Artikel zur Logopaedie in Nido

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Elli567
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Elli567 »

Zierbanane hat geschrieben:Gerade die k und t Problematik haben wir ja auch und diese ist schon lange vorhanden. Es hat sich bei uns also leider nicht ausgewachsen, denn ich habe das auch gehofft. Sicher würde ich auch noch etwas warten, also nicht unter 4 therapieren. Ist es aber mit 4 immer noch da, dann würde ich was tun. Ich merke leider gerade wie schwer es meiner Tochter (auch 2008 geboren) fällt den Unterschied zu *hören* zwischen k und t. Für sie klingt das Wort "Kanne" genau so wie "Tanne". Wir haben hier ein "Kanne-Tanne" Spiel und wir spielen es nun schon seit Wochen. Es fällt ihr nach wie vor sehr schwer mir zB. die Kanne zu geben wenn ich dieses fordere. Sie kann tatsachlich den Unterschied nicht hören und es klappt meistens noch am besten wenn sie von meinen Lippen abließt. Halte ich die Hand vor den Mund ist es fast ganz vorbei. Nur langsam bessert es sich. Denn das Ziel soll ja sein es zu hören und nicht von den Lippen zu lesen. Selbst Silben klatschen viel ihr schwer. Das hat sie aber zum Glück dann ganz plötzlich verstanden. Wir haben also von grund auf begonnen und sind nun beim zweiten Rezept.
Das gleiche "Problem" hatten wir hier auch.
Meine Kleine hat den Unterschied zwischen K und T auch nicht gehört, sondern nur abgelesen.
Allerdings hat sie auch wirklich schlecht gehört und nach der OP mit Paukenröhrchen war sie selbst völlig baff, dass es da einen Unterschied gibt.
(Sie fragte irgendwann: "Kann ich Tiere (im TV) schauen? Ach nein, das heißt bestimmt Kiere!" :D )
"Je älter man wird, desto ähnlicher wird man sich selbst."
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SchneFiMa
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von SchneFiMa »

Dickkopf-Mama hat geschrieben:Danke für den Artikel SchneFiMa!

Ich stelle mir gerade die Frage ob Erzieherinnen eigentlich den Unterschied zwischen Sprachförderung und Sprachtherapie kennen (oder vielleicht eher kennen müßten?)
Mein Sohn hat Probleme mit der Lautbildung K-T; G-D, Sch . Von der Kita wurde mir ziemlich dringend dazu geraten ihn zur (kostenlosen) Sprachförderung anzumelden. Vom Gefühl her hatte ich das schon richtig zur Logopädie abgegrenzt und da er eh schon bei der Logopädie ist auch abgelehnt. Nun frage ich mich ob die Kita da eigentlich in der Lage sein müsste die Indikationen zu kennen, oder ob Eltern dann die Kinder zur Sprachförderung schicken obwohl sie Logopädie bräuchten. Oder wird man, wenn man mit falscher Indikation bei der Sprachförderung landet weiterverwiesen?

Mir kommt das gerade so vor, als ob es darum geht "hauptsache fördern", ob die Förderung zum Problem passt ist egal.
Es ist leider so, dass das Abgrenzen viele ErzieherInnen nicht könne, aber auch Ärzte, die dann sagen, die Kinder werden doch im Kindergarten gefördert. Dyslalien (Also die Probleme Laute korrekt auszusprechen) gehören therapiert, da kommt man mit Förderung nicht weit. Viele ErzieherInnen sehen sich da aber auch in Zugzwang, etwas mit dem kind zu machen, weil es oft erwartet wird und dann kommt es zu massiven Fehlern. Leider, sie können da ja auch nichts dafür.

Ich befürworte Sprachförderung im Kindergarten, gerade vor dem hintergrund der vielen Migrantenkinder, aber auch für Kinder mit Muttersprache Deutsch, die eben "nur" einen Förderbedarf haben, keinen Therapiebedarf. Allerdings sollte diese Förderung auch bewusst und mit gutem hintergrundwissen durchgeführt werden.
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Zierbanane
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Zierbanane »

SchneFiMa hat geschrieben:@zierbanane: Wurden die Laute auch einzeln gehört, also auf Laut- und Silbenebene, oder übt ihr es immer nur in Wörtern?
Sehr gute Frage. Wie könnte ich denn prüfen, anhand von Lauten, ob sie es richtig versteht? Wir spielen halt dieses Spiel und nebenbei zeige ich ihr, dass man das K hinten im Gaumen bildet und das T vorne. Nebenbei klatschen wir oft Silben, da dann aber alles mögliche an Wörtern was uns so einfällt. Ich verbessere jetzt auch mehr.
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Zierbanane
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Zierbanane »

Elli567 hat geschrieben:Das gleiche "Problem" hatten wir hier auch.
Meine Kleine hat den Unterschied zwischen K und T auch nicht gehört, sondern nur abgelesen.
Allerdings hat sie auch wirklich schlecht gehört und nach der OP mit Paukenröhrchen war sie selbst völlig baff, dass es da einen Unterschied gibt.
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:)

Das Hörvermögen als solches ist bei ihr sehr gut. Das haben wir vorher abklären lassen. Daher fiel es mir anfangs so schwer zu verstehen, dass sie dennoch den Unterschied nicht hören kann.
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SchneFiMa
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von SchneFiMa »

Zierbanane hat geschrieben:
SchneFiMa hat geschrieben:@zierbanane: Wurden die Laute auch einzeln gehört, also auf Laut- und Silbenebene, oder übt ihr es immer nur in Wörtern?
Sehr gute Frage. Wie könnte ich denn prüfen, anhand von Lauten, ob sie es richtig versteht? Wir spielen halt dieses Spiel und nebenbei zeige ich ihr, dass man das K hinten im Gaumen bildet und das T vorne. Nebenbei klatschen wir oft Silben, da dann aber alles mögliche an Wörtern was uns so einfällt. Ich verbessere jetzt auch mehr.
Sie sollte die einzelnen laute, also /k-t-g-d/ korrekt differenzieren können. Ich habe immer Bilder für die Laute, mit denen ich das trainiere. Also bei mir macht der Holzhacker /k/ und der Wassertropfen /t/, die gibt es dann nochmal in klein, eben für /g/ und /d/. Dann werden die Laute dem Kind vorgemacht, wichtig ist, diese zu lautieren, also nich /Ka/ oder /te/ wie man die Buchstaben ausspricht. Das Kind soll dann sagen, welches Geräusch man gemacht hat und zeigt auf das Bild. Wenn dies klappt, mit und ohne Mundbild, dann gehts auf Silben, später dann auf Wörter.
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SchneFiMa
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von SchneFiMa »

Zierbanane hat geschrieben:
Elli567 hat geschrieben:Das gleiche "Problem" hatten wir hier auch.
Meine Kleine hat den Unterschied zwischen K und T auch nicht gehört, sondern nur abgelesen.
Allerdings hat sie auch wirklich schlecht gehört und nach der OP mit Paukenröhrchen war sie selbst völlig baff, dass es da einen Unterschied gibt.
(Sie fragte irgendwann: "Kann ich Tiere (im TV) schauen? Ach nein, das heißt bestimmt Kiere!" :D )
:)

Das Hörvermögen als solches ist bei ihr sehr gut. Das haben wir vorher abklären lassen. Daher fiel es mir anfangs so schwer zu verstehen, dass sie dennoch den Unterschied nicht hören kann.
Ein tolles Beispiel. Sowas ist immer wieder schön, die Kinder zu erleben, wenn sie dann viel besser hören.

Zierbanane: Das sind eben die zwei Sachen beim Hören. Die einen können es nicht hören, weil organische ursachen vorliegen (vergrößerte rachenmandel und/oder paukenerguss etc) und die Kinder, welche die Laute nicht differenzieren können. Hier liegt dann meist ein ausreichend gutes Gehör vor.

Viele Eltern beschweren sich zwar, aber ich finde es besser, wenn ich zu Therapiebeginn einen aktuellen HNO-Status zu haben um eben eine lange Therapiezeit zu vermeiden, weil zunächst eine OP von Vorteil gewesen wäre.
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Kirschquark
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Kirschquark »

SchneFiMa hat geschrieben: Viele Eltern beschweren sich zwar, aber ich finde es besser, wenn ich zu Therapiebeginn einen aktuellen HNO-Status zu haben um eben eine lange Therapiezeit zu vermeiden, weil zunächst eine OP von Vorteil gewesen wäre.
Müssen nicht auf der Verordnung auch zumindest auch die Trommelfellzustände angegeben werden? Zumindest mussten wir immer für die Folgeverordnung in die Praxis, dann wurde in Hals und Ohren geschaut und dann auf der VO irgendwas dokumentiert.

Wir waren ja, wie gesagt, in der Kommunikationsambulanz, wo es eine allgemeine HNO-Untersuchung gab, dann die pädaudiologische Untersuchung und dann die Begutachtungen/Tests durch die Logopädieschülerinnen/Logopädinnen. Da war also alles abgeklärt.
LG
Hannah
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SchneFiMa
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von SchneFiMa »

Jain :lol:

Auf der Verordnung steht es zwar drauf, aber noch lange nicht alle füllen das aus.
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Zierbanane
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Zierbanane »

Danke Schnefima.

Bei uns ist es so, dass ein vorheriger Besuch beim HNO Pflicht ist um organische Ursachen auszuschließen.
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kaehde
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von kaehde »

So, jetzt vom Rechner aus kann ich auch noch ein bisschen mehr dazu schreiben...

Ich habe ja hier diesbezüglich wirklich ein besonderes Kind, die aufgrund ihrer mittel- bis hochgradigen Schwerhörigkeit ein deutliche erhöhtes Risiko für das Auftreten eines therapeutisch zu behandelnden Sprachfehlers hat. ABER sie hat eine extrem gute Höraufmerksamkeit, trotzdem fällt es ihr natürlich manchmal schwer, den Unterschied m,n zu hören. Aber mit korrektivem Wiederholen und bei wiederkehrenden Fehlern mal darauf hinweisen haben wir bisher alles "korrigieren" können. Das sch kommt am Wortanfang absolut sicher, im Wort wohl (lt. Sprachtherapeutin, eine extra geschulte Erzieherin aus der Hörfrühförderung, die alle zwei Wochen für 1,5 Stunden in den Kiga kommt für sie) noch nicht 100%, das ist mir aber im alltäglichen Leben noch nicht aufgefallen.

Auf jeden Fall sprechen einige der Vorschulkinder (deutlich) schlechter (d statt k, nach über 1 Jahr Logopädie z.B.).

Dennoch bekomme ich aufgrund ihrer Problematik immer mal wieder Logo angeboten, wir hätten also schon lange welche, wenn ich das wollen würde. Aber wir haben mit der Hörfrühförderung besprochen, dass wir das erst im Jahr vor der Einschulung machen, weil es für mich einen tierischen Aufwand bedeutet, und sie es eigentlich gar nicht braucht....

Ich habe hier schon den Eindruck, daß den einen viel zu viel angeboten wird, dafür aber die anderen auch dann nicht geschickt werden, wenn es dringend notwendig werden.
Woran das liegt, weiß ich nicht sicher, bei uns kann es der Kiga nicht sein - die schicken eher sehr früh. Vermutlich sind es schon die Kinderärzte, die da eine sehr unterschiedliche Verschreibungspraxis haben.

Aber ich auch den Eindruck, daß die Anzahl der Kinder, die Logo bekommen, in den letzten Jahren dtl. ansteigt. Das mag zum Einen daran liegen, daß es dtl. mehr Logopäden gibt mittlerweile, aber ich denke schon auch, das Bewusstsein, daß Sprache wichtig ist, ist größer geworden und auch durch das Schreiben nach Hören machen sich Sprachprobleme dann spätestens in der Schule sehr deutlich bemerkbar.

Ach so, ganz vergessen: Mein Sohn hat ein sehr ausgeprägtes Entwicklungsstottern, das am schlimmsten ist, wenn er bei unserer Ärztin ist. Bei jedem Entwicklungssprung hängt er (er denkt einfach schneller als er reden kann ;) ) in Spannungssituationen. Die Ärztin bietet mir jedes Mal ein Rezept für Logo an. Es geht jedes Mal von alleine weg und kommt nach nem halben Jahr wieder.
Ich bin mal gespannt, wie es damit weitergeht, aber ich denke momentan, daß es sich (wie bei seinem Vater, der damals deswegen zum Psychiater geschickt wurde....) verwächst.

Viele Grüße,
Katja
Katja mit Benjamin (32.0 SSW, 02/05)
und Rebecca (02/08 )

Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)
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