Tragewissen, -forschung

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posy
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von posy »

Verflixt - nun ist es 'raus!
Liebe Grüße von Nina mit dem großen (05/07), dem mittleren (10/09) und dem kleinen Tragling (2/2013)
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Isa_Belotti
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von Isa_Belotti »

Kirschquark hat geschrieben:*g* müsste man sich dann nicht nach Dresden ausrichten?
*hüstel* das war's
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Inken
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von Inken »

hennnamae hat geschrieben:Aber mich interessiert, woher Clauwi das Wissen und die Rechtfertigung bezieht. Ernsthaft.
Ich glaube, ich verstehe Dein "Problem"!
Und ich finde diese Frage auch sehr spannend!!!

(Wäre schade, wenn Deine Frage hier als Provokation verstanden wird, denn so hast Du es wahrscheinlich nicht gemeint.)

Es ist im realen Leben oft so, daß auf einen tragefreundlichen Orthopäden (gefühlt) zwei bis drei tragekritische kommen, auf einen tragefreundlichen Physiotherapeuten ebenso...

Wenn man hier nach "wissenschaftlichen Belegen" fragt, bekommt man immer dieselben alten Artikel verlinkt. Und die sind ja auch sehr schön und schlüssig. (Mich braucht niemand vom Tragen zu überzeugen - mein Baby wird ausschließlich getragen! :mrgreen: ) Aber in der Summe ist das doch wenig.
So kann ich z.B. damit leben, von Kollegen (Ärzten) wegen dem Tragen belächelt zu werden - aber manchmal wär´s schon cool, zu zeigen, daß da wirklich "etwas dran" ist. :wink: Vereinzelte Artikel helfen da nunmal wenig - im Internet (aber auch in Büchern) findet man zu jeder noch so absurden Theorie einen promovierten Schreiber, der diese scheinbar wissenschaftlich erklärt - man kann trotzdem nicht alles glauben, was irgendwo steht.
Es gibt sooo viele Dinge, die absolut logisch klingen - bis man gehört hat, wie logisch sich die Gegenseite anhört. :lol:
Von daher finde ich Dein Nachhaken berechtigt und bin gespannt, ob zu dem Thema noch etwas kommt (wenn auch nicht mehr jetzt in der Nacht 8) ).

Liebe Grüße
Mama von drei wundervollen Kindern
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Malo81
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von Malo81 »

Kirschquark hat geschrieben:*g* müsste man sich dann nicht nach Dresden ausrichten?
:lol: :lol: :lol: allein die Vorstellung! :mrgreen:
Liebe Grüße Y.
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Nachtfrau
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von Nachtfrau »

Isa_Belotti hat geschrieben:*tragetuchgenmekkaausrollundzumfünftenmalheut'bete*
Kirschquark hat geschrieben:*g* müsste man sich dann nicht nach Dresden ausrichten?
:schlapplach:
LG Nachtfrau

mit der Großen (1/95), dem Mittleren (1/03), dem Mini (3/11) und der winzigen Enkelmaus (9.2.12)

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BlueSwan
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von BlueSwan »

Ich finde das auch eine interessante Frage. Allerdings seh ich das ähnlich wie Inken. Das anatomische und geschichtliche Wissen ist Fakt und der rest ist Schlussfolgerung daraus nur das jeder etwas anders schlussfolgert.
Wenn ich mit meinem Tragling und ner Kiwa Mama unterwegs bin dann weis ich einfach das ich das richtige tu.
Und wenn mich wer nach warum fragt dem stell ich die gegenfrage „Warum sollt ich Kiwa fahren” darauf bekomm ich dann keine Antwort mehr maximal damit ich ihn nicht verwöhne :roll: Ich habe bisjetzt erst einmal die Frage gestellt bekommen ob das den für ihm gesund sei und da hab ich dann die Physiotherapeuten Sicht erklärt und gut wars.
Gestillt, getragen und unendlich geliebt
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Alexandra
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von Alexandra »

Guten Morgen :)

Eigentlich wurde das Wesentliche schon genannt :wink:

Das anatomische Wissen ist medizinischer Standard. Woher wir das bezogen haben? Aus den verschiedensten Quellen: Fachbücher (Medizin, Pflege, Physiotherapie, Manualtherapie etc.), Fachleute (von jdem, der sich dazu fassen ließ: Orthopäde, Osteopath, Physiotherapeut, Hebamme, Kinderkrankenschwester, Neurochirurg etc.) und Fachartikel.

Das etc. steht dafür, dass ich befürchte, die Hälfte vergessen zu haben.

Das Ganze ist ein fließender Prozess. Unser Lehrwissen ist nicht statisch, wir passen es an. Ganz wichtige Inputs kommen immer wieder in den Ausbildungskursen selbst. Egal, ob medizinisches Fachpersonal, Werbefachmensch, Anwalt... Wir suchen den Austausch, fordern dazu auf, uns kritisch zu lauschen und zu ergänzen, zu hinterfragen, ggf. zu verändern.

Der Blick über den Tellerrand ist uns enorm wichtig, das ist es, was hier schon erwähnt wurde mit wir belesen uns bzw. informieren uns auf unterschiedlichsten Wegen und ziehen dann Rückschlüsse, die wir dann wiederum mit den unterschiedlichsten Leuten besprechen.

Es ist deswegen sehr schwer, ganz konkrete Literatur oder Personen zu nennen, auf die wir uns beziehen, denn fast alle spiegeln nur einen Teilbereich dessen, was wir nutzen. Ich kann hier mal Dr. Fettweis als Beispiel herauspicken, nach dessen Angaben zur Hüftentwicklung und -therapie wir uns sehr eng richten. Aber sein Fachgebiet ist tatsächlich "nur" die Hüfte, sein Hauptaugenmerk liegt darauf. Heißt: die Fülle seines Wissens über die kindliche Hüfte, die brauchen wir als Trageschule nicht annähernd. Aber wir brauchen dafür noch mehr: etwa die Verbindung zur Wirbelsäule, die Abhängigkeit des einen vom anderen. Und da machte er im persönlichen Gespräch durchaus deutlich klar, dass das für ihn nicht die Relevanz hat, wie für uns.

Ich hoffe, das beantwortet die Frage?

Liebe Grüße Alex
Liebe Grüße von Alex mit dem ganz Großen 05/00, dem Großen 06/04, dem ziemlich Großen 01/08, der Pferdenärrin 11/13 an der Hand und Mondmädchen Luna Nicole (*+ 9/11) für immer im Herzen


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hennnamae
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von hennnamae »

posy hat geschrieben:
hennnamae hat geschrieben:Scheinbar will man darüber aber nichts sagen?!
Was meinst du denn damit?

Isa hat ja schon einiges an Quellen hier mitgeteilt. :wink:
Ich gebe mal zu Bedenken, dass wir hier alle Familie haben und am Wochenende kommen die meisten nicht dazu, mehr als das Nötigste zu schreiben.

Die fachlichen Quellen von ClauWi sind Orthopäden wie Fettweis und Büschelberger, Physiotherapeuten, WissenschaftlerInnen (Verhaltensforschung, Anthropologie, Geschichte) wie Kirkilionis - da kommt einiges zusammen an fachlichem Wissen. Das alles setzen wir miteinander in Zusammenhang und ziehen unsere Schlüsse daraus.

Das ist jetzt etwas abstrakt, aber ich beantworte gern weitere Fragen. Es handelt sich ja nicht um eine Geheimwissenschaft! :lol:
Ich wollt was von den "offiziellen" hören. Sonst gibts ja - dankenswerterweise! - extrem flott Antwort von Mädels mit grünem oder gar rotem Nutzernamen.... Ich wollt ja wirklich nicht provozieren, richtig erkannt Inken, denn ich bin wirklich an den Hintergründen und dem "Werdegang" der Forschung interessiert. Ich weiß halt gern, wem ich vertraue und woher Ansichten rühren.

Vom Tragen, den pragmatischen und psychologischen Vorteilen bin ich überzeutg und Nachteile - physisch, psyhisch oder sonstwie - konnte mir niemand schlüssig darlegen. Das ist das, wo ich mit meinem eigenen Wissen und meinen eigenen Schlussfolgerungen hinkomme und mir da mal als erster Instanz selbst vertrauen kann.

Spannend find ich auch wissenschaftlichem Interesse die Tiefen und "Spitzfindigkeiten". Woher die kommen und mit welcher Berechtigung die hier vertreten und in den Beratungen weitergegeben werden.

Zum Beispiel die Neuerung, dass man in der unaufgefächerten WXT nicht mehr naträglich einhocken soll (was bei mir ohnehin praktisch nie "nötig" gewesen ist). Mit welcher Berechtigung wird vertreten, dass man das bei der WXT nicht mehr machen soll - beim Roo aber schon noch. DASS man die kleinen nicht aufhängen soll, erschließt sich nahezu von selbst. Aber wo besteht der Unterschied ob das Kind mit den Strängen des Roos oder der WXT in den Kniekehlen fixiert ist? Oder irgendwann las ich, dass man die Stränge des Roos bloß nicht hinten binden sollte. Klar, weil viel Spannung verloren geht und es nicht notwendig ist. Aber nein, größte Begründung war, dass eine Schere an den Beinchen entstünde (ich meine mich zu erinnern, dass Sagittaria das schrieb, mag mich aber auch irren). Als ich nachfragte, ob das nicht beim Rucksack genauso wäre und nicht deshalb strickt zum Knoten unter Po geraten werden müsste (was ja für die Spannung wieder nachteilig wäre), kam leider von niemandem eine schlüssige Antwort. Oder mit welcher Rechtfertigung werden manche Trageweisen als optimal propagiert, wohingegen andere als nachteilig angesehen werden. Klar, bei vielen springts einen förmlich an. Aber bei vielen fehlt mir schlicht der unabhängige Blick, zumal es ja durchaus auch Gegenstimmen gibt. Oftmals entsteht für mcih persönlich der Eindruck, von einigen Trageweisen werden die Nachteile teils ausgeblendet (zumindest in der Beratung hier im Forum), während die Nachteile anderer Trageweisen wesentlich stärker gewichtet, bzw. kommuniziert werden.

Außerdem kommt hinzu: Im Stillbereich wird mit Engelszungen geredet, dass wir ja eben nicht das "beste" für unsere Kinder tun wollen, weil wer tut schon immer das beste oder hat das beste. Im Tragebereich hingegen ist zwar eine gut gebundene WXT gern gesehen, aber immer als "halt nicht das beste" beäugt, oder es wird mit Traurigkeit darüber gesprochen, dass man seinem Kind leider kein Roo bieten kann.

Und hinzu kommt: Wieso ist diese Problematik fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum so gewichtig? Nicht falsch verstehen, ich schätze eure "Vorreiterrolle" sehr und finde die Thematik mit der "wissenschaftlichen Brille" betrachtet extrem spannend. Aber wieso wird die Notwendigkeit in anderen (modern tragenden) Ländern weniger gesehen?

Ich seh grad Alexandras Posting, aber ich schick trotzdem erst mal ab, bevor ich das lese.
Mädel 12/2006
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hennnamae
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von hennnamae »

Alexandra hat geschrieben:Guten Morgen :)

Eigentlich wurde das Wesentliche schon genannt :wink:

Das anatomische Wissen ist medizinischer Standard. Woher wir das bezogen haben? Aus den verschiedensten Quellen: Fachbücher (Medizin, Pflege, Physiotherapie, Manualtherapie etc.), Fachleute (von jdem, der sich dazu fassen ließ: Orthopäde, Osteopath, Physiotherapeut, Hebamme, Kinderkrankenschwester, Neurochirurg etc.) und Fachartikel.

Das etc. steht dafür, dass ich befürchte, die Hälfte vergessen zu haben.

Das Ganze ist ein fließender Prozess. Unser Lehrwissen ist nicht statisch, wir passen es an. Ganz wichtige Inputs kommen immer wieder in den Ausbildungskursen selbst. Egal, ob medizinisches Fachpersonal, Werbefachmensch, Anwalt... Wir suchen den Austausch, fordern dazu auf, uns kritisch zu lauschen und zu ergänzen, zu hinterfragen, ggf. zu verändern.

Der Blick über den Tellerrand ist uns enorm wichtig, das ist es, was hier schon erwähnt wurde mit wir belesen uns bzw. informieren uns auf unterschiedlichsten Wegen und ziehen dann Rückschlüsse, die wir dann wiederum mit den unterschiedlichsten Leuten besprechen.

Es ist deswegen sehr schwer, ganz konkrete Literatur oder Personen zu nennen, auf die wir uns beziehen, denn fast alle spiegeln nur einen Teilbereich dessen, was wir nutzen. Ich kann hier mal Dr. Fettweis als Beispiel herauspicken, nach dessen Angaben zur Hüftentwicklung und -therapie wir uns sehr eng richten. Aber sein Fachgebiet ist tatsächlich "nur" die Hüfte, sein Hauptaugenmerk liegt darauf. Heißt: die Fülle seines Wissens über die kindliche Hüfte, die brauchen wir als Trageschule nicht annähernd. Aber wir brauchen dafür noch mehr: etwa die Verbindung zur Wirbelsäule, die Abhängigkeit des einen vom anderen. Und da machte er im persönlichen Gespräch durchaus deutlich klar, dass das für ihn nicht die Relevanz hat, wie für uns.

Ich hoffe, das beantwortet die Frage?

Liebe Grüße Alex
Danke dir.

Zusammenfassend kann man aber dennoch sagen, dass es sich bei dem, was ihr euren Trageberaterinnen mitgebt, um Wissen handelt, das ihr - ohne selbst medizinische oder orthopädische Ausbildungen zu haben - selbst in mühevoller Kleinstarbeit zusammen getragen habt und durch den ständigen Dialog sichert und erweitert?
Mädel 12/2006
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Alexandra
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Re: Tragewissen, -forschung

Beitrag von Alexandra »

Naja - soweit ja, bis auf dass ich sehr wohl eine medizinische Ausbildung habe und sich eine weitere unserer Ausbilderinnen seit einigen Jahren im Studium zur Physiotherapeutin befindet mit engen Kontakten zur Uniklinik in ihrer Nähe.

Allerdings nutzt auch eine medizinische Ausbildung nur sehr bedingt etwas, denn die Zusammenhänge zwischen Anhock-Spreizhaltung und der Haltung der Wirbelsäule wird derartig betont nicht mal den Pädiatern im Studium vermittelt.

Das meine ich damit, dass wir sehr wohl vorhandenes Wissen vereinen zu Rückschlüssen (der Zusammenhang ASH+WS ist nun wirklich kein von ClauWi erfundenes Wissen, aber eine medizinische Ausbildung hätte uns da auch nur wenig genutzt).

Liebe Grüße Alex
Liebe Grüße von Alex mit dem ganz Großen 05/00, dem Großen 06/04, dem ziemlich Großen 01/08, der Pferdenärrin 11/13 an der Hand und Mondmädchen Luna Nicole (*+ 9/11) für immer im Herzen


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