Gemüseabneigung - Anerzogen?
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Captainsparrow
Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Ich hab hier einen absoluten Gemüsefan (6) und einen früheren Gemüsefan, nun seit 6 Monaten Gemüsehasser (3). Also die zwo essen eh nur das was sie wollen, von Anfang an, von daher glaube ich dass es da auch einfach unterschiedliche Geschmäcker gibt. Der Kleine will oft auch Marmeladenbrot zum Abendessen *örks* und aufgewärme Reste von Vortag als Frühstück. Ich finde es irgendwie schräh und ich denke das merkt er auch, und auch der Große Sohn lässt sich deutlich anmerken dass er Tortellini zum Frühstück "bäh" findet, das hintert den kleinen Mann aber nicht daran, genau dann das zu essen was er möchte
- Seerose
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Kann ich mir nicht vorstellen. Wenn man Kinder zu etwas zwingt, dann essen sie es immer noch nicht gern.Neckto hat geschrieben:Oder ist es einfach Erziehungssache?
Auch wenn man sie so lange hungern läßt, bis sie es dann essen, vor Hunger...
Wenn ich woanders Geschwisterkinder beobachte, dann haben die teilweise total unterschiedliche Geschmäcker. Und wenn die Mutter dann auch noch sagt, daß es schon immer so war...
In Krippe und KiGa war das so.Müssen eure Kinder alles probieren, bevor sie "verweigern dürfen"?
Aber in der Zeit wo sie klein war, 1-3 Jahre, hat sie eh alles probiert.
Die "Geschmacksentwicklung" kam dann erst später, dann hat sie nicht mehr alles gegessen.
Meine Tochter liebte immer Paprika, ganz komisch. Sie hat früher täglich ne rote Paprika gegessen. Heute stürzt sie sich auf Mohrrüben und kann davon ein Pfund auf einmal roh essen. Gurke ging früher auch immer.Mögen eure Zwerge gerne Gemüse?
Und im Hort fällt sie nun auf, weil sie die einzige ist, die Spinat liebt.
Dafür kann sie mit Obst nicht viel anfangen. Also wenn ich nen Apfel nicht viertel und das Kerngehäuse rausmache, dann ißt sie den einmal im Jahr. (Ich glaub, das kommt daher, daß ich den ihr früher als sie noch ganz klein war geschält hab, das war wohl der Fehler...
Na und ich bin auch kein Vorbild, bevor ich nen Apfel esse, esse ich lieber Trauben, Melonen, Kirschen...
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Liebe Grüße,
Seerose
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- Ilka
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Also ich bin schon ziemlich mäkelig und mein Kind isst trotzdem fast alles. Auch Sachen die ich z.B. bei meiner Schwiegermutter dankend ablehne. Er bekommt das also auch mit. Trotzdem ist er beim Essen total unkompliziert. Aus der Krippe wird mir das auch so berichtet. (Dort muss auch nicht probiert werden)
Espen muss nicht probieren und bekommt auch etwas anderes, wenn er nicht mitessen möchte. Keine Süßigkeiten, aber ein Käsebrot oder sowas. Ich esse ja auch nichts was ich nicht mag.
Espen muss nicht probieren und bekommt auch etwas anderes, wenn er nicht mitessen möchte. Keine Süßigkeiten, aber ein Käsebrot oder sowas. Ich esse ja auch nichts was ich nicht mag.
Liebe Grüße... Ilka, Schneckomat (02/2010) und Schnappschildkröte (11/16)
- Tigerlein
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Re: AW: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Sehr viel ist trotzdem abgeschaut und nachgeahmt. Beispiel Kindergarten. Das Essen dort sind viele Kinder von zu Hause so nicht gewohnt (Vollwertkost). Die meisten Kinder mögen irgendwas am Anfang nicht. (Es gibt übrigens an jedem Wochentag das Gleiche, Montags z. B. Immer Hirsebrei) Das wird dann einfach so akzeptiert und es gibt stattdessen halt ein Knäckebrot. Bisher hat sich jedes Kind nach einigen Wochen überlegt doch mal zu probieren und irgendwann haben alle Kinder mitgegessen.
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- Ilka
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Im Kindergarten ist das mit Sicherheit so. Bei uns gab es letztens Kapernsauce und kein Kind wollte das probieren. Dann hat ein Junge angefangen sich über die "Erbsen" zu freuen und plötzlich haben fast alle gegessen. 
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- Cocorella
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Das war auch aber auch schön nachzulesen, in dem von Potsdame verlinkten Artikel von Renz-Polster, dass das völlig normal ist.
In einer großen Gruppe von Kindern sehen die Mäkeligen oder die Neuen, dass die anderen die Nahrungsaufnahme überleben, also kann es nicht giftig sein und wird somit selbst probiert.
@ Sibi: Hast du vielleicht einen Link zu dem Thema mit der Belohnung beim Essen? Ich möchte das Essen auch so wertfrei wie möglich halten. Hier soll es keine guten oder schlechten Lebensmittel geben etc. Aber es wäre vielleicht ganz hilfreich, wenn ich da gegenüber der Familie mit wissenschaftlichen Studien aufwarten könnte.
In einer großen Gruppe von Kindern sehen die Mäkeligen oder die Neuen, dass die anderen die Nahrungsaufnahme überleben, also kann es nicht giftig sein und wird somit selbst probiert.
@ Sibi: Hast du vielleicht einen Link zu dem Thema mit der Belohnung beim Essen? Ich möchte das Essen auch so wertfrei wie möglich halten. Hier soll es keine guten oder schlechten Lebensmittel geben etc. Aber es wäre vielleicht ganz hilfreich, wenn ich da gegenüber der Familie mit wissenschaftlichen Studien aufwarten könnte.
- avoila
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Alles probiert werden muss daheim nicht. In der Krippe versuchen sie es zumindest... Ich mag mein Kind nicht zum Essen drängen, manchmal hat man keinen Bock auf etwas, dass einem sonst gut schmeckt - warum sollte ich das meinem Kind absprechen?
Hier wird phasenweise gegessen, da könnte ich wochenlang das gleiche anbieten, mal Tomaten, mal Paprika, derzeit Möhren und Kohlrabi. Obst gibt es stark nach Saison, also auch phasenweise.
Das einzige, was hier immer gegessen wird sind Nudeln (ohne alles oder mit Tomatenmark) und Bananen im Müsli.
Ich biete immer wieder alles mal an, wenn sie nicht will gut. Als Alternative stehen immer Obst, Joghurt oder eine Scheibe Brot zur Verfügung, wenn sie mal gar nichts will. Sie mag mag z.B. keinen Kürbis, letztens gab es hier aber Kürbisquiche. Da sorge ich dann dafür, dass es z.B. vorher einen großen Salat nach ihrem Geschmack gibt und Obst steht auch schon bereit. Dennoch wurde angeboten, sie hat sogar probiert und Kürbis immer noch für doof befunden.
Achso, nachdem mein Kind einmal fleißig die Erbsen vom Reis getrennt hat im Erbsenrisotto und das dann hintereinander gegessen hat, serviere ich daheim soweit einfach möglich Trennkost: eine Ecke vom Teller, Nudeln/Reis/Kartoffeln, daneben Gemüse, daneben ggf. Fleisch und daneben Soße. meist wird auch nichts vermischt, sondern alles einzeln gegessen.
Hier wird phasenweise gegessen, da könnte ich wochenlang das gleiche anbieten, mal Tomaten, mal Paprika, derzeit Möhren und Kohlrabi. Obst gibt es stark nach Saison, also auch phasenweise.
Das einzige, was hier immer gegessen wird sind Nudeln (ohne alles oder mit Tomatenmark) und Bananen im Müsli.
Ich biete immer wieder alles mal an, wenn sie nicht will gut. Als Alternative stehen immer Obst, Joghurt oder eine Scheibe Brot zur Verfügung, wenn sie mal gar nichts will. Sie mag mag z.B. keinen Kürbis, letztens gab es hier aber Kürbisquiche. Da sorge ich dann dafür, dass es z.B. vorher einen großen Salat nach ihrem Geschmack gibt und Obst steht auch schon bereit. Dennoch wurde angeboten, sie hat sogar probiert und Kürbis immer noch für doof befunden.
Achso, nachdem mein Kind einmal fleißig die Erbsen vom Reis getrennt hat im Erbsenrisotto und das dann hintereinander gegessen hat, serviere ich daheim soweit einfach möglich Trennkost: eine Ecke vom Teller, Nudeln/Reis/Kartoffeln, daneben Gemüse, daneben ggf. Fleisch und daneben Soße. meist wird auch nichts vermischt, sondern alles einzeln gegessen.
LG avoila mit der Elfe (10/10), dem Weihnachtsgeschenk (12/12), dem Wildfang (08/17) und der Lady on a Mission (05/21)
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Sibi
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Es gab mal eine TV-Sendung mit dazugehörigem Buch: "Der große Food-Check. Was essen wirklich kann." Darin gibt es das Experiment, Kindern 2 Dosen mit Keksen hinzustellen. Die eine Sorte wurde reglementiert, die andere war zur freien Verfügung. Die Sorte, die reglementiert wurde, war durchgehend beliebter. Das ganze ist unabhängig von der konkreten Sorte - es fand auch ein Wechsel statt und es funktionierte wieder. Das Prinzip ist bekannt, aber das ist das einzige Buch, wo ich weiß, dass es "gedruckt" ist. Erklärt wird das da meiner Erinnerung nach damit, dass Kinder skeptisch sind, wenn sie für etwas Essbares belohnt werden, weil sie damit die Qualität in Zweifel ziehen. So nach dem Motto: "Wenn es wirklich gut wäre, müsste man es nicht so anpreisen..."Cocorella hat geschrieben: @ Sibi: Hast du vielleicht einen Link zu dem Thema mit der Belohnung beim Essen? Ich möchte das Essen auch so wertfrei wie möglich halten. Hier soll es keine guten oder schlechten Lebensmittel geben etc. Aber es wäre vielleicht ganz hilfreich, wenn ich da gegenüber der Familie mit wissenschaftlichen Studien aufwarten könnte.
Letztlich unterliegt Essen damit den gleichen Prinzipien wie Lob und Belohnung im Allgemeinen - Alfie Kohn widmet sich dem Thema in seinem Buch "Liebe und Eigenständigkeit". Quintessenz: Lob und Belohnung senken häufig die intrinsische Motivation - Menschen tun Dinge, für die sie gelobt werden, langfristig weniger gern als Dinge, die nicht bewertet werden.
- Cocorella
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Danke dir!
- dieJojos
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Re: Gemüseabneigung - Anerzogen?
Mein jüngster Bursche isst eigentlich fast alles. Der nächst ältere Bruder hingegen isst kaum Gemüse. Der wieder nächstältere Bruder isst auch wieder fast alles. Außer Gemüsesuppe, mögen die Größeren im Moment alle nicht, obwohl sie die darin einthaltenen Gemüsesorten essen würden. Ist hal manchmal merkwürdig. Ich habe allen Kindern immer alles angeboten, ich denke nicht, dass es eine Frage der Erziehung, sonderen vielmehr eine Frage des Geschmackes ist, und der ist ja bekanntlich unterschiedlich. Bei der kleinsten Maus bin ich sehr gespannt, wie ihr Geschmack wohl sein wird, wenn es soweit ist.


