Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Sahara
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Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater

Beitrag von Sahara »

Hier ist noch eine Stimme für dich ! Mit 13 Monaten wurde meine Tochter nachts auch alle 2 h gestillt. Der Wahnsinn war das, aber lieber schnell mal stillen und weiterschlafen, als irgendwie anders beruhigen. Warum auch?
*lieb drück*
Wir erziehen nicht - wir leben zusammen.
Familienbett heisst, wenn dein Baby dir nachts unbewusst über den Arm streicht.
Du bekommst Gänsehaut davon...und deckst euch beide zu. Sahara 2011
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cosima83
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Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater

Beitrag von cosima83 »

Wir stillen noch mindestens so oft wie ihr.
Nachts ist es für uns DREI das Einfachste und Unstressigste.
So lange ihr euch gut fühlt damit, es dir nicht zuviel wird, ist es völlig ok.
Einig Äußerungen deiner Therapeutin find ich echt merkwürdig, diese Pauschalisierungen, dass ein Kind in eigene Zimmer gehört bla, bla, bla.....
Von viel Empathie zeugt das wirklich nicht.
Das Ziel einer Verhaltenstherapie ist doch, zu merken was einem gut tut und diese Handlungsweisen zu verstärken. Und nicht sich in eine Form pressen zu lassen, weil "man das so macht"...... :roll:
Ich mache selbst eine Verhaltenstherapie und kenne sowas von meiner Therapeutin gar nicht.
Du weißt, dass du die Möglichkeit hast zu wechseln, auch bei fortgeschrittener Therapie?
Ich hab auch schon einen Therapeuten verschließen, der sich an einem Thema festgebissen hat, das definitiv für mich nicht ein so ein großes Problem darstellte, wie er der Meinung war...
Mir hilft die glückliche (Still)beziehung mit meiner kleinen Tochter bei meiner persönlichen Weiterentwicklung und meine Therapeutin merkt das und redet uns da gar nicht rein. Sie versichert sich nur, dass es mir (ganz allgemein) nicht zu viel wird und ich mir Zeit für mich nehme, wenn ich sie brauche.

Ich merke gerade, was für ein Riesenglück ich hatte, zufällig eine Psychologin gefunden zu haben, die selbst lange gestillt und viel getragen hat.
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ChaiLatte
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Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater

Beitrag von ChaiLatte »

Meine Tochter ist 14 Monate alt und stillt auch mehrmals nachts. Ich schreibe "sie stillt", weil ich nichts weiter mache als mein T-Shirt hochzuziehen, sie ist da weitaus aktiver ;) Ich finde es auch völlig normal und denke, dass es so auch noch eine ganze Weile gehen wird.
Ich denke, dass es bestimmt noch mehr Möglichkeiten gibt Ruhe und Entspannung zu finden. Vielleicht tagsüber, wenn sie schläft oder sich der Papa mal kümmert?

Ich finde es schade, dass dich deine Therapeutin so verunsichert und dir ihren Lebensstil aufdrücken möchte. So liest sich euer Dialog für mich- euer Baby soll im Kinderzimmer schlafen, dein Mann bei dir..Außerdem ist das Stillen nicht ok->also ab zur Stillberatung.. Dabei sollte es in einer Psychotherapie doch darum gehen, dass du DEINEN Weg und DEINE Lösung findest, mit dem es DIR gut geht. Dafür ist sie da! Nicht um noch mehr Probleme zu finden, die du nicht hast.
Warum wendet SIE sich nicht an eine Stillberaterin und informiert sich, bevor sie eure Schlafsituation und eure Stillbeziehung problematisiert? Auch Therapeuten holen sich Supervision etc. um professionell (und das bedeutet auch sich selbst zurückzunehmen) arbeiten zu können.
Vielleicht kannst du ja mal mit ihr darüber sprechen wie ihre Worte bei dir ankommen und was das bei dir auslöst? Schliesslich ist es recht hilfreich, wenn man mit seiner Therapeutin zusammenarbeitet. Und zwar an deinem Auftrag, an deinem Ziel der Therapie ;)
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4tiere
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Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater

Beitrag von 4tiere »

Nachdem unsere Maus vorgestern quasi durchgeschlafen hat, kam sie heute Nacht gefühlte 1000 Mal. Als ich das heute morgen berichtete, sagte mein Mann nur lapidar: "Was ist daran so besonders? Wir schlafen doch auch manche Nacht gut und manche schlecht. Das ist eben so."
Worauf ich hinaus will, selbst bei uns klappt das "Durchschlafen" nicht perfekt und von unseren Kindern, die sich nicht wehren können erwarten wir es! So ein Schmarrn!!! Daher gut, dass es Stillen gibt und frau es sozusagen im Schlaf erledigen kann!
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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greenie bird
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Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater

Beitrag von greenie bird »

Wir waren am WE bei meinen Eltern, da waren Bekannte zu besuch mit einem kleinen Baby (4 Monate) der Kleine lag im anderen Zimmer unter seinem Mobile während die Erwachsenen und anderen Kinder in einem anderen Raum waren. Er fing natürlich irgendwann an sich zu äußern worauf seine Eltern nicht wirklich reagierten- die scheinbar erst losgehen, wenn er sich in Rage geschrien hat.
Also was mach ich, nehme mir das Kind, weil ich das nicht anhören mag...erst dachte ich noch: gut, ich kenne den Wurm ja nicht und vielleicht sind das seine normalen Geräusche, als ich aber wieder versuchte ihn hinzulegen, fing er richtig an zu weinen- also blieb er bei mir.
Mein Sohn ist eigentlich schon ein extremes Mama-Klammer-Kind und alle Anwesenden (bis auf das Paar) wissen das und waren verwundert, dass er überhaupt nichts dagegen hatte, dass ich das kleine Baby so lange trug, obwohl er ja sonst an dieser Stelle sitzt.
Tja, so viel zur Abhängigkeit- ich bin froh mein Kind immer gestillt und getragen zu haben, wenn es das brauchte- auch wenn ich mit ihm auf dem Rücken gekocht und geschrubbt habe...es gab ihm wohl die Gewissheit, dass ich trotzdem immer für ihn da bin auch wenn ich gerade ein Baby trage...
Und wir tun das ja immernoch ;)
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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Mirimama
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Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater

Beitrag von Mirimama »

Ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen und ergänzend erzählen, dass ich zu Therapeuten meine ganz eigene Sicht habe. Ich habe selbst schon verschiedene Therapeutinnen "ausprobiert" und bis auf eine ganz tolle, bei der ich die Therapie nach meinem Umzug leider nicht mehr fortführen konnte, habe ich nicht noch einmal eine gefunden, die mir so richtig lag. Es ist wirklich schwierig, die passende Person zu finden. Hinzufügen möchte ich noch, dass ich viele Therapeuten privat kenne, da mein Vater selbst Psychotherapeut ist. In unserer Kindheit und Jugend ist sehr viel schief gelaufen und ich würde mich hüten, ihn als Vorbild zu nehmen. Und das, obwohl er Menschen in genau solchen Fragen auch berät. Zum Glück ist er mittlerweile auf Paartherapie spezialisiert und befasst sich da vielleicht mehr mit anderen Themen. Versteht mich nicht falsch, ich mag meinen Vater sehr gerne, aber in vielen Themen passen wir halt gar nicht zusammen. Nun hatte er aber eine neue Freundin, leider schon wieder vorbei, und mit der gab es immer wieder Steit, weil er fand, sie sei mit ihrem neunjährigen Sohn und ihrer sechszehnjährigen Tochte nicht konsequent genug, nicht streng genug, etc. Sie ist auch Therapeutin und Psychologin und wir haben uns angefreundet, denn sie ist die erste Person einer anderen Generation (50+), die ich kennengelernt habe, die Attacherin ist. Sie hat beide Kinder drei Jahre lang gestillt und natürlich ein völlig anderes Verhältnis zu ihnen, als mein Vater es sich überhaupt vorstellen kann. Was ich damit sagen will: Therapeut ist nicht gleich Therapeut. Wie Jusl schon sagte, es sind auch nur Menschen, die bestimmte Erfahrungen gemacht haben. Wie viele Ratgeber gibt es alleine von "Fachleuten" zum Thema "Kinder brauchen Grenzen". Und wie das dann jeweils aussieht, entspricht mitunter so gar nicht meinen und unseren Vorstellungen hier. Hör auf dein Gefühl und mach dich stark. Sie ist durch ihre scheinbare Expertise nicht allwissend. Du hast eine Intuition, die dir deutlich zeigt, was für euch gut ist. Und sein so kleines Kind noch nicht abgeben zu wollen, finde ich absolut normal!!!

(Auch wenn dieser Vergleich nicht immer geht, aber in einem Buch über Affenmütter und ihre Kinder habe ich gelesen, dass die z.T. ihre Babys NIEMALS aus den Augen und Armen lassen und sie noch nicht mal Verwandten geben, weil es da immer mal wieder Aggressionen gegen die Babys gibt. Nur ganz selten darf eine sehr enge Verwandte mal einspringen. Ich weiß allerdings nicht mehr, um welche Affenart es ging. Nur mal so am Rande... :-D )
Ich und my little lovers of life (07/11, 07/14, 07/17 und 02/22)
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Re: Langzeitstillen - abhängig machen...bitte stillberater

Beitrag von Hexle »

..auch wenn meine Antwort vielleicht sehr spät komt...aber ich kann Dir sooo nachfühlen! Ich krieg die selben Vorwürfe wegen unserer 20Monate alten Tochter auch oft zu hören...allerdings nicht nur aus Be- und Verwandtschaft,nein, mittlerweile auch von meinem Mann...ich versuch dennoch, sie nciht auf Druck sozusagen erzwungenermaßen abzustillen...und von der Häufigkeit her...also bei uns ist das sehr ähnlich...und was ich bei den anderen Antworten so gelesen hab,ja auch normal(tat mir auch gut,das zu lesen;-)).Übrigens..die Paartherapeutin bei der wir vorhin waren, hieb in die gleiche Kerbe...und ich bin sooo wütend aud sie...da ist es schön,hier reinzuschauen,und zu lesen,dass frau nicht völlig plemplem ist;-)
Wünsch Dir alles Gute und euch noch eine wunderschöne Stillzeit:-)
"When I was five years old, my mother always told me, that happiness was the key to life. When I went to school, they asked me, what I wanted to be when I grew up. I wrote down "happy". They told me I didn`t understand the assignment, and I told them they didn´t understand life." (John Lennon)
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