Jetzt also für Euch unseren Mut-Mach-Bericht für Sturkopfeltern:
Mein Großer mit 3 1/4 hätte zwar problemlos aufs Klo gehen können, aber der Sturkopf wollte seine Windel. Ohne Windel gabs nur Theater. Nur fürs Planschbecken war er tagsüber ohne unterwegs. Kackern? Jeden Mittag nach dem Essen, aber bitte nicht ins Klo, sondern in die Windel und dabei Spielen. Dann las ich irgendwo was über willensstarke Kinder. Man soll ihnen wichtige Entscheidungen einmal bestimmt und rechtzeitig ankündigen, danach das Thema nicht mehr selbst ansprechen, aber ab dem vereinbarten Stichtag umsetzen. So können sich die Kinder mental drauf vorbereiten und wissen, was auf sie zukommen wird. Erschien mir logisch, also haben wir es probiert (uns blieb ja auch nix anderes übrig...).
In der letzten Krippenwoche vor den Ferien haben wir am Dienstag das kommende Ereignis angekündigt: Am Freitag gibts nach dem letzten Krippentag eine kleine Ferienfeier zum KiGa-Start. Und zum KiGa gehört auch das Weglassen der Windel (was mir mein Sohnemann selber ein paar Tage vorher mit aufgezählt hat). Sohnemann hat geguckt, wie wenn er es vorher schon gewusst hätte was auf ihn zukommt. An besagtem Freitag gabs dann die Feier mit kleinem Feriengeschenk, allen neuen KiGa-Sachen (Tasche, Turnbeutel etc.). Ab Samstag früh gabs keine Windel mehr. Und es hat funktioniert! Unglaublich aber wahr, seit einem Monat ist der kleine Mann ohne Windel unterwegs, und wir haben höchstens zwei oder drei kleinere "Unfälle" gehabt. So einfach hätte ich mir das nicht vorgestellt!
Nach zwei Ferienwochen begann dann der KiGa. Sohnemann ging ja vorher woanders in die Krippe, war also an Fremdbetreuung gewohnt. Aber andere Räumlichkeiten, neue Erzieherinnen, viel mehr Kinder etc. haben ihn ganz schön geschafft. Unser KiGa legt glücklicherweise Wert auf eine sachte Eingewöhnung (zwar ohne Eltern, aber langsam, sanft und liebevoll). Die erste Woche blieb er bis vor dem Mittagessen, anfangs war ich noch ca. 20 min mit dabei, bis ich gehen durfte. In der zweiten Woche blieb er erst bis nach dem Essen, nachdem das klappte bis nach der Mittagsruhe. Jetzt, in der dritten Wochen, ist er dort "angekommen", darf bis Nachmittags bleiben. Ihm gefällt es dort, die Eingewöhnung wäre also auch geschafft. Ganz lieb verabschiedet er sich (meistens) von seiner kleinen Schwester und mir mit einem (oder zwei oder drei) Küsschen.
Noch vor einem Monat hätte ich das nie geglaubt, dass der Übergang von windeltragendem Krippenkind zum selbstbewußten KiGa-Kind so selbstverständlich ablaufen kann. Mein Großer hat in den Wochen einen richtigen Reifungsprozess durchlaufen. Nur leider wird er dabei auch immer frecher