KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

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VintageFairytale
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KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von VintageFairytale »

Wir stecken ja nun mitten in der Eingewöhnung und mit uns auch einige andere Kinder in meinem Freundeskreis sowie meine Nichte.
Und irgendwie - haben wir wohl die Schönste.
Luca ist in einer 6-köpfigen Kindergruppe eines Waldorfkindergartens mit zwei Erzieherinnen. Das Konzept ist so sanft, wir waren am ersten Tag ganz alleine mit den Erzieherinnen und sind auch nur 2 Stunden geblieben. Am zweiten Tag kam dann das nächste Kind mit Mama, wir sind zusammen auch wieder nur gut 3 Stunden geblieben. Am nächsten Tag sind wir dann beide morgens um 8.30 mit den Kindern dagewesen bis ca 12.00 . Und zwischendurch haben wir uns mal entfernt, z.B. 30 Minuten in der Küche mitgeholfen, und auch sonst sind wir dabeigewesen,aber eben am Rande,also nicht aktiv sondern passiv, haben die Erzieherinnen walten lassen und sind eben erst mit ins Spiel gekommen, wenn die Kinder klar danach verlangt haben - und dann wurde uns auch nicht reingequatscht. Also wenn sie sich nur von uns trösten lassen wollten - dann wurden sie auch nur von uns getröstet.
Freitag war dann das Erste Mal ohne uns Frühstücken und die Freispielphase des Morgens auch ohne uns, beim Anziehen fürs Rausgehen waren wir kurz mit dabei, dann sind wir erst 40 Minuten später wieder dazugekommen. Dabei waren wir die gnaze Zeit im Kiga und haben den Raum geputzt, waren also griffbereit und die Kinder konnten uns von draußen sehen.
Montag haben wir dann das erste Mal gemeinsam Mittag dort gegessen, ansonsten haben wir uns den Vormittag relativ bedeckt gehalten und waren nicht ersichtlich da.
Dienstag dann, also gestern, waren die beiden dann das Erste mal den Vormittag wirklich ohne uns da, mit Mittagessen und wir waren das erste Mal acuh NICHT im Kindergarten. Heute wird der Erste Mittagsschlaf probiert, allerdings werden wir so ab 12.15 im KiGa sein - so , dass die Kleinen es nicht wissen, falls es garnicht klappen sollte.

So, zeitgleich hat eine Freundin folgende Eingewöhnung für einen Krippenplatz mit einem unter 2 Jährigen.:
Montags: 8.00 - 12.00 mit dabei sein aber schon viel rausgehen.
Dienstag: Weil er Montag so toll geschafft hat "durfte er gleich alleine dableiben", also nur morgens Abliefern und dann Mittags abholen.
Mittwoch: Der Erste Schlaf .
Seitdem hab ich sie noch nicht wieder gesehen, weiß also nicht, wie es lief.

Meine Nichte ist 2 Jahre und 5 Monate, hatte gestern ihren ersten Tag in einem Spielkreis der dann 3 Mal die Woche sein wird.
Auf Nachfrage, wie es lief. "hat erst gebrüllt und dann langsam ist sie wohl klar gekommen."
"War sie denn gleich alleine da?"
"Jap".
Oh man. Der erste Tag, unbekannte Leute, fremde Kinder, fremder Ort und gleich alleine. Ist doch einfach nur kacke für so ein Kleines Kind?

Das nächste Kind ist 1 Monat älter als meine Tochter, auch Krippe.
Lief genauso ab wie bei meinem Ersten Beispiel mit dem Zusatz; "Sie müssen schon zusehen, dass der isst, wir können da nicht auf jeden einzeln achten!".
Er ist als einziges Kind in einer Gruppe über 3-Jährige, gegessen wird mit allen Gruppen im großen Flur mit 1-2 Erzieherinnen pro Tisch. Und da hat keine Zeit, mal auf einen kleinen Jungen zu achten,der eh schon schlecht isst?
Drei Tage lang hat sie ihn jeweils um Mittag herum abgeholt und nie hat er was getrunken oder gegessen.
Sie hat ihn nun rausgenommen, auch deswegen,aber auch aus anderen Gründen.

Und in allen Fällen werden diese Kinder gleich fast ganz alleine bei Fremden gelassen. Finde das so abstrus und würde das selber aus Mutter auch nie machen, aber die wenigsten stellen das irgendwie in Frage.
Und ich merke ja selbst bei meiner, die wirklich selbstsicher ist und es vom ersten Tag an gemeinsam mit mir toll geschafft hat, dass auch sie trotz meiner Nähe immer mal nachgehakt hat, wo ich denn bin.
Wie gemein, so ein kleines Kind gleich alleine zu lassen.
Scheinbar sind wir da mit dem Waldorf-Kiga ne echte Ausnahme was die sanfte Eingewöhnung angeht und ich dachte eigentlich, dass wäre schon fast überall Gang und Gebe ...

Wie sind da eure Erfahrungen zu?
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mäusekind
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von mäusekind »

Meine Kleine kam letzten Monat in den Kiga.
Um kurz vor 9 habe ich sie gebracht, sie sagte er Erzieherin hallo und mir Tschüß. aufdrängen bekam ich einen Kuß. Ach ja, rausgeschubst hat sie mich auch noch.
Um 12 hab eich sie abgeholt. Da hat sie geweint, sie wollte doch noch dableiben.
Die Erzieherin sagte, morgen bist du schon 3, da kannst du länger bleiben.
An Dienstag (ihrem Geburtstag) wachte sie auf und sagte: heute kann ich länger bleiben. Seitdem bleibt sie bis zum 13 Uhr.
Das war unsere Eingewöhnungszeit.
Für mich komisch, für sie völlig ok.

Was will ich damit sagen? So unterschiedlich können Kinder sein.
Und bislang floß nicht eine Träne.
Was dazu kommt, sie kennt den Kiga halt seit ihrer Geburt. Sie kam ja jeden Tag früh und Mittags mit.
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von VintageFairytale »

Ja, natürlich sind Kinder unterschiedlich, und du siehst selber, deine Tochter hat einen großen Vertrauensvorteil, den haben ja garnicht alle und in meinen Beispielen z.B. kein Einziges der Kinder.
Alle, bei denen es in meinem Umkreis so gemacht wird, wirkten weniger glücklich, siehe meine Nichte, der Junge im letzten Beispiel hat bei jedem Abschied geweint,
und beim ersten weiß ich es nicht, mag sein, dass er es gut weggesteckt hat.

Aber ich finde es einfach seltsam, dass die meißten Kindergärten es einfach so einplanen.

Natürlich ist auch der Altersschied einfach normal ein Unterschied, ob es sich dabei um noch nicht mal Zweijährige oder gerade Zweijährige handelt oder um 3 und 4 Jährige ist denke ich schon ein Unterschied. Letzeren fällt es manchmal sehr viel leichter, andersrum aber manchmal deutlich schwieriger als jüngeren Kindern,weil sie die Tragweite eben schon besser verstehen.

Ich wollte jetzt auch niemanden angreifen,der seine Eingewöhnung so macht, wenn es für das Kind völlig in Ordnung ist. Ich verstehe bloß nicht, wieso manche Eltern das machen,obwohl es dem Kind offentsichtlich nicht gefällt bzw gut damit geht.
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von LaLeMi »

Das verstehe ich auch nicht. Mit WAldorf oder nicht hat es jedoch wohl nicht viel zu tun.
In unserer Krippe haben wir 8 Wochen Eingewöhnung gemacht.
Jetzt im KiGa machen wir gerade die 3., gehen dann teilweise nach dem Frühstück, teilweise davor, je nachdem, wie es für die große Maus so dran ist.
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mäusekind
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von mäusekind »

Ich wollte dich auch nicht angfreifen.
Wahrscheinlich ist es wie bei den Geburten. Wenn man sich vorher keine Gedanken gemacht hat wie es ablaufen soll, nimmt man es so wie das Fachpersonal es sagt. Meine erste Geburt und das danach lief auch ganz anders. Wurde von Kind zu Kind besser, weil ich wußte was ich wollte und was nicht.
Machst du dir vorher Gedanken und weißt, ich kann mein Kind nicht weinen lassen ist die Eingewöhnung auch anders.
Beim Racker saß ich auch 3 Wochen oder so dabei. Er kam aber auch schon mit 2 1/2 in den Kiga. (würde ich auch nicht mehr machen). Da lief die Eingewöhnung auch anders ab.
Ja, die Altersunterschiede sind immens. Und je größer das Kind ist, um so leichter kann es sich lösen wenn das Urvertrauen da ist.
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von VintageFairytale »

Ja, das ist es glaube ich, viele stellen das einfach nicht in Frage, wird halt so gemacht. Wenn ich dann davon erzähle, wie es bei uns ist, wird nur gefragt "Oh, fällt es ihr denn so schwer?". Ich antworte darauf meißtens nur noch "Nein, im Gegenteil, ich mache es ihr nur so schön wie möglich." .

Ist wohl wie bei vielen Dingen im Leben.

Und da hast Recht, mit Waldorf oder nicht, hat das tatsächlich wenig zu tun, im Grunde ja mehr mit der Einfühlsamkeit der Erzieherinnen. Da haben wir einfach tolle erwischt die sehr einfühlsam sind und das Kind in keinem Fall überfordern wollen aber gleichzeitig schon bewusst einführen. Hach , ich bin zufrieden, dass wir so ein Glück haben.

Meine Kleine wird ja nun auch erst 2, ich mache dann in zwei Wochen mein Abitur endlich weiter, ich ringe da noch viel mit mir. Ich bin so froh um die letzten zwei Jahre, aber die Zeit wird mir sehr fehlen,diese intensive gemeinsame Zeit. Ein bisschen neidisch bin ich ebenfalls auf die Erzieherinnen. Vielleicht ist es auch einfach dieser Hintergrund, dass ich mich nur langsam lösen möchte.
Aber ich finde das spielt übrigens auch ne Rolle, geht ja nicht nur um die Eingewöhnung des Kindes, sondern auch um die Gewöhnung der Mutter mit der neuen Situation. Ich klammer nun nicht, sie war ja auch schon regelmäßig ohne mich bei den Urgroßeltern,aber ich würde so einen harten Schnitt auch nicht schön finden.
Ich muss ja auch erstmal lernen,sie nun weniger zu sehen.
Nun hoffe ich nur noch, dass der neue Stundenplan in der Schule es zulässt, dass ich sie schon so gegen 14.30 abholen kann, dann wäre ich glücklich! :)
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von mama2008 »

ich denke, es ist schon sehr unterschiedlich und jeder stellt sich das ja auch anders vor.

ich wollte mein kind langsam eingewöhnen, von langsam hielt er nicht viel, er wollte viel schneller.
anders herum weiß ich auch von eltern, die auf schnelle eingewöhnung drängen, da gehört weinen und probleme des kindes damit eben dazu.
eine bekannte war dreimal kurz mit ihrer dreijährigen tochter im kiga, ab dem vierten tag hat sie sie in den kigabus gesetzt, dieser ist dann in den nachbarort gefahren am kiga abgeliefert und hat fünf stunden später das kind wieder gebracht wo sie es an der bushaltestelle abgeholt hat. sie sagt selbst, sie weiß oft nicht was im kiga abgeht, wenn was wäre, dann würd der kiga sich ja schon melden.
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TaTii
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von TaTii »

wir hatten heute auch unseren ersten eingewöhnungstag im waldorfkiga.
Bei uns läuft es so ab, dass ein Elternteil, wie heute ein paar Tage die ganzen 4 std (bis nach dem mittagessen) mit dort bleibt.
Danach wird die Mutter oder der Vater öfter mal raus gehen und ne halbe std oder so weg bleiben.
Und wenn das gut klappt, bleibt nach ein paar Tagen das Kind allein dort.
Ihr hat es heute suuuper gefallen. Aber nach den 4 std war sie sooo kaputt, dass sie Zuhause direkt ins Bett gefallen ist :>
Das Juli-Kind (25.10.09) ist ein Waldorfmädchen, wird noch getragen, wurde 10 Monate gestillt & schläft teilzeit im Familienbett ♥
Unser Martha-Mädchen (04.01.12) wird ebenfalls getragen, gestillt & schläft im Familienbett ♥
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von Lalumama »

Das hört sich traumhaft an bei euch! :D
Hier im Waldorf-KiGa ist eine Gruppe, da gibt es gar keine Eingewöhnung. Die Eltern müssen vom ersten Tag an ihre Kinder an der Türschwelle abgeben, die Erzieherin dieser Gruppe hätte ihre Gründe, warum sie das so macht :roll:
Den Platz hätte ich dann dankend abgelehnt!
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TaTii
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Re: KiGa/KiTa-Eingewöhnung - überall so grundverschieden?

Beitrag von TaTii »

Lalumama hat geschrieben:Das hört sich traumhaft an bei euch! :D
Hier im Waldorf-KiGa ist eine Gruppe, da gibt es gar keine Eingewöhnung. Die Eltern müssen vom ersten Tag an ihre Kinder an der Türschwelle abgeben, die Erzieherin dieser Gruppe hätte ihre Gründe, warum sie das so macht :roll:
Den Platz hätte ich dann dankend abgelehnt!
Find ich total verkehrt!
EIngewöhnung MUSS meiner Meinung nach sein!
Pö a Pö 'abnabeln' und nich von 0 auf 100 !
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