Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Marion_78
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Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von Marion_78 »

Hallo, ich bin sehr froh dieses Forum gefunden zu haben und hoffe auf Eure Hilfe. Ich lese schon eine Weile hier quer und viele meiner Fragen wurden mir durch's Lesen auch beantwortet. Aber trotzdem konnte das alles mir meine Zweifel nicht ganz nehmen. Ich entschudlige mich jetzt schonmal für den Roman, aber ich muss wohl etwas weiter ausholen:

Meine Tochter wurde am 28.05.2011 termingerecht geboren (ist also 8 Wochen und 2 Tage alt). Sie war bei Ihrer Geburt mit 2770 Gramm auf 47 cm ziemlich zierlich. Aufgrund einer Plazentainsufizienz ausgelöst durch meine Präeklampsie war sie die letzten 4 Wochen im Mutterleib nicht mehr gewachsen. Sie wurde dann nach einem 12-stündigen Einleitungsversuch per Kaiserschnitt in Spinalanästhesie entbunden (weil meine Werte sich rapide verschlechterten). Nach dem Nähen kam ich sofort wieder in den Kreissaal und hab die kleine auch gleich angelegt. Sie hat von Anfang an toll gesaugt. Und so lag sie einige Stunden nuckelnd an meiner Brust. Ebenso in der Nacht. Am nächsten morgen hatten die Ärzte dann aber bei mir den Verdacht einer Lungenembolie und ich durfte wegen des Kontrastmittels fürs CT 48 Stunden nicht Stillen :cry:. Ich bekam für diese Zeit eine Milchpumpe zur Verfügung gestellt. Ich pumpte zwar regelmäßig alle 2-3 Stunden, aber es kam nie Milch. Auch das Syntocin-Spray half nichts. Ich spürte zwar die MSR sehr deutlich, aber es kam kein Tropfen. Am letzten Tag hing dann mal ein kleiner gelber Tropfen oben am Trichter. Im Auffangbecher kam nie etwas an. Da die Milch eh nicht hätte verfüttert werden dürfen bekam die kleine Maus also am 2. und 3. Lebenstag Ersatzmilch per Fingerfeeding. Sofort nach Ende meines Stillverbotes hab ich sie wieder angelegt, aber weiterhin noch zugefüttert. Am 4. Tag wurden wir entlassen. Zuhause habe ich die Zufüttermenge sehr schnell reduziert. Tag 6 waren es noch 90 ml, Tag 7 40 ml jeweils einmalig am Abend und seit dem 8. Tag habe ich ausschließlich gestillt. Ich hatte auch zuhause eine Milchpumpe, aber die habe ich kaum genutzt, weil einfach nie Milch kam und ich die Zeit dann lieber genutzt habe, um meine Tochter anzulegen. Sie nahm auch langsam aber kontinuierlich an Gewicht zu. Sowohl meine Hebamme, ala auch der Kinderarzt waren zuversichtlich, dass sich alles noch einspielen wird und wenn die Kleine erstmal kräftiger ist, auch die Zunahme hochgehen wird.

Klingt eigentlich soweit nicht ganz so schlecht, wären da nicht die Zweifel, ob die Kleine zu wenig zunimmt. Sie wiegt jetzt mit 8 Wochen gerade mal 3480 Gramm. Ihr niedrigstes Gewicht war am Tag 3 mit 2550 Gramm. Sie hat also 930 Gramm in genau 8 Wochen zugenommen und liegt so mit 116 Gramm durchschnittlicher Zunahme pro Woche doch ziemlich an der unteren Grenze. Zwischen der 4. und 6. Woche war ich ziemlich krank (Bronchitis, Sinusitis, Fieber) - da hat sie noch weniger zugenommen als sonst. Da sie ja von Anfang an nicht viele Reserven hatte, mache ich mir eben Sorgen, ob die Gewichtszunahme ausreichend ist. Sie ist aber fit und aufmerksam, lacht und "erzählt", hat eine rosige Haut und produziert auch ordentlich nasse Windeln (Windeln gewogen: mind. 300 ml Urin pro Tag). Eigentlich sieht sie gesund und zufrieden aus. Sie ist eben sehr zierlich - so dass mich fremde Leute schon ansprechen, ob sie ein Frühchen war...

Was mir sonst noch aufgefallen sit: Der Stuhl war die die ersten Wochen grün und v.a. sehr stark stinkend. Erst seit ca. 1 Woche ist er wieder gelb und geruchsarm - so wie ich mir Muttermilchstuhl vorstelle.

Wir stillen nach Bedarf. Das bedeutet für uns tagsüber nahezu dauerstillen. Nachts haben wir eine längere Pause von 3,5 bis 4 Stunden und die restliche Nacht auch wieder häufig im Stundentakt. Die Kleine trinkt allerdings wirklich nur ein paar Schlucke effektiv und dann nuckelt sie nur noch und schluckt nur ca. alle 10 Züge mal.
Nun frag ich mich: Liegt es an mir? Habe ich zu wenig Milch? Oder liegt es an Ihr? Ist sie zu schnell müde oder zu schwach?
Ich habe auch eine Milchpumpe. Wenn ich pumpe kann ich rechts ca. 30 ml abpumpen. Links gehen gerade mal 10 ml. Das sind Werte tagsüber, zwischen den Stillmahlzeiten. MSR habe ich sowohl beim stillen, als auch beim Abpumpen. Aber nach jedem MSR kommen immer nur wenige ml, ich brauche mindestens 3 MSR, um auf die 30 respektive 10 ml zu kommen. Ist das normal?
Ich habe auch schon Stillproben gemacht. Meistens sind die Werte ähnlich wie beim abpumpen als ca. 30 - 40 ml aus beiden Brüsten pro Mahlzeit. Morgens können es auch mal 60 ml sein. Über 24 Stunden gemessen war es letzte Woche (an 3 Tage jeweils) ca. 400-420 ml. Das ist zu wenig, oder? Wenn ich 160 ml pro kg rechne, müsste sie doch mind. 550 ml in 24 Std. trinken, oder? Ich nehme Bockshornkleekapseln in der Hoffnung damit meine Milchbildung zu steigern.
Könnt Ihr mir sagen, ob ich zu wenig Milch habe und was ich dann noch tun kann (außer ständig anlegen, abpumpen, Bockshornklee)? Oder liegte es am Baby? Wie kann ich sie dazu bringen länger effektiv zu saugen? Ist Ihre langsame Gewichtszunahme bedenklich? Ich möchte eigentlich auf keinen Fall zufüttern und bin für jeden Ratschlag dankbar.

Hier noch die genauen Gewichtsangaben
SA 28.05.11 Geburt 2.730
MO 30.05.11 2 Tage 2.550
DI 31.05.11 3 Tage 2.630
DI 07.06.11 9 Tage 2.720
MI 08.06.11 10 Tage 2.740
DO 09.06.11 11 Tage 2.760
FR 10.06.11 12 Tage 2.780
SA 11.06.11 13 Tage 2.800
SO 12.06.11 14 Tage 2.820
MO 13.06.11 15 Tage 2.810
DI 14.06.11 16 Tage 2.840
MI 15.06.11 17 Tage 2.820
DO 16.06.11 18 Tage 2.860
FR 17.06.11 19 Tage 2.880
SA 18.06.11 20 Tage 2.900
SO 19.06.11 21 Tage 2.910
MO 20.06.11 22 Tage 2.930
DI 21.06.11 23 Tage 2.940
MI 22.06.11 24 Tage 2.970
DI 28.06.11 30 Tage 3.090
MI 29.06.11 31 Tage 3.090
MO 04.07.11 36 Tage 3.110
FR 08.07.11 40 Tage 3.160
SA 09.07.11 41 Tage 3.170
SO 10.07.11 42 Tage 3.190
MO 11.07.11 43 Tage 3.260
DI 12.07.11 44 Tage 3.260
MI 13.07.11 45 Tage 3.310
DO 14.07.11 46 Tage 3.270
FR 15.07.11 47 Tage 3.320
SA 16.07.11 48 Tage 3.350
SO 17.07.11 49 Tage 3.360
MO 18.07.11 50 Tage 3.380
DI 19.07.11 51 Tage 3.340
MI 20.07.11 52 Tage 3.420
DO 21.07.11 53 Tage 3.450
FR 22.07.11 54 Tage 3.450
SA 23.07.11 55 Tage 3.470
SO 24.07.11 56 Tage 3.480
MO 25.07.11 57 Tage 3.480
Marion_78
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Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von Marion_78 »

Sorry, Geburtsgewicht waren 2730 Gramm, nich 2770 Gramm. Aber das ändert ja nix :wink:
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Alanna
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Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von Alanna »

hi,

ich kann dir leider nichts "fachliches" dazu sagen, aber ich denke solange sie zunimmt hast du nicht zuwenig Milch, sonst wär ja nix da von dem sie Zunehmen könnte... Es gibt einfach auch zierliche Kinder, die zierlich zur Welt kommen und es auch immer bleiben (meine perönliche unqualifizierte Meinung :wink: )
Zum Thema pumpen - bei mir kommt beim Pumpen nix, kein einziger Tropfen. Schon bei der Großen nicht. Den Kleinen hab ich von anfang an voll gestillt und auch immer satt bekommen.
Vertrau auf dich und dein Kind dann kriegt ihr das schon hin!

Die Profis melden sich sicherlich noch!

Grüße Alanna
Grüßle Alanna

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Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von Wookiiee »

Hy Marion,

Mach dir zum Thema pumpen keine Gedanken! Kleines Bespiel von mir: während ich auf Arbeit bin und Pumpe Kriege ich ca 250ml tagsüber abgepumpt. Die kleine braucht aber mindestens 400ml, wir füttern also zu.
An den Tagen, an denen ich zu Hause bin, stille ich problemlos voll. Die kleinen sind eben die besten saugmaschinen:-)

Als ich mit der kleinen im kh war, wurde mit ca120 ml pro Kilo körpergewicht gerechnet, die Hebamme war sogar mit weniger zufrieden. Also trinkt nach der Rechnung deine kleine absolut ausreichend.
Bin aber kein Profi, sind nur meine persönlichen Erfahrungen.

Alles gute!
SchmatzeMatze 08/2008
Finchen 12/2010
jusl
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Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich Willkommen hier im SuT!

Zunächst: Dein Bericht gehört zu der Sorte "Ferndiagnose schwierig". ;-) Es ist möglich, dass Dein Baby bestens versorgt ist (und auch mit unbegrenztem Vorrat an Flaschenmilch nicht mehr wiegen würde). Genauso ist jedoch möglich, dass auf Grund eines Mixes von z.B. Saugschwäche und geringer Milchbildung Dein Baby mehr wiegen würde, wäre mehr Milch da und könnte es besser saugen.

Vielleicht gehen wir am besten mal der Reihe nach an den Details entlang um zu einer Einschätzung zu kommen:
Sowohl meine Hebamme, ala auch der Kinderarzt waren zuversichtlich, dass sich alles noch einspielen wird und wenn die Kleine erstmal kräftiger ist, auch die Zunahme hochgehen wird.
Diesem Vorgehen würde ich mich ebenfalls anschließen. Euer Stillstart war zwar stark gestört, aber nicht so stark dass daraus zwingend Stillprobleme folgen mussten. Du hast die Zufüttermenge innerhalb der ersten Lebenswoche auf null senken können. Abwarten war dementsprechend angemessen.

Sie hat also 930 Gramm in genau 8 Wochen zugenommen und liegt so mit 116 Gramm durchschnittlicher Zunahme pro Woche doch ziemlich an der unteren Grenze.
Es gibt keine "untere Grenze". Sondern richtig ist: Die meisten gesunden Babys nehmen MEHR als 116 g wöchentlich zu. Aber es gibt auch bestens versorgte, gesunde Babys, die noch etwas weniger zunehmen.
Sinnvoll ist, die Gewichtsentwicklung in Zusammenhang mit dem Stillverhalten und der Milchbildung zu beurteilen:

Wir stillen nach Bedarf. Das bedeutet für uns tagsüber nahezu dauerstillen. Nachts haben wir eine längere Pause von 3,5 bis 4 Stunden und die restliche Nacht auch wieder häufig im Stundentakt. Die Kleine trinkt allerdings wirklich nur ein paar Schlucke effektiv und dann nuckelt sie nur noch und schluckt nur ca. alle 10 Züge mal.
"Dauerstillen, nur alle paar Züge schlucken, häufiges Nuckeln" - Deine Beschreibung deutet auf eine Saugschwäche hin. Ursache ist nicht unbedingt mangelnde Milchbildung, eher ist es anders herum: saugschwache Babys stimulieren die Brust nicht ausreichend, und die Milchbildung geht dann auf Grund der Saugschwäche zurück.


Wenn ich pumpe kann ich rechts ca. 30 ml abpumpen. Links gehen gerade mal 10 ml. Das sind Werte tagsüber, zwischen den Stillmahlzeiten. MSR habe ich sowohl beim stillen, als auch beim Abpumpen. Aber nach jedem MSR kommen immer nur wenige ml, ich brauche mindestens 3 MSR, um auf die 30 respektive 10 ml zu kommen. Ist das normal?
Nein, ist es nicht. "Normal" ist es, beim Abpumpen Schwierigkeiten beim Auslösen des MSRs zu haben. ;-) Viele Mütter, die problemlos vollstillen, können gar nicht abpumpen, weil dort "nichts kommt". Der MSR wird bei ihnen mit der Pumpe nur schwer oder gar nicht ausgelöst, beim Stillen aber immer problemlos. Du hingegen bist sicher, MSRe beim Stillen UND beim Abpumpen zu haben. Eine übliche Milchportion, die nach erfolgreichem Auslösen des MSRs meist problemlos und zügig abgepumpt werden kann, liegt in der Größenordnung 50-80 ml.


Ich habe auch schon Stillproben gemacht. Meistens sind die Werte ähnlich wie beim abpumpen als ca. 30 - 40 ml aus beiden Brüsten pro Mahlzeit. Morgens können es auch mal 60 ml sein. Über 24 Stunden gemessen war es letzte Woche (an 3 Tage jeweils) ca. 400-420 ml. Das ist zu wenig, oder?
Ja, das ist vermutlich zu wenig. Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:

jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122

Selbstverständlich sind das nur Anhaltspunkte. Letztlich wichtig ist das Gedeihen des Kindes und nicht die absolute Milliliterzahl. Aber mindestens rund 600 ml täglich sollten es bei Euch schon sein.

Ich nehme Bockshornkleekapseln in der Hoffnung damit meine Milchbildung zu steigern.
Darf ich nachfragen: Seit wann nimmst Du welches Präparat in welcher Dosierung? Antwort bitte per PN! ;-)


Wie kann ich sie dazu bringen länger effektiv zu saugen? Ist Ihre langsame Gewichtszunahme bedenklich? Ich möchte eigentlich auf keinen Fall zufüttern und bin für jeden Ratschlag dankbar.
Ja, da stellst Du die entscheidenden Fragen. ;-) Mein Vorschlag: schau mal in unsere Linksammlung Stillwissen, insbesondere die Links zu den Stichworten
* Verringerung der Zufüttermengen, zurück zum Vollstillen
* Gedeihen, Gewichtskontrolle, korrektes Wiegen
* normaler Muttermilchstuhl
* Wecktipps für schläfrige Babys, korrektes Anlegen
* Vermeiden von Energieverlust
* Wechselstillen

Dort findest Du alle gängigen Tipps, ihr Still- und Saugverhalten zu verbessern, die man im häuslichen Umfeld so machen kann. Mein Vorschlag:
Setze die Hinweise zum Wechselstillen, Wecken und Energieverlustvermeidung konsequent um, für etwa zwei weitere Wochen. Stillproben kannst Du machen, aber nur, wenn es Euch nicht stesst, und bitte nicht jeden Tag. Dauerstillen ohne Unterbruch ist bei saugschwachen Kindern nicht so sinnvoll; besser sind 20-30 Minuten Wechselstillen-Mahlzeiten mit Anfang und Ende, circa alle 2 Stunden. Insgesamt sollten es mindestens 10-12 Stillmahlzeiten in 24 Stunden sein.
Falls die Umsetzung dieser Hinweise nicht oder nicht ausreichend erfolgreich sein sollte, müsstest Du mal eine Fachfrau nach dem Saugverhalten Deines Babys schauen lassen, z.B. eine IBCLC-Stillberaterin, die sich gut mit Saugschwäche auskennt.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass ein verbessertes Saugverhalten sich quasi sofort positiv auf Deine Milchproduktion auswirken sollte. Sollte dies wider Erwarten nicht der Fall sein, wäre z.B. weitere medikamentöse Unterstützung der Milchbildung eine Option, genauere Info dazu gerne bei Bedarf per PN.

Ich hoffe, diese ersten Informationen helfen Dir weiter,
Rückfragen immer gerne und LG
Julia
Marion_78
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Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von Marion_78 »

Betreff: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...
jusl hat geschrieben:Hallo und herzlich Willkommen hier im SuT!

Hallo Julia, danke für Deine ausführliche Antwort!

Zunächst: Dein Bericht gehört zu der Sorte "Ferndiagnose schwierig". ;-) Es ist möglich, dass Dein Baby bestens versorgt ist (und auch mit unbegrenztem Vorrat an Flaschenmilch nicht mehr wiegen würde). Genauso ist jedoch möglich, dass auf Grund eines Mixes von z.B. Saugschwäche und geringer Milchbildung Dein Baby mehr wiegen würde, wäre mehr Milch da und könnte es besser saugen.

Vielleicht gehen wir am besten mal der Reihe nach an den Details entlang um zu einer Einschätzung zu kommen:
Sowohl meine Hebamme, ala auch der Kinderarzt waren zuversichtlich, dass sich alles noch einspielen wird und wenn die Kleine erstmal kräftiger ist, auch die Zunahme hochgehen wird.
Diesem Vorgehen würde ich mich ebenfalls anschließen. Euer Stillstart war zwar stark gestört, aber nicht so stark dass daraus zwingend Stillprobleme folgen mussten. Du hast die Zufüttermenge innerhalb der ersten Lebenswoche auf null senken können. Abwarten war dementsprechend angemessen.

Sie hat also 930 Gramm in genau 8 Wochen zugenommen und liegt so mit 116 Gramm durchschnittlicher Zunahme pro Woche doch ziemlich an der unteren Grenze.
Es gibt keine "untere Grenze". Sondern richtig ist: Die meisten gesunden Babys nehmen MEHR als 116 g wöchentlich zu. Aber es gibt auch bestens versorgte, gesunde Babys, die noch etwas weniger zunehmen.
Sinnvoll ist, die Gewichtsentwicklung in Zusammenhang mit dem Stillverhalten und der Milchbildung zu beurteilen:

Ich hoffe, der kinderarzt sieht das am Donnerstag genauso. Hab ganz schon Bammel vor dem Termin bzw. davor dass er sagt ich MUSS zufüttern, weil die Kleine zu wenig zunimmt
Wir stillen nach Bedarf. Das bedeutet für uns tagsüber nahezu dauerstillen. Nachts haben wir eine längere Pause von 3,5 bis 4 Stunden und die restliche Nacht auch wieder häufig im Stundentakt. Die Kleine trinkt allerdings wirklich nur ein paar Schlucke effektiv und dann nuckelt sie nur noch und schluckt nur ca. alle 10 Züge mal.
"Dauerstillen, nur alle paar Züge schlucken, häufiges Nuckeln" - Deine Beschreibung deutet auf eine Saugschwäche hin. Ursache ist nicht unbedingt mangelnde Milchbildung, eher ist es anders herum: saugschwache Babys stimulieren die Brust nicht ausreichend, und die Milchbildung geht dann auf Grund der Saugschwäche zurück.

Wie kann ich Ihr denn helfen, diese Saugschwäche zu überwinden? Wäre es sinnvoll abgepumpte Milch zu verfüttern, damit sie sich zumindest bei einem Teil der Mahlzeiten nicht so sehr anstrengen muss? Würde sich dann die Saugschwäche mit zunehmendem Gewicht von alleine bessern, so dass wir irgendwann wieder ausschließlich stillen könnten? Oder würde das eher zum Gegenteil führen, weil sie Ihre Muskulatur zum Saugen dann weniger trainieren muss?
Wenn ich pumpe kann ich rechts ca. 30 ml abpumpen. Links gehen gerade mal 10 ml. Das sind Werte tagsüber, zwischen den Stillmahlzeiten. MSR habe ich sowohl beim stillen, als auch beim Abpumpen. Aber nach jedem MSR kommen immer nur wenige ml, ich brauche mindestens 3 MSR, um auf die 30 respektive 10 ml zu kommen. Ist das normal?
Nein, ist es nicht. "Normal" ist es, beim Abpumpen Schwierigkeiten beim Auslösen des MSRs zu haben. ;-) Viele Mütter, die problemlos vollstillen, können gar nicht abpumpen, weil dort "nichts kommt". Der MSR wird bei ihnen mit der Pumpe nur schwer oder gar nicht ausgelöst, beim Stillen aber immer problemlos. Du hingegen bist sicher, MSRe beim Stillen UND beim Abpumpen zu haben. Eine übliche Milchportion, die nach erfolgreichem Auslösen des MSRs meist problemlos und zügig abgepumpt werden kann, liegt in der Größenordnung 50-80 ml.

:shock: Ist das dann der Todesstoß für meine Stillzeit??? Wenn meine sowieso schon saugschwache Tochter dann auch für jeweils maximal 10 ml einige Minuten ackern muss um einen MSR auszulösen - das ist natürlich super anstrengend und ermüdent für die Kleine. Aber daran kann man nichts machen, oder? Ich kann ja nicht beeinflussen wieviel meine Brust pro MSR hergibt, ich kann nur die Anzahl der MSR über die Dauer des Anlegens beeinflussen. Wobei das auch wieder limitiert ist, durch die mangelnde Ausdauer meiner Tochter
Ich habe auch schon Stillproben gemacht. Meistens sind die Werte ähnlich wie beim abpumpen als ca. 30 - 40 ml aus beiden Brüsten pro Mahlzeit. Morgens können es auch mal 60 ml sein. Über 24 Stunden gemessen war es letzte Woche (an 3 Tage jeweils) ca. 400-420 ml. Das ist zu wenig, oder?
Ja, das ist vermutlich zu wenig. Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:

jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122

Selbstverständlich sind das nur Anhaltspunkte. Letztlich wichtig ist das Gedeihen des Kindes und nicht die absolute Milliliterzahl. Aber mindestens rund 600 ml täglich sollten es bei Euch schon sein.

Ich nehme Bockshornkleekapseln in der Hoffnung damit meine Milchbildung zu steigern.
Darf ich nachfragen: Seit wann nimmst Du welches Präparat in welcher Dosierung? Antwort bitte per PN! ;-)

Hast 'ne PN :wink:
Wie kann ich sie dazu bringen länger effektiv zu saugen? Ist Ihre langsame Gewichtszunahme bedenklich? Ich möchte eigentlich auf keinen Fall zufüttern und bin für jeden Ratschlag dankbar.
Ja, da stellst Du die entscheidenden Fragen. ;-) Mein Vorschlag: schau mal in unsere Linksammlung Stillwissen, insbesondere die Links zu den Stichworten
* Verringerung der Zufüttermengen, zurück zum Vollstillen
* Gedeihen, Gewichtskontrolle, korrektes Wiegen
* normaler Muttermilchstuhl
* Wecktipps für schläfrige Babys, korrektes Anlegen
* Vermeiden von Energieverlust
* Wechselstillen

Dort findest Du alle gängigen Tipps, ihr Still- und Saugverhalten zu verbessern, die man im häuslichen Umfeld so machen kann. Mein Vorschlag:
Setze die Hinweise zum Wechselstillen, Wecken und Energieverlustvermeidung konsequent um, für etwa zwei weitere Wochen. Stillproben kannst Du machen, aber nur, wenn es Euch nicht stesst, und bitte nicht jeden Tag. Dauerstillen ohne Unterbruch ist bei saugschwachen Kindern nicht so sinnvoll; besser sind 20-30 Minuten Wechselstillen-Mahlzeiten mit Anfang und Ende, circa alle 2 Stunden. Insgesamt sollten es mindestens 10-12 Stillmahlzeiten in 24 Stunden sein.
Falls die Umsetzung dieser Hinweise nicht oder nicht ausreichend erfolgreich sein sollte, müsstest Du mal eine Fachfrau nach dem Saugverhalten Deines Babys schauen lassen, z.B. eine IBCLC-Stillberaterin, die sich gut mit Saugschwäche auskennt.

Das mit dem Wechselstillen klingt in der Theorie sehr gut, ist aber in der Praxis für uns sehr schwierig. An der ersten Brust trinkt sie noch ca. 10 Schlucke, dann nuckelt sie. Ich lege sie also um an die andere Brust. Wenn es gut läuft trinkt sie dort auch noch ein paar Schlucke und nuckelt dann wieder. Weiteres wechseln resultiert aber dann meist nur in Nuckeln. Sie schluckt dann kaum noch. Theoretisch würde ich sie dann also einfach immer hin und her wechseln ohne dass sie effektiv was trinkt. "Wecken" bringt da keine Verbesserung, denn sie schläft ja nicht wirklich, sondern nuckelt einfach. Ausziehen habe ich auch schon versucht, hatte aber meiner Meinung nach keinen Effekt. Außerdem habe ich dann Angst dass sie zu schnell auskühlt. Ihre Körpertemperatur (rektal gemessen) liegt meistens bei 36,2-36,5. Ist schon relativ wenig für ein Baby, oder? Ich ziehe sie für die Jahreszeit ziemlich warm an, aber habe jetzt nach Lesen von "Energieverlust vermeiden" noch zusätzlich eine Mütze angezogen und sie in eine warme Babydecke gepuckt

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass ein verbessertes Saugverhalten sich quasi sofort positiv auf Deine Milchproduktion auswirken sollte. Sollte dies wider Warten nicht der Fall sein, wäre z.B. weitere medikamentöse Unterstützung der Milchbildung eine Option, genauere Info dazu gerne bei Bedarf per PN.

Habe auch schon überlegt, ob ich Domperidon ausprobieren sollte. Allerdings habe ich ziemliche Gewissenbisse, ob es dann auch wirklich nicht zu Langzeitschäden beim Baby führen könnte. Gibt es denn da Langzeitstudien? Ich möchte Ihr ja nicht schaden durch irgendwelche Medikamente in der Muttermilch. Dann würde ich eher zufüttern. Auch wenn's mir davor graut....

Ich hoffe, diese ersten Informationen helfen Dir weiter,
Rückfragen immer gerne und LG
Julia
jusl
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Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von jusl »

Ich hoffe, der kinderarzt sieht das am Donnerstag genauso. Hab ganz schon Bammel vor dem Termin bzw. davor dass er sagt ich MUSS zufüttern, weil die Kleine zu wenig zunimmt
Ich kann verstehen, dass Du nicht zufüttern magst. Aber falls Zufüttern nach vernünftiger Abwägung SINNVOLL erscheint, ist das eigentlich nichts, wovor Du Bammel haben musst. Sieh es als Etappe auf Eurem Weg zum sorgenfreien Vollstillen bei gutem Gedeihen.
Wie kann ich Ihr denn helfen, diese Saugschwäche zu überwinden?
Eben das hatte ich in meiner Antwort beschrieben: Wechselstillen ist das Erste-Wahl-Vorgehen, begleitet von den anderen beschriebenen Maßnahmen. Falls dieses Vorgehen nicht erfolgreich sein sollte, muss eine Fachfrau ran.

Wäre es sinnvoll abgepumpte Milch zu verfüttern, damit sie sich zumindest bei einem Teil der Mahlzeiten nicht so sehr anstrengen muss?
Jein. Definitiv NICHT empfehlenswert wäre jetzt das Zufüttern PER SAUGFLASCHE. Die Gefahr, damit noch größere Saugschwierigkeiten zu provozieren, wäre zu groß. Außerdem besteht ja das Problem, dass das Abpumpen derzeit nicht gut klappt. Sprich: Abpumpen und Füttern der nur schwer gewonnenen Milch wäre vermutlich eine ausgesprochen mühselige, frustige Angelegenheit. Diesen Aufwand, den das bedeutet würde, würde ich definitiv lieber direkt INS STILLEN stecken und dem Baby helfen, schnell selbst eine effektive, kräftige Saugtechnik zu entwickeln.
Würde sich dann die Saugschwäche mit zunehmendem Gewicht von alleine bessern, so dass wir irgendwann wieder ausschließlich stillen könnten? Oder würde das eher zum Gegenteil führen, weil sie Ihre Muskulatur zum Saugen dann weniger trainieren muss?
Das hängt von der Ursache der Saugschwäche ab. Diese kann zufällig entstanden sein, mit großer Müdigkeit oder einer milchmangel-bedingten Gedeihstörung zusammenhängen, oder auch medizinische, z.B. neurologische oder muskuläre Ursachen haben usw. Das ist bislang ja nicht bekannt. Um eben dies herauszufinden, schlug ich weiter unten vor, sich für die nächsten beiden Wochen auf die Etablierung einer besseren Saugtechnik zu konzentrieren. Falls das nicht klappt, ist nach diesem Zeitraum weitere Diagnostik und die Hilfe einer mit Saugschwäche erfahrenen Stillberaterin nötig.
:shock: Ist das dann der Todesstoß für meine Stillzeit???
Nein, selbstverständlich ist das nicht der Todesstoß für Deine Stillzeit. Momentan braucht Ihr Hilfe, aber normalerweise können Babys mit der entsprechenden Unterstützung ihre Saugschwäche überwinden. Daran arbeiten wir ja gerade. ;-)

Wenn meine sowieso schon saugschwache Tochter dann auch für jeweils maximal 10 ml einige Minuten ackern muss um einen MSR auszulösen - das ist natürlich super anstrengend und ermüdent für die Kleine. Aber daran kann man nichts machen, oder? Ich kann ja nicht beeinflussen wieviel meine Brust pro MSR hergibt, ich kann nur die Anzahl der MSR über die Dauer des Anlegens beeinflussen. Wobei das auch wieder limitiert ist, durch die mangelnde Ausdauer meiner Tochter
Wesentlich ist jetzt, dass Deine Tochter zunehmend länger intensiv saugt. Momentan saugt sie vielleicht eine Minute intensiv; mit den vorgeschlagenen Maßnahmen stehen Eure Chancen gut, dass sie nächste Woche schon zwei Minuten und übernächste Woche fünf Minuten kräftig saugt. ;-) Dies wird sich dann auch positiv auf Deine Milchmenge auswirken.

Das mit dem Wechselstillen klingt in der Theorie sehr gut, ist aber in der Praxis für uns sehr schwierig. An der ersten Brust trinkt sie noch ca. 10 Schlucke, dann nuckelt sie. Ich lege sie also um an die andere Brust. Wenn es gut läuft trinkt sie dort auch noch ein paar Schlucke und nuckelt dann wieder. Weiteres wechseln resultiert aber dann meist nur in Nuckeln. Sie schluckt dann kaum noch.
Ja, ich weiß - ein schläfriges, kaum saugendes Baby "auf Trab" zu bringen, ist keine einfache Aufgabe. Aber anders geht es nicht. Nimm Dir Zeit, die Weck-Techniken aus der Linksammlung in Ruhe auszuprobieren; diese dienen nicht nur dem Aufwecken eines schlafenden Babys, sondern erhöhen allgemein den Aktivitätsgrad des Babys, was wiederum das Saugverhalten positiv beeinflusst. Auch das Ausziehen, wenigstens die Hose, damit Du an die Füßchen herankommst. Es ist ja nur für die Dauer einer Mahlzeit. ;-)
Ansonsten ist es aber gut, Energieverluste zu minimieren, da hast Du völlig Recht.

Habe auch schon überlegt, ob ich Domperidon ausprobieren sollte. Allerdings habe ich ziemliche Gewissenbisse, ob es dann auch wirklich nicht zu Langzeitschäden beim Baby führen könnte. Gibt es denn da Langzeitstudien? Ich möchte Ihr ja nicht schaden durch irgendwelche Medikamente in der Muttermilch. Dann würde ich eher zufüttern. Auch wenn's mir davor graut....
Es sind weder Langzeit- noch Kurzzeitschäden oder -beeinträchtigungen beim Baby bekannt geworden, auch nicht bei dauerhafter Anwendung.
http://embryotox.de/domperidon.html

Mein Vorschlag:
* Beginne direkt mit den vorgeschlagenen Maßnahmen, so gut es eben geht. Auch kleine Verbesserungen sind Verbesserungen.
* Warte ansonsten den Termin beim Kinderarzt ab. Mache bei dem Termin klar, sollte das Thema aufs Gedeihen bzw. mögliche Gedeihstörungen kommen, dass Du Dir der Problematik bewusst bist und BEREITS DABEI BIST das Problem zu lösen. Wichtig: Frag den Kinderarzt ausdrücklich nach seiner Vermutung, woran die Saugschwäche Deines Babys liegen könnte, und nach seinen Vorschlägen, wie er weiter diagnostisch vorgehen würde.
* Warte eine Woche ab, wie es mit den vorgeschlagenen Maßnahmen läuft. Wir begleiten Dich hier gerne durch diese Zeit. Wenn Du Verbesserungen wahrnimmst, weitermachen! Falls Du keine Verbesserungen merkst, sollte testweise zugefüttert werden (wann wo wie was genau, können wir gerne besprechen, falls es akut wird).

Was hältst Du von dieser Vorgehensweise?

Liebe Grüße,
Julia
davisalo
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Registriert: 19.06.2010, 20:25

Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von davisalo »

Hallo, ich weiß, Julia ist hier die Fachfrau. Deshalb nimm meinen Bericht jetzt bitte als das, was er ist: nämlich einfach die Erfahrung einer Mutter, die damals unwissend, aber voll vertrauend in die Natur und immer wieder reflektierend ans Stillen heranging ...
Vieles von dem, was Du schreibst, hätte ich damals - vor vier Jahren auch geschrieben haben können ... - allerdings ohne die Vorerfahrung im KH. Aber die Große nahm ebenfalls erst sehr viel ab, sehr langsam zu und das Dauerstillen war sehr, sehr ähnlich wie bei Dir!! Unterschied: Während meine damalige Hebi mich zum Zufüttern bringen wollen (wie die meisten der von ihr begleiteten Frauen, wie ich bei einem späteren Treffen feststellte :roll: ), vertraute ich voll und ganz, dass es meiner KLeinen gut ging! Sie nahm ja kontinuierlich zu! Wirkte - wie Deine absolut munter und fidel. Dies bestätigte auch eine Kinderkrankenschwester der Wöchnerinnenstation, in deren Haus wir damals wohnten. (Sie nahm auch noch mal Rücksprache mit der KH-Stillberaterin, die allerdings im Urlaub war und nicht zu mir kommen konnte, die aber ihre Eindrücke bestätigte.)
Das Dauerstillen blieb. Mir machte es nichts aus - und ich fragte nicht, was davon echtes Trinken war und was einfach nur Saugen, Beruhigen. Letztlich muss ich da ja auch keine Übergänge kennen. DIe Natur hat es eben so eingerichtet, dass die Kleinen bei Mama alles bekommen. - Und: Sieh Dir mal die Babys in Afrika an, wo sie auch an die Quelle dürfen, sooft und solange sie wollen: Da sind sie auch oft alle viertel Stunde dran - immer und immer wieder. Und sind eher dünn im Gegensatz zu unseren. Das habe ich mir mal so erklärt, dass Menschen sich ja gar nicht soviel Fettspeicher zulegen müssen, wenn die Nahrung direkt immer wieder verfügbar ist. Der Fettspeicher ist ja ein Trick der Natur, Hungerphasen zu überwinden. Nein, schlappi war mein Kind nie!! - Wie Du unten an der Sig sehen kannst, ist die Große inzwischen vier Jahre alt, was nicht da steht: sie ist putzmunter, alles essend in Massen (! - bewusst kein ß, sondern ss!! - Sie isst viel!!!), aber immer noch sehr, sehr dünn. - Hätte ich damals Stillproben genommen, was ich nicht getan habe, hätte mich eine geringe Menge auch nicht wirklich verwundert: Dafür trank sie ja oft. Na klar muss meine Brust dann nicht soviel zu einem Zeitpunkt produzieren wie wenn ich die Brust zumachen würde und sie erst nach zwei Stunden wieder ran ließe ... - Ob sie nun trinkschwach war oder was es war? Hm, wie gesagt, DAS war bei uns nie Thema. Vielleicht hätte sich was geändert, wenn ich damals zum Ostheopathen mit ihr gegangen wäre. Andererseits: Sie ist der Typ, der die ständigen Mama-Kuscheleinheiten brauchte und bis heute braucht. DAFÜR war es gut, dass es genau so war, wie es war! Und nein, sie wirkte wirklich niemals niemals hungrig im Sinne von, dass ihr was fehlen würde ... - Manche hielten mich für verrückt, weil sie ständig an meiner Brust hing. Lange, lange war das so. Aber dafür hatte ich ein immer zufriedenes, glückliches Kind, das wie gesagt, ansonsten quietschfidel war!
Übrigens: Nummero zwei ist vom Naturell her anders - ganz anders. Und trotzdem hatten wir anfangs gewisse Dauerstillphasen bzw. nie die "empfohlenen" 2-Stunden (oder noch mehr!) Stillabstände! Das passte schon!!!

So, Julia, jetzt steinige mich. Aber Du sagtest es ja schon: Letztlich ist es schwer mit der Ferndiagnose. Ich will wirklich nicht, dass hier irgendwer sein Kind hungern lässt!!! Ich war nur darüber gestolpert, wie sie den Zustand ihres Kindes beschrieb. Und da frage ich mich, ob hier nicht auch eine Situation sein könnte, die wirklich so bleiben kann, wie sie ist, weil es dem Kind wirklich, wirklich gut geht!!! Und all das, was Du jetzt vorschlägst, zwar super sein kann, aber eben auch viel Stress bedeuten kann und - wenn es so wäre, wie ich hier mal vermute, eher kontraproduktiv wäre. (Also, hätte ich damals für zwei Stunden die Brust zugepackt, dann hätte mein Kind geschrien - weil sie einfach die Nähe wollte und brauchte!! DAS hätte ich nicht übers Herz gebracht!! Sie weinte auch beim Papa - wäre also keine Lösung gewesen! Bei mir war sie glücklich!) - Auf eine Diagnose des Kinderarztes bzgl. Zufüttern-Müssen würde ich allerdings auch nichts geben!!!! (Es sei denn, er ist IBCLC ...) Ich würde echt zu einer guten Stillberaterin vor Ort raten (ohne Julia, Deine Kompetenz hier abzusprechen - ich hoffe, Du verstehst, was ich meine. So anmaßend will ich nicht sein ..., will nur einfach, einfach meine Erfahrungen ins Feld führen ... Und ich bin SOOOO dankbar, dass ich mit beiden so tolles Stillen gehabt hatte. Zufüttern wärefür mich auch gaaaanz schlimm gewesen - aus div. Gründen, die hier nichts zur Sache tun ...)


Marion, ich wünsche Euch eine ebenso wundertolle Stillbeziehung und lass Dich jetzt bitte bitte von mir nicht verwirren - höre auf Dein Inneres, auf Dein Kind - und wenn Zweifel bestehen in Dir, dann besser auf Julia oder eben eine andere Stillberaterin!!!!!!!!!! Aber wenn Dein Herz und Dein Bauch und Dein Kind Dir ähnliches sagen sollten, wie ich es empfunden habe, dann fühl Dich nicht allein ...!!!!!!!!!!
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
Marion_78
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Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von Marion_78 »

Ok, Du machst mir Mut. Packen wir's an :)
Wir werden also unser Bestes tun alle 2 Stunden für 20-30 Minuten möglichst wach im Wechsel an beiden Brüsten zu saugen.

Aber eine Frage dazu hab ich noch: Was mache ich wenn die Kleine in den 1,5 Stunden dazwischen an die Brust will? as wra sie ja nun so gewohnt. Den Nachmittag/Abend haben wir quasi an der Brust verbracht. Wenn das mal nicht ging war das Geschrei groß. Schreien verbraucht ja auch wahnsinnig Energie - also kann und will ich sie nicht schreien lassen. Und wenn die Maus die Brust will, ist sie da sehr hartnäckig :wink:. Was also tun?
Marion_78
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Re: Nach MSR nur wenig Milch & Baby nimmt wenig zu...

Beitrag von Marion_78 »

Davisalo, da haben sich unsere Antworten überschnitten.
Aber im endeffekt siehst Du an meiner Antwort, dass ich genau die gleichen Bedenken hab bezügl. des Abstandes zwischen den Stillmahlzeiten...
Ich will sie wirklich auch nicht hungern lassen. und wenn aus meiner Brust bei jedem MSR nur so wenig kommt würde sie ja dadurch dann auch ingesamt weniger bekommen, oder nicht?
Nicht dass ich damit dann das gegenteil erreiche und mein Kind noch weniger Milch bekommt... Ohje, jetzt bin ich wieder hin- und hergerissen.

Jetzt weint sie - aber es wär noch eine gute Stunde bis zum Stillen. Mein Mann trägt sie durch die Wohnung, aber es hilft nix :( das zerreißt mir das Herz....
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