Lesefrust
- Sarracenia
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Lesefrust
Mein Sohn ist 6 und in der 1. Klasse. Es macht ihm grossen Spass und er geht begeistert hin, aber: das Thema lesen liegt uns inzwischen tonnenschwer im Magen.
Rechnen ist kein Thema. Bis in den hunderter Bereich, meistens weit über dem, was die Schule verlangt. Aber lesen geht einfach gar nicht. Null.
Er kennt alle Buchstaben. Er kann sie alle sagen, er sagt also an, welche Buchstaben in dem Wort sind. Aber es scheint unmöglich, dass er sie zu einem Wort verbindet.
Dabei bekomme ich leider immer öfter das Gefühl, er kann das eigentlich... aber er macht es nicht. Er jammert und lässt sich hängen, sitzt oft Stunden an einem Satz oder Wort, bis ich die Hausaufgaben abbreche.
Ich weiss einfach nicht, wie ich ihm helfen soll. Ich habs spielerisch versucht und motivierend, ich habs streng versucht, ich habs einfach nach 30 Minuten abgebrochen (länger sollen sie eigentlich nicht an den Hausaufgaben sitzen) - nichts.
Er behauptet standhaft, er kann das nicht. Manche Buchstaben kann er im Kopf aber gut verbinden, die meisten sogar, sobald er aber ein Wort bilden soll - vorbei.
Er bekommt schon Förderunterricht von seiner Lehrerin in der Schule, ich frage mich aber, ob ich noch was tun kann, ob ich anders an die Sache ransollte, ob es Wege gibt, die mir einfach nicht einfallen.
Hat jemand eine Idee?
Rechnen ist kein Thema. Bis in den hunderter Bereich, meistens weit über dem, was die Schule verlangt. Aber lesen geht einfach gar nicht. Null.
Er kennt alle Buchstaben. Er kann sie alle sagen, er sagt also an, welche Buchstaben in dem Wort sind. Aber es scheint unmöglich, dass er sie zu einem Wort verbindet.
Dabei bekomme ich leider immer öfter das Gefühl, er kann das eigentlich... aber er macht es nicht. Er jammert und lässt sich hängen, sitzt oft Stunden an einem Satz oder Wort, bis ich die Hausaufgaben abbreche.
Ich weiss einfach nicht, wie ich ihm helfen soll. Ich habs spielerisch versucht und motivierend, ich habs streng versucht, ich habs einfach nach 30 Minuten abgebrochen (länger sollen sie eigentlich nicht an den Hausaufgaben sitzen) - nichts.
Er behauptet standhaft, er kann das nicht. Manche Buchstaben kann er im Kopf aber gut verbinden, die meisten sogar, sobald er aber ein Wort bilden soll - vorbei.
Er bekommt schon Förderunterricht von seiner Lehrerin in der Schule, ich frage mich aber, ob ich noch was tun kann, ob ich anders an die Sache ransollte, ob es Wege gibt, die mir einfach nicht einfallen.
Hat jemand eine Idee?
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Sassa
- ist gern hier dabei
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- Registriert: 28.09.2011, 09:10
Re: Lesefrust
Für mich klingt das so als sei er da schon in einem Kreislauf drin, aus "ich kann das nicht".
Mein Kind ist noch nicht in dem Alter, daher leider nichts hilfreiches. Ich hoffe ihr findet einen guten Weg.
Mein Kind ist noch nicht in dem Alter, daher leider nichts hilfreiches. Ich hoffe ihr findet einen guten Weg.
LG
sassa
sassa
-
EhUKr
Re: Lesefrust
Wie waere es mit einem Leselernspiel auf dem Computer? Was ganz einfaches, vielleicht wuerde dies die Attraktivitaet steigern. Bei uns ist alles was auf dem Compi ist spannend, mein Sohn ist aehnlich alt wie deiner, deshalb die Idee.
- Sarracenia
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Re: Lesefrust
Das klingt gut, hast du da zufällig einen Tipp? Computer hält er auch für ungemein spannend.
- gisasz
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Lesefrust
Ich würde dir die Lernwerkstatt http://lernwerkstatt8.de/ empfehlen!!!
Da ist auch noch Mathe, Wissen, Fremdsprachen und Logik (das sing Spiele..) dabei, es ist ansonsten aber mehr oder weniger ein drill-and-practice Programm, aslo ohne Rahmenhandlung eines Spieles oder sonstigen Schnickschnack. Für Lese-Schreibanfänger sind da ganz tolle, motivierende Übungen dabei, mit Anlauttabelle, Buchstabe-Laut-Verbindung, Silben, Wörter erkennen, Anlautwörter...bis hin zu kompletten Diktatübungen. Ist so bis 6. Klasse mE in allen Bereichen empfehlenswert. Du kannst da als "Lehrerin" für deinen Sohn nur bestimmte Übungen freischalten (kannst also auch Mathe und Spiel zB ganz deaktivieren), kannst später einen speziellen Wortschatz zum Üben selber eingeben UND kannst nachschauen, wie erfolgreich dein Sohn was gemacht hat...ist wirklich ein tolles, sehr umfassendes Programm, mit dem ich schon an einigen Grundschulen gearbeitet habe. Ist bestimmt auch privat toll zu nutzen!
Und ansonsten: Lies lieber du mehr vor
Nicht zum Lesen zwingen, das besetzt das nur dauerhaft negativ. Nicht schimpfen, nur positiv verstärken...evtl eher Schreibanreize schaffen; irgendwann wird er lesen WOLLEN, was er oder andere geschrieben haben, dann kommt das im Normalfall von alleine!!!
(Bei der Methode "Lesen durch Schreiben" nach Jürgen Reichen wird zB laaaange nur geschrieben, lesen lernen die Kinder dann quasi von alleine, weil das schreiben einfach eine intrinsische Motivation aufbaut)
Ich meine, es ist einfach höchst individuell, wann ein Mensch lesen lernt...Schema aufdrücken und in Schablone pressen passt eben einfach nicht. Es ist toll, wenn ein Kind genau zu Beginn der 1.Klasse total offen, bereit und willig ist, lesen zu lernen - ist aber eben nicht bei allen so!!!!
Da ist auch noch Mathe, Wissen, Fremdsprachen und Logik (das sing Spiele..) dabei, es ist ansonsten aber mehr oder weniger ein drill-and-practice Programm, aslo ohne Rahmenhandlung eines Spieles oder sonstigen Schnickschnack. Für Lese-Schreibanfänger sind da ganz tolle, motivierende Übungen dabei, mit Anlauttabelle, Buchstabe-Laut-Verbindung, Silben, Wörter erkennen, Anlautwörter...bis hin zu kompletten Diktatübungen. Ist so bis 6. Klasse mE in allen Bereichen empfehlenswert. Du kannst da als "Lehrerin" für deinen Sohn nur bestimmte Übungen freischalten (kannst also auch Mathe und Spiel zB ganz deaktivieren), kannst später einen speziellen Wortschatz zum Üben selber eingeben UND kannst nachschauen, wie erfolgreich dein Sohn was gemacht hat...ist wirklich ein tolles, sehr umfassendes Programm, mit dem ich schon an einigen Grundschulen gearbeitet habe. Ist bestimmt auch privat toll zu nutzen!
Und ansonsten: Lies lieber du mehr vor
(Bei der Methode "Lesen durch Schreiben" nach Jürgen Reichen wird zB laaaange nur geschrieben, lesen lernen die Kinder dann quasi von alleine, weil das schreiben einfach eine intrinsische Motivation aufbaut)
Ich meine, es ist einfach höchst individuell, wann ein Mensch lesen lernt...Schema aufdrücken und in Schablone pressen passt eben einfach nicht. Es ist toll, wenn ein Kind genau zu Beginn der 1.Klasse total offen, bereit und willig ist, lesen zu lernen - ist aber eben nicht bei allen so!!!!
- Talgaro
- Universaldilettantin
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- Registriert: 29.11.2006, 00:03
Re: Lesefrust
Ich würde erstmal versuchen, den Druck rauszunehmen. Sei zuversichtlich, er wird lesen! Lass ihn, er muss es nicht jetzt gleich tun. Wenn er Mathe mag oder noch andere Interessen hat, würde ich da versuchen das Lesen geschickt unterzubringen. Grad manche Matheaufgaben kann man eigentlich nur lösen, wenn man die Aufgabe auch lesen konnte, zum Beispiel bei Knobelaufgaben.
Ich hab übrigens am Anfang immer so lesen geübt: ich laß ein spannendes Buch (kein Erstlesebuch) vor und ab zu ließ ich ihn ein zwei Worte vorlesen, später einen ganzen Satz und dann laß ich weiter. So blieb der Spannungsbogen erhalten.
Ich hab übrigens am Anfang immer so lesen geübt: ich laß ein spannendes Buch (kein Erstlesebuch) vor und ab zu ließ ich ihn ein zwei Worte vorlesen, später einen ganzen Satz und dann laß ich weiter. So blieb der Spannungsbogen erhalten.
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
-
Gaby
- Profi-SuTler
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- Registriert: 11.01.2005, 16:49
Re: Lesefrust
Das unterschreibe ich! Hey, er ist in der 1. Klasse, er hat noch Zeit! Die Klassenlehrerin meines Sohnes (2. Klasse) sagte mir noch im Januar, dass das Lesen gerade am Anfang recht anstrengend sein kann, und dass es Kinder gibt, die erst Ende der 2. Klasse anfangen flüssig zu lesen, genauso wie welche, die es schon bei der Einschulung können, und beides ist normal!Talgaro hat geschrieben:Ich würde erstmal versuchen, den Druck rauszunehmen. Sei zuversichtlich, er wird lesen! Lass ihn, er muss es nicht jetzt gleich tun. Wenn er Mathe mag oder noch andere Interessen hat, würde ich da versuchen das Lesen geschickt unterzubringen. Grad manche Matheaufgaben kann man eigentlich nur lösen, wenn man die Aufgabe auch lesen konnte, zum Beispiel bei Knobelaufgaben.
Ich hab übrigens am Anfang immer so lesen geübt: ich laß ein spannendes Buch (kein Erstlesebuch) vor und ab zu ließ ich ihn ein zwei Worte vorlesen, später einen ganzen Satz und dann laß ich weiter. So blieb der Spannungsbogen erhalten.
Manche Kinder brauchen dafür einfach etwas länger. Meine Nichte hat damals in der 1. Klasse lange nicht geschafft, die Buchstaben zu verbinden, und dann plötzlich hatte sie den Dreh raus und es ging!
Wenn es nicht grundlegende Probleme gibt, würde ich entspannt bleiben, ihn unterstützen, aber ihm keinen Druck machen, und darauf vertrauen, dass er es lernen wird! Und ganz viel vorlesen! Ich hab es bei meinem Sohn auch so wie Talgaro es beschreibt gemacht, dass ich ihm vorgelesen habe, zwischendrin hat er mal gelesen, und das wurde immer mehr. Aber nur so wie er es wollte.
Was sagt denn die Lehrerin? Ich finde, dass es ihre Aufgabe ist, ihn zu ermutigen, mit ihm Wege zu gehen, die zum Lesen führen. Und sie sollte auch einschätzen können, ob es einfach länger dauert oder ob andere Probleme dahinterstecken. Du als Mutter kannst nur im Hintergrund deinem Kind den Rücken stärken und ihn unterstützen, sofern er es zulässt.
mit 07/02, 05/04, 03/06 und 10/08
Häng dein Herz an eine wackelnde Welt und dann wunderst du dich dass es runterfällt (Judith Holofernes).
Häng dein Herz an eine wackelnde Welt und dann wunderst du dich dass es runterfällt (Judith Holofernes).
- fragaria
- Profi-SuTler
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Re: Lesefrust
Mein Bruder hatte damals ein ähnliches "Problem" - wobei er eher keine Lust zum Lesen hatte.
Er hat sehr gerne vorgelesen bekommen und der Deal war dann immer: Einen Satz er, eine halbe Seite Mama/Papa.
Außerdem hatten wir ein Leselern-Computerspiel, das hieß Fürst Marigor und die Tobis oder so ähnlich.
Das war total schön, haben auch wir älteren noch gerne gemacht. Und super für Leseanfänger. Lief halt
unter Windows 95, da wäre die Frage, ob es das noch gibt ...
wer suchet, der findet ... hier: http://www.cornelsen.de/cgi/WebObjects/ ... 64-84984-2
Im übrigen ist mein Bruder später die übelste Leseratte und ein echtes Sprachgenie geworden -
momentan weilt er in China, um chinesisch zu lernen. Das liegt sicher nicht an dem Progrämmchen,
aber zeigt, dass Anfangsschwierigkeiten durchaus überwunden werden können.
Er hat sehr gerne vorgelesen bekommen und der Deal war dann immer: Einen Satz er, eine halbe Seite Mama/Papa.
Außerdem hatten wir ein Leselern-Computerspiel, das hieß Fürst Marigor und die Tobis oder so ähnlich.
Das war total schön, haben auch wir älteren noch gerne gemacht. Und super für Leseanfänger. Lief halt
unter Windows 95, da wäre die Frage, ob es das noch gibt ...
wer suchet, der findet ... hier: http://www.cornelsen.de/cgi/WebObjects/ ... 64-84984-2
Im übrigen ist mein Bruder später die übelste Leseratte und ein echtes Sprachgenie geworden -
momentan weilt er in China, um chinesisch zu lernen. Das liegt sicher nicht an dem Progrämmchen,
aber zeigt, dass Anfangsschwierigkeiten durchaus überwunden werden können.
mit Sommermädchen 6/09, Frühlingsmädchen 03/13 und Winterbub 01/17
Trageberaterin, zertifiziert von Didymos, 2012
Trageberaterin, zertifiziert von Didymos, 2012
- Sarracenia
- Herzlich Willkommen
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- Registriert: 24.02.2012, 14:20
Re: Lesefrust
Ich danke euch.
Wahrscheinlich bin ich bloss zu verspannt. Wir leben relativ isoliert und mir fehlt es ganz oft an Vergleichen zu anderen Kindern.
Wenn er dann immer Hausaufgaben hat, die er im Grunde noch nicht packt, denke ich, er hinkt total nach, aber ich mach mich da leider auch schnell selbst verrückt.
Das letzte Gespräch mit der Lehrerin liegt zwar etwas zurück, die war aber tatsächlich auch sehr gelassen.
Ich danke euch jedenfalls für euren lieben Worte, guten Ideen und fürs Weltbild zurechtrücken, ich werde mich selbst in den Hintern treten wieder entspannter damit umzugehen, sonst nehm ich ihm tatsächlich die Freude daran.
Wir werden auf jeden Fall einige Computerlesespiele ansehen, das dürfte auf ein guter Weg in seinen Kopf sein.
Tut tatsächlich gut, wieder ein Forum zu haben
Wahrscheinlich bin ich bloss zu verspannt. Wir leben relativ isoliert und mir fehlt es ganz oft an Vergleichen zu anderen Kindern.
Wenn er dann immer Hausaufgaben hat, die er im Grunde noch nicht packt, denke ich, er hinkt total nach, aber ich mach mich da leider auch schnell selbst verrückt.
Das letzte Gespräch mit der Lehrerin liegt zwar etwas zurück, die war aber tatsächlich auch sehr gelassen.
Ich danke euch jedenfalls für euren lieben Worte, guten Ideen und fürs Weltbild zurechtrücken, ich werde mich selbst in den Hintern treten wieder entspannter damit umzugehen, sonst nehm ich ihm tatsächlich die Freude daran.
Wir werden auf jeden Fall einige Computerlesespiele ansehen, das dürfte auf ein guter Weg in seinen Kopf sein.
Tut tatsächlich gut, wieder ein Forum zu haben
-
Luja
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- Beiträge: 85
- Registriert: 10.02.2012, 16:17
Re: Lesefrust
Meiner Schwester ging es genauso!Gaby hat geschrieben:Talgaro hat geschrieben: Manche Kinder brauchen dafür einfach etwas länger. Meine Nichte hat damals in der 1. Klasse lange nicht geschafft, die Buchstaben zu verbinden, und dann plötzlich hatte sie den Dreh raus und es ging!
Sie hatte auch lange keine Lust, Geschichten zu lesen. So langsam hat sich das aber entwickelt und jetzt liest sie genauso gerne Bücher wie ich, geht auf's Gymnasium und hat einen 1er Schnitt
Liebe Grüße
Julia
(die noch unbestimmte Zeit auf ihr Baby warten muss
)
Julia
(die noch unbestimmte Zeit auf ihr Baby warten muss
