Wie lange Vollstillen möglich?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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MomoHerbstauge
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Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von MomoHerbstauge »

Hallo ihr Lieben,

seit einer Weile lese ich immer mal wieder interessiert im Forum mit, nun folgt heute mein erster Beitrag. Ich habe eine Weile gesucht, aber nichts geeignetes gefunden, darum meine Frage:

Wie lange kann ich vollstillen ohne Bedenken zu haben, dass mein Kind zu wenig Nährstoffe und Kalorien erhält?
Ich weiß, was die WHO empfiehlt, ich hätte gerne andere Quellen oder Meinungen.

Ein wenig zu uns: Mein Baby wird bald 5 Monate alt und entwickelt sich wunderbar. Er ist groß und sehr schwer für sein Alter (fast 9kg) und wurde immer nur gestillt. Er hat nie etwas anderes erhalten, auch keinen Schnuller. Er nimmt noch Vitamin D und ich Jod. Stillen macht uns beiden Spass, auch wenn ich durch das häufige nächtliche Stillen müde bin. Ich würde ihn gerne so lange wie möglich vollstillen, auf jeden Fall bis zum 1. Lebensjahr (auch ohne Wasser zu geben).

Er mag das Nuckeln und Trinken an der Brust, dies ist die einzige Phase in seinem Leben in der er das haben kann und die soll er und ich auch auskosten.

Es würde mich sehr interessieren welche Erfahrungen Mütter gemacht haben die lange vollgestillt haben?
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rueckenwind
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von rueckenwind »

Herzlich Willkommen hier im Forum, MomoHerbstauge!

Ich habe ca. 11 Monate vollgestillt, meine Tochter hat sich nicht für irgendeine andere Nahrung interessiert. Einen Nährstoffmangel hatte sie nicht, allerdings ist sie etwas von der Wachstums- und Gewichtskurve abgewichen, da sie aber kerngesund und quietschfidel war, haben wir Eltern und der Kinderarzt uns keine Sorgen gemacht.

Den Gedanken, mir vorzunehmen, ein Jahr ausschließlich zu stillen, finde ich aber zugegeben ein wenig 'ungewöhnlich'. Wenn das Kind nichts anderes möchte, dann 'passiert' das wohl einfach - aber einem an Essen interessierten Kind würde ich ab einem gewissen Alter wohl kein Essen vorenthalten, wenn es Interesse zeigt.

Magst du mal erläutern, welchen Vorteil du dir davon versprichst bzw. warum du das so machen möchtest?

Ich gehe davon aus, dass sich aber auch noch mal ein hiesiger Mod. mit 'harten Fakten' melden wird... wollte dir nur auch unsere Erfahrung nicht vorenthalten.
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)
jusl
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier,
Wie lange kann ich vollstillen ohne Bedenken zu haben, dass mein Kind zu wenig Nährstoffe und Kalorien erhält?
Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Es gibt Kinder, die tatsächlich 1 Jahr und länger lang voll gestillt werden und gut gedeihen. Genauso gibt es Kinder, die bereits in den ersten Lebensmonaten einen behandlungsbedürftigen Nährstoffmangel entwickeln; beides ist kaum vorherzusagen. Die meisten Kinder benötigen ab etwa Mitte des ersten Lebensjahres ergänzend zur Muttermilch feste Nahrung.
Ich würde ihn gerne so lange wie möglich vollstillen, auf jeden Fall bis zum 1. Lebensjahr (auch ohne Wasser zu geben).
Schön, dass Euch das Stillen gut gefällt - Du kannst jahrelang stillen, genieß es. ;-) Allerdings ist der geeignete Zeitpunkt für den Start mit fester Nahrung nichts, was primär "durch mütterliche Wünsche" festgelegt werden könnte oder gar sollte, sondern der geeignete Startzeitpunkt stellt einen natürlichen, kindlichen Entwicklungsschritt dar. Der richtige Zeitpunkt kann anhand der Beikostreife des Babys abgelesen werden und liegt bei den meisten Kindern in etwa der Mitte des ersten Lebensjahres. Mit dem Kindsgewicht hat er nichts zu tun.

Einem beikostreifen Baby Beikost vorzuenthalten, kann ausdrücklich nicht empfohlen werden, denn Beikostreife ist ein natürlicher Entwicklungsschritt. Es wäre dasselbe wie ein Kind, das zu laufen beginnt, dauerhaft rund um die Uhr in einem Babysitz festzuschnallen, damit es eben nicht läuft, oder einem Baby, das wächst, in extra kleine Klamotten zu zwängen um das Wachstum aufzuhalten - das geht nicht ;-).

Er mag das Nuckeln und Trinken an der Brust, dies ist die einzige Phase in seinem Leben in der er das haben kann und die soll er und ich auch auskosten.
Es ist schön, dass er sich beim Stillen wohlfühlt - das wird er auch weiterhin, ganz sicher. Aber die Vollstill-Phase ist von Natur aus nur einige Monate lang. Die "Still- und-Beikost-Phase" danach ist natürlicherweise viiiiel länger - freut Euch darauf (macht Spaß, wirklich!) und kostet diese aus! ;-)

LG
Julia
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klimaforscherin
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von klimaforscherin »

Wenn dein Kind Beikost bekommt, ist das Stillen laengst noch nicht vorbei!
Die Stillfrequenz war bei uns noch (abgesehen von der Zeit in der Woche, in der ich arbeiten war) bis nach dem ersten Geburtstag nahezu unveraendert.
Und es macht wirklich Spass, das Essen gemeinsam neu zu entdecken! :D Ich freue mich auch wieder darauf!
Grüße
klimaforscherin
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4tiere
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von 4tiere »

Jusl hat in Ihren Grundinfo Beikosteinführung sehr schön folgendes geschrieben:
Im ersten Lebensjahr ist Muttermilch als Hauptnahrungsmittel vorgesehen.
Das gab mir immer die gedankliche Sicherheit, dass MuMi ausreichend sei.
Ist aber irgendwie auch logisch, wenn Du dir die energetische Dichte von MuMi anguckst. Da kann kein schnöder Babybrei (sei es Gemüse- oder Milchbrei) mithalten, der nicht aufgepeppt wurde. Auch das macht Sinn. Im ersten Halbjahr wachsen Babys ja wahnsinnig, dann lässt das Wachstum ja nach. Und in der Zeit des hohen Wachstums bekommen Babys MuMi. Also muss sie doch sehr reichhaltig sein! Später wachsen sie weniger schnell. Da soll MuMi dann nicht mehr reichen? Passt für mich nicht so ganz, denn die Zusammensetzung ändert sich nicht. Das Einzige was wohl irgendwann der Fall sein wird, dass der Kalorienbedarf aufgrund des Körpergewichtes des Babys irgendwann so hoch ist, dass die benötigte Menge Milch so viel ist, dass es unpraktisch wird. (Korregiert mich, wenn ich Unsinn rede! :? )

In der Beikosteinführung ist von BLW die Rede.
Vielleicht ist das dann was für euch!
Zum Einen kann dein Baby selbst steuern, was es zu sich nimmt und zum Anderen habe ich hier im Forum die Beobachtung gemacht, dass die BLW-Babys mehr und länger stillen, weil sie ja zu Anfang gar nicht so viel Essen können. Sie lernen es erst. In diesem Zusammenhang war es bei uns so, dass unsere Maus ganz langsam zunächst das Essen entdeckte und erst recht spät so mit über einem Jahr anfing, nennenswerte Mengen zu sich zu nehmen. Der meiste Bedarf wurde über das Stillen gedeckt. Und wir hattten solche und solche Phasen. welche mit absoluten Stillen und welche, in denen Essen das höchste war.

Mittlerweile ist sie fast 18 Monate und stillt super gerne auch tagsüber, kann aber auch ohne auskommen, wenn ich nicht da bin oder nicht will.
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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nb2006
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von nb2006 »

Ich stille nun schon 8 Monate voll.
Von Beikost noch weit entfernt
... ich werde dich bis ans Ende der Welt tragen <3 Schnutte 07/12
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MomoHerbstauge
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von MomoHerbstauge »

Hallo ihr Lieben,

danke erstmal für eure Antworten. Den Link mit der Beikostreife habe ich durchgelesen.

Also zum einen tun mir die Babys schlichtweg Leid, die nur mit künstlichen Saugern gesäugt und dann mit Löffeln gefüttert werden um so schnell wie möglich vermeindlich selbstständig zu werden. Die Babys liegen in Autositzen, weil sie alleine nicht sitzen können und ihnen wir ein Löffel nach dem anderen in den Mund gestopft, egal was da wieder herauskommt oder nicht. Nun, also so etwas möchte ich nicht.

Die Vorstellung meinem Baby Nahrung zu geben (z.B. Brot, eine Banana, gekochte Kartoffel) und zu schauen was er damit macht, ist vielmehr etwas für mich und mit meiner Einstellung vergleichbar. Ich möchte künstlich nichts verlängern und auch nicht künstlich herbeiführen oder zwingen. Wenn ich mein Kind halten muss beim Sitzen damit es essen kann, halte ich persönlich den natürlichen Zeitpunkt noch nicht gekommen, da Babys von alleine auch nicht im Liegen essen würden.

Bisher schaut er mir beim Essen genauso zu wie bei allen anderen Tätigkeiten. Wenn er wirklich interessiert sein soll, werde ich es ausprobieren. Ich möchte es ihm nicht vorenthalten, aber natürlich freue ich mich über sein noch vorhandenes "Desinteresse". Vor ein Paar Jahrhunderten war die Vollzeit Stilldauer bei mind. einem Jahr. Ich denke, bei zu früher Beikosteinführung kann man einem Baby mehr "schaden" als bei zu später. Mal schauen wann der richtige Zeitpunkt kommt ;)

Achja, abgesehen von den bekannten Vorteilen des Stillens und der Praktikabilität, erholt sich mein Baby so schön dabei. Aber ich bin schon beruhigt, dass Beikost nicht unbedingt weniger Stillen bedeuten muss.
jusl
Jusl Almighty
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von jusl »

Ich denke, bei zu früher Beikosteinführung kann man einem Baby mehr "schaden" als bei zu später.
Das wage ich zu bezweifeln. Ein Baby, das zu früh Beikost bekommt, kann diese nicht richtig verwerten, und der ganze teure Bio-Kürbis landet im Originalzustand in der Windel. Schade drum, aber nicht gerade dramatisch (wenn es nicht gerade um ein Neugeborenes geht). Ein Baby hingegen, das zu spät Beikost bekommt, ist damit mangelernährt, was zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann.

Also zum einen tun mir die Babys schlichtweg Leid, die nur mit künstlichen Saugern gesäugt und dann mit Löffeln gefüttert werden um so schnell wie möglich vermeindlich selbstständig zu werden. Die Babys liegen in Autositzen, weil sie alleine nicht sitzen können und ihnen wir ein Löffel nach dem anderen in den Mund gestopft, egal was da wieder herauskommt oder nicht. Nun, also so etwas möchte ich nicht.
Das können hier sicher viele User sehr gut verstehen, dass Du das nicht möchtest. Wir möchten hier allerdings auch nicht, dass unnötig pauschal über nichtstillende Mütter und ihre Babys abgeurteilt wird. Unzähligen mit künstlicher Milch ernährten Babys wird EXAKT der selbe Respekt vor ihren Bedürfnissen entgegengebracht wie Stillbabys. Ihnen wird nichts "in den Mund gestopft" und sie liegen beim Essen auch nicht in Autositzen herum... dies klarzustellen war mir ein Bedürfnis.

LG
Julia
KateKate
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von KateKate »

MomoHerbstauge hat geschrieben:Wenn ich mein Kind halten muss beim Sitzen damit es essen kann, halte ich persönlich den natürlichen Zeitpunkt noch nicht gekommen, da Babys von alleine auch nicht im Liegen essen würden.
Unsere Tochter ist jetzt 7 Monate alt und isst mit, seitdem sie 6 Monate alt ist. Sitzen kann sie aber noch nicht. Ich kenne aber auch kein Kind, was das in dem Alter schon kann. Also irgendwie halten muss man das Kind schon. Und unsere Tochter war definitiv mit 6 Monaten so weit, um zu essen. Früher habe ich das auch nicht festgestellt, aber seitdem isst sie mit großer Begeisterung. Ach ja, wir machen nur BLW und das Stillen hat sich noch nicht reduziert. Das ist auch schön so, gleichzeitig ist es aber auch zu sehen, mit welcher Begeisterung sie beim Essen dabei ist. Ich denke, dein Kind wird dir das auch irgendwann zeigen.
FlauschisMama
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Re: Wie lange Vollstillen möglich?

Beitrag von FlauschisMama »

Als Mutter eines Kindes, das eben nicht sitzen kann, aber alle anderen Kriterien der Beikostreife erfüllt, muss ich hier auch kurz meinen Senf dazu geben! Versuch doch die genannten Empfehlungen positiv zu sehen! Unser Kleiner hat leider eine Entwicklungsverzögerung mit Rumpfhypotonie, das heißt, momentan ist auch noch nicht abzusehen, wann er sitzen kann. Ich jedenfalls bin heilfroh, dass es Empfehlungen von Experten gibt, die ja über fundiertes Wissen und Erfahrung verfügen und (falls sie nicht gerade industrie-gesponsert sind) nur das Beste für den Großteil unserer Kinder wollen. Klar kann es Gründe geben, im Einzelfall von solchen Empfehlungen abzuweichen, die sehe ich bei Dir eher nicht. Bitte korrigieren, falls das falsch ist! Um nochmal unsere eigene Situation zugrunde zu legen: ich bin heilfroh, dass ich mich in Schwangerschaft und Stillzeit bisher an die derzeit üblichen Empfehlungen gehalten habe, für mich ist es auch eine Erleichterung, zu wissen (oder hoffen), nach dem Stand des Wissens hätte ich nichts besser machen können. Ich möchte mir nämlich gar nicht ausmalen, wie es mir ginge, wenn auch nur der Verdacht bestünde, ich hätte bei unserem Kleinen irgendetwas besser machen können in Bezug auf meine oder seine Ernährung. Nicht, dass hier irgendwer ein schlechtes Gewissen bekommen soll, aber ohne konkreten Grund etwas zu riskieren, ist für mich nicht nachvollziehbar. Klar, wenn es so ist, dass ein Baby nicht essen will oder noch nicht beikostreif ist, dann ist es eine ganz andere Ausgangslage.
LG E. Mit B.
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