Der Waldorfthread
- Mamika
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Re: Der Waldorfthread
Bei uns heißt es "Erzieherin", wobei mir "Kindergärtnerin" auch besser gefällt.
Mamika mit großer Tochter (* September 2006) und kleiner Tochter (* April 2010)
- hennnamae
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Re: Der Waldorfthread
Natürlich soll sie keinen "Mutterersatz" darstellen, aber im Kindergartenalltag mütterliche Tätigkeiten ausführen. Sie gestalten den Tag, wie wir als Mutter zu Hause den Tag gestalten.Sandküste hat geschrieben:Mütterlich - sollen Erzieher meiner Kinder gar nicht seinhennnamae hat geschrieben:Bei uns im Regelkindergarten sagen sie Erzieherin. Aber damals bei uns in meinem Waldorfkindergarten warens noch Kindergärtnerin. Ich mag Kindergärtnerin lieber. Das klingt heimliger, behütender, mütterlicher. Erzieherin klingt hart und distanziert.- und was ist mit den Männern (oder gibt es keine männlichen Waldorf-Erzieher?). Ich finde, es klingt fachlicher.
Das finde ich auch so "befremdlich" an vielen Regelkindergärten, dass der Kindergartenalltag dort garnichts mehr mit einem normalem Tag daheim zu tun hat. Der Alltag ist so.... ohne Alltag. Versteht das jemand? Als ich im Waldorfkindergarten war, war es so, dass die Erzieherinnen immer etwas getan haben, dass die Kinder es nachgeahmt haben und dass es irgendwie so.... ja... wie Mutter Erde, wo die Wurzelkinder drum rum sitzen und alle nähen
In meinem "Plan und Praxis des Waldorfkindergartens", Auflage von 1987, heißt es noch ganz offiziell Waldorfkindergärtnerin.
Mädel 12/2006
Bub 05/2010
Bub 05/2010
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Lösche Benutzer 1828
Re: Der Waldorfthread
Aber das Leben besteht ja nun nicht nur aus Hausfrauen - und noch mal die Frage: gibt es männliche Erzieher? Mir ist das nämlich schon auch wichtig.
Aber klar, es gibt Kindergärten, da hocken die Erzieher nur mit ihren Mappen auf ihrem großen Stuhl. BEi uns gibt es das -zum Glück - so nicht.
Haushalt und all das haben meine Kinder hier zu Hause.
Gebacken wird im KiGa auch - nicht täglich, nein. Aber doch auch. Gekocht leider nicht.
Montessori ist da im Tagesablauf halt schon anders, die Kinder beschäftigen sich viel allein bzw. untereinander.
Aber klar, es gibt Kindergärten, da hocken die Erzieher nur mit ihren Mappen auf ihrem großen Stuhl. BEi uns gibt es das -zum Glück - so nicht.
Haushalt und all das haben meine Kinder hier zu Hause.
Gebacken wird im KiGa auch - nicht täglich, nein. Aber doch auch. Gekocht leider nicht.
Montessori ist da im Tagesablauf halt schon anders, die Kinder beschäftigen sich viel allein bzw. untereinander.
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asujakin
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Re: Der Waldorfthread
Das tun die Kinder bei Waldorf auch. Es besteht größtenteils aus freiem Spiel. Alle Tätigkeiten sind freiwillig. Das ist ja der Punkt, die Erzieherinnen tun irgendwas (kochen/backen/kneten/nähen/waschen/Abwasch/filzen/malen/putzen/anpflanzen/fegen usw) und einige Kinder können (!) sich dazu gesellen wenn sie das möchten, andere spielen lieber in der Gruppe oder beschäftigen sich alleine. Aber das finde ich wichtig, weil es zeigt, dass es im Leben/Alltag eben Aufgaben gibt. Nicht dass das Kind in eine perfekte Umgebung kommt und die nach dem Kinderchaos komischerweise am nächsten Morgen wieder genauso frisch aussieht. Die Kinder sind in alle Tätigkeiten eingebunden. Entweder durch's Beobachten oder weil sie mitmachen (und es sind IMMER Kinder dabei die mitmachen, so entwickeln sich auch vielseitige Fähigkeiten auf allen Gebieten, weil es nicht nur "Kindersachen" sind die da zum Spiel angeboten werden. Mein Sohn bekam mit 2 das Schälmesser und Messer in die Hand und half Karotten schälen und Äpfel schneiden, er sägt, er putzt usw. Irgendwie macht er dann auch hier ganz andere Sachen schon. Ist halt ganzheitlicher als ich das kenne aus der päd. FH (ich war in einem großen, preisgekrönten KiGa mit 110 Kindern, meine Kolleginnen/Mitschüler waren in diversen anderen Einrichtungen und natürlich hat man sich ausgetauscht) und dennoch ohne Druck.
MEINEM SOHN gefallen die Rituale und die festen zeitlichen Abläufe. Ich persönlich würde den freien Kindergarten bevorzugen aber es ist einfach die Hauptsache, dass mein Kind sich wohlfühlt und das tut er wirklich.
Ob es männliche Waldorferzieher gibt weiß ich nicht. In den Regelkindergärten hier sind sie leider auch viiiiiel zu rar besetzt, sodass die meisten Kinder nicht mit einem in Kontakt kommen werden. Wir hatten in unserem Jahrgang damals bei 3 vollen Klassen EINEN, der die Ausbildung anfing (und ich glaube er wollte später in Richtung Heilerziehung gehen)
MEINEM SOHN gefallen die Rituale und die festen zeitlichen Abläufe. Ich persönlich würde den freien Kindergarten bevorzugen aber es ist einfach die Hauptsache, dass mein Kind sich wohlfühlt und das tut er wirklich.
Ob es männliche Waldorferzieher gibt weiß ich nicht. In den Regelkindergärten hier sind sie leider auch viiiiiel zu rar besetzt, sodass die meisten Kinder nicht mit einem in Kontakt kommen werden. Wir hatten in unserem Jahrgang damals bei 3 vollen Klassen EINEN, der die Ausbildung anfing (und ich glaube er wollte später in Richtung Heilerziehung gehen)
- Talgaro
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Re: Der Waldorfthread
Asujakin, das ist bei uns aber nicht viel anders. Die Arbeit an Mappen und ähnliches ist ausgelagert und findet ohne Kinder statt. Bei uns gibt es für die Kinder auch Putzzeug, Eimer usw. in Kindergröße, damit sie gut mitmachen können. Natürlich helfen sie auch bei der Essenszubereitung usw. sie werden da nicht "bedient". Auch meine ganz Kleine hilft schon mit. Und einen geregelten klar strukturierten Tagesablauf gibt es auch.
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
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Re: Der Waldorfthread
Ja, gibt es. Bei uns im KiGa ist einerSandküste hat geschrieben:Gbit es denn nun männliche Erzieher bei Waldorf?
Und bei uns nennen sie sich Erzieher/in
Viele Grüße von Dani, mit M. 08/05 + N. 06/07
"Wie soll das Glück dich finden, wenn du ihm ständig hinterher rennst?"
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Re: Der Waldorfthread
Ja, so kenne ich das aus unserem städtischen KiGa, in den wir nun wechseln werden (müssen) auch. Die Erzieher sind auch da immer im Tun, da sitzt keiner "faul" in der Gegend rum oder kümmert sich um irgendwelche Mappen...Talgaro hat geschrieben:Asujakin, das ist bei uns aber nicht viel anders. Die Arbeit an Mappen und ähnliches ist ausgelagert und findet ohne Kinder statt. Bei uns gibt es für die Kinder auch Putzzeug, Eimer usw. in Kindergröße, damit sie gut mitmachen können. Natürlich helfen sie auch bei der Essenszubereitung usw. sie werden da nicht "bedient". Auch meine ganz Kleine hilft schon mit. Und einen geregelten klar strukturierten Tagesablauf gibt es auch.
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asujakin
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Re: Der Waldorfthread
Bei uns im Regelkindergarten wurde sich auch nicht um Mappen gekümmert während Kinder da waren. Aber es war anders. Viel...fordernder und anleitender weniger "nebenher begleitend". Und natürlich weitaus mehr organisiert (bestimmte Angebote fast täglich, viel weniger Freispielfenster usw) Die Kinder waren mit eingebunden aber das gesamte Verhältnis war einfach anders. Nicht so "häuslich und warm" und ich finde es sehr schwer zu beschreiben was ich meine. So sehr mir die Konzeption vom freien Kindergarten (und der Schule) hier im Ort auch gefällt aber ich hätte Angst dass genau das dort auch fehlen würde *grübel* Und ich hab mittlerweile schon viiiele Kindergärten gesehen (war selbst in einem jüdischen, katholischen, städtischen, dann besuche in montessori, verschiedene waldorf, ein waldkiga mit reitpädagogik usw) Ich will damit auf keinen Fall sagen die Erzieherinnen anderswo seien streng und lieblos, gar nicht. Oft sind es sehr freundliche und bemühte Menschen, schwarze Schafe (so wie die alte KiGa-Leiterin die eine Woche nach Noahs Eintritt entlassen wurde) gibt es wohl überall...aber irgendwie fand ich bei keinem anderen Konzept so eine Heimeligkeit, Wärme und Ruhe, ist schwer zu beschreiben.
Kommt natürlich immer drauf an worauf man wert legt UND vor allen Dingen noch viel wichtiger: Was dem jeweiligen Kind gut tut.
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Lösche Benutzer 1828
Re: Der Waldorfthread
Bei uns ist es schon auch leitend, beobachtend......es setzt sich jetzt kein Erzieher hin und fängt an zu malen oder so. Das tun die Kinder halt von sich aus.
Ich habe ja viel hospitiert, ich finde sie eher ziemlich im Hintergrund oftmals.
Die Kinder achten selber auf die Ordnung, jeder räumt weg, was er benutzt hat. Die Kinder fragen oft die Erzieher, ob sie dieses oder jenes mit ihnen machen können (Dinge des täglichen Lebens heißen die "Spielangebote" - das können Kerzen anzünden sein, Nägel einschlagen, Wachsbilder tropfen, Kaffee mahlen oder so was oder aber die Montessorimaterialen).
Ich habe ja viel hospitiert, ich finde sie eher ziemlich im Hintergrund oftmals.
Die Kinder achten selber auf die Ordnung, jeder räumt weg, was er benutzt hat. Die Kinder fragen oft die Erzieher, ob sie dieses oder jenes mit ihnen machen können (Dinge des täglichen Lebens heißen die "Spielangebote" - das können Kerzen anzünden sein, Nägel einschlagen, Wachsbilder tropfen, Kaffee mahlen oder so was oder aber die Montessorimaterialen).
- hennnamae
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Re: Der Waldorfthread
Aber ohne Kontext ist das doch sinnberaubt.Sandküste hat geschrieben:Dinge des täglichen Lebens heißen die "Spielangebote" - das können Kerzen anzünden sein, Nägel einschlagen, Wachsbilder tropfen, Kaffee mahlen oder so was oder aber die Montessorimaterialen
Mein Mann fand beim Abendessen ein gutes Wort: Bei uns im städtischen KiGa beaufsichtigen die Erzieherinnen. Das triffts eigentlich auf den Punkt.
Mädel 12/2006
Bub 05/2010
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