Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

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Häsin
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Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von Häsin »

Mir geht seit einiger Zeit die folgende Frage durch den Kopf: wie gut müssen Eltern "ausgebildet" sein, damit man ihnen ein Tragetuch empfehlen kann? Klar, ideal wäre eine Trageberatung für alle Eltern. Auf der anderen Seite: wenn ich einer durchschnittlichen Schwangeren sage: "Du, Tragetuch ist voll suuuuper, das musst Du unbedingt ausprobieren, aber natürlich brauchst Du eine Trageberatung dafür, anders bekommst Du es nicht gut genug hin"dann wird sie wahrscheinlich sagen: "ne danke, dann doch lieber Kinderwagen (oder Fertigtrage)"
Ich meine mich zu erinnern, dass Didymos so ein System hat, wo erfahrenere Trageeltern (keine TrageberaterInnen) Neulingen das Binden zeigen. Das ist sicher eine ganz realistische Idee. Fragt sich, ob es reicht. Ich bin selbst keine Trageberaterin und frage mich manchmal, ob ich Freundinnen das Tuch empfehlen soll und anbieten soll, ihnen eine Bindeweise zu zeigen. Klar würde ich immer auch sagen, dass eine Trageberatung die ideale Lösung wäre, aber was, wenn die Eltern sich davon dann eher abgeschreckt fühlen und lieber gar nicht tragen "wenn das so kompliziert ist". Versteht Ihr was ich meine?
Wie sehr Ihr das? Wie voraussetzungsvoll oder niederschwellig sollte das Tragetuchtragen sein?
Häsin mit Häschen (*2/2012)
Elena
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Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von Elena »

Ich habe mir beim ersten Kind das Binden der WKT selbst beigebracht, noch nichtmal mit Videos. Und das hat gut geklappt. Ich würde deshalb ein Tuch jedem empfehlen und einfach dazusagen, dass man bei Problemen eine Trageberatung machen kann. Die fand ich nämlich super, um den Rucksack mit Puppe in Ruhe zu üben. Klar, bei einer Beratung lernt man auch Tricks und Details, aber mir hat es vor allem was gebracht, mit der geduldigen Puppe statt mit Zappelkind üben zu können. Aber jeder nimmt was anderes mit aus der Beratung, für totale Anfänger ist ja auch die Theorie interessant.
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malandrinha
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Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von malandrinha »

Ich finde es gut, wenn Eltern anderen Eltern das mit dem Tragetuch zeigen können, auch wenn sie keine richtigen Profis sind. Das ist wirklich niedrigschwelliger (und außerdem ist es doch auch gesellschaftlich sinnvoll, wenn so was freundschaftlich weitergegeben wird, oder?). Sicher nicht immer ganz so professionell, aber ich glaub, nach einigen Monaten tragen würde ich mir schon zutrauen, Neulingen eine Bindeweise, die ich gut kann, zu zeigen. Ist doch gut, wenn man dann, wenn man denkt, das lässt sich noch verbessern, noch auf eine richtige Beratung zurückkommen kann und diese vielleicht auch dann erst zu schätzen weiß bzw. sich da hin traut. Wir selbst haben beim ersten Kind so eine Didymos-Elternberatung genutzt. Die war zwar auch nicht soooo optimal, aber trotzdem sehr sinnvoll: Die Frau war einfach sehr nett und wir haben uns dadurch überhaupt getraut, auch selbst mal was auszuprobieren, dadurch haben wir dann viel getragen. Jetzt beim zweiten Kind habe ich überhaupt erst erfahren, dass es professionelle Trageberaterinnen gibt und hab mir das auch gerne mal gegönnt, weil es dann doch nicht ganz optimal war mit der einen Bindeweise und ich auch noch was Neues lernen wollte.
Malandrinha mit Großem (05/09), Kleinem (11/11) und ganz Kleiner (04/15).
ehUrt2

Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von ehUrt2 »

Ich hatte noch nie eine Trageberatung :oops:
Ich halte Trageberatungen für absolut sinnvoll und empfehle es auch immer, wenn das Thema Tragen aufkommt. Ich fänd es jedoch sehr schade, wenn man die Ansicht vertritt, dass man sein Kind nur tragen "darf", wenn man professionelle Beratung hatte.
Ich habe schon Freunden gezeigt, wie ICH das Tuch binde. Ich habe meine Anleitungen mitgenommen und Videos empfohlen und natürlich gesagt, dass es Trageberater/innen gibt, die einem wirklich richtig gut zeigen können, wie man optimal trägt. Was die Eltern daraus machen, ist ihnen überlassen.
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Elli567
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Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von Elli567 »

raeubertochter2010 hat geschrieben:Ich hatte noch nie eine Trageberatung :oops:
Ich halte Trageberatungen für absolut sinnvoll und empfehle es auch immer, wenn das Thema Tragen aufkommt. Ich fänd es jedoch sehr schade, wenn man die Ansicht vertritt, dass man sein Kind nur tragen "darf", wenn man professionelle Beratung hatte.
Ich habe schon Freunden gezeigt, wie ICH das Tuch binde. Ich habe meine Anleitungen mitgenommen und Videos empfohlen und natürlich gesagt, dass es Trageberater/innen gibt, die einem wirklich richtig gut zeigen können, wie man optimal trägt. Was die Eltern daraus machen, ist ihnen überlassen.
Seh ich auch so. Ich habe 3 Freundinnen das Binden gezeigt, so wie ich es mache. Und dann auf eine professionelle Trageberatung hingewiesen. Ich hab mich gefreut, dass überhaupt Interesse da war.
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Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von Sycorax »

Ich habe mir die WKT erstmal von meiner Hebamme zeigen lassen und sie dann regelmäßig gebunden. Irgendwann bin ich dann auf utube auf Bindevideos von SuT gestoßen und habe meine Fehler (aufgefächerte WKT, nicht genug festgezogen) gesehen.
Känguru habe ich mir selbst beigebracht und es klappte dank des Videos (von Nicole) von Anfang an super.
Nur für die Rucksacktrage musste dann endlich die Trageberatung her, denn allein hätte ich mich im Leben nicht getraut, die Minimissy auf den Rücken zu schwingen. Die Trageberaterin hat sich auch meine anderen Bindeweisen noch mal angesehen und war soweit zufrieden.... Was wollte ich damit sagen?

Ach ja, für den Anfang reicht es doch wirklich, wenn eine Hebamme oder erfahrene Tragemama die WKT zeigt. Vielleicht darauf hinweist, dass es Trageberatungen gibt und dort auch andere Bindeweisen oder Tragehilfen gezeigt werden. Ist die Mama erst infiziert, wird sie von allein eine Trageberatung wollen. :)
Viele Grüße von Sycorax mit Missy (*2/2009) und Minimissy (*1/2012)

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Siri Lehmann
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Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von Siri Lehmann »

Ich kann mir nicht vorstellen, das es jemanden abschreckt wenn man einfach drüber informiert, dass es TBs gibt...die meisten wissen es nämlich gar nicht.

Und natürlich kann man es erst so ausprobieren, oft klappt es ja auch. Man darf nucht nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen...so von wegen...Das ist toll ABER das kannst Du nicht allein...das schreckt auf jeden Fall ab.

Einfach ein TT ans Herz legen, zeigen wie Du es bindest, erklären das es im Grunde auch nicht schwerer ist als Schnürsenkel binden und dann sagen " Du..wenn es mal nicht klappt, macht nichts, dann lässt Du es Dir von einer TB zeigen, danach klappt es sicher"

Oder, wenn ein TT auf welchen Gründen auch immer nicht in Frage kommt, den Eltern erklären, das TBs auch Alternativen haben, die sie ausprobieren können.

Nur informieren und nicht den Zeigefinger heben...dann passt das schon. :wink:
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Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von christina »

Elli567 hat geschrieben:
raeubertochter2010 hat geschrieben:Ich hatte noch nie eine Trageberatung :oops:
Ich halte Trageberatungen für absolut sinnvoll und empfehle es auch immer, wenn das Thema Tragen aufkommt. Ich fänd es jedoch sehr schade, wenn man die Ansicht vertritt, dass man sein Kind nur tragen "darf", wenn man professionelle Beratung hatte.
Ich habe schon Freunden gezeigt, wie ICH das Tuch binde. Ich habe meine Anleitungen mitgenommen und Videos empfohlen und natürlich gesagt, dass es Trageberater/innen gibt, die einem wirklich richtig gut zeigen können, wie man optimal trägt. Was die Eltern daraus machen, ist ihnen überlassen.
Seh ich auch so. Ich habe 3 Freundinnen das Binden gezeigt, so wie ich es mache. Und dann auf eine professionelle Trageberatung hingewiesen. Ich hab mich gefreut, dass überhaupt Interesse da war.
Seh ich auch so. Ich hab die erste Trageberatung gehabt mit dem Grundkurs sozusagen, wo mir schon noch einige Lichtlein aufgingen. ;) Ich hab aber davor auch zum TT geraten und gezeigt, wenn wer was sehen wollte und immer dazugesagt, dass ich eben keine TB bin, es aber welche gibt, die das dann noch besser zeigen können sicherlich.
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015

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Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von Häsin »

Siri Lehmann hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, das es jemanden abschreckt wenn man einfach drüber informiert, dass es TBs gibt...die meisten wissen es nämlich gar nicht.
nein, wenn man es so macht, wie Du es bescreibst, sicher nicht, danke!
nur wenn man eben sagt "ich zeig Dir das jetzt, aber eigentlich sollte es Dir besser einenTrageberaterin zeigen" dann entsteht leicht der Eindruck, es handle sich um eine "Wissenschaft", bei der man mehr falsch als richtig machen kann. So meinte ich das.

Jedenfalls danke Euch allen. Ich werde in Zukunft einfach sagen: "wenn Du möchtest, zeige ich Dir gerne, wie ich es binde". Und beim Zeigen kann man dann ja immer noch sagen: "wenn Du eine andere Bindeweise lernen möchtest oder etwas nicht klappt und ich Dir nicht helfen kann- es gibt auch Trageberaterinnen, die auch nach Hause kommen" Dann habe ich die Info rübergebracht ohne zu vermitteln, dass man das jetzt unbedingt braucht und ohne lieber gar nicht trägt.
Häsin mit Häschen (*2/2012)
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Re: Wie niederschwellig sollte Tragen sein?

Beitrag von Bartholomaea »

ich hab meiner schwägerin ein dd standard geliehen und die wxt gezeigt - weil ich mich sehr darüber gefreut habe, dass sie mich gefragt hat, nachdem sie auf mein erstes angebot noch gemeint hatte, kinderwagen wäre eh so fein und sie wolle nicht, dass sich ihr bub so ans tragen gewöhne ;)

mittlerweile trägt sie sehr gerne - ich weiß aber, dass ihr professionelle trageberatung wohl ein bisschen "too much" wäre. dabei gäbe es in ihrer umgebung ganz tolle tb - aber ich warte mal ab, wie sich das bei ihr entwickelt. außerdem mach ich bald den GK, dann kann ich es ihr auch besser erklären.
Glücklich mit großem (12/11) und kleinem (10/13) Mädchen

zertifizierte ClauWi-Trageberaterin (09/14) in Wien
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