hennnamae hat geschrieben:Mamika hat geschrieben:Ich bin ein großer Fan von Fröken Skickligs Puppen
Ich muss ganz ehrlich sein. Einige ihrer Puppen (insbesondere Kiki) und anderer Puppenmacherinnen haben für mich persönlich garnichts mehr mit dem Waldorfgedanken hinter den Puppen zu tun. Das sind nur noch
Stoffpuppen. Ich mein, jeder hat einen anderen Geschmack, aber Waldorfpuppen haben für mich ihren ästhetischen Reiz in der Schlichtheit (ich bin ein großer
Ruprecht-Puppen-Fan). Deshalb mag ich auch die Art, wie Karin Neuschütz die Puppen vorstellt so gern. Weil der Körper einfacher und schlcihter ist, weil es keine abgenähten Pobacken und Ellebogen-Grübchen gibt
Ich wollts nur einwerfen....
Naja, "Waldorfpuppen" dürfen wir ja eh alle nicht nähen - nur die Firma Käthe Kruse, deren Puppen für mich mit Waldorfpuppen auch nicht sonderlich viel zu tun haben...
Was eine "richtige" Waldorfpuppe ausmacht, ist ja nirgends klar definiert. Ein offen lassender, möglichst neutraler Gesichtsausdruck ist sicherlich ein sehr wichtiger Aspekt, das Individuelle, Handgearbeitete, die Auswahl und Natürlichkeit der Materialien (wobei es in bestimmten Fällen sicherlich auch sinnvoll und dennoch "waldörflich" sein kann, eine Puppe mit synthetischer Watte zu füllen, z.B. bei einer Allergie)...
Was ich in 5 Jahren Studium der Waldorfpädagogik gelernt habe: Man kann fast alles geisteswissenschaftlich belegen, wenn man das möchte - oder eben auch alles in Frage stellen.

(Bei den Ruprecht-Puppen z.b. die Farbwahl. Streng genommen sind Erdtöne nämlich Farben, die in der Umgebung des kleinen Kindes nichts zu suchen haben.)
Natürlich ist gerade Kiki eine sehr besondere Puppe. Sie wurde designt für Menschen, die keine Vorbildung in Bezug auf das Puppenmachen haben. Augen sticken, Perücken häkeln - all diese Stolpersteine gibt es bei Kiki nicht. Ich stimme dir allerdings bei: Eine Waldorfpuppe ist sie sicherlich nicht. Es ist halt die Frage, wo die Gewichtung liegt: "Waldorf" oder "Hauptsache individuell"? Die Entscheidung für oder gegen eine Puppe ist letztlich immer Herzens- und Geschmackssache.
Allerdings sind das alles Aspekte, die nur einen kleinen Teil des Puppennähens betreffen. Wie der Kopf geformt wird, wie die Gliedmaßen genäht werden... Das sind doch Dinge, die bei allen Puppen gleich sind. Insofern ist es m.E. nach völlig wurscht, ob man ein Puppenbuch hat, in dem einen die gezeigten Puppen gefallen oder nicht - Hauptsache, Schnittmuster und Anleitung passen...
Wie man die Augen stickt/malt... ob man eine Nase haben möchte oder nicht... wie der Mund aussehen soll... ob die Puppe lange wallende Haare bekommt oder eine kurze Wuschelfrisur... wie die Puppe bekleidet werden soll... Das alles kann man doch völlig frei und unabhängig vom jeweiligen Puppenbuch entscheiden. Hilfreich finde ich da z.B. flickr, wo man sich jede Menge verschiedene Puppen ansehen kann.
