Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

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greenie bird
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Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von greenie bird »

Potsdame hat geschrieben:ich finde es gut, dass du dir betreuungsalternativen suchst! denn ich finde auch, dass allein mit mama keine optimale umgebung für ein kind ist! mein kind liebt den kindergarten und was du beschrieben hast, ist bei uns nicht der fall. die eingewöhnung kann natürlich stressig sein. und natürlich leiden die kinder da auch unter einem trennungsschmerz. aber da sind im idealfall die erzieher da um das kind zu begleiten und zu trösten. und irgendwann verstehen die kinder auch, dass mama wiederkommt. dass sich da ins spiel der kinder eingemischt wird, wundert mich. was machen die denn da?

ich finde diese extreme fixierung auf bindung immer etwas befremdlich. was ist deine angst? dass dein kind keine freunde haben wird, weil es in der krippe mal geweint hat? ich glaube kaum, dass es da so einen direkten zusammenhang gibt. letztendlich würde eine dauerhafte isolation deines kindes das eher bewirken und vor allem ein zwanghaftes immer zu hause behalten wollen.
Ich z.B. habe meine Kinder nicht so lang bei mir, weil ich damit etwas bestimmtes erreichen will oder bezwecke. Sondern, weil es mir Unbehangen bereitet und ich nicht das Gefühl habe, dass unsere Aktivitäten nicht ausreichend waren. Ich möchte einfach, besonders wenn sie noch klein sind, möglichst viele schöne Momente mit meinem Kind erleben. Bei den ersten Schritten dabei sein, die ersten Worte hören etc. Wenn ich nicht arbeiten gehen muss, gibt es für mich keinen Grund mein Kind eher abzugeben- auch eine Eingewöhnung sollte wohl nicht stressig sein...ich mag den Gedanken aber auch nicht den Teil meiner Bindung mit einer Erzieherin zu teilen, ich möchte mein Kind verstehen und in seiner Mimik lesen können, wissen was es bewegt.
Ich gebe zu, dass ich mich vor einem gewissen Altern von meinen Kindern gar nicht trennen möchte.
Nicht jeder hat das Bedürnis, weil wir ja alle unterschiedlich sind- so auch unsere Kinder.


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Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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greenie bird
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Beitrag von greenie bird »

***super halben Satz vergessen: Also es bereitet mir Unbehagen nicht bei meinem Kind zu sein. ;)


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Petra40
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Re: Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von Petra40 »

Ich kann dieses Unbehagen ganz gut verstehen - und würde auch mach diesem Gefühl handeln. Gibt es in eurer Umgebung vielleicht eine Familienbildungsstätte? Die haben häufig ganz tolle und vielfältige Angebote.
weeka
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Re: Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von weeka »

greenie bird hat geschrieben: ich mag den Gedanken aber auch nicht den Teil meiner Bindung mit einer Erzieherin zu teilen, ich möchte mein Kind verstehen und in seiner Mimik lesen können, wissen was es bewegt.
Ich gebe zu, dass ich mich vor einem gewissen Altern von meinen Kindern gar nicht trennen möchte.
Nicht jeder hat das Bedürnis, weil wir ja alle unterschiedlich sind- so auch unsere Kinder.
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hmm, warum kann denn das kind keine bindung zu dir haben und gleichzeitig eine zu der erziehering, eine zum papa usw? es ist natürlich schön diese mama-exklusivität zu haben, nur wenn man eine sichere bindung zum kind als mutter hat, geht diese nicht sofort kaputt, wenn weitere personen dazukommen. voraussetzung ist natürlich, dass die sonstige betreuung gut ist. früher oder später werden andere personen im leben des kindes wichtig werden, es ist also ein abnabelungsprozeß...

ich finde allerdings aber auch nicht, dass die elterninitiative sich gut anhört. ich würde da einfach weitergucken, ob du etwas besseres findest.
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greenie bird
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Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von greenie bird »

ich bin ja nicht die Thread Starterin- meine Tochter ist im KiGa.
Mein Mann darf gern genauso eine gute Bindung haben, wie ich oder irgendjemand aus unserer Familie, aber Erzieher gehören nicht zu ihr. Klar, verbringen unsere Kinder einen großen Teil dort, aber deshalb finde ich auch die Zeit schön, die wir haben. Ich habe niemals geschrieben, dass ich ausschließliche Mutter- Kind- Beziehungen ideal finde. Jedenfalls habe ich das nicht gemeint- nur dass ich meine kleinen Kinder gern um mich habe und dabei nicht, das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt und mir auch nicht.
Was ist, denn wenn ein Kind 8 Std. in der Krippe verbringt, morgens zwei Stunden vor dem Bringen und Abends noch vier zu Hause hat. Das Kind muss sicher nicht unglücklich sein, aber irgendwann kommt es aus der Krippe in die KiTa, dann in die Schule...und wenn es dann immer wieder wichtige Bezugspersonen verliert, wie fühlt sich das an? Ich möchte gern die Hauptkonstante sein, aber wie erwähnt, das nur nebenbei- ich genieße einfach mein Kind. Das ist der Hauptgrund.


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rueckenwind
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Re: Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von rueckenwind »

Ich kann Greenie Birds Gedanken sehr gut nachvollziehen!
Meine Tochter ist ja erst 15 Monate alt, aber der Gedanke daran, dass sie irgendwann (spätestens im Schulalter) einen Großteil der Zeit nicht mit uns verbringen wird, finde ich irgendwie seltsam und kann mir das noch gar nicht so recht vorstellen. Vermutlich werde ich in eine solche Situation nur langsam hineinwachsen. Das heißt aber nicht, dass ich meinem Kind keine festen Bindung zu anderen Menschen wünsche...gleichzeitig denke ich, dass wir Eltern als unmittelbare enge Bezugspersonen zur Zeit noch absolut ausreichend sind.
Momentan finde ich unsere Aktivitäten noch genügend, wir müssen uns nur bald noch mehr um Kontakt zu ähnlich alten Kindern bemühen, was ich, als Kurs- und Gruppenmuffel auch nicht so unkompliziert finde. Ob und wann man sich für sein Kind eine "Fremdbetreuung" vorstellen kann, hängt wohl auch einfach von dem ab, was man selbst erlebt hat. Ich habe bis zum Alter von 3 Jahren meine Tage mit meinem Bruder zusammen zuhause verbracht - in den 80ern auf dem Dorf in den alten Bundesländern war das meist auch alternativlos - hier (in Leipzig) muss ich immer wieder erklären, warum meine Tochter weder Krippe noch Tagesmutter besucht und dies auch nicht zeitnah geplant ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mein Kind, das noch nicht spricht und gerade erst anfängt zu laufen in einer größeren Gruppe, mit nur ein oder zwei Betreuerinnen gut aufgehoben ist. Außerdem fände ich es schade nur vergleichsweise wenig Alltag tagsüber zu teilen und eventuell bei vielen ersten Malen nicht dabei zu sein. Eine "Eingewöhnungsphase", von der viele Eltern berichten, würde sich für mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht richtig anfühlen und schreckt mich auch ab.
Dies heißt aber nicht, dass ich anderen Eltern vorwerfe, die falsche Entscheidung zu fällen - ich treffe damit ja nur eine Wahl für mich und mein Kind und sage nicht, dass nur unser Weg der richtige sein kann.

Ich finde es schade, dass derartige Entscheidungen über die private Lebenssituation immer wieder zur Diskussion stehen und man sich regelmäßig rechtfertigen muss (egal welchen Weg man wählt)!
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Potsdame
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Re: Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von Potsdame »

rueckenwind hat geschrieben: Dies heißt aber nicht, dass ich anderen Eltern vorwerfe, die falsche Entscheidung zu fällen - ich treffe damit ja nur eine Wahl für mich und mein Kind und sage nicht, dass nur unser Weg der richtige sein kann.

Ich finde es schade, dass derartige Entscheidungen über die private Lebenssituation immer wieder zur Diskussion stehen und man sich regelmäßig rechtfertigen muss (egal welchen Weg man wählt)!
es hört sich aber meistens so an. "mein kind ist noch so klein, das darf nicht abgegeben werden" automatisch gibt man damti anderen müttern das gefühl, dass sie falsch handeln, wenn sie ihr kind schon abgeben. es ist äußerst selten der fall, dass die mütter einfach sagen ICH bin noch nicht so weit, mein kind abzugeben.

@greenie bird: das mama die haupbezugsperson ist, steht doch außer frage. daran ändert auch eine krippe nicht. und wer sagt, dass kinder dort immer von 8 bis 8 betreut werden? wir haben z.b. eine betreuungszeit von 6 stunden, davon sind 2 stunden mittagsschlaf. und ich glaube sehr wohl, dass es für das kind nur gut sein kann, wenn es mit anderen menschen außerhalb der familie zusammen ist. und ein kind kann sehr wohl unterscheiden, ob diese menschen zur familie gehören oder nicht. letztendlich macht jeder in der erziehung fehler. niemand macht alles richtig. nur dadurch, dass ein kind von unterschiedlichen menschen betreut wird, relativieren sich die fehler, ist meine meinung. deswegen ist eine gute kita potentiell gut fürs kind.
Mops kam im Juli 2010 und wurde lange getragen und gestillt. Jetzt fährt er lieber Laufrad und will sich seine Milch unbedingt selbst eingießen :-)

Wieviel Erdbeereis muss der Mensch noch essen, dass er endlich einmal sagt, ich bin dafür?
(Am Ende denk ich immer nur an dich, Element of Crime)
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rueckenwind
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Re: Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von rueckenwind »

Aber ich werd doch auch sagen dürfen, dass ich finde, dass mein Kind/ oder auch Kinder in dem Alter generellselten oder noch nicht so weit sind!
Es geht ja hier um MEINE Familie - und wenn andere in meinen Entscheidungen einen Vorwurf ihre eigenen betreffend sehen, dann tut mir das zwar ein bisschen leid, aber ich habe keine Lust, mich damit näher auseinanderzusetzen. Und ja - ich persönlich kann nicht sehen, was für (m)ein Kind momentan in einer Krippen-Betreuung besser wäre als zuhause und finde den Gedanken unschön wenn ein Kind, das noch nicht spricht und kaum läuft bei (erst mal) Fremden abgegeben wird. Das heißt doch aber nicht, dass ich automatisch andere kritisiere, wenn sie zu anderen Schlüssen (bezüglich ihren eigenen Kindern, der Betreuungssituation oder der Psycho von Kleinkinder) kommen!
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rueckenwind
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Re: Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von rueckenwind »

noch ein kleiner Nachtrag:
Potsdame: du schreibst ja auch recht allgemein, dass du Krippe tendenziell für Kinder besser findest - soll ich mich darüber jetzt aufregen, nur weil ich es anders sehe und mich kritisiert fühlen?

Ich will nur einfach, dass ich in meiner Einschätzung für mich und meine Familie ernst genommen werde und mich nicht permanent rechtfertigen muss.
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Re: Thema Bindung, Kleinkindbetreuung

Beitrag von weeka »

rueckenwind hat geschrieben:
Ich finde es schade, dass derartige Entscheidungen über die private Lebenssituation immer wieder zur Diskussion stehen und man sich regelmäßig rechtfertigen muss (egal welchen Weg man wählt)!
es wirft keiner dem anderen etwas vor. es ist vll. oft einfach nicht genau genug formuliert. die threadstarterin hat im titel: thema bindung und kleinkindbetreuung stehen. und ich frag mich dann immer, was man dann hören möchte? oder ist es dann einfach das schlechte gewissen, das man loswerden möchte? dann muss man sich daraufeinstellen, etwas zu lesen, was man eigentlich nicht möchte.

wenn man es sich überlegt hat und weder selbst noch das kind so weit sind, dann lässt man das mit der betreuung sein. wenn nicht, dann sucht man nach einer GUTEN betreuungsmöglichkeit. so wie es im titel steht (und es sind immer wieder solche beiträge) ist es missverständlich. möchte die ts sich über bindung und fremdbetreuung austauschen oder über ihre situation und ihre bindung zu ihrem kind. ihre situation und gefühle können wir schlecht beurteilen und verurteilen und auch nicht viel einfluss nehmen. nur wenn es darum geht, wie fremdbetreuung und bindungsverhalten miteinander zusammen hängen, dann kann man da durchaus seine eigene meinung formulieren und die der anderen anhören, ohne sich jeweils wie eine schlechte mutter vorzukommen....rechtfertigungsgründe hat man als mutter immer, da gibt es endlos viele themen.
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