Zweifel an der Fremdbetreuung...

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Sakura
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von Sakura »

posy hat geschrieben:Entschuldigt bitte, aber das ist eine sehr einseitige und tendentiöse Sicht, möchte ich sagen.

Selbstverständlich ist die Voraussetzung für eine gute Fremdbetreuung, dass es im Grunde keine Fremdbetreuung mehr ist, weil man sich kennengelernt hat und der anderen Person vertraut.

Das gilt natürlich auch für das Baby. Deswegen wird beim Berliner Modell z.B. auch von einer langen Eingewöhnungszeit ausgegangen, bei der sich das Kind langsam an die Umgebung und die Menschen gewöhnen kann mit der Mutter/dem Vater im Hintergrund. Erst, wenn sich das Kind von der betreuenden Person trösten lässt, geht die Mutter auch einmal aus dem Raum.

An sich bin ich keine Freundin von Verweisen auf andere Kulturen und die Menschheitsgeschichte, aber in diesem Fall kann ich nicht anders als darauf verweisen, dass es eine sehr moderne Entwicklung ist, dass die Mutter mit dem Baby allein zu Hause ist. Bis vor relativ kurzer Zeit war es völlig normal, dass es mehrere Bezugspersonen für ein Baby gab. Vertrauensvolle Beziehungen zu Omas, Tanten, etc. statt der Isolation heute. Es gehört nämlich wirklich ein Dorf dazu, ein Kind zu erziehen.

Es ist viel Druck und Verantwortung auf den Müttern, wenn von ihnen gefordert wird, das alles ganz allein zu leisten. Wer das möchte - gern! Aber wer nicht - darf sich andere Lösungen suchen ohne sich Vorwürfen aussetzen zu müssen, eine schlechte Mutter zu sein.

Außerdem möchte ich dazu aufrufen, Verständnis für andere Lebenssituationen oder Lebensplanungen aufzubringen. Es gibt hier auch Mütter, die arbeiten müssen. Oder es sehr gern wollen. Und auch das sollte ihnen zugestanden werden. Wenn gut für die Kinder gesorgt ist, sie in einer liebevollen Umgebung aufgehoben sind.
Unterschreib!!!!
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
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lupa
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von lupa »

Hallo ihr Lieben,

wir haben die Entscheidung getroffen. Obwohl das Gespräch mit der Tagesmutter echt gut war, haben wir den Kleinen aus der Betreuung geholt. Ich glaube die Tagesmutter kann noch so toll sein, ich könnte trotzdem nicht gegen mein Gefühl ankämpfen, dass es einfach zu früh ist. Ich finde er ist noch nicht so weit (oder ich) - das kann sich in zwei Monaten radikal ändern, aber JETZT kann ich nicht mit dem Gedanken leben, dass er da weinen muss, weil ich nicht da bin. Selbst wenn er sich vielleicht irgendwann von ihr beruhigen lässt.
Wir werden eine famlieninterne Lösung finden. Denn Arbeiten möchte ich eben auch, nur ohne dass er drunter leiden muss. Ich hab die Möglichkeit bekommen,viel von zuhause zu arbeiten, so dass er immer auf mich Zugriff hat, wenn er mich braucht.
Und inzwischen glaube ich in der Diskussion Fremdbetreuung ja oder nein und wenn ja wie früh, dass es alleine darauf ankommt wie sich Mutter und Kind fühlen. Da gibts kein "ja es ist immer schädlich oder nein, es schadet nie". Eine Freundin von mir hat ein Kind im gleichen Alter wie mein Sohn, und die Kleine geht seit Januar zur Tagesmutter "ohne mit der Wimper zu zucken". Sie hat von Anfang an viele unterschiedliche Betreuungspersonen neben den Eltern gehabt, da die Großfamilie um die Ecke lebt, sie isst ihren Brei, schläft alleine etc. Von daher macht ihr der erneute Übergang wohl nichts aus. Und in diesem Fall glaube ich wirklich nicht, dass sie traumatisiert wird.
Wenn die Lage dagegen wie bei uns ist, dass ich als Mutter schon Bauchschmerzen habe bei dem Gedanken, das Kind alleine zu lassen und er weder ohne mich isst noch schläft, ist es wohl einfach zu früh. Ob ich jetzt dabei auf ihn reagiere oder er auf mich, spielt auch keine Rolle - es klappt dann einfach nicht.
Auf jeden Fall geht es mir sooooooooo viel besser, seitdem die Entscheidung gefallen ist - ich kann die Zeit mit ihm endlcih wieder genießen, ohne ständig Gedankenkarussell zu fahren.
Das Schreiben hier im Forum und das Lesen Eurer Erfahrungen und Meinungen haben mir bei der Entscheidung so geholfen - deshalb TAUSEND DANK !!!
Viele liebe Grüße! Lupa
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posy
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von posy »

Freut mich, dass du jetzt klarer siehst, auf dein gefühlt hörst und schaust, was für dich passt.

Und ich freue mich, dass wir dir beim Sortieren helfen konnten. Manchmal reicht es ja schon, einmal alles niederzuschreiben.

Genau, schau wie es läuft - in Betreuung geben könnt ihr euer Kind immer noch.
Liebe Grüße von Nina mit dem großen (05/07), dem mittleren (10/09) und dem kleinen Tragling (2/2013)
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Janka
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von Janka »

lupa hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,

wir haben die Entscheidung getroffen. Obwohl das Gespräch mit der Tagesmutter echt gut war, haben wir den Kleinen aus der Betreuung geholt. Ich glaube die Tagesmutter kann noch so toll sein, ich könnte trotzdem nicht gegen mein Gefühl ankämpfen, dass es einfach zu früh ist. Ich finde er ist noch nicht so weit (oder ich) - das kann sich in zwei Monaten radikal ändern, aber JETZT kann ich nicht mit dem Gedanken leben, dass er da weinen muss, weil ich nicht da bin. Selbst wenn er sich vielleicht irgendwann von ihr beruhigen lässt.
Wir werden eine famlieninterne Lösung finden. Denn Arbeiten möchte ich eben auch, nur ohne dass er drunter leiden muss. Ich hab die Möglichkeit bekommen,viel von zuhause zu arbeiten, so dass er immer auf mich Zugriff hat, wenn er mich braucht.
Und inzwischen glaube ich in der Diskussion Fremdbetreuung ja oder nein und wenn ja wie früh, dass es alleine darauf ankommt wie sich Mutter und Kind fühlen. Da gibts kein "ja es ist immer schädlich oder nein, es schadet nie". Eine Freundin von mir hat ein Kind im gleichen Alter wie mein Sohn, und die Kleine geht seit Januar zur Tagesmutter "ohne mit der Wimper zu zucken". Sie hat von Anfang an viele unterschiedliche Betreuungspersonen neben den Eltern gehabt, da die Großfamilie um die Ecke lebt, sie isst ihren Brei, schläft alleine etc. Von daher macht ihr der erneute Übergang wohl nichts aus. Und in diesem Fall glaube ich wirklich nicht, dass sie traumatisiert wird.
Wenn die Lage dagegen wie bei uns ist, dass ich als Mutter schon Bauchschmerzen habe bei dem Gedanken, das Kind alleine zu lassen und er weder ohne mich isst noch schläft, ist es wohl einfach zu früh. Ob ich jetzt dabei auf ihn reagiere oder er auf mich, spielt auch keine Rolle - es klappt dann einfach nicht.
Auf jeden Fall geht es mir sooooooooo viel besser, seitdem die Entscheidung gefallen ist - ich kann die Zeit mit ihm endlcih wieder genießen, ohne ständig Gedankenkarussell zu fahren.
Das Schreiben hier im Forum und das Lesen Eurer Erfahrungen und Meinungen haben mir bei der Entscheidung so geholfen - deshalb TAUSEND DANK !!!
Viele liebe Grüße! Lupa
ich habe dein anfangspost gelesen, und überlegte, was ich dir antworten könnte...

ich finde, es ist von kind zu kind und vor allem von mutter zu mutter verschieden. ich könnte mir das nicht vorstellen, mein baby so früh abzugeben- unsere kleinste ist 10monate alt und ohne mich läuft nix. sie stillt noch überwiegend, schläft nur an der brust ein...nicht mal der papa hat da eine chance, sie irgendwie zufrieden zu stellen, er sagt, sie strahlt ganz anders, wenn ich ins raum komme.

deswegen freue ich mich sehr, dass du auf dein gefühl gehört hast und so entschieden hast, wie es jetzt erstmal ist. du klingst so erleichtert!!!! und ich kann dich supergut verstehen.
Liebe Grüsse
Janka & die 5

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ClauWi Trageberaterin
nanny
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von nanny »

Liebe Lupa, das freut mich total udn du wirst sehen, für alles gibt es die richtige Zeit und nun wirst du soviel mit der Kleinen entdecken können, was du ansonsten verpaßt hättest.lg nanny
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Isabella
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von Isabella »

Schön, dass du deine Gedanken sortieren konntest und nun den richtigen Weg für dich gefunden hast :) ! Mir ging es auch so, dass es mir mit 12 Monaten noch zu früh war, deshalb habe ich den Start um 3 Monate verschoben und siehe da - problemlos sowohl für mich als auch ihn :-) .
nanny hat geschrieben:Hallo udn herzlich willkommen, zu deiner Frage, ich bin davon überezugt das es ein Baby traumatisiert, wenn es so früh von der Mama getrennt wird! Solange es nicht selber entscheidet das es dort bleiben möchte, ist es noch nicht so weit bei einem anderen Menschen als der Mama zus ein, es hat kein Zeitverständnis, weiß noch nicht wann oder ob Mama überhaupt jemals wiederkommt und somit wird das Vertrauen völlig zerstört. Kinder die so früh in fremde Hände gegeben werden resignieren, die typische Begründung das Kind will ja nicht weg wenn man es dann nachmittags holen will-daher ist das morgendliche Weinen wohl nicht so tragisch finde ich absolut einseitig! Das Kind hat jeden Morgen gesehen, das sein Bitten dun Weinen nicht hilft, seine Mama oder sein Papa scheinen seine Trauer, Angst , seine Bedürfnisse nicht ernstzunehmen, also bleibt ihm ja nichts anderes übrig als sich mit der Situation abzufinden... Ich finde es wirklich erschreckend was hier teilweise geschrieben wird, Trennungsschmerz ist doch nichts lapidares, sondern etwas ganz schreckliches-selbst für Erwachsene!!!! Und Babys müssen damit umgehen :cry:
Ist dir das Arbeiten wirklich wichtiger als dein baby, sie ist doch nciht augehoiben, sondern aufgeschoben...
Also das finde ich ja eine furchtbare Aussage. Völlig unbegründet noch dazu, hast du dich jemals (außer "deiner Überzeugung nach" ) mit dem Thema befasst? Ich finde es völlig unnötig, der Threaderstellerin mit haltlosen, pauschalisierenden Ansagen ein schlechtes Gewissen zu machen. Am wenigsten hilfreicher Post ever, echt :roll: .
Waschbaer78
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von Waschbaer78 »

*unterschreib*
wi sind denn eigentlich die Kinder die jeden Morgen weinen wenn sie in die Krippe gehen?Ich sehe zumindest in unserer keines..selbst in der Eingewöhnung hatten wir das kaum und es gab keine dramatischen Szenen und er freut sich uns wieder zu sehen und hat den ganzen Tag viel Spass...
Aber klar..es gibt NUR schwarz oder weiß..entwerder daheim bleiben oder ein heulendes kind gewaltsam in die Krippe zerren..das ist natürlich eine tolerante Sichtweise-hoffentlich vermittelt man seinen eigenen Kindern mehr Toleranz..
Mich kotzen diese engstirnigen Sichtweisen einfach an-mir hat es alles sxchwerer gemacht-mein Sohn hatte das alles toll gemeister ,nur ICH nicht,weil es immer solche tollen Supermütter gibt die ALLES perfekt machen und damit auch keinesfalls hinterm Berg halten..Ich persönlich halte das daheim bleiben nur bei Mama für nicht "artgerecht" und genauso wenig für einen kleinen Menschen gedacht..
Ich weiß,dass wir unserem Sohn sehr viel halt und vertrauen geben trotz Krippe seit dem 16.LM..es ist immer eine Frage des wie`s und wie man das alles drumherum plant und aufbaut..
Ich rechtfertige mich nicht mehr,ich bin in diese Rolle reingewachsen und mein Sohn ist ein Strahlemann und wir haben eine stabile Mutter-Kind-Bindung

das war übrigens an nanny gericht
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Dana
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von Dana »

Aktueller Artikel über Fremdbetreuung von einem Kinder- und Jugendarzt:

http://www.familie-ist-zukunft.de/seite ... 040412.pdf
mit den 3 Elfen 2007, 2010, 2013 und Little foot 9/18
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von Waschbaer78 »

Ich finde jetzt nicht,nur weil es ein Arzt schreibt,dass der Artikel für mich so 100%& stimmig ist-ich habe da auch kein Interesse an einer Diskussion-mich nervt eben dieses schwarz-weiß Gerede..entweder daheim bei Mama oder weinend in die Kita..es gibt auch Mittelwege und es gibt durchaus Kinder ,die nicht weinend in die Kita gehen und nicht apathisch in der Ecke sitzen.
jedes Kind ist da anders.
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Sakura
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Re: Zweifel an der Fremdbetreuung...

Beitrag von Sakura »

ich finde den artikel der FAZ unmöglich. unsachlich, äpfel werden mit birnen verglichen...

mein kind sitzt zwangsweise allein mit mir zu hause fest, da wir keinen krippenplatz bekommen. und ich schwöre, sie langweilt sich mit mir. und wenn wir irgendwo sind, wo andere kinder sind, dann fangen ihre augen an zu leuchten, und sie geht hin zu den kindern und will kontakt aufnehmen... und die anderen kinder kennen sie natürlich nicht und reagieren reserviert bis abweisend. das bricht mir jedesmal das herz :( . auch ein kleinkind hat ein recht darauf, mit gleichaltrigen zu spielen und soziales verhalten unter gleichaltrigen zu lernen.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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