Wie oft Beikost anbieten?
Moderatoren: klecksauge, Mondenkind
- Schnuckiputz
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Wie oft Beikost anbieten?
Hallo euch,
nach meinem heutigen Besuch beim Kinderarzt (die Sprechstundenhilfe meinte, mein Sohn müsse mit acht Monaten mindestens zwei Breiportionen am Tag essen) bin ich irgendwie doch etwas verunsichert. Der Kleine wird quasi noch voll gestillt und ist ganz altersgemäß entwickelt.
Nach meiner Auffassung soll er festes Essen kennenlernen können, wie er das möchte. Wir haben schon vor einiger Zeit (als er etwa sechs Monate alt war) versucht ihm Brei anzubieten, aber das wollte er absolut nicht, weder Gemüse (Pastinake, Möhre, Kartoffeln) noch Obst (Banane, Apfelmus mit Getreide). In Abständen von etwa einer Woche haben wir es immer mal wieder probiert, aber sein Widerwillen war unverändert – bis heute.
In der Zwischenzeit haben wir ihm auch öfter etwas in Stücken gegeben, Gurke, Orange, weich gekochte Möhre oder Kartoffel, auch mal etwas Brot. Das hat er zumindest erst einmal begeistert in den Mund gesteckt, befühlt, zermatscht, zum Teil wieder herausgebracht, manchmal auch homöopathische Mengen davon geschluckt. Für mich ist das in Ordnung, seinen Nahrungsbedarf deckt er über das Stillen und alles andere probiert er, bis etwas dabei ist, was ihm schmeckt.
Nun waren wir die letzten zwei Wochen erkältet und er hat nur Muttermilch bekommen. Gestern gab es das erste Mal wieder ein Stück gekochte Kartoffel (die fand er ganz gut, glaube ich). Nach der Aussage heute – und vor Kurzem war ich bei einer Stillgruppe, die Beraterin meinte, ich solle ihm regelmäßig etwas anbieten – bin ich mir einfach nicht mehr sicher, ob das vielleicht doch zu wenig Beikost ist. Soll ich ihm zu jeder Mahlzeit auch etwas Festes anbieten, einmal am Tag? Wir haben ihn auf jeden Fall immer dabei, wenn wir essen. Kann er das Interesse wieder verlieren, wenn er ein paar Tage lang nur gestillt wird? Gibt es dafür überhaupt konkrete "Richtlinien"? Ich denke nach wie vor, dass es am besten ist, ihn alles selbst ausprobieren zu lassen, aber ich möchte nicht, dass das am Ende zu wenig ist und er dann wirklich nicht ausreichend Nährstoffe erhält.
Welche Erfahrungen habt ihr denn gemacht? Habt ihr ab einem bestimmten Zeitpunkt immer ganz regelmäßig Beikost angeboten? Oder auch mal mehr, mal weniger? Wie kann sich das entwickeln?
Danke schon mal und viele Grüße!
nach meinem heutigen Besuch beim Kinderarzt (die Sprechstundenhilfe meinte, mein Sohn müsse mit acht Monaten mindestens zwei Breiportionen am Tag essen) bin ich irgendwie doch etwas verunsichert. Der Kleine wird quasi noch voll gestillt und ist ganz altersgemäß entwickelt.
Nach meiner Auffassung soll er festes Essen kennenlernen können, wie er das möchte. Wir haben schon vor einiger Zeit (als er etwa sechs Monate alt war) versucht ihm Brei anzubieten, aber das wollte er absolut nicht, weder Gemüse (Pastinake, Möhre, Kartoffeln) noch Obst (Banane, Apfelmus mit Getreide). In Abständen von etwa einer Woche haben wir es immer mal wieder probiert, aber sein Widerwillen war unverändert – bis heute.
In der Zwischenzeit haben wir ihm auch öfter etwas in Stücken gegeben, Gurke, Orange, weich gekochte Möhre oder Kartoffel, auch mal etwas Brot. Das hat er zumindest erst einmal begeistert in den Mund gesteckt, befühlt, zermatscht, zum Teil wieder herausgebracht, manchmal auch homöopathische Mengen davon geschluckt. Für mich ist das in Ordnung, seinen Nahrungsbedarf deckt er über das Stillen und alles andere probiert er, bis etwas dabei ist, was ihm schmeckt.
Nun waren wir die letzten zwei Wochen erkältet und er hat nur Muttermilch bekommen. Gestern gab es das erste Mal wieder ein Stück gekochte Kartoffel (die fand er ganz gut, glaube ich). Nach der Aussage heute – und vor Kurzem war ich bei einer Stillgruppe, die Beraterin meinte, ich solle ihm regelmäßig etwas anbieten – bin ich mir einfach nicht mehr sicher, ob das vielleicht doch zu wenig Beikost ist. Soll ich ihm zu jeder Mahlzeit auch etwas Festes anbieten, einmal am Tag? Wir haben ihn auf jeden Fall immer dabei, wenn wir essen. Kann er das Interesse wieder verlieren, wenn er ein paar Tage lang nur gestillt wird? Gibt es dafür überhaupt konkrete "Richtlinien"? Ich denke nach wie vor, dass es am besten ist, ihn alles selbst ausprobieren zu lassen, aber ich möchte nicht, dass das am Ende zu wenig ist und er dann wirklich nicht ausreichend Nährstoffe erhält.
Welche Erfahrungen habt ihr denn gemacht? Habt ihr ab einem bestimmten Zeitpunkt immer ganz regelmäßig Beikost angeboten? Oder auch mal mehr, mal weniger? Wie kann sich das entwickeln?
Danke schon mal und viele Grüße!
Schnuckiputz mit Schnuppi (06/2012) und Schnute (01/2015)
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Ginevere
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Re: Wie oft Beikost anbieten?
Hast du schonmal von Baby Led Weaning gehört?
Da lässt man die Kinder ab Beikostreife einfach bei jeder Familienmahlzeit teilnehmen.
Erst matschen und spielen sie und irgendwann fangen sie an zu essen.
Da lässt man die Kinder ab Beikostreife einfach bei jeder Familienmahlzeit teilnehmen.
Erst matschen und spielen sie und irgendwann fangen sie an zu essen.
LG Gini
… mit A
3/09 und E
3/12
… mit A
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EhMibima
Re: Wie oft Beikost anbieten?
Das war bei uns der Zeitpunkt an dem meine Kinder mir das Essen aus der Hand nehmen wolltenSchnuckiputz hat geschrieben: Welche Erfahrungen habt ihr denn gemacht? Habt ihr ab einem bestimmten Zeitpunkt immer ganz regelmäßig Beikost angeboten? Oder auch mal mehr, mal weniger? Wie kann sich das entwickeln?
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LaOvejaNegra
- schreibt ganz schön oft
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- Registriert: 21.11.2012, 13:58
- Wohnort: Oldenburg
Re: Wie oft Beikost anbieten?
Meine Kleine ist auch acht Monate alt und möchte inzwischen jedes Mal etwas haben, wenn wir am Tisch sitzen. Mengenmäßig ist es sehr unterschiedlich, wieviel sie isst. Biete doch einfach was an, wenn ihr esst. Wenn er will, wird er schon essen...
LaOvejaNegra mit der Großen (11/10) und der Kleinen (06/12)
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Tomma
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 368
- Registriert: 10.09.2012, 14:07
- Wohnort: Hessen
Re: Wie oft Beikost anbieten?
Ich habe mir dieselbe Frage auch gestellt. Mittlerweile ist der Kleine 7 Monate alt, findet Essen sehr spannend - aber vor allem, wenn wir auch essen. Daher bekommt er jetzt einfach immer dann was ab oder etwas eigenes, wenn wir auch essen. Die Mengen variieren stark, aber er isst und trinkt mehr, als wenn ich versuche, ihn einfach allein zu füttern, das wird boykottiert.
LG
auch vom Kleinen Mann (07/2012)
und dem noch kleineren Mann (05/2014)
auch vom Kleinen Mann (07/2012)
und dem noch kleineren Mann (05/2014)
- beccarei
- Dipl.-SuT
- Beiträge: 5272
- Registriert: 25.10.2012, 19:04
Re: Wie oft Beikost anbieten?
Wir sitzen hier gemeinsam am Tisch und die Kleine isst mit. Anfangs, wie Gini schrieb, waren es mikroskopische Mengen. Mittlerweile ist es deutlich mehr. Und wenn Mama nicht da ist, sind es Berge. 
Ich biete immer etwas an, wenn ich auch etwas esse. Und wenn mein Mann und ich etwas Naschen, bekommt sie einen Reiskeks.
Gefüttert wird hier nur GOB. Den liebt sie und da geht der Schnabel ganz weit auf (aber auch erst seit dem 8. Monat).
Ich habe mir, nachdem unsere Gemüsebreifütterungsaktion total nach hinten losgegangen ist, und wir einfach nicht auf den Mengenplan gekommen sind, den die Hebamme empfohlen hat, gedacht - egal, ich geb ihr jetzt was in die Hand und geb mir den Fütterstress nicht mehr und esse erst mal in Ruhe mein Essen.
Und siehe da, ich konnte in Ruhe essen, die Kleine inspizierte ihr Fingerfood und alle waren glücklich.
Danach habe ich mir die vorher schon mal gebookmarkten BLW-Seiten hervor gekramt, mich da rein vertieft und mich geärgert, dass ich mir von der Hebamme einreden lassen habe, dass es BREI SEIN MUSS. Grr!
Und dann bin ich hier im Forum gelandet.
Lies mal in der Grundinfo Beikosteinführung von jusl hier im Forum oben angepinnt. Da werden viele Deiner Fragen beantwortet
Ich biete immer etwas an, wenn ich auch etwas esse. Und wenn mein Mann und ich etwas Naschen, bekommt sie einen Reiskeks.
Gefüttert wird hier nur GOB. Den liebt sie und da geht der Schnabel ganz weit auf (aber auch erst seit dem 8. Monat).
Ich habe mir, nachdem unsere Gemüsebreifütterungsaktion total nach hinten losgegangen ist, und wir einfach nicht auf den Mengenplan gekommen sind, den die Hebamme empfohlen hat, gedacht - egal, ich geb ihr jetzt was in die Hand und geb mir den Fütterstress nicht mehr und esse erst mal in Ruhe mein Essen.
Und siehe da, ich konnte in Ruhe essen, die Kleine inspizierte ihr Fingerfood und alle waren glücklich.
Danach habe ich mir die vorher schon mal gebookmarkten BLW-Seiten hervor gekramt, mich da rein vertieft und mich geärgert, dass ich mir von der Hebamme einreden lassen habe, dass es BREI SEIN MUSS. Grr!
Und dann bin ich hier im Forum gelandet.
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Liebe Grüße,
Becca
(Mit der Bari-Sax-Spielerin (2012), dem Posaunisten (2015) und dem Kämpfer im Herzen (2015)
Becca
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- Schnuckiputz
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2795
- Registriert: 27.09.2012, 00:04
Re: Wie oft Beikost anbieten?
Vielen Dank für eure Antworten!
Seit dem Wochenende hat der Kleine einen Hochstuhl und kann jetzt direkt mit bei uns am Tisch sitzen. Das gefällt ihm sehr. Aber auch schon vorher hatten wir ihn auf dem Schoß bei unseren Mahlzeiten dabei. Er bekommt nun immer etwas Gemüse oder auch ein bisschen Brot, inspiziert alles, lutscht daran herum und das eine oder andere schluckt er auch schon herunter, bisher natürlich nur wenig, aber er soll ja vor allem Spaß dabei haben können und alles kennenlernen.
Nur noch mal zum Verständnis: Ich dachte, es sei der Sinn von BLW ihm etwas anzubieten, was er dann nehmen kann oder nicht, je nachdem ob er möchte. So ganz direkt "mitessen" kann er bei uns ja noch nicht. Oder esst ihr nur babyverträgliche Sachen? Wenn ich für uns was koche, ist das ja meist irgendwie gewürzt, deshalb muss ich ihm – oft das gleiche Gemüse – etwas extra machen. Mein Gedanke war vor allem, ob es etwas ausmacht, wenn ich nicht zu jeder Mahlzeit etwas speziell für ihn habe.
Aber wir probieren das jetzt einfach. Bisher macht es ihm jedenfalls sehr viel Freude, und wenn es nur das Herumgucken auf dem Tisch ist. Ich denke, dass sein Interesse so schon mit der Zeit zunehmen wird. Und wie ihr schon gesagt habt, wird er wohl signalisieren, wenn er mehr möchte.
Seit dem Wochenende hat der Kleine einen Hochstuhl und kann jetzt direkt mit bei uns am Tisch sitzen. Das gefällt ihm sehr. Aber auch schon vorher hatten wir ihn auf dem Schoß bei unseren Mahlzeiten dabei. Er bekommt nun immer etwas Gemüse oder auch ein bisschen Brot, inspiziert alles, lutscht daran herum und das eine oder andere schluckt er auch schon herunter, bisher natürlich nur wenig, aber er soll ja vor allem Spaß dabei haben können und alles kennenlernen.
Nur noch mal zum Verständnis: Ich dachte, es sei der Sinn von BLW ihm etwas anzubieten, was er dann nehmen kann oder nicht, je nachdem ob er möchte. So ganz direkt "mitessen" kann er bei uns ja noch nicht. Oder esst ihr nur babyverträgliche Sachen? Wenn ich für uns was koche, ist das ja meist irgendwie gewürzt, deshalb muss ich ihm – oft das gleiche Gemüse – etwas extra machen. Mein Gedanke war vor allem, ob es etwas ausmacht, wenn ich nicht zu jeder Mahlzeit etwas speziell für ihn habe.
Aber wir probieren das jetzt einfach. Bisher macht es ihm jedenfalls sehr viel Freude, und wenn es nur das Herumgucken auf dem Tisch ist. Ich denke, dass sein Interesse so schon mit der Zeit zunehmen wird. Und wie ihr schon gesagt habt, wird er wohl signalisieren, wenn er mehr möchte.
Schnuckiputz mit Schnuppi (06/2012) und Schnute (01/2015)
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LaOvejaNegra
- schreibt ganz schön oft
- Beiträge: 131
- Registriert: 21.11.2012, 13:58
- Wohnort: Oldenburg
Re: Wie oft Beikost anbieten?
Ich versuche schon, babyverträglich zu kochen...also ohne Salz und frisch. Bei uns isst ja auch noch ein Kleinkind mit. Wenn ich für meinen Mann und mich doch was anderes mache, kriegen die Kinder immer einfache Alternativen: Gurke, Nudeln, Obst etc.
LaOvejaNegra mit der Großen (11/10) und der Kleinen (06/12)