Kann ich total verstehen und finde ich völlig ok. Und zur Stillkultur kann man auch anders beitragen. Durch Stillen, durch Vorbildfunktion. Oder dadurch, dass man sagt "bei mir hats leider nicht geklappt, aber ich finds toll, dass ihr stillt". All das ist für mich Stillkultur- eine stillfreundliche Umgebung schaffen, Teil davon sein. Kultur ist etwas, das uns alle umfasst, daher können wir alle unseren Teil dazu beitragen. DAfür braucht es keine Ausbildung.Atlasnaja hat geschrieben:Aber wenn ich ehrlich mit mir bin, dann könnte ich mich nicht genug distanzieren und abgrenzen, deswegen wäre es für mich wohl leider nichts, auch wenn es mich interessieren würde und ich gern zur Verbesserung der "Stillkultur" in Deutschland beitragen würde.
Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Das hast du schön gesagt, Mondenkind! Ich tue mein Möglichstes!
Und das glaube ich sofort:
Im Gespräch sollte sie ja schon irgendwann Vertrauen in die Kompetenz einer Stillberaterin fassen. Ist man einfach nicht die richtige Person zum Beraten dieser Mutter gewesen? Verbucht man es als "Misserfolg"? Oder hat man sein Bestes getan, die Fakten präsentiert und es ist einfach die Entscheidung der Mutter?
Ähm, gehört das schon zum "Missionieren-Wollen"?
Es scheint mir einfacher zu sein, eine bewusste Entscheidung der Mutter zu akzeptieren ("Ich will abstillen, ich mag nicht mehr.") als Unwissenheit ("Ich muss die Flasche geben, weil die Physiotherapeutin meiner Tochter sagt, ab dem 4. Monat reicht die Milch nicht.")
Ich meine speziell in der Beratungssituation. Im Privatleben halte ich mich zurück (muss ich ja auch).
Nochmal zu den Fachthemen: Wenn Relaktation und Gedeihstörungen schon Spezialwissen sind, weshalb kommen i.d.R. die Mütter zur Stillberatung? OK, Milchstau, Brustentzündung, Soor (da verweist man jeweils auf Ärzte und Medikamentation oder kühlt). Stillbeginn (richtiges Anlegen). Und dann?
Ich würde doch Relaktation und Gedeihstörungen zu den "klassischen Themengebieten" zählen, oder nicht?
Und das glaube ich sofort:
Aber abgesehen vom "Missionieren-Wollen": Wie kommt man zur Mutter durch? Wenn ihre Hebi beispielsweise einen 4-Stunden Rhythmus in den Kopf gepflanzt hat und sie einfach nicht glauben mag, dass Stillen nach Bedarf besser fürs Kind und besser für Mamas Nerven sind?Mich macht Stillberatung glücklich.
Im Gespräch sollte sie ja schon irgendwann Vertrauen in die Kompetenz einer Stillberaterin fassen. Ist man einfach nicht die richtige Person zum Beraten dieser Mutter gewesen? Verbucht man es als "Misserfolg"? Oder hat man sein Bestes getan, die Fakten präsentiert und es ist einfach die Entscheidung der Mutter?
Ähm, gehört das schon zum "Missionieren-Wollen"?
Es scheint mir einfacher zu sein, eine bewusste Entscheidung der Mutter zu akzeptieren ("Ich will abstillen, ich mag nicht mehr.") als Unwissenheit ("Ich muss die Flasche geben, weil die Physiotherapeutin meiner Tochter sagt, ab dem 4. Monat reicht die Milch nicht.")
Ich meine speziell in der Beratungssituation. Im Privatleben halte ich mich zurück (muss ich ja auch).
Nochmal zu den Fachthemen: Wenn Relaktation und Gedeihstörungen schon Spezialwissen sind, weshalb kommen i.d.R. die Mütter zur Stillberatung? OK, Milchstau, Brustentzündung, Soor (da verweist man jeweils auf Ärzte und Medikamentation oder kühlt). Stillbeginn (richtiges Anlegen). Und dann?
Ich würde doch Relaktation und Gedeihstörungen zu den "klassischen Themengebieten" zählen, oder nicht?
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Missionieren wollen ist für mich, jemanden meine Meinung oder meine Sichtweise aufdrängen zu wollen. Oder meinen zu wissen, was richtig ist für jemand anderen. Beraten ist, der Mutter zu sagen, dass es Quatsch ist mit dem 4-Stunden-Rhythmus, die Fakten dazu zu nennen und sie darin zu bestärken, das zu tun, was sie allein für richtig hält. Und natürlich sie dahingehend zu beraten, wie sich sich anderweitig Entlastung schaffen kann, wie sie die anstrengenden Aspekte des Mutterseins für alle verträglich in einen angenehmen Alltag integriert. Ich beabsichtige mit meiner Beratung schon, dass sie möglichst nach Bedarf stillt, klar! Aber wenn ich nicht zu ihr durchdringe, dann ist das so. Das ist kein Versagen meinerseits, noch ihrerseits, dann hat irgendwas nicht gepasst- an welcher Stelle auch immer. So ist das im Leben.klimaforscherin hat geschrieben:Aber abgesehen vom "Missionieren-Wollen": Wie kommt man zur Mutter durch? Wenn ihre Hebi beispielsweise einen 4-Stunden Rhythmus in den Kopf gepflanzt hat und sie einfach nicht glauben mag, dass Stillen nach Bedarf besser fürs Kind und besser für Mamas Nerven sind?
Im Gespräch sollte sie ja schon irgendwann Vertrauen in die Kompetenz einer Stillberaterin fassen. Ist man einfach nicht die richtige Person zum Beraten dieser Mutter gewesen? Verbucht man es als "Misserfolg"? Oder hat man sein Bestes getan, die Fakten präsentiert und es ist einfach die Entscheidung der Mutter?
Ähm, gehört das schon zum "Missionieren-Wollen"?
Was "klassisch" ist, variiert natürlich abhängig vom Klientel. Relaktation gehört nicht zu den "klassischen" Themen, da es schlichtweg im Vergleich zu den anderen Themen eher selten ist. Auch schwere GEdeihstörungen sind zum Glück (!) nicht annähernd so häufig wie die echten Klassiker. Die sind in meinen Beratungen: wunde Brustwarzen, Beikosteinführung, Stillen und Schlafen/nächtliches Stillen/Einschlafbegleitung, Schmerzen beim Stillen, Medikamente beim Stillen, Mastitis. Diese Themen nehmen über 50% in meinen Beratungen ein. Das wird bei anderen Beraterinnen anders sein. Ich bin IBCLC, also prädisponiert für eher medizinische Probleme. Ich wohne und arbeite in einem ausgesprochen alternativen Umfeld, in meinem Stillumfeld sind regelmäßig Stillkinder deutlich über 1, die Mütter sind oft gut informiert, eher gebildet, Nichtraucherinnen... Wenn ich eine Stillgruppe in einem sozialen Brennpunkt hätte, dann sähe das bestimmt anders aus.klimaforscherin hat geschrieben:Nochmal zu den Fachthemen: Wenn Relaktation und Gedeihstörungen schon Spezialwissen sind, weshalb kommen i.d.R. die Mütter zur Stillberatung? OK, Milchstau, Brustentzündung, Soor (da verweist man jeweils auf Ärzte und Medikamentation oder kühlt). Stillbeginn (richtiges Anlegen). Und dann?
Ich würde doch Relaktation und Gedeihstörungen zu den "klassischen Themengebieten" zählen, oder nicht?
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Ja, da kann ich mich mondenkind kompett anschließen. In Ergänzung noch:
Stillmanagement
Schmerzen beim Stillen/wunde Brustwarzen
Milchstau und Brustentzündung
Stillpositionen
Beikost
Koliken/Schrei- und Schlafverhalten
Abstillen
Milch gewinnen /Erwerbstätigkeit
Also das müssen aus "fachlicher" Sicht nicht immer die riiiiesen Probleme sein, ganz sicher nicht - aber für die Mütter sind das die wesentlichen Themen, Fragen oder Unsicherheiten.
LG
Julia
Nein, klassische Themengebiete im Sinne von "kommt am häufigsten vor" und "ist Bestandteil der Grundausbildung" sind eher Dinge wie:Ich würde doch Relaktation und Gedeihstörungen zu den "klassischen Themengebieten" zählen, oder nicht?
Stillmanagement
Schmerzen beim Stillen/wunde Brustwarzen
Milchstau und Brustentzündung
Stillpositionen
Beikost
Koliken/Schrei- und Schlafverhalten
Abstillen
Milch gewinnen /Erwerbstätigkeit
Also das müssen aus "fachlicher" Sicht nicht immer die riiiiesen Probleme sein, ganz sicher nicht - aber für die Mütter sind das die wesentlichen Themen, Fragen oder Unsicherheiten.
LG
Julia
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Mir ist noch was zum Thema eingefallen, ich hab viel über den interessanten Gesprächsverlauf hier nachgedacht.
Falls das Eure Sorge ist, dass Ihr Euch verstellen müsst bei der Beratung... Ganz bestimmt nicht. Ich halte mich für relativ tolerant und kriege das auch objektiv so bestätigt aus meinem Umfeld. Aber ich hab definitiv meine Grenzen und die zeige ich auch auf. Ich mach jetzt nicht alles mit bei Beratungen, wollte ich nochmal sagen, falls das anders rüber kam. Und wenn man sich verschiedene Stillgruppen anschaut, dann ist da auch ganz unterschiedliches Klientel, das hängt sehr von der Gruppenleiterin ab. Es gibt bestimmt Frauen, die mit gewissen Problemen eher nicht zu mir kommen, weil sie die Art oder die Richtung oder wasauchimmer in meiner Beratung gerade für ihr momentanes Problem nicht passend finden. Und das ist völlig normal und ok so. Also, noch als Nachtrag von mir: Missionieren- Nein, aber Authentisch bleiben- Immer!
Falls das Eure Sorge ist, dass Ihr Euch verstellen müsst bei der Beratung... Ganz bestimmt nicht. Ich halte mich für relativ tolerant und kriege das auch objektiv so bestätigt aus meinem Umfeld. Aber ich hab definitiv meine Grenzen und die zeige ich auch auf. Ich mach jetzt nicht alles mit bei Beratungen, wollte ich nochmal sagen, falls das anders rüber kam. Und wenn man sich verschiedene Stillgruppen anschaut, dann ist da auch ganz unterschiedliches Klientel, das hängt sehr von der Gruppenleiterin ab. Es gibt bestimmt Frauen, die mit gewissen Problemen eher nicht zu mir kommen, weil sie die Art oder die Richtung oder wasauchimmer in meiner Beratung gerade für ihr momentanes Problem nicht passend finden. Und das ist völlig normal und ok so. Also, noch als Nachtrag von mir: Missionieren- Nein, aber Authentisch bleiben- Immer!
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
Sei ein Mensch! M. Reif
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Wichtig scheint ja auch: sich abgrenzen. Fremde Probleme nicht zu eigenen zu machen. Ist das nicht so beim Helfersyndrom?
Aber eben an anderer Stelle doch Offenheit für die Probleme. Ein offenes Ohr.
Aber eben an anderer Stelle doch Offenheit für die Probleme. Ein offenes Ohr.
Grüße
klimaforscherin
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
So ist es mit Sicherheit. Jedoch hab ich definitiv kein Helfersyndrom, daher hab ich leicht redenklimaforscherin hat geschrieben:Wichtig scheint ja auch: sich abgrenzen. Fremde Probleme nicht zu eigenen zu machen. Ist das nicht so beim Helfersyndrom?
Aber eben an anderer Stelle doch Offenheit für die Probleme. Ein offenes Ohr.
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Danke, dass Ihr so toll von Euren Erfahrungen schreibt.
Ich lerne auch mit jedem Eurer Texte was dazu: übers Stillen, aber auch über Offenheit und Klarheit oder Humor und Gelassenheit.
Ich muss es mir weiter durch den Kopf gehen lassen.
Spielt auch ne Rolle, dass ich Angst habe mich zeitlich zu übernehmen (habe das auch schon durch; sieht mein Freund auch ein wenig skeptisch, weil beide so zeitlich intensive Jobs).
Gleichzeitig merke ich, wie sehr mich das Muttersein, das Stillen, AP glücklich macht. (Hab das auch letztens einige Male von Bekannten als Feedback bekommen.) Das würde ich gerne weitergeben.
Und wie glücklich es mich macht, wenn ich in der Stillgruppe Mut machen kann auf die eigene Zuversicht und Milch zu Vertrauen.
Ich lerne auch mit jedem Eurer Texte was dazu: übers Stillen, aber auch über Offenheit und Klarheit oder Humor und Gelassenheit.
Ich muss es mir weiter durch den Kopf gehen lassen.
Spielt auch ne Rolle, dass ich Angst habe mich zeitlich zu übernehmen (habe das auch schon durch; sieht mein Freund auch ein wenig skeptisch, weil beide so zeitlich intensive Jobs).
Gleichzeitig merke ich, wie sehr mich das Muttersein, das Stillen, AP glücklich macht. (Hab das auch letztens einige Male von Bekannten als Feedback bekommen.) Das würde ich gerne weitergeben.
Und wie glücklich es mich macht, wenn ich in der Stillgruppe Mut machen kann auf die eigene Zuversicht und Milch zu Vertrauen.
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]
Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]
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jusl
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Wenn ich dazu von mir berichten darf: DAS ist nach meinem Empfinden NICHT das Schwierige an Stillberatung.Aber abgesehen vom "Missionieren-Wollen": Wie kommt man zur Mutter durch? Wenn ihre Hebi beispielsweise einen 4-Stunden Rhythmus in den Kopf gepflanzt hat und sie einfach nicht glauben mag, dass Stillen nach Bedarf besser fürs Kind und besser für Mamas Nerven sind?
Das Spektrum, das mir zum Überzeugen (nicht Überreden, sondern Überzeugen!..) zur Verfügung steht, ist sehr breit. Von einem Schrank voller sachlicher Fachliteratur, in der ÜBERALL drinsteht wie's geht (Stillen nach Bedarf usw) einerseits, bis zur ganz persönlichen Ansprache auf der Gefühlsebene andererseits (manchmal reicht ein ANTIPPEN mit der kleinen Fingerspitze an der richtigen Stelle, und die Mutter "bricht komplett auf"...).
Also das sind wirklich viele Werkzeuge, die mir da zur Verfügung stehen. Durch Empathie und Erfahrung lernt man, wann bei wem welches gut passt.
LG
Julia
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Mondenkind
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Re: Stillberaterin der IBCLC, LLL oder AFS
Stimmt, überreden war das Wort das ich weiter oben suchte...
Gehe es gleich mal ändern...
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