Komische Frage zum Breikost-beginn

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Regenbogenmarion
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Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von Regenbogenmarion »

Ich muss jetzt mal ganz doof fragen- weil ich absolut keine Ahnung von der "Kalendermethode" hab, sondern mich nach meinem Zwerg gerichtet hab und zudem BLW mache:

Mein Neffe wurde letzte Woche 5 Monate alt. Klar, dass man da mim Brei beginnen muss. Obwohl er (in meinen Augen!) nicht Beikostreif ist.
Beikostreife setzt doch nicht genau mit einem Kalenderdatum ein, sondern, wenn das Kind reif ist:
wenn es aufrecht sitzt
wenn sich der Zungenstreckreflex abgeschwächt ist
wenn es kaubereitschaft zeigt
wenn es selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken kann (und sich dafür interessiert)
wenn es ein gesteigertes Stillbedürfnis zeigt (ok, nicht meine Meinung, aber ok)
wenn das Kind einen Zahn hat (auch fraglich)

Bei festen Essen gehts ja noch eine Stufe weiter, da sollte das Kind älter und körperlich reifer sein.
Schmatzen, den Eltern beim Essen zusehen, zu wenig/viel Gewichtszunahme sind für mich keine echte Anzeichen. Darüber lässt sich jetzt auch streiten, ich möchte nur "kurz" erläutern, wie ich zu meinen Gedanken komme.

Zusammengefasst sollte in meinen(!) Augen ein Kind dann Essen bekommen, wenn es selbst/am Schoß sitzen kann, nach Essen greift, es in den Mund nimmt, abbeißt, kaut und runterschluckt.


So, nun wieder zu meinem Neffen: Brei gibts, weil man das halt so macht. Aber
- er sitzt nicht eigenständig (nicht einmal beim ständigen Hinsetzen), er kann sich erst seit ein paar Tagen umdrehen, ist eher langsam in seiner körperlichen Entwicklung, Köpfchenkontrolle auch noch nicht so gut
- als ich ihn das letzte Mal gesehen habe (ist allerdings schon wieder 2 Wochen her), war der Zungensstreckreflex noch sehr stark
- Zahn kommt in nächster Zeit auch keiner
- er hatte großes Interesse am Essen seiner Eltern (wie an allem anderen, klar in dem Alter), was natürlich bei uns ein Anzeichen ist
- außerdem wiegt er mit seinen 5 Monaten knapp 9kg, höchste Zeit umzustiegen


Ich bin also nicht sehr überzeugt, dass der Kleine beikostreif ist. Aber das ist erstens die Verantwortung der Eltern und zweitens gar nicht das Thema (sorry, ich schweife ab).
Was mich jetzt interessiert: Er hat ein ganzes Gläschen gegessen! Wenn ein Kind von den Anzeichen her nicht beikostreif ist, warum isst es dann so eine große Menge? Was gebe es noch für Indikatoren? Gelten die oben genannten doch nichts? Sollte man auf jeden Fall nach der Zeit gehen und dann mal ausprobieren?


Ich bin wirklich gerade verwirrt, weil ich damit gerechnet hatte, das er kaum ein Löffelchen isst (ok, auf den Fotos siehts so aus, als würde er versuchen, den Mund zuzupressen, aber schlussendlich ist doch das meiste im Magen gelandet). Kann mir das Verhalten jemand erklären? Weil sowas kömmt in meinem Umfeld öfters vor- kleines Baby- keine Anzeichen- isst Unmengen.
(Sorry für den Roman :oops: )
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blauviolett
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Re: Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von blauviolett »

Ich höre leider immer wieder von verschiedenen Mamas: "... isst SUPER gerne! Und schon ein ganzes Gläschen auf einmal!" und danach folgt der Satz "Ach, die Mahlzeiten dauern immer SO lange, ich brauche so viel Geduld und ich muss ihn /sie als ablenken, damit er/sie nicht die Hälfte ausspuckt..." und dann folgt "Aber es schmeckt ihm/ihr gaaaanz sicher und er/sie WILL UNBEDINGT essen!!!" :roll:

Ich kann und will dazu nichts mehr sagen.
VLG von blauviolett
mit Schnecke (2010), Wichtel (2012) und (Bauch-)Zwerg (06/2015)
sowie kleinem * im Herzen


Antonia... unvergessen.
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Regenbogenmarion
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Re: Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von Regenbogenmarion »

blauviolett hat geschrieben:Ich höre leider immer wieder von verschiedenen Mamas: "... isst SUPER gerne! Und schon ein ganzes Gläschen auf einmal!" und danach folgt der Satz "Ach, die Mahlzeiten dauern immer SO lange, ich brauche so viel Geduld und ich muss ihn /sie als ablenken, damit er/sie nicht die Hälfte ausspuckt..." und dann folgt "Aber es schmeckt ihm/ihr gaaaanz sicher und er/sie WILL UNBEDINGT essen!!!" :roll:

Ich kann und will dazu nichts mehr sagen.
och ja, stimmt!
Und die Hänge wegdrücken, damit das Kind ja nur isst :(
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Caty
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Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von Caty »

Kann nur sagen wie es bei uns war.
Kleine Maus nahm nur knapp zu, deshalb haben wir den Abendhirsemilchbrei ausprobiert. Sie ass den gerne, machte schön den Mund auf und das meiste landete im Magen.
Isst nun schon seit mehr als 2 Monate einen Mittagsbrei und einen Abendbrei je mindestens 200 g
Interesse am selber essen hat sie immernoch nicht. Wenn wir oder meine Jungs was essen will sie auch, respektiv siehts aus als ob sie auch will, kaum bekommt sie etwas dann in die Hand gedrückt spielt sie damit nur, in den Mund nimmt sie es nur selten und wenn nur einmalig ohne abzubeissen probieren oder daran zu saugen...
Frei sitzen kann sie noch nicht, oder will nicht, da sie lieber auf dem Bauch ist...
Einen Zahn hat sie auch noch nicht.....


Hab übrigens sie nie "gezwungen" Brei essen mit Zunge wegdrücken oder so ;-) Hab ihr den Brei nur gegeben wenn sie selber den Mund schön öffnete. Am Anfang waren es aber auch nicht gleich 200 g oder so sondern so 40-50 g, die Menge wurde mit der Zeit immer mehr.
Achja und lange ging die Mahlzeit meist nie ;-) ihr konnte es nicht zu schnell gehen ;-)
Wenn sie fest Hunger hat muss man sie recht schnell füttern, bei jeder kleinen Pause mötzelt sie grad....
Boy Mai 07 + Boy Januar 09 ( leider beide nur 3 Wochen gestillt)
+ Girl September 10 (wurde cirka 3.5 Jahre gestillt und schläft im 2. Teil der Nacht meistens im Familienbett)
+ Sternenbabyboy 10.7.14-21.7.14
+ Babygirl Januar 16
+ kleines Sternchen November 13



Sorry wegen den Schreibfehlern. Bin meist mit dem Iphone hier. Da gibt es noch recht schnell Tippfehler.... ;-)
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Regenbogenmarion
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Re: Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von Regenbogenmarion »

Danke Dir (und ich möchte bitte mit meinem Posting niemanden angreifen, nur verstehen!). Habt ihr einfach mal ausprobiert? Ist nicht MuMi nahrhafter als Hirse?
Da muss es doch noch etwas geben, was noch ein "Anzeichen" ist?
jusl
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Re: Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von jusl »

Mal abgesehen von diesem konkreten Fall, sondern ganz allgemein: sehr junge Babys können feste Nahrung kaum verwerten (Sprich: Was oben rein geht, kommt unten mehr oder weniger SO auch wieder heraus; davon kann man sich oft mit einem Blick in die Windel leicht selbst überzeugen.)

Wenn sehr früh Beikost gefüttert wird bei gleichzeitiger Verringerung der angebotenen Milchmenge (also Brei als klassische Anstattkost), dann leuchtet unmittelbar ein, wieso diese Säuglinge scheinbar riesige Mengen Brei verputzen: Sie brauchen sehr große Mengen, um auf annähernd die gleiche Nährstoffversorgung wie vorher zu kommen! Anstatt Milch muss dann die doppelte oder dreifache Menge Brei her um das Baby zu sättigen (und die Mama freut sich darüber, dass das Baby so schön isst :wink: ).

Und genau dazu passend: zu früh eingeführte Beikost kann zu schlechter Gewichtszunahme und Gedeihstörungen führen. Manche Babys schaffen diese großen Mengen nämlich einfach nicht. Das bedeutet: "verringertes Milchangebot plus wenig Beikost" ist eine ungünstige Kombination. Dann schon lieber "verringertes Milchangebot plus viel Beikost". Zweifellos am empfehlenswertesten ist natürlich die Kombi "weiterhin uneingeschränktes Milchangebot plus Beikost nach den Vorlieben des Babys" - denn hierbei sind Mangelversorgung oder ungünstige Essgewohnheiten ausgeschlossen, und der Entwicklungsstand des Kindes findet angemessen Berücksichtigung.

LG
Julia
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Regenbogenmarion
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Re: Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von Regenbogenmarion »

Danke für die Erklärung! Das ist wohl des Rätsels Lösung :)
jusl
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Re: Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von jusl »

Nachtrag: Das erklärt im Übrigen auch zum Teil die häufig gemachte Beobachtung, dass ältere Babys um den ersten Geburtstag herum deutlich weniger zu essen scheinen als in den Monaten zuvor. Die geringeren Essensmengen haben sicherlich auch mit dem nun verlangsamten Wachstum zu tun, aber eben auch mit der jetzt besseren Verwertung des Essens.

LG
Julia
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Karinke
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Re: Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von Karinke »

Super das zu lesen! Muss man sich auch bewusst sein! Danke fürs niederschreiben!
Bild Grosses M, KS, 12.1010 Bild J, VHBAC, 8.2012 Bild Kleines M, 2.HG 9.2015
jusl
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Re: Komische Frage zum Breikost-beginn

Beitrag von jusl »

gern geschehen :D
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