love123 hat geschrieben:ihr habt ja interessante definitionen von militant finde ich. dann bin ich wohl extrem militant

(und dabei halte ich mich selbst für ziemlich tolerant gegenüber alles-essern

). ich bin seit 16 jahren vegetarierin, mein freund auch in etwa. als ich ihn kennen gelernt hab, war er sogar vegan. jetzt leben wir vegetarisch mit wenig milchprodukten (weil uns das meiste nicht schmeckt). in unserem umfeld gibt es auch (bis auf unsere familien) kaum fleisch-esser. wir würden keines - für niemanden - kaufen (egal welcher art und woher) und möchten das zeug nicht in unserem
kühlschrank. wenn der schwiegervater zu besuch zum frühstück unbedingt seinen schinken braucht, muss er ihn mitbringen - und dann kann er ihn gleich wieder mit heim nehmen. neben mir kann klarerweise jeder essen, was er will, ich sag da auch nix dazu - aber ich will nix damit zu tun haben.
eine beziehung mit einem fleischesser könnt ich mir ehrlich gesagt aber nicht vorstellen, den würd ich nicht küssen wollen
meinem kind ( bzw. kindern dann im sommer) werde ich altersgerecht erklären, was fleisch ist, warum ich keines esse, keines kaufe und keines zubereite. wenn sie es trotzdem essen wollen, halte ich sie nicht davon ab. das ist ihre entscheidung. bis sie diese treffen, leben sie vegetarisch. (ich bin der meinung, es ist genauso eine bewusste entscheidung, seinen kindern fleisch zu geben - oder das nicht zu tun. in der einen version können sie dann entscheiden, damit aufzuhören -in der anderen- damit anzufangen).
ich kenne kaum militante vegetarier/ veganer, die andere aktiv überzeugen wollen. aber unmengen fleischesser, die immer wieder mit dem thema anfangen

. aber ich hab mittlerweile heraus gefunden, waoran das meistens liegt. einige sind einfach echt fassungslos, weil sie ohne fleisch bei jeder mahlzeit nicht existieren können (warum auch immer) und ganz viele erwischt das einfach am falschen fuß, wenn sie hören, dass man kein fleisch isst. das impliziert scheinbar eine moralkeule - weil ja doch alle wissen, dass fleisch tote tiere sind, massentierhaltung, mit chemie zugepumpte zuchttiere, der größere ökologische fußabdruck, videos aus zuchtbetrieben, tiertransporte, fleisch-skandale... und trotzdem ists den meisten egal. aber wenn sie dann vegetarier treffen, entsteht scheinbar rechtfertigungszwang bei vielen.
das nervt mich langsam. ich mag mir sowas einfach nicht regelmäßig anhören.
oder meine mutter, die in meiner ersten sws ganz entsetzt war, als ich ihr gesagt hab, dass sie meinem kind kein fleisch geben darf: "aber das ist ja schrecklich! wenn das kind dann größer ist, hält es mich für einen schlechten menschen, weil ich tote tiere esse! ich will nicht, dass ihr dem kind sagt, was fleisch ist!" ... das sagt dann ja eh alles...