Ich hatte letztens bei einem Müttertreffen auch alle gegen mich.
Eine Anwesende (Söhnlein ist 5 Monate alt) klagte, dass es ihr so schwer fiele konsequent zu bleiben, wenn es darum geht, den Kleinen nicht wieder hoch zu nehmen, wenn er beim hinlegen weint.
Ich meinte dann, dass sie da doch auch garnicht konsequent sein muss.
Gleich fielen mir mehrere Dann ins Wort, natürlich, doch, sonst will der doch immer wieder auf den Arm und merkt das er dafür nur weinen brauch, die alte Leier halt.
Ich sagte, dass man ein so kleines Kind doch garnicht verwöhnen kann, mit Nähe schonmal garnicht.
Eine Mama rief dann eine anwesende Pädagogin hinzu, um die nach Expertenrat zu fragen. Und was sagt die: Klar, auch die Kleinen müssen das schon lernen, wenn es satt und trocken ist dann kanns auch ohne Mama...
Ich sagte, dass das Bedürfnis nach Nähe doch genauso gestillt gehört wie das nach Nahrung.
Ich fragte in die Runde, ob sie ihren Partner oder eine gute Freundin auch alleine weinen lassen, wenn die nach Beistand verlangen. Das Argument wurd dann ins lächerliche gezogen, von wegen, natürlich, wenn die immer das gleiche erzählen...
Konsequenz ist das ein und alles, sind die mit anderen Menschen denn auch immer konsequent???
Ein weinendes Kleinkind wird dort aus dem Gruppenraum geschickt und muss sich auf dem Flur alleine beruhigen, darf erst dann wieder zu Mama bzw. mit den anderen spielen. Ständig wird von den Erziehern geraten "Lassen sie, der/die will sie nur erpressen!".
Mich sehen die da nich mehr...
Ich find das so traurig, denn das waren alles Mamas von Kindern unter drei, die Pädagogin selbst dreifache Mutter. An solchen Äußerungen merkt man, das die Grundhaltung zum Kind eine negative ist (das will erpressen, das fordert was es garnicht brauch, es ist darauf aus, die Eltern zu seinem Vorteil zu manipulieren).
Dabei ist es doch viel logischer, davon auszugehen, das Kinder mit dem Wunsch geboren werden, Teil der sozialen Gemeinschaft zu werden und sich dementsprechend verhalten.
Der Erziehungsstil der letzten Jahrhundert steckt noch tief in den meisten Köpfen drin.
Hier ein Text dazu: http://www.pachizefalos.de/repressive-erziehung.htm
Die oben erwähnte Pädagogin hat mich übrigens schon mehrfach darauf angesprochen, das meine Maus so lebhaft und offen ist. Komisch, eigentlich müsste sie sich doch zu einem verwöhnten, unzufriedenen Gör entwickeln, oder?!?
Wie gut, dass man sich (nicht zuletzt wegen dem SuT) auch hin und wieder mit "normalen" Menschen umgeben kann.
