Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Schnels
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von Schnels »

Und wieder einmal vielen Dank! Das alles wird garantiert ganz enorm weiterhelfen!

@majulu: :D lustig! Allerdings lässt ne Kuh ihr Kälbchen ja auch nicht immer und ständig trinken, oder? Wenn die Kuh gerade keine Lust oder Energie oder Milch hat, schiebt sie das Kälbchen doch auch mal eben "sanft" zur Seite, oder? Kenn mich mit Kühen nun auch nicht soo gut aus, aber irgendwie ist mir so, als wenn ich das ab und an mal gesehen hab, dass ein Kälbchen nicht trinken durfte.
DAS ist aber auch das einzige, was ich zu widersprechen hab, alles andere in diesem Thread klingt bestens. :)
mit tollem April 2010-Jungen!
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Sakura
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von Sakura »

Du hast auch nach Pro-Argumnten gefragt, und so schreibe ich mal, in der Hoffnung, dass ich nicht geschlagen werde: ich finde einen 4-Stunden-Rhythmus gut, WENN ER FUNKTIONIERT, und zwar OHNE Zwang. Auch ich persönlich esse ja lieber zu festen Zeiten...

Muss dazu sagen, ich habe ein Kind, dass die ersten Nächte im Krankenhaus quasi ununterbrochen saugen wollte, tagsüber fast nur geschlafen hat, und sich dann relativ rasch von einem 2-h-Rhythmus zu einem 3-h-Rhythmus zu einem 4-h-Rhythmus hochgearbeitet hat. Mit anderen Worten: ich stille nach Bedarf, definitiv!!! Und alle 4 h heißt eben auch nachts stillen, ich kann oft die Uhr danach stellen, dass mein Mäusel so ca. nachts um 2 aufwacht und Hunger hat.

Aber: ich habe ein Schreikind, das tagsüber extrem anstrengend ist. Wenn sie nicht schläft oder trinkt, dann schreit sie meistens. Und sie schläft tagsüber ausschließlich - AUSSCHLIESSLICH - im Tragetuch. Ich habe das Kind quasi den ganzen Tag um den Bauch. Und sie ist mega-schreckhaft, wacht selbst von dem Geräusch auf, wenn ich von einem Toastbrot abbeiße, oder einen Apfel kaue, und weint dann. Von der WC-Spülung ganz zu schweigen. Das ist auch nervlich nicht so ganz einfach wie ein Kind, das - sagen wir mal - ein paar Stunden allein in einem Bettchen schläft. Ich liebe mein Kind über alles und tue gern alles für sie, aber ich sehe eben auch, dass das anstrengend sein kann. Da mein Kind nie - NIEMALS - allein irgendwo liegt und schläft, ist die Zeit für mich persönlich, selbst für elementarste Bedürfnisse (essen, duschen, WC) extrem knapp bemessen. Und so hilft der relativ regelmäßige Rhythmus mir, meinen Tag zu strukturieren, und wenigstens ausreichend selbst essen zu können - nicht ganz unwichtig, wenn frau stillen will. Oder mal zu duschen - mein abendlicher Luxus, denn ich über alles genieße.

Wie gesagt, ich zwinge meinem Kind diesen Rhythmus nicht auf. Wenn es ein heißer Tag ist, kommt sie alle 3 Stunden, und das ist ok. Aber ich versuche sie dann schon durch Beschäftigen und Wickeln (sie liiiieeeeebt es, gewickelt zu werden...) hinzuhalten, dass es eben auch ein 3-h-Rhythmus ist. Klar, wenn der Durst groß ist, dann quäle ich sie nicht, und lege sie sofort an, und dann sind es manchmal auch nur 2 Stunden, oder nur 1 Stunde. Ich lasse sie nicht weinen! Was ich sagen will: ich stille nach Bedarf, finde aber einen Rhythmus gut, und versuche meinem Kind vorsichtig vorsichtig vorsichtig zu einem Rhythmus zu helfen, immer ohne Zwang, ohne Qual, ohne starres Korsett. Wobei ich eben auch ein Schreikind habe, und ganz allein bin (Umzug, Eltern und Freunde weeeeit weg, Mann kommt erst abends spät von der Arbeit).

Ich finde, es gibt keine einfachen Antworten auf so komplexe Fragen wie: Was ist das beste für mein Kind? Wie immer gilt: kein Zwang, kein Druck, aber BEIDE müssen damit zurecht kommen, das Kind und die Mutter. Ich hoffe ihr vesteht, was ich meine, und urteilt im Zweifel für die Angeklagte.

Und nochmal: ich stille nach Bedarf, finde aber so was ähnliches wie einen Rhythmus nicht schlecht.
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nwsurgeon
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von nwsurgeon »

:) Mein Kind hat auch einen Rhythmus, sogar jeden Tag einen anderen. :)
LG
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Sibi
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von Sibi »

Ich bin ja erstaunt, dass es immer noch "Fachkräfte" gibt, die Stillen nach der Uhr empfehlen. Dass das mit dem Hunger und satt trinken Quatsch ist, wissen wir ja. Und das gerade jetzt im Sommer Stillkinder eben nicht auf Tee oder Wasser angewiesen sind, sondern eben häufiger mal einen Schluck nehmen, ohne sich dabei mit Kalorien vollfühlen zu müssen (weil eben Vordermilch gut zum Durst löschen ist), finde ich persönlich ja genial.

Mein Contra-Argument zum Stillen nach Uhr: Millionen von Kinder, die so unabsichtlich abgestillt wurden. Mein Bruder und ich gehören auch dazu - einmal kein Milcheinschuss, bzw. dann gleich so stark, dass gar nichts mehr ging oder verbunden mit Entzündung (lässt sich nicht so genau rekonstruieren), einmal MIlchstau mit anschließender Entzündung.
Abgesehen davon würde bei uns nach zwei Tagen das Jugendamt vor der Tür stehen, wenn ich nur alle 4 h was geben würde. Das Geschrei würde niemand ertragen.

Die Milchmenge kann sich nur auf das Kind einpegeln, wenn das Kind durch mehr oder weniger häufiges Anlegen seinen Bedarf regeln kann.
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von samuraikid »

ich habe immer nach bedarf gestillt und würde es jederzeit empfehlen. die babys wissen schon, wann sie hunger haben bzw.mehr nähe brauchen.
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Minchen
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von Minchen »

Sakura, das was Du beschreibst ist aber etwas anderes, als die Threadstarterin meinte: meine Hebi fing auch mit dem 4-Stundenrhythmus an, wenn er vorher kommt, sollen wir ihm Wasser anbieten. Das haben wir genau einmal gemacht, er fands ... 8) und wollte danach stillen. :lol:

Es geht ja hier um den antrainierten Rhythmus und das Angstmachen. Mir wollte die Hebi beim zweiten Kind wieder erklären, dass doch der Magen wachsen muss und er dafür größere Stillabstände braucht... :roll: Und das Spiel mit den angestrengten Eltern, die müde sind und sich nichts sehnlicher wünschen als regelmäßigen Schlaf. Ich kann das supergut nachvollziehen, ich hätte eine zeitlang eine Million dafür bezahlt, wenn mir nur jemand ein bisschen mehr Schlaf gegeben hätte. Grad beim ersten Kind glaubt man da so ziemlich an alles, wenn das Kind nachts viel wach ist...

Wirklich schade, das gerade Hebammen immernoch so beraten... :?
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
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Sakura
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von Sakura »

Minchen hat geschrieben:meine Hebi fing auch mit dem 4-Stundenrhythmus an, wenn er vorher kommt, sollen wir ihm Wasser anbieten.
nein, das ist natürlich quatsch. und wie gesagt, ich bin eine große verfechterin von stillen nach bedarf. ich habe wahrscheinlich einfach glück, das wenigstens das stillen bei meinem kind kein problem ist, und sie freiwillig so was ähnliches wie einen rhythmus hat. heute nachmittag hat sie übrigens geschlafen, der abstand zwischen zwei mahlzeiten war dadurch 5 stunden. ich habe sie nicht geweckt. dafür kam sie heute abend dann schon nach 3 stunden, und eine stunde später wieder. und sie kriegt dann natürlich, was sie will, nämlich: :5:

ansonsten: hebi wechseln...
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Minchen
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von Minchen »

Du, ich hab längst ne andere Hebi und ich mach eh nicht das, was mir andere sagen... 8) Sie war halt ansonsten toll, homöopathisch fit, konnte Akupunktur etc. Nur beim Stillen war sie leider eben nicht so fit...
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Sakura
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von Sakura »

Minchen, ich habe eben Deine Signatur gelesen, und sie hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Mein Sahnemäusel ist eben erschöpft auf meinem Arm eingeschlafen, nachdem sie zwei Stunden am Stück in meinen Armen gebrüllt hat. Deine Signatur ist genau das, was ich jetzt brauchte...
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Nachtfrau
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Re: Argumente Pro/Contra Stillen nach der Uhr

Beitrag von Nachtfrau »

sie soll die hebamme mal fragen, wann sie ihre letzte fortbildung zum thema stillen hatte.

das zeigt wiedermal sehr schön, dass hebammen sehr oft nicht die geringste ahnung vom stillen haben. mich macht das so sauer, ich hab schon geschichten gehört, da rollt es einem die fußnägel hoch!

ich hatte ne freundin, die hebammenschülerin war. sie hat mir viel erzählt, u.a., dass es zu der zeit noch nicht lang eingeführt war, dass hebammen in der ausbildung überhaupt was übers stillen lernen. das war 2004! sie hat mir ihre "unterlagen" zum stillen gezeigt, das waren zwei beidseitig beschriebene din a 4 seiten. die infos waren alle richtig und auf dem aktuellen stand, aber wie man zb stillprobleme lösen kann, kam gar nicht erst vor.
und sie hat sich sehr drüber aufgeregt, dass praktisch alle ihrer mitschülerinnen der meinung waren, was sie da gelernt hätten sei totaler quatsch, sie würden niiiie nach bedarf stillen, wenn sie mal kinder hätten, sonst tanzt einem das kind ja auf der nase rum, und länger als 4-6 monate stillen sei ekelhaft, usw, ich erzähl nicht weiter, sonst reg ich mich nur auf. :evil:

und die hebammen, die vor der zeit ihre ausbildung gemacht haben, haben überhaupt nichts übers stillen gelernt.

soviel zur hebamme als fachkraft in sachen stillen. ich kenn soooo viele mütter, die ihren hebammen den haarsträubendsten SCHEISS glauben, wo einem schon der gesunde menschenverstand sagen sollte, dass das schwachsinn ist. und stillberaterinnen, die eineinhalb jahre oder mehr ausbildung hinter sich haben und sich regelmäßig fortbilden, werden belächelt. :evil: :evil:
LG Nachtfrau

mit der Großen (1/95), dem Mittleren (1/03), dem Mini (3/11) und der winzigen Enkelmaus (9.2.12)

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