlung darstellt. Aber gleichwohl zur Gefahr werden kann statt zu schützen!
rosenholz
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Re: Sturzhelm

Beitrag von rosenholz »

@ teledame, (wie schon geschrieben bin ich gegen solche Helme.)
du schreibst, dass du dein Kind vor Schädelverletzungen schützen willst.
Und wie lange wenn ich fragen darf? Wo wäre dann der Zeitpunkt, wo du deinem Kind den Freiraum ohne Helm lässt?
Ich mein, du hast geschrieben, dass du den Helm nicht den ganzen Tag anziehen willst, aber was ist in der Zeit ohne Helm?
Da kann auch was passieren.... auch wenn du direkt neben ihm sitzt.
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Re: Sturzhelm

Beitrag von sabbelschnuut »

Im Pekip-Buch von Liesel Polinski steht drin, dass man Kindern lieber zeigen soll, dass sie mit den Beinen zuerst von der Couch runterklettern müssen, um nicht zu fallen. Das ist zwar die langwierigere und zeitaufwändigere Variante, aber gibt dem Kind Kompetenz und fördert es in seiner Entwicklung.

Solche Helme gehören für mich in dieselbe Ecke wie diese Lauflerndinger, die man aufhängt, oder Trinklernbecher - das, was die Kinder lernen sollen, lernen sie mit diesen Dingen genau nicht.
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Re: AW: Sturzhelm

Beitrag von teledame »

Johana hat geschrieben:Hier wurde jetzt mehrfach die Angst vor Strangulieren geäußert. Und ebenso Bedenken wegen der falsch vermittelten Sicherheit.
Magst du dich dazu mal äußern? Das interessiert mich :-)
mh, dazu fällt mir nichts ein, ich weis nicht wie das mit dem Strangulieren sein soll. Ich habe ja bisher auch noch nie so einen Helm gesehen, ich hab mir nur die ganzen letzten Tage gedacht, der braucht nen Helm! und dann hab ich gesucht...Falsch vermittelte Sicherheit: das glaub ich weniger, er merkt ja trotzdem das er fällt und das gefällt ihm nicht, er ist ja schon frustriert wenn er nicht so aufkommt wie er es sich vorstellt.

@kiezkind
danke für Deinen Zuspruch, ich hatte auch schon das Gefühl ich misshandle jetzt mein Baby mit sowas, aber wollte mir den Schuh einfach nicht anziehen, dazu bin ich einfach schon zu alt das ich mich schnell angegriffen fühlen würde:)

@angora
du übertreibst einfach nur, ich bin weder die mutter deiner Freundin, noch würde ich mein Kind so in Watte packen wollen oder ihm sein leben verbieten weil alles so gefährlich ist. er muss natürlich mit den Gefahren des Lebens umgehen lernen. Ich bin selbst ab der 1. Klasse (Kindergarten war ich nicht) alleine zur Schule gegangen, ca 2 km jeden Tag. Abgeholt hat mich nie jemand. Ich kenne viele Mütter die das niemals tun würden, aus Angst vor Entführung, Unfällen etc. Ich denke z.b. wenn ein paar Kinder zusammen ihren Weg gehen, warum denn nicht? Ich hab auch Bücher gelesen wie das von Jean Liedloff oder mein Baby kanns... nur bei Timo klappt das einfach nicht, der versucht immer wieder kopfüber runter und geht immer über den Rand.

Ich versuche ihm freilich zu zeigen erst Füsse runter und dann auf den Popo landen. Seine Beinchen knicken aber auch noch zu stark ein, als das er dann sicher stehen würde. Und ich weis nicht, fallt ihr doch mal aus dem Stehen um volle Pulle auf den Hinterkopf auf Terracotta, das macht nix? Das kann ich mir jetzt nicht vorstellen. Ok, der Zwerg hat noch nicht die Höhe und das Gewicht, aber der Kopf ist doch nunmal das empfindlichste. Ich hatte mir das so vorgestellt, das ich das mit dem Helmchen jetzt mal probiere, ob er es überhaupt aufhaben mag, und ihn beobachte wie es dann geht. Wird er dann noch waaghalsiger, weg mit damit, dann bringt es nix. Wird er motorisch geschickter, so kann man den Helm ja dann wieder abschaffen.

Er braucht ihn ja nicht zu tragen, beim Stillen, beim Schlafen, beim gemeinsamen Spielen mit Mama, im Laufställchen nicht (wenn ich den Müll runterbring oder den Hund) sondern nur beim freien Krabblen und Laufen in der Wohnung, so hab ich mir das gedacht.

Was ich halt auch komisch finde, der krabbelt von einem Zimmer ins andere, hält keinerlei Blickkontakt mit mir, das interessiert den gar nicht wo ich bin. Er sieht sich auch nie um. Ist das dann ok? Ich war auch bei einer PEKIP Gruppe, die meinten das wäre toll, mein Kind hätte eine tolle Bindung. Ja vielleicht zu gut? Wahrscheinlich fühlt er sich zu sicher weil ich ihn dann doch immer vor den grössten Katastrophen beschütze. Aber soll ich ihn einfach machen lassen und stürzen lassen? Wäre das dann besser? Ich weiss echt nicht.

Ich sitze z.b. im Wohnzimmer und häkle, er krabbelt vor mir unten am Boden, richtet sich auf und versucht zu stehen, ich lass ihn, dann hangelt er sich weiter zum Zimmer raus, plumpst auf den Popo, ich mach gar nichts, sag nix häkle weiter, also krabbelt er davon Richtung Hundefutternapf, spätestens wenn dieser erreicht ist, steh ich auf und trag das Teil weiter weg von ihm. Dann krabbelt er ums Eck und ich seh ihn nicht mehr, selbst das lass ich noch zu. Er ruft mich nicht und krabbelt und untersucht alles, ist ja völlig ok, dann Geschrei, er ist auf den Kopf gefallen rücklings beim missglückten Versuch sich wieder hinzusetzen.

Was ist jetzt richtig, dabei zu sein, ihn nicht aus den Augen zu lassen? Dann denkt er sicher, och Mama ist immer da, kein Problem, oder soll ich so weiter machen...? Also ich mach mir da schon Gedanken drum versteht ihr? Ich möchte wie bestimmt alle Mütter alles richtig machen, ihn nicht überbehüten, aber möchte auch nicht das er sich unnötig wehtut, das frustriert ihn nur.
Mit so einem Helmchen könnte er halt dann besser seine Umwelt weiterhin erkunden, er würde weiterhin umplumpsen, aber sich nicht ernsthaft verletzten, der Frust das er umfällt bleibt ja, und er spürt den Aufprall ja auch... Ich glaub einfach nicht, das ein Kind sich nur unter Schmerzen entwickeln kann, das widerstrebt mir so diese Vorstellung. Vielleicht weil ich selbst zuviel Schmerzen erleiden musste als Kind...
lg + schönes WE bin ein wenig erkältet und nicht so viel online am WE
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Re: Sturzhelm

Beitrag von teledame »

@angora, achso ja, mein Kind soll ruhig gerne später einmal in den Waldkindergarten gehen, und Sportverein find ich super, Klavier lernen zwar auch, aber nur wenn ein Kind dazu Lust hat...
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Timo geboren am 18.07.2012
Angora

Re: Sturzhelm

Beitrag von Angora »

Bin mal gespannt, ob dein Kind den Helm überhaupt auflassen möchte.... Ich kenne Mützenverweigerer en masse. Wie mag das mit so was dann sein?
und zum Rest:du hast deine Meinung, ich meine. Ich sicher lieber die Umgebung als mit Helm zu übertreiben ;-) (ach u zur strangulationsgefahr: wie du weißt nicht wie das sein soll???? :shock: es gab mal vor einiger Zeit nen Bericht wo sich ein Kind beim spielen mit den gurtbändern des helms eben erwürgt hat. Ist irgendwo dran hängen geblieben. Geht überall, nicht nur auf der Rutsche....)
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Re: Sturzhelm

Beitrag von LaraKessel »

Mein Kleiner hat bestimmt auch 3 Monate gebraucht, bis er verstanden hat, das Kopf zuerst ne doofe Idee ist. Ich hatte an den neuralgischen Stellen Puzzelmatten hingelegt. Die kann man Prima absaugen oder eben mal schnell in der Badewanne schrubben (oder Duschwanne).
Helm fand ich fürs Körpergefühl doof. Er soll ja auch seine "Ausmaße" kennenlernen und die sind mit nem Helm schon anders. Der Rest wurde schon gesagt.
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Re: AW: Sturzhelm

Beitrag von claudia820 »

Wenn du ihm hilfst beim von der Couch rutschen, stellt er sich dann hin? Wenn er einknickt lass ihn auf den hintern fallen.
Und ja sie müssen das fallen lernen
Nein es geht nicht ohne wehtun

Wenn er anfängt laden zu öffnen ziehst ihm ja auch keine dicken handschuhe an wegen einzwicken
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Pupu
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Re: Sturzhelm

Beitrag von Pupu »

Teledame, dein Bericht klingt für mich völlig normal. Zum Glück sind Kinder nicht aus rohen Eiern gemacht, so dass es wirklich nicht schlimm ist, wenn sie mal umfallen. Auch wenn es im ersten Moment wehtut, auch wenn er mal weint... Klar tut einem das Mutterherz weh, wenn das Kind weint! Aber die Schmerzen sind nur von kurzer Dauer, oft spielt der Schreck eine große Rolle beim Weinen, nicht nur der Schmerz. Oder auch Frust. Alles nicht schlimm. Denn ein Kind muss ja auch lernen, mit Frust und Enttäuschung umzugehen. Getröstet werden, aufstehen, weitermachen, üben, besser werden. Ich glaube, so ein Helm hindert da eher, als dass er wirklich nützt. Aber probier ihn einfach aus und berichte dann :) Vielleicht ist es ja für euch das richtige, wenn du gelassener sein kannst und ihr beide wieder mehr Freude am Entdecken habt.
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