Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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rosenmädchen
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Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von rosenmädchen »

Hallo,

mein Sohn trinkt noch 2-3Mal täglich MuMi und ich möchte ihn auf keinen Fall zum Aufhören zwingen.
Meine FA liegt mir schon die ganze Zeit in den Ohren, dass ich meinem Körper schade und unbedingt abstillen muss.
Ich möchte aber eher versuchen, dass über die Ernährung auszugleichen.
Aus der Bibliothek ein paar Bücher zum Thema "Ernährung in der Schwangerschaft" ausgeliehen, das steht aber nichts wirklich hilfreiches drin. Das meiste ist nicht alltagstauglich und auch kein Familienessen. Manches widerspricht sich auch, z.B die empfohlenen Mengen an Eiweiß/Tag, etc.
Bin dankbar für Vorschläge, hoffentlich kennt sich hier jemand besser aus.

Vielen Dank
Rosenmädchen mit Sohn (4/11) und Februarkind im Bauch (ET 12.2.2013)
bertilla
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Re: Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von bertilla »

Begründet deine FA das irgendwie? Also inwiefern du deinem Körper schadest? Wegen der neuen Schwangerschaft etwa? Dazu findest du hier im Forum bestimmt Infos, auch von anderen Frauen, die während der Schwangerschaft weiter gestillt haben (oder auch nicht). Geh mal auf die Suchfunktion. Und Kopf hoch! Hier meldet sich bestimmt noch jemand, der wirklich fundierte Auskünfte dazu geben kann.
Mama seit 05/2012
rosenmädchen
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Re: Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von rosenmädchen »

Ja meine FA sagt das übliche, was man auch in diverser Literatur findet, dass man beim Stillen in der Schwangerschaft besonders auf seine Ernährung achten muss, weil alle wichtigen Nährstoffe und Reserven erst an das Ungeborene und das Stillkind gehen und dem Körper der Mutter entzogen werden.
Sie meint,das kann man eigentlich nicht praktisch umsetzen und ich tue mir damit langfristig keinen Gefallen, weil meinem Körper wichtige Ressourcen verloren gehen.
Ich weiß aber, auch von dem was ich in diesem Forum lese, dass es nicht so schlimm ist. Meine Blutwerte sind auch gut.
Gesucht habe ich schon, bin aber nicht so wirklich fündig geworden.
Rosenmädchen mit Sohn (4/11) und Februarkind im Bauch (ET 12.2.2013)
jusl
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Re: Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von jusl »

Hallo Rosenmädchen,

also hier würden sicher zahlreiche Leserinnen widersprechen:
Sie meint,das kann man eigentlich nicht praktisch umsetzen und ich tue mir damit langfristig keinen Gefallen, weil meinem Körper wichtige Ressourcen verloren gehen.
- selbstverständlich lässt sich gesunde Ernährung "praktisch umsetzen", und für besonders erhöhten Nährstoffbedarf gibt es Nahrungsergänzungsmittel.

In der Schwangerschaft empfielt die DGE eine erhöhte Zufuhr an bestimmten Nährstoffen (v.a. Folsäure, Jod, Eisen, B-Vitamine und Eiweiß). Für die Stillzeit finden sich in manchen Quellen ähnliche Angaben, häufig aber auch keine konkreten Werte, denn "stillend" umfasst eben viel - das Vollstillen von Mehrlingen genauso wie das gelegentliche Stillen eines Kleinkindes - es liegt auf der Hand, dass diese beiden "Extreme" einen höchst unterschiedlichen Mehrbedarf zur Folge haben. Als gesichert gilt, dass der Calciumbedarf in der Stillzeit erhöht ist, und dass Calcium grundsätzlich NICHT zu den kritischen Nährstoffen gehört (der Calciumbedarf, auch ein erhöhter, lässt sich recht leicht über normale Ernährung mit Milch, Käse usw. decken).

Fazit: Auf abwechslungsreiche, hochwertige Ernährung achten, und der Schwangerschaft wegen diejenigen Nährstoffe ergänzen, die gemeinhin als kritisch gelten, siehe oben. Damit ist auch eine schwanger-stillende oder tandemstillende Mutter bestens versorgt. Ich kenne keine Belege dafür, dass dabei irgendwelche wichtigen "Ressourcen verloren gingen" (welche sollen das sein?!?) .

Davon abgesehen: wem nützen Angaben wie: "pro Tag 52 g Eiweiß"? Gibt es wirklich Leute, die meinen, ihr Essen auf diese Weise abwiegen und berechnen zu können? Ich hoffe nicht. ;-) Das hat mit normalem Ernährungsverhalten nichts zu tun. Das Wissen über "eiweißreiche Lebensmittel" hingegen hat praktischen Nutzen: wenn man weiß, dass hochwertiges Eiweiß z.B. in Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchten und Eiern steckt, kann man entscheiden, aus diesen Lebensmittelgruppen täglich etwas zu essen, einfach im Rahmen der ganz normalen Familienkost. Sich gut zu ernähren, ist im reichen Europa problemlos möglich. Und Eisen und Folsäure gibt's als Kapseln, ganz easy. Hier kann man einfach nach den offiziellen Empfehlungen gehen.

LG
Julia
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klimaforscherin
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Re: Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von klimaforscherin »

Ein ganz kurzer Erfahrungsbericht:
Ich ernähre mich, sagen wir mal, ganz gut abwechslungsreich. Nicht übermäßig, aber alltagstauglich.
Als der Wetterfrosch ca.20 Monate alt war, hat ein HA ein groooßes Blutbild gemacht. ALLE Werte waren top! Ganz überrascht sagte er: "Sie sind ja gesund!"
Und: abwiegen/messen ist echt doof.
Mit: "von allem etwas essen, immer mal wieder etwas anderes, oft mal etwas frisches, die üblich als eher ungesund bekannten Lebensmittel selten essen." fahre ich ganz gut.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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majaluna
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Re: Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von majaluna »

Vielleicht hilft Dir mein kleiner persönlicher Erfahrungsbericht weiter:
Ich bin gerade in den letzen Wochen (36.) mit meinem dritten Kind schwanger. Mein Sohn ist 27 Monate alt und trinkt noch zwei mal täglich an der Brust (zum Mittagsschlaf und Abends).
Während der ganzen Schwangerschaft habe ich keine klassische Nahrungsergänzung genommen. Also keine zusätzlichen isolierten Vitamine, etc.
Zwischen der 20. und 25. Woche habe ich einen heftigen Grippe-Virus gehabt, der mich ziemlich umgehauen hat. Das war die einzige Zeit, wo ich die körperliche Belastung durch Schwangerschaft und gleichzeitiger Stillzeit als extrem empfunden habe. Währenddessen und dannach habe ich eine Zeit lang Schlehenelexier von Weleda genommen und regelmäßig Kräuterblut-Saft.
Mein Blutbild und hb waren die ganze Schwangerschaft über unauffällig. Ich denke, meine Ernährung ist eine recht ausgewogene Mischkost. Wenn ich spezielle Vorlieben hatte - z.B eine Zeit lang viel Appetit auf Spinat oder später Pellkartoffeln, dann habe ich mich instinktiv danach ernährt. Jeden morgen esse ich als erstes ein paar geschälte Mandeln. Zwischendurch immer mal wieder ein paar Wildkräuter aus dem Garten - aber nicht regelmäßig. Mein Mann ist da eher hinterher zaubert dann damit einen tollen Kräuterquark.
Ansonsten trinke ich häufiger als vor der Schwangerschaft mal einen Latte Macchiato oder auch Cola. Zucker und Koffein beeinflussen meinen Kreißlauf sehr positiv:-)
Zwischendurch hatte ich deswegen Bedenken, aber meine Hebamme hat mir dabei geholfen, diesen Genuss auch wirklich genießen zu können. Damit geht es mir gut und meinem Kind auch.
mit der großen Prinzessin 09/2006, Juno* im Herzen 06/2009, dem kleinen Bauarbeiter 06/2010 und dem süßen Wurzelzwerg 09/2012
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klimaforscherin
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Re: Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von klimaforscherin »

Noch zur Nahrungsergänzung: Letzten Winter habe ich öfters mal eine Vigantolette genommen und Jod.
Dann habe ich zu Folsaeure/Jod gewechselt und jetzt gibt es nur noch Jod, bei Bedarf Magnesium.
Eisenwerte sind super bei mir. Die miserable Ernährung im Mai/Juni (viel Fastfood und Suesses) habe ich gezwungenermaßen auf eine gute umgestellt.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

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Beccy
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Re: AW: Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von Beccy »

Mir ist auch schon oft die Meinung begegnet, dass stillen angeblich "auslaugt". Aber auf Nachfrage konnte mir niemand eine echte Quelle dafür nennen.
Mein FA hat damals zu Beginn der zweiten Schwangerschaft gesagt "Sie stillen noch? Das ist kein Problem, sie brauchen wegen der Schwangerschaft auch nicht aufhören"
Und mein FA ist der örtliche Spezialist für Risikoschwangerschaften, daher habe ich da seinem Urteil gerne vertraut.
Liebe Grüße von Beccy mit dem Mariekäferchen 01/09 und dem Küken 08/10

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rosenmädchen
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Re: Ernährung beim Stillen in der Schwangerschaft

Beitrag von rosenmädchen »

Vielen Dank für die Antworten.
Also am Stillen wollte ich erstmal gar nichts ändern. Ich habe meinen Kleinen schon nachts abgestillt und interessanter Weise hat er danach auch wirklich durchgeschlafen, davor hat er mindestens alle 2 Stunden getrunken. Aber seit er in der Nacht nicht mehr trinkt, gefällt mir das Stillen wieder und ich sehe auch keine Probleme das beizubehalten. Außerdem habe ich das Gefühl wir sind uns so ein bisschen näher. Tagsüber sehen wir uns 8-10 Stunden nicht.
Nahrungsergänzungsmittel nehme ich gemäß den Empfehlungen, auch beim wenig Stillen habe ich Folio genommen, weil ich sowieso eher zu wenig Jod als zu viel habe.
Und Ernähren tue ich mich normal, nicht übermäßig gesund, aber auch wenig FastFood.
Rosenmädchen mit Sohn (4/11) und Februarkind im Bauch (ET 12.2.2013)
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