Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Babys ohne Windeln? Gibt's denn das? Klar....

Benutzeravatar
youtee
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1184
Registriert: 05.12.2010, 20:44
Wohnort: Franken

Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von youtee »

Hach ja... An manchen Tagen freue ich mich schon sehr. Da geht alles gut, die Hosen bleiben trocken, er geht mit wenn ich pinkeln vorschlage und pinkelt freudig ins Klo, ins Töpfchen, in die Hecke, wie-auch-immer.
Und dann gibt es die anderen Szenarien. Ich sehe, daß er muß. Also sage ich, komm wir gehen pinkeln. Er fängt gleich an vehement zu schreien, oder manchmal geht's bis wir tatsächlich im Bad sind, dann rennt er schreiend weg. Kurz darauf sind Hose und Boden naß.
Sollte ich ihn tatsächlich erfolgreich zum pinkeln überredet haben, kann er wirklich hervorragend loslassen. Auch wenn es nur ein vorbeugendes pinkeln, etwa bevor wir aus dem Haus gehen, ist. Und das freut mich schon sehr, denn als ich in der ersten Schwangerschaft von Windelfrei gelesen habe, war es gerade das "loslassen statt einhalten", was mich am meisten angesprochen hat. Also das Körpergefühl und Loslassenkönnen.
Aber diese Sträuberei! Manchmal macht es mich annähernd verrückt. Dazu kommt noch, daß der Herr Papa die Windelfreiheit nur gut findet, wenn es perfekt läuft. Wenn also eine Pfütze entsteht während er anwesend ist, bekomme auch ich geschimpft, und das wiederum verringert auch meine Freude an der Sache :roll: .
Gestern hat sich Sohnemann sogar geweigert (und WIE!) zum Kacka auf's Klo zu gehen. Sonst macht er das immer! Und dann beim Bettfertigmachen aber wieder freudig ohne jegliches sträuben ins Klo gepinkelt. Ich erkenne da keinen Rhythmus, keine Gründe, keine Regel. Überkommt ihn da einfach manchmal sein "ich bin ich" und er meint, daß er mit in-die-Hose-machen mehr er selbst ist?!
Also KÖNNEN tut er's zweifellos, darum geht es nicht.
Ich wollte es einfach mal aufschreiben.
Ach ja, wir waren ja immer nur - und sind noch - teilzeit WF, und ich muß leider noch dazu berichten, daß es den jungen Mann in keinster Weise stört, eeeeeeeewig lange in nasser Windel (Stoffie) rumzulaufen. Wenn er die dann mal anhat, kriegt man ihn nämlich nicht so leicht wieder davon getrennt :roll: . Das finde ich dann auch etwas befremdlich, also für mich nicht so sinnig, daß er einerseits wunderbar WF sein kann und anderseits an triefend nasser Windel festhaltend.
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
Lösche Benutzer 5914

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Ich denke manchmal, dass irgendwann der Punkt kommt, wo man Kinder mit dem Pipi-Thema in Ruhe lassen muss.
Irgendwann Ü2 wollen Kinder da, glaube ich, ganz selbstständig drüber entscheiden.
Ich sehe im Freundes- und Bekanntenkreis total viele Kinder, die irgendwann aus eigenem Antrieb trocken werden, beginnen Bescheid zu sagen und so. Während meine Tochter, die schon mit knapp über einem Jahr per Babyzeichen "Pipi" zeigen und Bescheid sagen konnte, immer noch Phasen hat, in denen sie einfach in die Hose macht. Oft wochenlang keine Pannen, seitdem sie ca. 2 ist. Und dann immer wieder Phasen, wo sie einfach in die Hose macht (auch groß).
Irgendwie ist das Thema bei uns sehr belastet mit Ehrgeiz, der ständigen Frage "Warum?", manchmal auch "Machtkämpfen" (sie will nicht, ich weiß, dass sie muss, rede auf sie ein...). Es ist, gerade wegen windelfrei, halt DAS Thema bei uns und ich habe oft das Gefühl, dass die intensive, permanente Beschäftigung mit Ausscheidungen dazu geführt hat, dass meine Tochter bei diesem Thema besonders sensibel ist und sich Unstimmigkeiten oder so stets auf dieser Ebene ausdrücken.
Ist vielleicht nur so ein Gedanke, aber manchmal denke ich, dass irgendwann bei Kindern ein Alter erreicht ist, wo man einfach nicht mehr windelfrei praktizieren KANN. Dann muss man sie komplett in Ruhe machen und entscheiden lassen, selbst wenn sie dann in die Hose machen...
Ich verstehe deine Gedanken auf jeden Fall gut. Ich war immer so überzeugt davon, meiner Tochter mit windelfrei etwas echt Gutes zu tun. Stattdessen merke ich aber, dass sie oft nicht will, obwohl sie es kann. Wo es bei nicht-windelfrei Kindern genau andersherum ist: die wollen irgendwann die Windel weglassen und haben Freude am Bescheid sagen. Ist hier oft nicht so
Benutzeravatar
youtee
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1184
Registriert: 05.12.2010, 20:44
Wohnort: Franken

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von youtee »

talismama hat geschrieben:Ich war immer so überzeugt davon, meiner Tochter mit windelfrei etwas echt Gutes zu tun.
GENAU! Und es ist echt eine bittere Pille zu schlucken, wenn die "Glücklichen" dann so sehr dagegen ankämpfen. Und dann noch vom Mann die Kritik dazu kommt.
Bei uns ist es auch so, daß er noch keinen Weg gefunden hat in all seinem Ü2 "SELBER" auch alleine auszuscheiden. Töpfchen mag er zwar ab und an, aber eigentlich nicht so wirklich gerne. Es ist immer noch so, daß ich ihn vor mich auf's Klo setze (also, ich sitze mit auf dem Klo hinter ihm). Und wenn es auch stimmig für ihn ist, dann ist das auch wirklich noch schön - dann kuschelt er so richtig und ist ganz glücklich. Und ausscheiden tut er auch schließlich SELBER, und freut sich dann "big peepee macht, ICH toilet peepee". Aber das ganze ist auch sehr an mich gebunden, und wenn er da dann gerade keine Lust drauf hat... Oder ich philosophiere hier einfach zu viel. Vielleicht ist er doch einfach noch klein. NEIN, er ist nicht klein, er KANN es, ganz offensichtlich.
Ja, es ist wirklich seltsam, was für ein großes Thema es doch ist.
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
Lösche Benutzer 5914

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Und wenn du ihn fragst, ob er Windeln tragen will oder nicht?
Man hat immer irgendwie Angst als windelfrei Mama, dass das Kind mit dauerhaft Windel etwas verlernt. Aber vielleicht möchten ältere Kinder, die kurz vor dem "richtigen" Trockenwerden sind, einfach auch in aller Ruhe mal in sich hineinspüren und die Kontrolle über das Pipi-müssen Gefühl trocken, d.h. mit Sicherheitswindel "üben".
Ich habe das bei normal gewickelten Kindern immer bestaunt, dass die irgendwann einfach anfangen Pipi Bescheid zu sagen, obwohl sie immer eine Windel um hatten. D.h. sie erspüren das Pipimüssen-Gefühl auch und schaffen es dann auch irgendwann "rechtzeitig" Bescheid zu sagen. Wenn man die großen Kinder ohne Windel lässt, ist bei denen halt immer gleich alles nass und die Panne wird irgendwie Thema - "Oh, du hast in die Hose gemacht!", "Ein bisschen Pipi ist schon im Schlüpfer, vielleicht schaffst du es beim nächsten Mal, schneller Bescheid zu sagen?", "Ach mensch, das ist ja schon kalt, sag doch, wenn du in die Hose gemacht hast", "Jetzt müssen wir dich erstmal umziehen" Und Ü2 sind die Kinder halt in einem Alter, wo sie verstehen, dass Pipi ins Klo sollte und wo die nasse Hose ihnen irgendwie auch wie ein Fehler vorkommt. Daher sind sie nicht mehr so unbedarft mit windelfrei wie kleine Kinder. Und vielleicht wollen Kinder dann auch einfach mal ihre Ruhe haben, wollen nicht auf jedes Pipi achten müssen, um sich danach einen Vortrag anzuhören (Ja, ich habe JEDESMAL gesagt, dass Pipi in die Toilette sollte, als wenn sie das nicht wüsste :roll: :oops: ). Wollen mal in aller Ruhe das Erspüren des richtigen Moments üben, ohne dass jedes kleine Tröpfchen im Schlüpfer gleich eine Umziehaktion nach sich zieht. Deswegen würde ich ihn fragen, ob er ohne Windel bleiben will und ihn dann ohne jeglichen Kommentar machen lassen (auch in die Hose pullern) und einfach kommunizieren: ohne Windel bedeutet halt einfach umziehen, wenn was daneben geht. Wenn euch das stresst, ist Windel die bessere Alternative. Ich glaube, dass Ü2 Kinder das Wahrnehmen ihrer Ausscheidungen mit Windel nicht verlernen, sondern vielmehr die Chance bekommen, in Ruhe und für sich groß und selbständig zu werden :wink:
Lösche Benutzer 5914

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Und letzte Idee: ihm gezielt zeigen, wie er die Pipi-Sache selbst regeln kann (Hosen mit Gummizug, Töpfchen hinstellen, zeigen, wie er da einfach ganz allein drauf gehen kann...)
Benutzeravatar
youtee
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1184
Registriert: 05.12.2010, 20:44
Wohnort: Franken

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von youtee »

Ja, verlernen... ich weiß nicht, ob ich das denke. Doch, vielleicht ein wenig, obwohl ich schon weiß, daß es wahrscheinlich nicht so ist.

Gestern und heute habe ich mal wieder gefragt, ob er eine Windel will. Vehementes NEIN. (manchmal kommt auch ein ja, dann kriegt er auch eine). Gestern war er dann den ganzen Tag unfallfrei. Aber nur, weil ich ihn auf's Klo genötigt habe (man könnte auch "überredet" sagen, aber das beschönigt nur). Heute habe ich ihn dann ein Mal in Ruhe gelassen, da kam er dann breitbeinig mit nasser Hose an. Danach war dann mein Mann da, und der hat ihn dann wirklich genötigt, weil er einfach so ist. Find' ich auch nicht gut, aber ähm naja, anderes Thema. Aber heute morgen beim Aufstehen, zB, da war ich müde und habe nicht aufgepaßt, da wollte ich ihm schon die Unterhose anziehen aber er hat ganz entrüstet "nein! erst pipi" gesagt und ist zum Klo marschiert. Dann denke ich "naja, geht doch". Und wenn er sich das nächste mal sträubt, bin ich wieder enttäuscht. Aber es ist wahrscheinlich wirklich eine Machtkampf Geschichte.
Ich mußte in den letzten Tagen jedenfalls öfter an Dich denken - und ich bin überrascht, daß Deine Tochter doch noch in die Hose macht. Aber so wie Du es beschreibst, klingt es schon irgendwie logisch. Nur traurig, daß es für mich keine baldige Aussicht auf Besserung gibt...

Ah, sehe jetzt in der Vorschau: das Töpfchen steht, er kann die Hose runter ziehen, es interessiert ihn nicht besonders. Es klappt ausschließlich mit Hinweis und dabeibleiben. Dann liebt er es auch, das Töpfchen mit mir zusammen zum Klo zu tragen...
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
Lösche Benutzer 5914

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Ja, bei uns hat sich das aber schon früh abgezeichnet, dass ich immer dachte "Sie kann es ja", weil wir schon recht zeitig immer längere trockene Phasen hatten und es dann wieder eingebrochen ist. Sie war mit etwas über 2 schonmal komplett trocken, hat dann, als ich Examen gemacht habe und wenig Zeit für sie hatte, wieder angefangen in die Hose zu machen. Jetzt war sie viele Wochen am Stück trocken und seit 2, 3 Woche haben wir das Problem wieder. Ich habe keine Ahnung, woran das liegt. Aber manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass windelfrei auch ein Grund dafür ist, dass sich Stress oder Irritation, ihr Wille nach Selbständigkeit etc. häufig auf dieser Ebene ausdrückt.

Ich will beim nächsten Kind wieder windelfrei machen, aber versuchen viel, viel, viel entspannter zu sein. Denn der Wunsch, dem Kind das unbedingt beste zu bieten, immer zu reagieren, es so oft wie möglich ohne Windel uns stets trocken zu halten, hat diese Ausscheidungssache schon irgendwie zu einem Konfliktfeld werden lassen, auf dem sich Schwierigkeiten und Irritationen immer noch auswirken. Kann ich schlecht beschreiben. :?
Benutzeravatar
youtee
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1184
Registriert: 05.12.2010, 20:44
Wohnort: Franken

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von youtee »

Mhm, ich wollte schon fragen, wie Du es beim nächsten Kind vorhast.
Wir waren ja gar nicht so komplett windelfrei, also nicht so stressig. Er hatte schon ganz schön oft Windeln an, und wir haben eher EC praktiziert, und das auch nicht wirklich oft beim Pipi, dafür immer beim Kacka. So ab 20 Monaten vielleicht habe ich dann öfter mal die Windel auch zum ausgehen weggelassen, und das hat oft gut funktioniert. Natürlich hat sich der Papa geweigert, ihn ohne Windel mitzunehmen, also war Mama-alleine-Zeit immer Sohn-Windel-Zeit - also alles nicht sehr konsequent. Und Sohnemann hat sich äußerst selten über die Windel beschwert, außer er war gerade eh in Beschwerdelaune, und das hat dann alles betroffen :roll: .
Aber Druck ist trotzdem entstanden..
Die Sache mit der Windel und einfach in Ruhe gelassen werden und in Ruhe ausprobieren... finde ich einerseits schlüssig. Anderseits finde ich, daß das "in die Windel pinkeln" auch eine Lüge ist, ein Pseudo, ach, ich kann es irgendwie nicht erklären. Denn es ist nunmal NICHT so, weder in der Natur noch in der Gesellschaft. Und die Kleinsten melden sich ja genau aus dem Grund, weil es für sie auch schon "unnatürlich" ist. Ausscheidung macht nun mal Umstände, sei es die kurze Unterbrechung um einen geeigneten Ort aufzusuchen, oder die längere Unterbrechung des Umziehens. Pinkeln IST naß. Punkt. So zu tun, als wäre es nicht so ist einfach eine Unwahrheit. Und so selten wie das pinkeln mitterweile bei ihm vorkommt, sollte es auch wirklich keine große Sache sein, da mal kurz die Hose runter zu schieben und ins Klo/Töpfchen zu pinkeln. Aber klar, was muß ich das erwähnen :roll: . Ebenso klar, daß da einfach andere Ebenen mit rein spielen. Ist Talita dann in anderen Gebieten weniger sträubig, weil sie sich beim Ausscheiden so durchsetzt? Bei uns habe ich das Gefühl, es zieht sich durch alles hindurch... aber wenn ich mich so umschaue ist es bei uns, glaube ich, doch nicht so schlimm :wink: .
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
allesmeine
Herzlich Willkommen
Beiträge: 3
Registriert: 07.08.2012, 15:33
Wohnort: Mühltal
Kontaktdaten:

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von allesmeine »

meiner wird im dez 2, er will SELBER, das ist ebenso wichtig, wie selber das brot schmieren dürfen und anderes. beim anziehen versuche ich drauf zu achten, daß die kleidung im möglichst wenig hinderlich ist beim alleine töpfchen gehen
☘ Stillen, tragen, windelfrei, Nähe geben-aber sich selber dabei bitte nicht vergessen! Mamas Bedürfnisse sind AUCH wichtig :)
wir großen zwei ♥ mit einer halbstarken (14) ♥, drei elfchen (6,4,1) ♥ und unserem bauchelfchen ♥

Trageberaterin der Trageschule NRW, Kangatrainerin, Fachhandel für Babytragen, Tragejacken & Co, Naturtextilien
www.modautragling.de
Smaragd
ist gern hier dabei
Beiträge: 60
Registriert: 29.09.2011, 10:51

Re: Windelfrei Ü2 - manchmal ganz schön frustrierend

Beitrag von Smaragd »

Vielleicht mal eine Meinung einer nicht-WF-Mami zu den Phasen: Meine große war WWW-Kind. Mit etwa 26 Monaten hat sie angefangen unregelmäßig zu signalsieren. Mit 2 1/4 ging kein großes Geschäft mehr in die Windel und mit 2 1/2 war sie komplett trocken. Dann kamen die Phasen. Phasen, meist so 2-3 Wochen in denen sie 1-2 mal am Tag eingepullert hat. Nicht ab und zu, sondern wirklich jeden Tag, meist sogar gleiche Uhrzeit, aber Klo ging gar nicht. Und dann war wieder für 2-3 Monate Ruhe.

Bei ihr hing das ganz deulich mit Entwicklungschüben zusammen. Und kurz vorm 3. Geburtstag hatten wir einen ganz furchtbaren 4 Wochen langen Schub (Die im 1. Lebensjahr ware pilepalle dagegen). Ich habe das nie als Versagen meinerseits ("Warum klappt es nicht? Erkenne ich die Signale nicht? Tu ich meinem Kind mit WF was grausames an?"), klar wir waren ja nie WF, oder ihrerseits gedeutet. Es ist Phase, es geht vorbei. Da wird dann halt mal ein wenig öfter gewaschen.

glg Smaragd
Antworten

Zurück zu „Windelfrei-Ecke“