Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Solse
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Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Beitrag von Solse »

Hallo zusammen ;)

ich bin neu hier und hoffe mit meiner Frage(n) hier richtig zu sein. Aber das Haupt"problem" liegt in der Ernährung begründet, glaube ich.

Ich stelle mich erstmal vor: Ich bin Mutter von zwei Kindern, meine Tochter ist 2,5 mein Sohn, 10 Monate alt. Was bei meiner Tochter recht reiblungslos klappte, ist bei meinem Sohn fast noch kein Thema: Der Beikoststart! :D

Er isst tagsüber nicht mehr als 6-10 Teelöffel Brei. Gerne auch deutlich weniger. Dafür stillt er natürlich viel, tags alle 1-2 Std, nachts auch, ab 4 Uhr nachts auch gerne halbstündlich.
Und da liegt auch mein Problem. Er hat noch nie besser geschlafen und ich bin wirklich am Ende meiner Kräfte, daher muss jetzt eine Veränderung her, sonst klappe ich zusammen. Wirklich keine Übertreibung. Ach noch was: Er hat Eisenmangel,(wurde in einem anderem Zusammenhang festgestellt, meine Kia ist noch ganz entspannt, was das Vollstillen angeht). Er bekommt aber seit 3-4 Wochen Eisentropfen, bisher ohne Auswirkung auf sein Essverhalten.

So, vVorgestern Nachmittag hatte ich einen Termin in der örtlichen Stillambulanz bekommen, in einem baby- und stillfreundlichen KH, in dem ich auch geboren habe und mich dort wohlfühle.

Fazit: mein Sohn wird durch die Milch nicht mehr ausreichend gesättigt und holt sich seine Kalorien vorallem nachts. Obwohl er sehr gut gediehen und "gut im Futter" ist, wie auch die Stillberaterin meinte, ist er nachts so unruhig, weil er trotz des auch häufigen Stillens tagsüber (alle 2 Std) nicht genug bekommt. Ich versuche ihm jetzt bei jedem Hunger- bzw Stillzeichen Wasser aus der Flasche/Becher sowie Breie anzubieten. Auch Obst- und Gemüsestücke. Natürlich nicht alles auf einmal, sondern über den Tag verteilt. Tagsüber soll ich nur noch alle 3-4 Std stillen (statt vorher alle 2 Std), nachts ebenso, Von 24.00-6.00 Uhr am besten gar nicht mehr stillen, nur notfalls um 3.00 Uhr nachts noch. Mein Mann soll dann das Baby beruhigen, Schnuller oder Wasser anbieten, Schuckeln, Wiegen etc. Ich soll mich in ein anderes Zimmer legen und versuchen zu schlafen...

Tag 1:
Gestern tagsüber hat er den Brei gut angenommen, nachts war noch wie immer, wir kommen erst in 10 Tagen zu dem "Nachtprogramm". Und außerdem will ich nichts überstürzen und auch der Milchproduktion Zeit geben, hab Angst vor nem Milchstau....

Tag 2:
Heute allerdings hat er wirklch sehr vehement nach der Brust verlangt, obwohl er um 8 Uhr (und davor ja halbstündl) gestillt hat. Aber immer nur sehr kurz. Um 10h hab ich versucht ihn einschlafzustillen, weil seine Nacht sehr kurz war, aber er schlief nicht. Um 12h konnte ich ihn dann ohne zu Stillen hinlegen. War eine Premiere und dauerte noch 5 Minuten, ich habe vorher und nachher auf die Uhr geguckt... :lol:

Jetzt meine Frage:
- Mir tut es so leid um den kleinen Wurm, 10 Monate ist ja noch nicht so alt, oder?, dass er seine "geliebte" Brust nicht mehr so oft bekommt. Ich frage mich, ob das so richtig ist.
- Vorallem ist es mir schleierhaft, wie wir das Stillen des nachts reduzieren sollen, wenn er gerade nachts so oft und vehement danach verlangt. Ich habe schon immer versucht, erst einen Schnuller anzubieten.

Meine Nerven liegen leider auch wirklich blank und ich kann das Weinen und Heulen vom Baby nicht "ertragen". Darum stille ich dann so viel.

Was haltet Ihr von dem Plan? Ich dachte, ihr seid wahrscheinlich alle erfahrene Stillmamas, daher interessiert mich Eure Meinung. Vielleicht hat noch jemand so ein Baby und kann mir aus ihren Erlebnissen berichten?

Ich werde es erstmal tagsüber eine Weile so weiterprobieren, nachts erst am Wochenende in 8 Tagen.

Vielleicht liegt es nur am Schlafmangel aber ich bin total durcheinander und traurig. Habe ja seit 8 Uhr auch erst 2 Mal gestillt - haha - meine Hormone! ;)

Danke, wer bis hierhin geschafft hast, alles zu lesen. Und danke für eine Antwort.
Liebe Grüße, Solse
jusl
Jusl Almighty
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Re: Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich Willkommen hier!

Ich kann Deine zwiespältigen Gefühle zu dem "Plan" aus der Stillambulanz gut nachfühlen. So ganz leuchten sie auch nicht ein - warum sollte ein Baby BESSER mit Kalorien versorgt sein, wenn Du es WENIGER stillst? Ergibt nicht gerade viel Sinn. Insbesondere wenn doch bereits der wahrscheinliche Auslöser für seine Appetitlosigkeit bekannt ist: Eisenmangel. Gut, dass Ihr ihn therapiert, aber das dauert mitunter deutlich LÄNGER als nur 3-4 Wochen, bis sich der Appetit einstellt. Das bedeutet momemtan: Ihr setzt ihn gerade auf Diät. Kein Wunder, dass er da protestiert.
Fazit: mein Sohn wird durch die Milch nicht mehr ausreichend gesättigt und holt sich seine Kalorien vorallem nachts. Obwohl er sehr gut gediehen und "gut im Futter" ist, wie auch die Stillberaterin meinte,
Also DAS ist nun wirklich ein Widerspruch. Entweder ein Baby bekommt genug Kalorien, oder eben nicht. Es ist ausgeschlossen, dass ein gut gedeihendes Baby, das gut im Futter steht, grundsätzlich "nicht ausreichend satt wird". (Wie dick wäre Dein Baby dann bloß, WENN es soviel Nahrung aufnehmen würde bis es SATT wäre? :shock: :lol: ) Eben das ist doch gerade die Definition von "gutem Gedeihen": "gesund sein und genug zu Essen kriegen".
Tagsüber soll ich nur noch alle 3-4 Std stillen (statt vorher alle 2 Std), nachts ebenso, Von 24.00-6.00 Uhr am besten gar nicht mehr stillen, nur notfalls um 3.00 Uhr nachts noch. Mein Mann soll dann das Baby beruhigen, Schnuller oder Wasser anbieten, Schuckeln, Wiegen etc. Ich soll mich in ein anderes Zimmer legen und versuchen zu schlafen...
Sorry, aber das war keine Stillberatung (oder Ernährungsberatung oder Gesundheitsberatung), sondern da habt ungefragt eine Erziehungsberatung bekommen. :runzel "Stillfreundliches Krankenhaus" hin oder her - berücksichtige, dass die Schulungen, die das Personal im Zuge dieser Plakette bekommt, im wesentlichen auf den Stillstart im Frühwochenbett(!) abzielen. Wissen über den Stillstart im Frühwochenbett ist wichtig und ehrenwert, keine Frage, aber dies macht nicht automatisch kompetent für die Belange älterer Stillbabys und Kleinkinder.
Tag 1:
Gestern tagsüber hat er den Brei gut angenommen,[...]
Tag 2:
Heute allerdings hat er wirklch sehr vehement nach der Brust verlangt,
Wahrscheinlich hatte er a) einfach Hunger (welchen Brei gebt Ihr? Viele Breie haben deutlich weniger Kalorien als Muttermilch ;-)) und b) war er bestimmt verwirrt, warum er plötzlich seine geliebten Gewohnheiten verändern soll. Das macht unsicher und damit erst recht anhänglich und quengelig.

Mein Vorschlag:
* Geduld und Gelassenheit. ;-) Jetzt wartet erstmal noch ein paar Wochen ab, bis die Eisenspeicher wieder voll sind. Bestimmt kommt dann der Appetit von ganz allein.
* Bietet nicht unbedingt klassische Babybreie, sondern hochkalorische(!) Nahrung an. Wenn Du dazu nähere Infos wünschst, immer gerne.
* Überlegt UNABHÄNGIG von Eisen und Essen, wie Du Dir die Nächte angenehmer machen könntest. Wie klappt das, wenn Dein Mann sich zeitweise kümmert? Was genau schlaucht beim nächtlichen Stillen? Liegst Du unbequem? Musst Du nachts aufstehen? Kannst Du währenddessen nicht weiterschlafen/dösen?

Was meinst Du dazu?

LG
Julia
Jadzia
Dipl.-SuT
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Re: Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Beitrag von Jadzia »

Hallo


Meine Tochter hat bis zum Alter von 10 Monaten nur genascht. Dann find sie zaghaft mit "essen" an und seit so ca 1-2 Monaten nimmt sie wirklich Mahlzeiten zu sich, sprich ein halbes Gläschen und dann noch Obst, oder ein Kinderschüsselchen mit etwa Reis und Gemüse und danach noch etwas Nachtisch.

Sie war aber Immer am oberen Rand der Kurve und daher hab ich es nicht richtig geschafft mich zu sorgen.

Zwischen dem 5. und dem 10. Monat war der Schlaf katastrophal. Morgens auch mit halbstündlichem Stillen. Ich war fertig.

Und plötzlich ging es dann bergauf. nachts nicht zu stillen habe ich mal zaghaft versucht, aber meine nerven hielten es nicht aus, Inzwischen schläft sie manchmal durch und sonst kommt sie noch 1-2 mal nachts. Es fühlt sich wie ein Wunder an. Als ich an deinem Punkt war, wußte ich auch nicht wie das alles weiter gehn soll. Aber e verändert sich ständig alles. Jusl hat ja schon sehr detailliert erklärt warum die Maßnahmen die das Kh empfiehlt echt gemein sind und noch unter falscher Flagge dazu. Ich würde das nicht aushalten so vorzugehen. ehrlich nicht.


Liebe grüße und bessere Nächte
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Re: Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Beitrag von Wortgewitter »

Huhu!

Mag es sein, dass wir uns kennen?! :D (dann würdest Du mich unter 'prinzi' kennen 8) )

Ich finde diese Empfehlung echt komisch... Was gebt ihr denn für Brei? vielleicht kann er auf anderem Wege zu mehr Kalorien kommen (bin aber nun keine Expertin)?
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

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Ich möchte jemanden einsingen,
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Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
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Solse
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Re: Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Beitrag von Solse »

Lieben Dank Euch allen, besonders Dir, Julia, für die ausführliche Antwort.
Und, ja, Prinzi, wir kennen uns! :D Wie gehts Euch?

Julia, ich glaube die Stillberaterin meinte nicht, dass mein Sohn zu wenig Kalorien bekommt, aber dass er sich eben nachts sehr viele bzw mehr als tagsüber holt, weil er so viel braucht oder so. Macht ja aber nicht einen riesigen Unterschied.

Trotzdem hat mich das Gespräch mit ihr dazu gebracht, meinem Sohn konsequenter und häufiger als bisher Brei bzw Fingerfood anzubieten und seltsamerweise klappt es besser als bisher. Vielleicht habe ich meinen Sohn nicht konsequent genug ernährt, weil ich ständig auch mit meiner Kleinen so beschäftigt bin, dass das Stillen so viel einfacher war...?

Er nimmt ungefähr 2-3 Mal am Tag Brei zu sich, davon jeweils so 6-10 Teelöffel (die natürlich nur viertelvoll sind). Für uns ein riesen Fortschritt. Außerdem bekommt er Obst und Brot auch zum Knabbern in die Hand, was er liebt. Er nagt sogar gerne am Apfel und kann das auch mittlerweile schon relativ gut im Mund kauen und lutschen.
Er bekommt vormittags einen Getreide-Obstbrei mit einem Schuss Premilch (ich kann nicht abpumpen, da kommt nichts nennenswertes raus), mittags einen Gemüse-Kartoffelbrei und nachmittags nochmal Obst, aber ohne Milch, meistens. Insgesamt ziemlich viel Gereide, aber es schmeckt ihm und ich will ihn ja erstmal nur ans Essen bekommen.... Achso, ein Teelöffel Öl kommt auch noch mit rein. Dazu Brot oder Obst/ Gemüse als Fingerfood.

Julia, sehr gerne würde ich von Dir mehr über die hochkalorische Ernährung erfahren. DIch danke Dir schon im Voraus dafür.

Aber wegen des Nachtsschlaf hat sich natürlich noch nichts geändert. Wobei da wahrscheinlich noch ein paar Optimierungsmöglichkeiten sind, denn ich habe tatsächlich jeden Morgen Rückenschmerzen vom Stillen, da scheint meine LIegeposition wohl nicht so gut zu sein. Ich kann es mir nur nicht erklären, weil ich so liege, wie auf den Bildchen immer beschrieben ist.
Also, wir stillen nachts im Liegen, mein Sohn schläft bei mir im Bett. Ja, ich kann dabei wegdösen aber stündlich (der 2-Std-Rhythmus ist nur abends bis ca 2h nachts) dann komme ich halt doch nicht zur wirklichen Erholung...

Wer Ideen, Verbesserungsvorschläge bzgl Breie hat, oder zum Nachtschlaf oder zu meiner Nervenstärkung, bitte immer her damit. :D Danke und liebe Grüße, Solse
Tja, mehr als abwarten, weiter festere Nahrung anzubieten und hoffen, bleibt mir wohl nicht. Das Nachtprogramm halten meine Nerven nicht durch. Ganz davon zu schweigen, dass ich bezweifle, dass mein Sohn davon "durchschlafen" lernt. Merkwürdigerweise hat sie mir eine Textsammlung als Kopie mitgegeben, in dem viele Kinderärzte, Psychologen, Hebammen etc. sich gegen das "schreien lassen" aussprechen. Als wenn ich das jemals tun würde.... naja...

Also wer noch Vorschläge zu einer
Solse
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Re: Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Beitrag von Solse »

:oops: :roll: Sorry für die Tippfehler, schiebt bitte alles auf meinen Schlafmangel! :mrgreen:
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Leyket
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Re: Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Beitrag von Leyket »

Hallo :)

Ich will dir wirklich nicht alle Hoffnungen nehmen, aber ein "guter" Esser tagsüber ist noch lange kein "guter" Schläfer in der Nacht.
Mein Sohn isst seit Beikoststart mit etwa 6 Monaten bereits nennswerte Mengen feste Nahrung. Er ist ebenfalls gut im Futter, stillt tagsüber bereits deutlich weniger und ist trotzdem ein "schlechter Schläfer". Auch er wird phasenweise alle 30-120 Minuten wach in der Nacht. Erst seit er laufen kann werden die Nächte teilweise besser, was bedeutet, dass er auch schonmal 5-8 Stunden durchschläft. Schonmal heisst in 1-2 Nächten in der Woche.

Ich hab leider auch keinen besseren Rat als die ungefragte Erziehungsberatung abzuhaken und weiter abzuwarten.
Kinder sind einfach sehr verschieden. Auch Geschwisterkinder.
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Re: Beikoststart oder was tun gegen schlaflose Nächte ...

Beitrag von Wortgewitter »

Huhu!

Uns gehts gut :D , wie schön, wieder von Dir zu lesen! Bei euch alles fein?

Wir haben diese ganze Breiwissenschaft ja gelassen und einfach gefüttert, was sie mag, bzw. isst sie selber mit. Brot, saure Gurken, Fleisch, alles :wink: ...

Aber besser oder schlechter schlafen tut sie dadurch hier auch nicht. Och Mann, tut mir ja leid, dass es mit dem Kleinen immernoch so anstrengend nachts ist *drück*
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
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Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
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