Diesen Artikel finde ich sehr verwirrend - die Dame scheint da auch einiges durcheinander zu werfen und ist noch dazu überzeugte Anhängerin eines konservativen Erziehungsbegriffs, wenn ich den letzten Absatz richtig deute.Jessica hat geschrieben:Ich glaube, du meinst "Laissez-faire", das ist was anderes als antiautoritär.
Anti-autoritär = partnerschaftlich-demokratischer Erziehungsstil (zumindest kenn ich diese Definition noch aus der Schule).
Ein kleiner Artikel dazu...
Laissez-Faire hat für mich etwas von Allein-lassen, Nicht-Kümmern. Ich lasse mein Kind nicht einfach machen, ich nehme Anteil und begleite es. Und schon gar nicht lasse ich es machen, wenn es meine Grenzen oder die anderer (die sich nicht selbst schützen können) übertritt.
"Anti-Autoritär" hat für mich diesen negativen Geschmack, weil es erst mal nur sagt, wogegen es ist, aber nicht wofür. Gut, ist bei Unerzogen auch so, aber da kann ich inzwischen mehr positive Inhalte mit verbinden. Bei Anti-Autoritär sind mir so einige Projekte/Extreme aus den 60er Jahren in Erinnerung, wo weder die Grenzen der Kinder noch der Erwachsenen geschützt wurden, bis hin zu sexuellen Übergriffen. Ich will damit nicht sagen, dass das im Anti-Autoritären Konzept begründet liegt, aber das hat mir den Begriff doch nachhaltig verleidet.
Unerzogen ist dagegen für mich der goldene Weg, dem Kind größtmögliche Autonomie zuzubilligen, aber gleichzeitig es intensiv zu begleiten und letztlich auch über Vorbildwirkung Einfluss zu nehmen.
Die Frage ist, was ich als Gefahr bewerte. Ein stumpfes Messer, mit dem mein Kind auf meinem Schoß spielt, ist für mich keine Gefahr. Eine Mauer, auf die es klettert, ebenfalls nicht. Gefährlich finde ich, ein Kind überall und immer zu halten, stützen, "Vorsicht" zu rufen und ihm keine Möglichkeit zu geben, seinen Körper, seine eigenen Grenzen kennenzulernen und zu überschreiten.Ja, ich dachte dieser Erziehungsstiel wie du ihn beschreibst wäre antiautoritär, da ich mir absolut nicht vorstellen konnte, dass jemand seine Kindern wissentlich nicht vor Gefahren bewahren würde.
Vor echten Gefahren (Straßenverkehr, etc.) schütze ich es natürlich - auch autoritär kraft meiner physischen Überlegenheit.