Artikel zur Logopaedie in Nido

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Zierbanane
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Zierbanane »

Gelesen. :) Ich halte es schon für übertrieben wenn Logopäden Werbung in Kitas machen und denke man sollte die Notwendigkeit den Mediziniern bzw. dem elterlichen Gefühl überlassen (Also ich stelle mir den Optimalfall so vor: U-Untersuchung oder Beobachtungen der Eltern-Gang zum Arzt-Rezept für Logopädie). Denn letztlich denke ich wird ein ausgebildeter Logopäde so gut wie *immer* Handlungsbedarf sehen. Ich nehme da auch mich und meine eigene Aussprache nicht raus. Ganz abgesehen davon halte ich eine logopädische Behandlung von Kindern von noch unter drei Jahren auch für fragwürdig.
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Zierbanane
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Zierbanane »

Gerade die k und t Problematik haben wir ja auch und diese ist schon lange vorhanden. Es hat sich bei uns also leider nicht ausgewachsen, denn ich habe das auch gehofft. Sicher würde ich auch noch etwas warten, also nicht unter 4 therapieren. Ist es aber mit 4 immer noch da, dann würde ich was tun. Ich merke leider gerade wie schwer es meiner Tochter (auch 2008 geboren) fällt den Unterschied zu *hören* zwischen k und t. Für sie klingt das Wort "Kanne" genau so wie "Tanne". Wir haben hier ein "Kanne-Tanne" Spiel und wir spielen es nun schon seit Wochen. Es fällt ihr nach wie vor sehr schwer mir zB. die Kanne zu geben wenn ich dieses fordere. Sie kann tatsachlich den Unterschied nicht hören und es klappt meistens noch am besten wenn sie von meinen Lippen abließt. Halte ich die Hand vor den Mund ist es fast ganz vorbei. Nur langsam bessert es sich. Denn das Ziel soll ja sein es zu hören und nicht von den Lippen zu lesen. Selbst Silben klatschen viel ihr schwer. Das hat sie aber zum Glück dann ganz plötzlich verstanden. Wir haben also von grund auf begonnen und sind nun beim zweiten Rezept.
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SchneFiMa
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von SchneFiMa »

Puh, also das sind so Argumente, die immer kommen und die sicher auf einige Logopäden zutreffen, aber lange nicht auf alle. Und diese Punkte verursachen Herzklopfen.

Wenn man es nur den Ärzten überlassen würde, wann wer wo und wie Logo bekommt, dann wären einige Kinder (aber auch Erwachsene am A...) Viele Ärzte haben nämlich sehr wenig Ahnung von Sprache, Sprachentwicklung und Sprachtherapie bzw. verwechseln Sprachförderung - Sprachtherapie. Viele Ärzte haben wenig Ahnung von logopädischer Diagnostik.

Ein Beispiel? Ich gebe zu ein schon recht krasses. Mutter kommt mit Kind in die Praxis, erzählt, Kind spricht schlecht, außerhalb der Wohnung sowieso nie. Geht zum Arzt, möchte eine Diagnostik, der Arzt macht einen Lauttest (also zeigt ein paar wahllos ausgesuchte Bilder), das Kind spricht nicht mit dem Arzt, dieser sagt: "Da kann ich nichts aufschreiben, das Kind spricht ja nicht mit mir" :shock: Die Mutter erkämpft sich ein Rezept. Das Kind hat einen selektiven Mutismus, was einem logopäden recht schnell auffällt. Die Mutter bittet den Arzt aufgrund der Diagnostik um ein rezept zum Kinderpsychologen. Das wird nicht ausgestellt, denn Logos haben ja keine Ahnung. Nach 2 Jahren!!! hat die Mutter den Kampf durch, bringt das Kind zum Psychologen und der sagt: "Sie hätten schon vor 3 Jahren kommen müssen!"

Ich gebe aber auch zu, dass es super tolle ärzte gibt, die sich mit Logopädie (oder auch Ergotherapie, Physiotherapie) gut auskennen und bewusst und sehr verantwortlich Therapie verschreiben.

Auch die Entscheidung nur den Eltern zu überlassen finde ich schwierig. Für viele Eltern ist es total schlimm, wenn ihr KInd zum logopäden muss, für sie fühlt sich das an, als wäre ihr Kind doof oder behindert.

Und ein ausgebildeter Logopädie sieht nicht immer überall handlungsbedarf, ganz und gar nicht.
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SchneFiMa
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von SchneFiMa »

@zierbanane: Wurden die Laute auch einzeln gehört, also auf Laut- und Silbenebene, oder übt ihr es immer nur in Wörtern?
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Kitabuna
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Kitabuna »

Kannst du was zum Unterschied Sprachtherapie-Sprachförderung sagen? Sprachtherapie ist immer im Kontext einer Sprachstörung (und was ist das?) bei der Logopädin? Und Sprachförderung ist dann das was im Kindergarten oder zu Hause stattfindet - sprechen, vorlesen, Reime ...? Es gibt ja auch Spracherzieherinnen/-pädagoginnen. Die haben aber keine logopädische Ausbildung, sondern eine Weiterbildung in Sprachentwicklung o.ä.??
Danke schon mal. :) Schreib nachher gerne mehr dazu.
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von katpaje »

Normal werden Laute erst isoliert geübt, dann in Silben, dann in Wörtern und dann muss der Transfer in die alltagssprache erfolgen.

Schnefima, ich mag bei die unterschreiben. Meine beobachtung ist eher die, dass sich Ärzte schwer tun mit der Verordnung von Logo und ähnlichen Therapien. Ich bin ja sonderpadagogin und oft diskutiere ich mit den Kinderärzten was einer meiner Schüler braucht, weil die Eltern nicht richtig Gehör finden. Diese Kinderärzte sind vielleicht Ausnahmen, ich weiß es nicht.
Lieben Gruß von mir mit Herrn P. (09/03), Mausi (07/07), Mops (11/10) und Frl. Mittendrein Zwetschge (07/13)
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SchneFiMa
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von SchneFiMa »

Ja, du hast es fast schon richtig erkannt. Eine Sprachstörung gehört immer in Hände von Fachleuten. Eine Sprachförderung findet zu Hause, in Kitas oder anderen Einrichtungen statt. Gut wäre es, wenn ErzieherInnen dafür ausgebildet sind, also mindestens eine Fortbildung gemacht haben.

Ich bin mal so frei und kopiere hier was rein. Quelle: dbl
Sprachförderung oder Sprachtherapie?

Sprachförderung - Sprachtherapie: Welche Kinder brauchen was?
Wenn Eltern Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung ihres Kindes feststellen, sollten sie sich nicht verrückt machen lassen, sondern in Ruhe die Entwicklung des Kindes mit dem Kinderarzt besprechen. Tatsächlich verläuft die Sprachentwicklung sehr variabel, bei dem einen Kind früher oder schneller, bei dem anderen später und mühsamer. Bei vielen Kindern wechseln sich Phasen von großen Fortschritten mit Phasen scheinbarer Stagnation ab. Gerade bei jüngeren Kindern haben aber Eltern, die nicht durch eigene existentielle Probleme abgelenkt sind, ein meist sehr gutes Gespür dafür, wann ihr Kind ein echtes Problem entwickelt. Der Kinderarzt (oder ein Facharzt für Stimm- und Sprachstörungen), der auch im Verdachtsfall zur Logopädin weiter verweisen kann, ist der erste Ansprechpartner für besorgte und auch verunsicherte Eltern.

Manchmal reicht eine Sprachförderung
Schwierige soziale und ökonomische Belastungen einer Familie können die Sprachentwicklung eines Kindes erschweren. Manchmal sind Eltern so mit ihren Problemen beschäftigt, dass ihnen Zeit und Aufmerksamkeit für das Gespräch mit ihren Kindern fehlt. Auch fällt es Kindern schwerer, deutsch als zweite Sprache zusätzlich zu ihrer Muttersprache zu lernen, wenn die Sprachen 'gemischt' werden, d.h. eine Bezugsperson mal die eine, mal die andere Sprache spricht. Es gibt viele Gründe, warum die Sprachentwicklung eines Kindes auffällig sein kann, ohne dass direkt eine Sprachstörung vorliegt. Häufig reicht es, die "sprachschwachen" Kinder besonders zu fördern. Dabei wird nicht so sehr auf individuelle Defizite, sondern allgemein auf die Stärkung und Weiterentwicklung vorhandener Fähigkeiten in den Bereichen Sprachmelodie, Grammatik oder Wortschatz abgestellt. Dies geschieht beispielsweise durch spielerische Sprachförderprogramme im Kindergarten. Auch eine Beratung der Eltern durch eine Logopädin ist manchmal sinnvoll, um aufzuzeigen, wie diese die Sprachentwicklung ihres Kindes im Alltag fördern können.

Kinder mit Sprachstörungen brauchen logopädische Therapie
Kinder mit Sprachstörungen brauchen dagegen logopädische Therapie. Eine allgemeine Sprachförderung kann ihnen nicht helfen. In der Regel wird die Therapie als Einzelbehandlung, gelegentlich aber auch gemeinsam mit anderen Kindern in einer Gruppe durchgeführt. Die Behandlung verläuft spielerisch und ist an die Symptome, an das Alter des Kindes und seinen Entwicklungsstand angepasst.

Die häufigsten Sprachstörungen bei Kindern sind Artikulationsstörungen. Hier können Kinder Laute nicht richtig bilden bzw. in Wörtern nicht richtig verwenden. Wenn neben der Lautbildung weitere Sprachfähigkeiten wie der Satzbau, der Wortschatz und/oder das Sprachverstehen gestört sind, spricht man von Sprachentwicklungsstörungen. Spricht ein Kind nicht flüssig, hat Blockaden beim Sprechen oder wiederholt Wörter oder Wortteile, kann eine Redeflussstörung vorliegen. Fachleute unterscheiden dabei zwischen Stottern (Blockaden und angestrengte Wiederholungen meist verbunden mit Sprechangst und wachsendem Vermeideverhalten) und Poltern (Wiederholungen verbunden mit häufig sehr schnellem und/oder undeutlichem Sprechen und wenig Aufmerksamkeit für das eigene Sprechen). In einem weiteren Sinne rechnet man auch Stimmstörungen (z.B. chronisch heisere Stimmen sowie nasalen Stimmklang) und die Sprechbewegungsstörungen, die in Zusammenhang mit Körperbehinderungen auftreten, zu den kindlichen Sprachstörungen.

Ist die Sprachentwicklung Teil einer umfassenderen Entwicklungsstörung, kann auch ergänzend oder vorab eine ergotheapeutische Behandlung notwendig sein. Bei behinderten Kindern ist die logopädische Behandlung meist Teil der Frühförderung und wird im Rahmen des Förder- oder Behandlungsplanes im Behandlungsteam insgesamt abgestimmt.

Sprachförderung kann Sprachtherapie nicht ersetzen
Die Programme zur vorschulischen Sprachförderung, die für viele sprachschwache Kinder eine große Chance darstellen, können für Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung zur Förderfalle werden. Denn durch die Teilnahme an für alle sprachauffälligen Kinder konzipierten Fördermaßnahmen kann eine echte Sprachentwicklungsstörung nicht überwunden werden. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass mit einer allgemeinen Sprachförderung bei Kindern mit Sprachstörungen nach dem dritten Lebensjahr keinerlei Aufholeffekte mehr zu erreichen sind. Trotzdem werden immer wieder Kinder, die eine Sprachtherapie brauchen, in eine allgemeine Sprachfördermaßnahme geschickt.

Ein Grund hierfür ist der verbreitete Mythos, nach dem soziale Faktoren, wie beispielsweise eine mangelnde sprachliche Anregung durch die Eltern, ursächlich für die Entstehung von Sprachentwicklungsstörungen sind, denen man mit pädagogischen Mitteln zu begegnen können glaubt. Doch es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die genetische Prädisposition der entscheidende Faktor für eine Sprachentwicklungsstörung ist.

Ein weiterer Grund ist die falsche Auffassung, dass sprachliche Auffälligkeiten bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern "natürlich" im gleichzeitigen Erlernen mehrerer Sprachen begründet seien. Dagegen belegen wissenschaftliche Studien, dass das Risiko für eine Sprachentwick­lungs­störung bei bilingualen Kindern sogar eher geringer ist als bei Kindern, die nur eine Sprache sprechen. Wenn jedoch eine Störung auftritt, ist diese in der Regel bei mehrsprachigen Kindern besonders schwer ausgeprägt.

Diagnostik unverzichtbar
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass eine differenzierte Sprachdiagnostik die Grundvoraussetzung dafür ist, dass jedes Kind mit einer sprachlichen Auffälligkeit das bekommt, was es braucht: Sprachförderung oder Sprachtherapie. Auf der Grundlage einer sorgfältigen logopädischen Diagnostik, die bereits ab einem Alter von zwei bis drei Jahren möglich ist, kann dann jedes Instrument seine Wirkung entfalten. So kann auch gewährleistet werden, dass die neuen Sprachförderprogramme für Kinder mit Sprachstörungen nicht zu Förderfallen werden.
SchneFiMa mit
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Giraeffchen
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Giraeffchen »

katpaje hat geschrieben:
Schnefima, ich mag bei die unterschreiben. Meine beobachtung ist eher die, dass sich Ärzte schwer tun mit der Verordnung von Logo und ähnlichen Therapien. Ich bin ja sonderpadagogin und oft diskutiere ich mit den Kinderärzten was einer meiner Schüler braucht, weil die Eltern nicht richtig Gehör finden. Diese Kinderärzte sind vielleicht Ausnahmen, ich weiß es nicht.
So erlebe ich es auch häufig.
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


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"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Danke für den Artikel SchneFiMa!

Ich stelle mir gerade die Frage ob Erzieherinnen eigentlich den Unterschied zwischen Sprachförderung und Sprachtherapie kennen (oder vielleicht eher kennen müßten?)
Mein Sohn hat Probleme mit der Lautbildung K-T; G-D, Sch . Von der Kita wurde mir ziemlich dringend dazu geraten ihn zur (kostenlosen) Sprachförderung anzumelden. Vom Gefühl her hatte ich das schon richtig zur Logopädie abgegrenzt und da er eh schon bei der Logopädie ist auch abgelehnt. Nun frage ich mich ob die Kita da eigentlich in der Lage sein müsste die Indikationen zu kennen, oder ob Eltern dann die Kinder zur Sprachförderung schicken obwohl sie Logopädie bräuchten. Oder wird man, wenn man mit falscher Indikation bei der Sprachförderung landet weiterverwiesen?

Mir kommt das gerade so vor, als ob es darum geht "hauptsache fördern", ob die Förderung zum Problem passt ist egal.
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
Maja
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Re: Artikel zur Logopaedie in Nido

Beitrag von Maja »

Wir haben bei der Großen Logopädie-Einheiten mit knapp 3 Jahren, im Vorschulalter und auch jetzt noch mal eine Runde machen müssen. Viele haben uns schief angeschaut und mir Förderwahn unterstellt, Fakt ist aber, das Kind hat nunmal Zungenfehlstellungen, die sich nicht einfach ausgewachsen hätten bzw. haben. Dann ist "das bißchen Lispeln" eben auch nicht niedlich oder entwicklungsgerecht, wenn es wirklich eine Ursache hat... und der Spaßfaktor, dauernd noch mit zweitem Kind im Schlepptau zur Therapie zu fahren, hält sich ja nun auch in Grenzen, das macht sicher keiner einfach ohne Grund.

Meine Nichte wurde nicht logopädisch behandelt, weil die Eltern und der Kinderarzt ihre massiven Probleme immer mit "na sie ist halt etwas langsam" abgetan haben. Mit dem Ergebnis, dass eine massive Sprechstörung erst viel zu spät diagnostiziert wurde, das Kind jetzt seit längerem in Intensiv-Behandlung ist, evtl. gar nicht mehr alles aufholt, aber was am schlimmsten ist, sich fast fünf Jahre ihres Lebens nicht richtig verständigen konnte und darunter gelitten hat, denn es gibt kaum etwas schlimmeres für ein kleines Kind als wenn es in seiner Kommunikation so wenig Selbstwirksamkeit erleben darf.

Man muss das also differenziert sehen, für manche Kinder ist es notwendig, für andere ist es wirklich übertrieben. Aber das stellt der Logopäde dann meist schon während der ersten Stunden fest. Vielleicht ist eher das Problem, dass viele Kinderärzte entweder aus Prinzip gar nix oder immer gleich zehn Verordnungen aufschreiben, statt erstmal 2-3 Diagnosetermine (im Sinne von: "ich kann als Kinderarzt nicht ALLES im Detail wissen, also frage ich einen Spezialisten). Dann würden die, die es eigentlich nicht brauchen, gar nicht erst weiter hingehen und das würde die Krankenkassen und die Terminbücher der Logopäden entlasten, die zumindest hier sowieso auf Wochen und Monate ausgebucht sind.
2004/2006/2014
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