Ich frag mal ganz mutig...

Babys ohne Windeln? Gibt's denn das? Klar....

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marykate
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von marykate »

Gut, ich habe selbst kein Ü2-Kind, aber im Bekanntenkreis bin ich im Kontakt mit älteren Kindern und ich finde nicht, dass das nur auf Ü1-Kinder zutrifft, was Milinski schreibt. Der zweite Satz trifft es glaube ich :wink:
Sehr schönes Posting, finde ich übrigens, Milinski :)

Ich weiß nicht, was an größeren Windelfrei-Kindern die nicht signalisieren anders sein soll als bei kleineren. Von der Erwartungshaltung abgesehen. Klar, Talita ist auf so vielen anderen Ebenen schon wahnsinnig weit, wie Du schreibst. Dadurch erwartest Du, dass sie das in dem Bereich auch ist, weil Du durch WF ein besonderes Augenmerk in der Erziehung darauf gelegt hast. Kinder sind aber seltenst in ALLEN Bereichen sehr weit entwickelt. Oft wird ein Bereich erst mal vernachlässigt. Talita lässt sich eben beim trocken werden Zeit. Lass ihr doch auch die Zeit. Alles was ich machen würde ist unterwegs genug Ersatzklamotten dabei haben. Es ist doch kein Problem mit einem kleinen Kind, das einnässt. Da sollte doch wirklich jeder Verständnis haben. Auch in der Bank :lol:
Mir wäre das nicht peinlich. Sag ich jetzt mal so. Sie ist zwar Ü2, aber sie ist doch trotzdem noch klein.

Lässt sie sich vielleicht zu Trainer-Unterhosen überreden? Da entstehen dann wenigstens keine Pfützen.
Marykate mit Maienkind *11 und Augustbaby *14

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“
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Lösche Benutzer 5914

Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Naja, die Vokabeln passen schon einfach nicht zu größeren Kindern...
Aber vielleicht bin ich mit meinen Fragen einfach im falschen (Unter-) Forum.
Ist einfach ein wenig mühsam hier immer wieder zu lesen, dass man selbst schuld ist von wegen Druck und Erwartungshaltung... :roll:
Okay, wenn ihr das total problemlos findet, dass fast 2,5-jährige Kinder keine Windeln wollen und dann mehrmals in die Bankfiliale pullern... dann bin ich wohl einfach irgendwie komisch...
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tania
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Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von tania »

mmh, also ich glaube, ich würde sie nicht ohne windel lassen. ich habe mein kind entscheiden lassen über seine kleidung, aber wenn wir irgendwo drinnen waren (was nicht zu hause war natürlich), habe ich ihm keine wahl gelassen, bevor er nicht zuverlässig trocken war. ich möchte nicht, dass er aus dem einkaufswagen runter auf den supermarktboden strullert. (jungs können echt weeeeeeit pinkeln..) ich möchte nicht, dass er bei freunden aufs sofa pinkelt. (ok, auf sofas hat er nie gepinkelt) ich hatte auch immer echt schiss, dass er mal ein anderes kind anpinkelt (also angst hatte ich vor der reaktion der bereffenden mutter). wie auch immer: ich wäre echt unentspannt gewesen. klar kann es mal passieren, ist ja auch nichts schlimmes, aber so regelmäßig - nein, da würde ich ihr die wahl nicht lassen. ich glaube, wenn du genau den punkt mal besprechen willst, bist du mit deiner frage schon im windelfrei UF richtig. mein sohn war generell nur ohne windeln in einer umgebung, in der ich entspannt damit war, wenn er wo hin pinkelt. das war beileibe nicht nur zu hause, aber es gab auch einfach oft ne windel. ich lebe in einer recht kinderpipitoleranten umgebung (kinder sind in italien früher trocken, ein anderes kind - nicht windelfrei - hat während einem stilltreffen mal auf den boden gekackt, das ist hier viel normaler), trotzdem würde ich mich unwohl damit fühlen. bei einem baby ist das anders, aber die pinkeln ja auch nur mich an, nicht die ganze umgebung.. und mein kind hat mit anderthalb schon echt viel gepinkelt. da hätte ich ne menge zum aufwischen dabei haben müssen.. (ok, die windeln waren immer trocken - keine ahnung. das war eh nochmal ein anderes phänomen: mit windel hat er stundenlang nicht gepinkelt, ohne windel gerne alle zehn minuten ein bisschen und in die windel hat er einfach nie gekackt, das mochte er gar nicht)

vielleicht bringt dir so ein austausch doch was, auch wenn ich über ein anderthalbjähriges kind erzähle? hätte ich ihm die wahl gelassen, hätte er natürlich auch keine windel gewollt und er hat sie schon ausgezogen, wenn er unser haus nur von weitem gesehen hat :lol: , aber ich hab ihn eben nicht gefragt! genauso wie ich ihm erklärt hab, als er zwei war, dass er jetzt zu groß ist, um immer nackt (untenrum) rumzulaufen und dass das andere komisch finden und dass er deswegen immer zumindest eine kurze hose anziehen sollte. wir haben dann genau besprochen, wo er nackt sein kann und wo nicht, ich habe das oft wiederholt mit ihm und das war dann ok. brauchte manchmal ne weile, bis er die hose auch anzog, aber es gab keine tränen oder protest.
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marykate
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Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von marykate »

He, hier sagt niemand, dass Du selbst schuld bist. Davon war gar nie die Rede. Ich finde nur einfach nicht, dass man von einem 2,5 jährigen Kind erwarten können muss, dass es trocken ist. Auch wenn sie schon viel anderes kann und windelfrei groß wurde. Ich sage nicht, dass sie in die Bankfiliale pullern muss und das alle toll finden sollen. Ich meine nur, dass es ok ist, wenn ein Kind, das gerade lernt trocken zu werden auch MAL Pfützen hinterlassen kann – und es gibt ja weit ältere Kinder, denen das auch noch ab und zu mal passiert. Das sollte dann kein Drama sein. In Bankfilialen sind ja in der Regel auch Fliesen. Außerdem kam von mir noch der Hinweis mit den Trainerhosen um die Pfützen zu vermeiden. Die tragen sich vielleicht angenehmer als Windeln. Ich habe es so rausgelesen, dass Windeln keine Option sind. Ich weiß nicht, was ich sonst hätte raten sollen?

Letztendlich musst Du einfach rausfinden, was für Euch BEIDE passt. Schau mal, was Du brauchst, um entspannt mit der Situation umgehen zu können und besprich das mit ihr. Wegen dem Druck und der Erwartungshaltung: Es ist einfach so, dass Du Talita nicht dazu zwingen kannst trocken zu werden. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Es macht Dich doch nur frustriert wenn Du erwartest, dass sie jede Minute trocken wird und es passiert einfach nicht. Auch da weiß ich nicht zu was ich raten soll, außer dazu, es entspannter zu sehen und zu vertrauen, dass sie irgendwann soweit sein wird.
Marykate mit Maienkind *11 und Augustbaby *14

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Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Nochmal: ich habe keine Erwartungshaltung an sie. Ich erwarte nicht, dass sie schon trocken sein muss.
Ich mache mir nur meine Gedanken, versuche, sie besser zu verstehen. Versuche zu verstehen, warum es manchmal gut klappt und warum sie manchmal mit einer nassen Hose rumrennt, ohne Bescheid zu sagen. Ich fänd es eklig, wenn mir eine nasse Hose zwischen den Beinen rumhängt.
Und dann beobachte ich, wie andere Eltern in dem Alter ihr Kind "sauberkeits-erziehen": sie loben, sie tadeln, sagen deutlich, was nicht sein soll... Und ich frage mich: ist es für ein Kind mit 2,5 Jahren noch das richtige, sie "einfach machen zu lassen" oder ist es besser, irgendwann zur klassischen Sauberkeitserziehung zu wechseln? Sprich: sie trägt einfach Windeln und soll Bescheid sagen und ich sage ihr, wie es sich gehört, dass große Kinder das eben lernen sollen. Deswegen finde ich es einfach anders als mit einem Kind, das noch keine 2 Jahre alt ist. Ich habe keine wf Mütter im Bekanntenkreis, sondern sehe Kinder sauber werden, denen halt gesagt wird: Toilette = gut, in die Hose machen = nicht gut. Ich mache ja gar keinen Druck. Ich kommentiere, wie ich das immer gemacht habe "Ah, du hast in die Hose gemacht!" und versuche mir weitere Kommentare zu verkneifen. Und da frage ich mich halt, ob das noch der richtige Weg ist, um ihr beim Sauberwerden zu helfen. Aber nicht, weil ich das Gras beim Wachsen zupfen will, sondern weil ich mir manchmal Gedanken mache, ob dieses neutral und gelassen sein ihr in rechter Weise vermittelt, was das Ziel der Sache ist.
Und ich weiß nicht, wie ich den Spagat schaffen soll, dass sie keine Windel will und meint, sie kann Bescheid sagen (und da will ich ihr ja auch das Gefühl geben, dass ich ihr das zutraue!), aber auf der anderen Seite macht sie Pfützen in der Bank und tut das auch lautstark kund. Das finde ich schwierig...
Ich bin halt nicht so der Typ für "Lass doch, wird schon", sondern mein Denken ist irgendwie lösungsorientiert... :?
Aber ist auch egal.
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Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von klimaforscherin »

talismama hat geschrieben:... gibt es hier Ü2 windelfrei Kinder, die noch nicht trocken sind?
Mal ganz blöd gefragt: was ist denn der Unterschied? :oops:
Grüße
klimaforscherin
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Lösche Benutzer 5914

Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Na, ich wollte wissen, ob es Kinder gibt, die mit wf aufgewachsen sind, aber mit 2 noch nicht trocken sind.
Es scheint mir so, als würden die wf Mamas ab einem gewissen Alter der Kinder hier nicht mehr mitschreiben, und ich habe überlegt, ob die Kinder derer, die zu meinen wf-Anfangszeiten hier auch mit ihren kleinen Babys dabei waren, mittlerweile alle trocken sind.
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Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von Flixi99 »

Ja hier. Mein Sohn hat auch mit 3 nachts noch eine Windel, weil ich wf nie Nachts gemacht habe.

Er hatte zwar so ab 2 tagsüber keine Sicherheitswindel mehr, aber wir hatten auch mal mehr mal weniger Unfälle.

Ich denke bei ihm, das er oft einfach keine Lust hat aufs Klo zu gehen. Es kommt vor, das er sitzt, macht und trotzdem motzt ich muß kein Pipi...oder er sagt er muß nicht, wenn ich mir sicher bin er muß, z. B. nach dem Aufstehen. Er weigert sich dann total, ich lasse ihn dann im Vertrauen es stimmt und kurz drauf habe ich die Pfütze am Boden.

Auch in den Kiga kam er im September ohne Windel - hat super geklappt. Bis ich plötzlich nach ein paar Wochen bis zu 3 nasser Hosen mit nach Hause bekam. So schnell wie das kam war es auch wieder vorbei.

Er kommt übrigens auch sofort wenn er sich nassgemacht hat. Ich denke auch wenn die Wahrnehmung da ist, ist er vielleicht noch nicht soweit, das man nun aufs Klo geht auch wenn man keine Lust hat.
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marykate
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Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von marykate »

Ok, jetzt versteh ich Dich besser, Sina. Wegen dem Ansatz wie Du es machen sollst musst Du Dir denke ich grundsätzlich überlegen, ob Du mit loben und schimpfen erziehen willst oder nicht. Das geht ja über WF hinaus. Ich weiß zwar nicht wie 100%ig ich das umgesetzt bekomme, aber ich habe für mich bisher beschlossen, dass ich nicht loben oder tadeln will, sondern mein Kind weitgehend "unerzogen" groß werden lassen möchte, so gut ich es eben hinbekomme.

Andererseits würde ich sie auf jeden Fall wissen lassen, dass das Pipi machen ohne Windel an am Bankschalter für Dich nicht ok ist. Ich würde sie also nicht ausschimpfen, aber ihr doch klar und bestimmt sagen, dass Du das nicht nochmal möchtest. Vielleicht hat jemand anders praktische Beispiele, wie das aussehen kann, ich kann da leider noch nicht mit dienen.

Klar, wenn Du merkst, dass Du mit der jetzigen "Methode" nicht weiter kannst, muss ein anderer Ansatz her.
talismama hat geschrieben: Aber ist auch egal.
Nein, ist nicht egal, wir wollen Dir doch helfen :)
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youtee
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Re: Ich frag mal ganz mutig...

Beitrag von youtee »

hmm, schreibe ich, schreibe ich nicht...?

mein Sohn ist erst 19 Monate, nicht WF (nur Teilzeit, und manchmal eher selten :oops: ), meine Tochter war auch nicht WF, wurde aber auch nicht klassisch zur Sauberkeit erzogen.
Natürlich kann man einen anderen Menschen nie "verstehen", nicht wirklich. Aber ich merke beim Lesen, daß ich meine, Dich doch irgendwie ein wenig zu verstehen. Ich wäre mit Sicherheit auch ratlos (bin es auch, ich habe keinen Rat für Dich). Ich glaube, ich würde nicht anders können als stinksauer zu sein - und ich möchte an dieser Stelle schreiben, daß ich Dich angesichts der Tatsachen immer noch lobenswert "gelassen" finde. Daß Du immer noch wertfrei "du hast in die Hose gemacht" sagst, z.B. Mein Sohn hat gerade heute zum ersten Mal heimlich-still-und-leise in die Windel gekackert, wo doch Kacka bei ihm zu 99% ins Klo geht und er bei einem Unfall sonst gleich jammernd ankommt... und da mußte ich an Dich denken. Ich meine, wenn er sich jetzt schon ausdrücken könnte wie Talita und sagen würde, daß er keine Windel will weil sie ihm z.b. den Penis einklemmt oder was-auch-immer, und sich DANN öffentliche Pfützen leisten würde und die auch noch lautstark kommentieren würde - ich bin mir sicher, daß ICH da (leider) nicht ruhig bleiben würde. (bevor hier Entsetzen laut wird: beim Windelkacka heute bin ich schon ruhig geblieben und habe ihn nur abgewaschen... ich habe dann nur weiter gedacht...) Ich hätte keine Ahnung, wie ich da am besten verfahren sollte, und reagieren würde ich garantiert falsch. Einfach nur gelassen zu bleiben grenzt ja fast schon an Heiligkeit, finde ich. (naja, ich neige ein wenig zur Übertreibung, aber der Sinn kommt rüber, oder?)
Ich habe Deine WF-Berichte immer gern gelesen und schätze Deine Offenheit und Ehrlichkeit. Und ich find's schade, daß sich nicht mehrere Ü2 WF-Mütter jetzt gemeldet haben.
Ich wünsche Dir nur, daß Ihr Zwei einen guten Weg da durch finden könnt, so daß es für Euch Beide paßt.
ClauWi Trageberaterin, MK 06/12
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