Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

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rilke
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Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von rilke »

Hallöle,

Sagt mal, gestern nachts war's wieder soweit..und ich bräuchte mal Input, ob ich so empfindlich reagiere?..

In unserer doppelhaushälfte nebenan wohnt ein Mädel (6jahre) mit den Eltern.
Der Vater massiv cholerisch und laut, schnell am grob werden und spielt sonst eitel Sonnenschein (überschwängliches dutzidutzi mit der Tochter *würg*). Die Mutter manisch, depressiv.
So. Ich hält mich aus vielem raus. Mich stören aber so Dinge wie:
-sie sperren die Tochter wohl ab ud an ins kizi, wenn sie frech ist
- sie schreien allgemein viel, wie heute Nacht, ich stand im Bett.
- sind grob und kneifen die Tochter auch mal
- bin ich vor der Türe, Hör ich das Mädel oft weinen und Muttern sie anschreien, wie es ihr wieder reichen würde, Blabla..

Ich denke, sie Stacheln sich gegenseitig hoch, aber sowas is doch keine Lösung?

Ich bin ratlos. Wenn ich was Sage, bin ich wahrscheinlich eh der Depp und werd angepampt, ich soll mich nicht einmischen?

Was würdet ir tun?

Im übrigen ist der Vater oft unterwegs beruflich und ich weiß, die Mutter ist überfordert.
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Zierbanane
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Zierbanane »

Woher weißt Du das die Mutter manisch-depressiv ist? Ich würde erst versuchen mal in Freundschaft an die Mutter ranzukommen und sie fragen ob sie Hilfe braucht.
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Angora

Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Angora »

Puh, weißt du, dass ist ein schweres Thema. Ich erzähle dir mal, wie es mir ging. Ich wohnte alleine und mein Sohn war die ersten zwei Jahre ein richtiger BrüllBär. Eben ein Schreikind, egal was ich tat, er schrie vor allem abends und nachts (tagsüber pennte er ja im Tragetuch... ) ich hab ihn nie vernachlässigt, war und bin immer für ihn da, wusste aber auch irgendwann, dass ich wenn ich versuche was dagegen zu tun, es nur noch schlimmer mache. Also hab ich ihn getragen, schreiend. Eines abends klingelte u klopfte eine Nachbarin an meiner Tür u meinte, also wenn das so weiterginge, müsste sie das Jugendamt informieren, ich wär ja eindeutig überlastet u würd mein Kind immer nur schreien lassen. Ich hatte ihn zum Glück im tt, sie sah, dass ihre Einschätzung nicht ganz stimmen konnte u ich sagte ihr auch, dass er genauso brüllen würd, wenn ich nicht alleine wäre! Aber seitdem hab ich noch immer Angst, dass wieder wer klingelt u mit dem Jugendamt droht!
Klar ist es jetzt in dem von dir geschilderten Fall etwas anders, wenn du ja auch die Eltern schreien hörst. Aber woher nimmst du die Diagnose Depression??? Hat die Nachbarin dir das persönlich gesagt? Ich hatte nämlich im Studium mal Depressionen u die hat keiner meiner Freunde erkannt! Weil ichs prima überspielt hab. Ich glaub nicht, dass man das den Leuten einfach ansehen kann. Vielleicht ist das Kind auch einfach anstrengend (meins ists noch immer u ab u an, wenn er gar nicht hört u weiter nur blödsinn macht oder das was ich ihm untersagt ahb,werd ich auch mal laut)
wenn du also überhaupt der Nachbarin was sagen möchtest, dann machs bitte nicht in einem Moment wo wieder Geschrei ist, sondern wenn ihr euch vielleicht so seht, dann einfach mal nachhaken, ob Zuhause alles ok ist, ob sie Hilfe brauchen kann oder reden möchte. Man verurteilt sooo schnell Leute u dann ists nachher doch anders (was ich bei der Schilderung trotz allem hoffe, für das Kind)
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Cocorella
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Cocorella »

Wär's eine Option die Kleine ab und an zu euch rüber zuholen oder sie mit auf den Spielplatz zu nehmen? So hat die Mutter was Ablenkung und du schaffst vielleicht eine Vertrauensbasis.
Ich glaube, wenn du einfach hingehst und ihnen mitteilst, dass ihr Erziehungsstil Mist ist (überspitzt formuliert), wirst du nur Gegenwehr bekommen.
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Volker Pispers
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nexia
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von nexia »

seh ich auch so, ich finde es geht zuweit, ihren erziehungsstil zu kommentieren, so leid es mir für das mädchen tut. hast du das mit kneifen gesehen und warst dabei? das wäre etwas, wo ich dann schon etwas sagen würde. vieles andere jedoch nicht, da denke ich, ist es wirklich deren sache.
was heißt einsperren? wirklich stundenlang allein in zimmer einschließen? das fände ich heftig.
für einige minuten ins zimmer verbannen wäre für mich kein problem
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fragaria
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von fragaria »

Egal was passiert: Der Ton macht die Musik. Ich bin auch mal zu meiner Nachbarin, nachdem oben beide Kinder über eine halbe Stunde volles Rohr gebrüllt haben ...
So halb in der Furcht, dass der Mutter was passiert sein könnte und die Kinder sind "allein" oder so. War nicht so, die hatten sich nur übel in der Wolle. Mir war's
dann etwas peinlich, aber die Kinder waren angesichts der netten Abwechslung gleich wieder versöhnt und die Mutter ganz dankbar ;-)

Angora, was dir passiert ist, ist natürlich bescheuert. Aber stell dir vor, deine Nachbarin wär gekommen und wäre nett gewesen und hätte dich gefragt, ob man dir helfen kann?
Dann hättest du ihr die Situation in Ruhe erklären können und vielleicht tatsächlich ein wenig moralische Unterstützung erfahren (ob das nun nötig war oder nicht ;-) )

Wenn man allerdings Hilfe anbietet, sollte man sie auch leisten wollen. Das kann eine Aufgabe sein, das muss man sich vorher überlegen.
mit Sommermädchen 6/09, Frühlingsmädchen 03/13 und Winterbub 01/17

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Angora

Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Angora »

Ja, das wäre wesentlich besser gewesen. Wie gesagt, ich hab seitdem immer die bescheuerte Angst, dass jemand das JA ruft. Grad als ich noch Alleinerziehende in der Ausbildung war, da wurd man so schnell abgestempelt!
Und ich denke, wenns so ist wie Rilke es schildert, dann hat die Mutter eh schon Sorgen en masse.... Und dann ist es umso wichtiger, in welchem Ton UND zu welcher Gelegenheit man mit ihr redet.
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rilke
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Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von rilke »

Dank euch mal..
Also von ihren manisch-depressiven Phasen weiß ich sicher, aus erster Quelle, das es stimmt. Da ruckelt nix dran.

Die Sache ist die,
Das Mädel ist jedes Wochenende stundenlang bei uns! Isst hier oft Mittag, Abend oder zwischendurch..
Dann Düsen die 2 Mädels (meine Tochter also mit) rüber zu denen für kurze zeit usw..
Wechselt sich quasi ab, mehr bei uns eben.
De Mutter arbeitet 2 Tage die Woche und sieht an diesen Tage ihre Tochter gar nicht.
Ja, sie ist überfordert und verkrümelt sich die anderen Abende zum sporteln. Der Gatte ist ja oft weg, daher hat sie dann ne Babysitterin.
Sie unternimmt auch nie was mit dem Mädel..nie! Der ist total langweilig und dann Stacheln die sich eben hoch.
Mit d Mutter hab ich jetzt nicht sooooo den Super Draht, grad weil ich deren Vorgehen Null und niente gut heiße.
Wir unterscheiden uns quasi in allem und ich lasse die kleine trotzdem oder grad deswegen zu uns.
Sie merkt, hier ist vieles anders. Sie fühlt sich wohl und ja, sie ist Zuhause sehr anstrengend. Hier aber nicht.

Ich weiß nun nicht, was ich von euch möchte. Ich glaube, ich musste nur mal meine Gedanken sortieren oder so.
Mir tut das Kind schon leid. Doch, ja.
Ud ich sag's mal ganz Platt, da ich's echt nicht kapier, ich versteh nicht, wie einem ein Kind too much sein kann, wenn man es wirklich nur an 3-4 Nachmittagen die Woche hat und sieht!!!!!!
(Die anderen Tage ist sie wegorganisiert)
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Angora

Re: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von Angora »

Ok, dann hast du ja echt schon ziemlichen Einblick in deren Leben... Oh, echt schwer, da den richtigen Weg zu finden.
zu dem Kind u too much: ich hatte ne Arbeitskollegin, deren Kind von Montag bis Freitag bei den Schwiegereltern lebt u sie war jedesmal froh, wenn das we rum war, weil ihre Tochter ihr zu anstrengend war... Sie hatte sie aus einer sehr unglücklichen Beziehung u es fiel ihr von Anfang an schwer eine gute Bindung zu ihr aufzubauen. Ich fand das immer sehr traurig u schwer nachvollziehbar, aber sie liebt ihre Tochter auf ihre Weise u dennoch fällt ihr alles auch total schwer dabei. Wer weiß also wie es bei deiner Nachbarin ist....
honigtopf2010
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Re: AW: Nachbarstochter weint viel, sag ich was?

Beitrag von honigtopf2010 »

Wenn du eine konkrete Vermutung der KindeswohlGefährdung hast, würde ich eine offizielle Stelle einschalten. Hier kann man das auch anonym. Ansonsten würde ich sowohl Mutter als auch Tochter, jeweils getrennt, Hilfe anbieten. Sagen, was man wahrnimmt, nicht werten oder kommentieren und dann Hilfe anbieten.
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
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