der vernachlässigte tragling

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WiLada
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AW: der vernachlässigte tragling

Beitrag von WiLada »

Ich lasse meine Tochter ganz oft zu Hause beim Papa. Von Anfang an. Es ist garkein Problem sie fühlt sich sehr wohl. Alternativ gefüttert wird nicht. Ich bin maximal 2,5 std weg oder abends schonmal ab halb acht wenn sie eh bis mindestens zwölf schläft.
Mein Mann trägt sie sehr viel auf dem arm und sie liebt das.

Bei meinem ersten Kind war ich nie ohne ihn draußen und er brauchte mich mehr. Dafür war ich von Anfang an die einzige richtige Bezugsperson. Bei meinen zweiten Kind habe ich meinen Mann mehr eingebunden. In Ländern wo auch viel getragen wird sind die Kinder auch nicht 24std bei Mama auf dem rücken sondern auch mal bei tanten omas oder Vätern. Nur Mama ist auch nicht das wahre. Ich denke die Mischung machts je nach Kind individuell abgestimmt. Meine maus ist auf dem Teppich auch glücklich und fordert es sogar ein. Dafür ist sie sonst ja immer an unserem Körper.

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WiLada
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AW: der vernachlässigte tragling

Beitrag von WiLada »

Oder bei Geschwistern und cousins. Töchterchen ist mit großem Bruder im Kinderzimmer zufrieden wobei sie weinen würde wenn wir sie ganz allein lassen.

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Felice
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Felice »

Ja, Wilada, vieles von dem, was Du geschrieben hast, kann ich unterschreiben.

Beim meinem Großen hab ich mich kaum getraut, mal ohne ihn das Haus zu verlassen. Bei der Minimaus bin ich von Anfang an abends mal fix alleine zum Einkaufen gefahren für 1 Stündchen, weil es eben schneller geht und sie auch mal Zeit mit ihrem Papa verbringen soll, den sie logischerweise arbeitsbedingt eh sehr wenig sieht. Manchmal hab ich dann den Großen mitgenommen, der ganz froh war, mal ohne Baby bei Mama zu sein.

Ich denke auch, daß dieses Exklusive-Mama-Ding schon seine Berechtigung hat, aber daß man das wie alles andere auch nicht übertreiben sollte. Klar, beim vollgestillten Baby muß man als Mama in der Nähe sein und quasi immer verfügbar, wobei das "immer" natürlich auch über die Zeit variiert. Ein 6 Monate altes Baby, daß nicht gerade in nem Schub steckt, wird eher mal einen Moment warten können als ein Minibaby. Aber Nähe und Kuschel kann eben nicht nur Mama geben, sondern auch der Papa und andere Verwandet, vlt auch gute Freunde.
Meine Maus zeigt inzwischen sehr deutlich, daß sie auch mal nicht getragen werden will, genießt ihre Entdeckungstouren, liebt es, wild mit dem Großen herumzumachen, hört gerne den Opas zu, wenn sie ihr etwas erzählen, .......
Es ist und bleibt so: Ein Kind wird nicht von einer Mama alleine erzogen. Es kann da - zumindest bei größer werdendem Baby - auch ein Zuviel geben.
Liebe Grüße von Felice mit Groß 2009 , Klein 2011 und Mini 2014
und * (08/13)

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http://www.trageschatz.de

...hat ihre Milchdrüsen im Griff...
Jeanny
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Jeanny »

Bienenmeister, vielleicht ist das Baby von Fliegenpilz aber auch glücklich beim Papa?
Bestimmt sogar!

Mein Mann hat sich , wenn er zu Hause ist, immer von Anfang an um unsere Kinder gekümmert. Das ist selbstverständlcih und das funktioniert meiner Meinung nach nur dann nicht, wenn die Mutter von Anfang an dazwischen funkt. Wenn Mama meint, nur sie kann das Kind beruhigen, wenn es weint usw. Oder wenn der Papa sofort nervös wird und das Baby schnell der Mama gibt, weil es sich da vielleicht etwas schneller beruhigt.
Aber Liebe und Geborgenheit können Väter ihren Kindern genauso geben wie die Mutter. Nur stillen können sie halt nicht....

Ich bin zum Beispiel immer ohne Baby zur Rückbildung gegangen. Ich habe kurz vorher immer gestillt, so daß das Kleine satt war und dann durfte Papa das Kind schaukeln. Und ich habe nie erlebt, das eines unserer Kinder mich vermißt hätte.

Ich glaube nicht, das Kinder durchdrehen, weil die Mama mal schnell alleine einkaufen geht. Wenn doch, dann ist da irgendwas schief gelaufen. Das Baby kennt doch nach der Geburt auch direkt Papas Stimme und Geruch etc. Warum sollte das Baby da durchdrehen?

Mit Oma und Opa sieht das schon anders aus. Aber Kino oder so gibt es bei uns erst, wenn die Kleinen gerne mal bei Oma und Opa sind. Also nicht schon im Babyalter.
LG, Jeanny
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Marlene Atta
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Marlene Atta »

meine hebamme sagte mal: man kann ein baby nicht mit zu viel liebe und nähe verwöhnen !

....und ein abschieben ist da ja wohl überhaupt nicht. das baby hat sooo viel nähe wie es braucht und das ist auch gut so !
mach blos so weiter...

ich krieg gleich 'n schleudertrauma vom kopfschütteln...sowas...
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Tragetücher sind nicht einfach nur ein stück Stoff...
Ein Tragetuch ist etwas, das die enge Bindung zwischen Mutter und Kind so wunderschön umschmeichelt !

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Sibi
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Sibi »

Jeanny hat geschrieben: Mein Mann hat sich , wenn er zu Hause ist, immer von Anfang an um unsere Kinder gekümmert. Das ist selbstverständlcih und das funktioniert meiner Meinung nach nur dann nicht, wenn die Mutter von Anfang an dazwischen funkt. Wenn Mama meint, nur sie kann das Kind beruhigen, wenn es weint usw. Oder wenn der Papa sofort nervös wird und das Baby schnell der Mama gibt, weil es sich da vielleicht etwas schneller beruhigt.
Aber Liebe und Geborgenheit können Väter ihren Kindern genauso geben wie die Mutter. Nur stillen können sie halt nicht....

Ich glaube nicht, das Kinder durchdrehen, weil die Mama mal schnell alleine einkaufen geht. Wenn doch, dann ist da irgendwas schief gelaufen. Das Baby kennt doch nach der Geburt auch direkt Papas Stimme und Geruch etc. Warum sollte das Baby da durchdrehen?
Könntest Du das bitte mit meinem Kind ausdiskutieren? :roll: Mein Mann war in den ersten Monaten extrem involviert und trotzdem blockte unsere Tochter mit 2 Monaten von jetzt auf gleich (vorher war es kein Problem). Aber irgendwas werde ich da wohl falsch gemacht haben...
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Jule
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Jule »

Jeanny hat geschrieben: Ich bin zum Beispiel immer ohne Baby zur Rückbildung gegangen. Ich habe kurz vorher immer gestillt, so daß das Kleine satt war und dann durfte Papa das Kind schaukeln. Und ich habe nie erlebt, das eines unserer Kinder mich vermißt hätte.

DAS habe ich auch versucht - war auch überzeugt, das es klappt frisch gestillt, gut gelauntes Kind...und ich bin weg.....sie war da ca. 4 Monate alt.
Nachdem ich dann 2mal nach gut 30 Minuten (ich war grad da bzw. aus dem Auto) einen panischen Anruf bekam (eigentlich nur Gebrüll) bekam und zu Hause Mann und Kind völlig fertig und durchgeschwitzt waren (er hat sie die ganze Zeit durch die Wohnung getragen, sie brüllte ununterbrochen, einmal schlief sie dann, einmal kam sie zu mir und schwupps war Ruhe) abe ich es dann erst Mal sein gelassen.

Und das eigentlich Schlimme war das mein Mann ein Trauma mitgenommen hat und laaaaaaaange sich nicht getraut hat mit ihr bzw. später mit den beiden allein zu bleiben.

Also denk ich wie bei vielem: Es kommt aufs Kind an!
Liebe Grüße von Jule mit den Mädels 06/05 und 08/07 und dem Mini-Weihnachtsmädel '13
Sibi
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Sibi »

Jule hat geschrieben: DAS habe ich auch versucht - war auch überzeugt, das es klappt frisch gestillt, gut gelauntes Kind...und ich bin weg.....sie war da ca. 4 Monate alt.
Nachdem ich dann 2mal nach gut 30 Minuten (ich war grad da bzw. aus dem Auto) einen panischen Anruf bekam (eigentlich nur Gebrüll) bekam und zu Hause Mann und Kind völlig fertig und durchgeschwitzt waren (er hat sie die ganze Zeit durch die Wohnung getragen, sie brüllte ununterbrochen, einmal schlief sie dann, einmal kam sie zu mir und schwupps war Ruhe) abe ich es dann erst Mal sein gelassen.

Und das eigentlich Schlimme war das mein Mann ein Trauma mitgenommen hat und laaaaaaaange sich nicht getraut hat mit ihr bzw. später mit den beiden allein zu bleiben.
So war es bei uns auch (sowohl das wirklich pausenlose Gebrüll, als auch nassgeschwitztes Kind und Papa, als auch das "Trauma" - erst jetzt, mit deutlich über einem Jahr (und einem Jahr nach diesen Schreiattacken beim Papa) entspannt sich die Situation.
Fliegenpilz
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der vernachlässigte tragling

Beitrag von Fliegenpilz »

Dafür bekomme ich zwar jetzt sicher eins auf den Deckel, aber: Das muss nicht am Mama vermissen liegen (das finde ich sogar fast schon unwahrscheinlich). Wenn die Männer nicht regelmäßig mit den Kindern alleine sind, dann sind sie naturgemäß nervös - und das bekommen auch die Kleinsten mit. Die sind dann verunsichert und schreien. Papa wird noch nervöser und kann das Kind nicht beruhigen.
Mama kommt Heim, kommt aus einer ganz anderen Situationen und - schwupps - Kind beruhigt sich in Sekunden.

Gewagte These, aber nachdem mein Highend-Brülli sich erst beruhigt hat als einmal meine Mama und einmal mein Mann da waren um sie zu nehmen halte ich mich als Mutter für nicht wirkliche unersetzlich.
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Sibi
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Re: der vernachlässigte tragling

Beitrag von Sibi »

Fliegenpilz,
komisch, dass der Papa das 2 Wochen zuvor noch ganz super hinbekommen hat und total glücklich allein mit dem Kind war. (Und das Kind auch entspannt war.) Für unersetzlich halte ich mich nicht, sicher wäre es irgendwie ohne mich gegangen bei Krankheit, Krankenhausaufenthalt, etc. Aber unser Erziehungskonzept, dass wir das Kind nicht unnötig schreien lassen, ging eben einige Monate nur unter der Voraussetzung, dass ich anwesend war. Und wie gesagt - es waren nur einige Monate. Jetzt ist mein Kind seit einem 3/4 Jahr tagsüber bei der Tagesmutter und auch sonst kann sie gut damit umgehen, wenn ich weg bin.
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