youtee: ich musste mich auch sehr zwingen gelassen zu werden
Ich selbst war als Kind mit 1,5 Jahren trocken und habe mitbekommen, wie meine beiden Geschwister trocken geworden sind. Mein Bruder war 3 und ich weiß, dass das immer wieder Thema war, meine Mutter sehr genervt war, dass es so lange gedauert hat. Meine Schwester war noch deutlich älter, als sie nachts noch ins Bett machte.
Keine Ahnung, warum ich das noch weiß
Wir haben dann viele Phasen gehabt: manchmal habe ich dann getadelt und gemeckert. Dann habe ich mal versucht, eine zeitlang zu wickeln, fand das aber für mich nicht passend. Eine zeitlang habe ich es mit Lob und Tadel versucht ohne Schimpfen... habe bei nassen Hose deutlich gesagt "Aber du sollst doch..." und so weiter.
Zuletzt, so im Herbst/Winter habe ich, wenn mein Mann nicht da war, viele Wochen bei meinen Eltern verbracht. Weil sie in meiner Examens-Lernphasen viel auf Talita aufgepasst haben und ich es ihnen nicht unnötig schwer machen wollte, habe ich wieder Stoffis genutzt, die ich aber ganz regelmäßig kontrolliert habe, damit sie nicht nass sein musste. Da bin ich oft mit großer Ankündigung zur Toilette gegangen "Ich muss mal" und in 90% aller Fälle wollte Talita mit. Mal selbst pullern, mal nur zugucken.
Zuletzt bin ich wieder zum ganz klassischen wf der Anfangszeit zurückgekehrt. Keine Windel, nach Möglichkeit auch unterwegs nicht und ohne Kommentar einfach Hosen wechseln. Ich habe auch eine zeitlang ganz und gar vermieden sie zu fragen, ob sie muss, um diese ganze Pipi-Sache mal einfach nicht mehr zu thematisieren.
Im Moment ist es oft so, dass wir verabreden, wann wir gemeinsam auf die Toilette gehen oder ich sage "Ich muss mal, wer kommt mit". Das verabredet finde ich super, weil sie dann weiß "Nach dem Spielen gehen wir noch mal", dadurch haben wir weniger nasse Hosen beim Spielen, weil sie das Spielen nicht unterbrechen oder aufeschieben will, sondern weiß, dass alles seine Zeit hat. Meist frage ich, ob bestimmte Abmachungen für sie okay sind oder sie schlägt selber was vor "Erst saugst du, Mama, und ich bin im Tragetuch, dann gehen wir pullern und dann spielen wir Lego. Ist das ein Deal?"
Ich habe mittlerweile echt viel durch, viel ausprobiert, wie es für uns am praktikabelsten ist und vieles war am Anfang erfolgreich (auch Lob und Tadel), aber schnell nicht mehr.
Unterm Strich würde ich sagen, dass sie am schlechtesten auf jede Form von Druck reagiert hat (auch zu häufiges Nachfragen), sondern zu viel "Bestimmung" meinerseits immer mir Verweigerung quittiert hat, manchmal stillschweigend.
Rituale erleichtern vieles. Auf die Toilette gehen nach dem Aufstehen, vor dem Zu-Bett-Gehen, vor dem Baden, während des Gottesdienstes (auf dem Töpfchen im Kofferraum), beim Stadtbummel immer imselben Cafe einkehren. Das macht ihr irgendwie Spaß und da kommt ganz viel Eigeninitiative. Sie ist im Spielzeugladen schonmal ganz alleine zur Kasse gegangen und hat nach dem Toilettenschlüssel gefragt. Die letzten Tage hatten wir immer so eine nasse Hose, höchstens 2. Aber bisher folgten auf gut Phasen auch immer wieder "schlechtere", deswegen warte ich mal ab... Selten kommt die Initiative von ihr, meistens frage ich, wer mal mit möchte, auf die Toilette. ob sie Lust hat den Fröschen auf den Kopf zu pullern (auf unsern Potette-Tütchen sind Frösche drauf
Trainer wären nochmal eine Idee.
