Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Luzia
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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Luzia »

Da ich direkt nach dem Mutterschutz wieder berufstätig war, hatte ich keine Zeit für "Babykontakte". Vielleicht war's Glück, denn so hatte ich keine Ahnung, wie lange andere Leute hier bei uns in der Gegend stillen oder auch nicht. :wink:

Eine Kollegin hat 10 Monate voll gestillt wegen Allergierisiko, eine andere hat nach wenigen Wochen abgestillt, weil nach einem Stillstreik mit der Pumpe nix mehr kam (ich weiß nicht, ob ich den Mund jetzt zu voll nehme, aber eine gute Hebi oder Stillberaterin hätte da vermutlich noch was retten können), bei meiner einzigen Rückbildungsbekannten, zu der ich danach noch Kontakt hatte, hat sich die Tochter nach fünf Monaten "selbst abgestillt" (wie auch immer das tatsächlich ausgesehen haben mag), meine andere Kollegin hat 6 Monate voll gestillt und stillt jetzt nach 9 Monaten noch weiter, und eine weitere Kollegin ist überzeugte Langzeitstillerin und praktiziert das jetzt schon beim 4. Kind. Irgendwie scheint bei meinen wenigen Leuten mit Baby, mit denen ich zu tun habe, alles mögliche dabei zu sein. Aber auch wenn niemand etwas gesagt hat: Ich glaube, meine 14 Monate fanden einige schon etwas seltsam. :lol:
Ich habe dann abgestillt, weil's mir dann in der Schwangerschaft sehr unangenehm wurde. Ich hoffe aber, dass ich in Kürze wieder ein Stillkind habe, wo wir noch länger stillen können.

Meine Mutter hat öfters geäußert, dass sie auf die Zeit wartet, wo mein Stillkind keines mehr ist. Der Grund war aber nicht, dass sie Flaschennahrung besser findet, sondern der ganz egoistische von ihrer Seite: Sie hat so mehr vom Enkelkind, weil's zumindest nahrungstechnisch nicht mehr von mir abhängt.

Das mit der Schichtzugehörigkeit und dem Stillen ist ein Vorurteil, das sich in meinen Augen auch immer wieder bestätigt (oder vielleicht ist es auch eine sich selbst erfüllende Prophezeihung :wink: ). Meine mit Freude stillenden Kolleginnen sind alles Akademikerinnen. Diejenigen, die ich im Drogeriemarkt Milchpulver kaufen sehe, sind's dagegen garantiert nicht. Das Gesamtbild (Kombination aus ihrem Aufzug, Verhalten und Äußerungen) spricht für mich absolut dagegen.
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greenie bird
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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von greenie bird »

Luzia hat geschrieben:
Meine Mutter hat öfters geäußert, dass sie auf die Zeit wartet, wo mein Stillkind keines mehr ist. Der Grund war aber nicht, dass sie Flaschennahrung besser findet, sondern der ganz egoistische von ihrer Seite: Sie hat so mehr vom Enkelkind, weil's zumindest nahrungstechnisch nicht mehr von mir abhängt.
das finde ich jetzt aber mal als gar keinen grund...so bald es eine Mahlzeit gibt, ist doch für großeltern schon mal viel zeit ohne mumi-quelle. vielleicht bin ich da auch wieder zu gluckig aber länger als 4-6 Stunden müssen 6 monate alte kinder (natürlich nur in meinen augen) nicht allein bei anderen sein und die wenigsten babies nehmen wirklich gar nichts anderes zu sich.
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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greenie bird
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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von greenie bird »

klimaforscherin hat geschrieben:
Wieso ich? ER hält sich doch an meiner Brust fest. :mrgreen:
:D hihihi


sorry- das sollte eigentlich in einen post...
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von jusl »

Das mit der Schichtzugehörigkeit und dem Stillen ist ein Vorurteil, das sich in meinen Augen auch immer wieder bestätigt
Naja, das ist kein "Vorurteil", sondern ein statistisches Faktum. Frauen mit hohem sozio-ökonomischen Status sind im Durchschnitt älter beim ersten Kind, kriegen weniger Kinder und stillen länger als der Durchschnitt. Frauen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status kriegen ihre Kinder durchschnittlich deutlich früher, haben mehr Kinder und stillen früher ab. Für EINZELNE Personen lässt sich aus diesen Tatsachen selbstverständlich nichts ableiten.

Um insbesondere die zahlreichen SEHR JUNGEN, nicht-stillenden Mütter bzw. Schwangere zu erreichen, hat sich die britische Regierung die "Be a star"- Kampagne ausgedacht, um die Stillraten zu erhöhen. Diese Kampagne ist weltweit auf große Zustimmung gestoßen (und zum Teil kopiert worden):
http://www.beastar.org.uk/

LG
Julia
Mondenkind
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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Mondenkind »

Haselnuss hat geschrieben:Was ich oft höre weil wir immer noch stillen , ob ich nicht loslassen könnte!!!????!!!! :evil:

Kennt ihr das auch?
Nein, so ist mir noch keiner gekommen.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von huschiwuschi123 »

Ich kenne niemandem in meinem Bekanntenkreis der überhaupt stillt. Genauso selten werde ich aber auch gefragt ob ich stille, nicht mal der KiA hat bislang gefragt.

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EhMiws

Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von EhMiws »

neulich auf der arbeit:..." bei einer bekannten war ich mir nicht mehr sicher ob es sich nicht doch um psychische abhängigkeit handelt und sie nicht loslassen kann"

Das kind war wohl 2.5 jahre und wurde noch gestillt.


Ich höre solche äußerungen immer wieder...
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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von kleinemutti »

ich kann dich so gut verstehen


ich bin ne alte Übermutti
und ich verwöhne mein Kind
weil ich immernoch stille und erst mit 6 Monaten das erste Mal Gemüse gegeben habe :roll:
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Eine Mutter ist eine Frau, deren Liebe der Himmel gesegnet hat.
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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Tobis Mama »

Ich hab ein stillfreundliches Umfeld. Das hab ich mir aber so gemacht. Und wer da nicht reinpasst, mit dem hab ich aktuell eben weniger Kontakt.

In der Familie hab ich beim ersten für alle meinen komischen Sonderstatus bestätigt (Ich bin die einzige, die jemals weiter als 15 km von zu Hause weg gewohnt hat, bin die einzige mit Abitur, die einzige, die studiert hat, die einzige, die jemanden aus der (aus der Sicht meiner Familie) Oberklasse geheiratet hat.) Da ist das nicht verwunderlich, dass ich dann auch noch so komische Dinge tue wie KiWa nicht nutzen und eben nach Bedarf und lange stillen. :lol: Die Familie meines Mannes sehen wir so selten, dass sie sich keine Meinung erlauben dürften (und das zum Glück auch gar nicht tun.)

Und jetzt beim zweiten werde ich auch noch nicht mal mehr komisch angesehen, naja, eigentlich schon, aber es traut sich keiner mehr, was zu sagen.

Vor den Wichten hab ich mir wenig Gedanken dazu gemacht und so begegne ich jetzt auch "Kritikern" ohne Kinder - nämlich freundlich und bestimmt und mit dem Satz: "Bekomm erst mal ein Kind." Das ist fies, ich weiß, aber ich erkläre, dass sich bei uns eben ganz viel geändert hat in den Ansichten, nachdem der Große geschlüpft war.
Sehr lustig empfinde ich zur Zeit eine befreundete Gynäkolgin, die sehr gerne bei Frauen, die nicht stillen wollten, Tabletten verschrie und die jetzt Mama ist. Auf einmal mochte sie gerne mit der IBCLC reden, die sie vorher verachtete, sie hat 6 Monate voll gestillt, megaglücklich und füttert jetzt bei. O-Ton ihres Mannes: Oh Mann, sie ist fast schon deprimiert, weil sie weniger stillt. :lol: Und dabei hat sie mich immer wie ein Alien angeschaut... Und sagte, mit ihrem 3-Monate jungen Kind an der Brust: Jetzt versteh ich dich! :lol: :lol: :lol:
Nicole mit Tobias (09/2007) und Laura (06/2010)
Trageberaterin (ClauWi, GK 06/2012)

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Moogie81
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Re: Fühl mich langsam wie ein Stillalien

Beitrag von Moogie81 »

Also hier in der Gegend sind es eher die gute Mittelschicht und die Oberschicht die weder tragen noch stillen.
Grad in den höheren Schichten ist dieses "höchstens 6 Monate stillen" sehr verbreitet.

Ich konnte Motte auch nur 5 Monate stillen obwohl ich gern länger gewollt hätte. Aber durch eine Verkettung unglücklicher Umstände (Mottes Erkältung, ich hatte weniger Milch dadurch, nach der Erkältung direkt der Wachstumsschub, Milch kam nicht so schnell nach usw.) konnte ich nichts mehr retten (und ich hab echt alles versucht - Hebis, Stillberaterinnen usw). Damals hab ich von allen nur Beifall geerntet das ich endlich aufgehört hab zu stillen weil die Flasche ja praktischer ist und mich nicht so ans Kind "bindet".

Jetzt hoffe ich diesmal auf einen besseren Start und frag mich echt wer mich dabei unterstützt. Männe hält viel vom Stillen aber LZS steht er sehr sehr kritisch (fast schon negativ) gegenüber. Ansonsten hab ich keinen positiven Kommentar dazu im Umfeld :(
Moogie mit Motte (03/09), *(12/10) Krümel (10/11) und Keks (08/15)

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Trageberaterin: GK Trageschule NRW 06/2011, GK Die Trageschule ® 03/2012
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