LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
- coccolone
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Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
Wow, hab' ich ja gar nichts von mitbekommen. Den werde ich mir auf jeden Fall anschauen, wenn ich das Buch durch hab. Ich glaub' ich habe irgendwo noch 'nen maxdome Gutschein... 
"You can't start a new chapter in your life, if you keep re-reading the last one."
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Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
ich mag Ewan McGregor sehr gernecoccolone hat geschrieben:Wow, hab' ich ja gar nichts von mitbekommen. Den werde ich mir auf jeden Fall anschauen, wenn ich das Buch durch hab. Ich glaub' ich habe irgendwo noch 'nen maxdome Gutschein...
zu "fickrig" - aber da paßt doch "f u c k" dann gar nicht - soll ja wohl eher nervös, unruhig heißen.......
- coccolone
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Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
Warte, ich guck' nochmal in beide Buecher rein.Sandküste hat geschrieben:ich mag Ewan McGregor sehr gernecoccolone hat geschrieben:Wow, hab' ich ja gar nichts von mitbekommen. Den werde ich mir auf jeden Fall anschauen, wenn ich das Buch durch hab. Ich glaub' ich habe irgendwo noch 'nen maxdome Gutschein...
zu "fickrig" - aber da paßt doch "f u c k" dann gar nicht - soll ja wohl eher nervös, unruhig heißen.......
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Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
Das ist ja komisch uebersetzt. "fickrig" auf Seite 34 in der Deutschen Hardcover Ausgabe ist "nervous" im Original. 
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Lösche Benutzer 1828
Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
das kommt in der deutschen Übersetzung ständig vor......coccolone hat geschrieben:Das ist ja komisch uebersetzt. "fickrig" auf Seite 34 in der Deutschen Hardcover Ausgabe ist "nervous" im Original.
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Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
Das wuerde mich auch nerven.
In der Englischen Ausgabe steht halt oefter mal f-u-c-k oder f-u-c-k-ing, aber das geht noch bzw. ich lese es einfach als "eff", was auch oefter vorkommt.
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Marilu
Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
Okay, ohne was von euch gelesen zu haben, hier mein erster Eindruck:
Inhaltlich finde ich es bisher sehr originell. Hin und wieder muss ich an SuT denken, z.B. wenn sie ihren Sohn allein lässt (hier wäre sie also untendurch
), oder aber wenn sie ihrem Sohn die Vorhänge selber näht (oder wäre sie doch voll dabei?). Ich hab auch schon laut gelacht (Stichwort Hugh Grant) und ich bin gespannt wie es weitergeht.
Andererseits bin ich von der Sprache ziemlich enttäuscht. Ich finde es ein bisschen anstrengend zu lesen. Es gibt Bücher, die transportieren schon über die Sprache eine Stimmung oder ein Gefühl. Dies hier kommt mir zu „hölzern“ rüber, ich habe immer das Gefühl, ich lese eine Übersetzung, versteht ihr, was ich meine?
Es ist im Deutschen so unrund formuliert. Ich vermute, dass es im Englischen Umganggsprache ist und der Übersetzer versucht hat, das irgendwie cool auszudrücken, aber es nicht so recht klappt. Ich hätte wohl auch das Original wählen sollen…
Ich stolpere dauernd über seltsame Begriffe, die kein Mensch verwendet.
Das geht schon auf der ersten Seite los, wenn Elvis auf dem „Lokus“ (S. 11) stirbt. Wer – außer meinem Papa, wenn er originell sein will – sagt denn noch „Lokus“?? Ich überlege dann immer, ob da wohl im Original auch so ein seltsames Wort steht oder ob das ein Übersetzungsding ist und schon häng ich fest und kann den überraschenden Vergleich Terrorismus – Rock’n’Roll gar nicht mehr angemessen bewundern
Oder auf S. 12 „Ich bin eben keine große Schriftstellerin.“ „Schriftstellerin“ passt hier überhaupt nicht hin. Ich vermute, dass im Englischen dort writer steht, und das kann oft Schriftstellerin heißen. Aber sie ist ja überhaupt keine Schriftstellerin, sie schreibt einen Brief, kein Buch. Eigentlich müsste es einfach heißen „Ich bin nicht gut im Schreiben“ oder so….
Oder auf S. 24 „Zwanzig Ocken“ (Bei der Wette im Pub) Ocken?? Was steht da im Original? Auch ein komplett ungewöhnliches Wort? Oder sowas wie quid, das umgangssprachlich jeder dauernd verwendet?
Oder auf S. 37 steckt sie sich „eine von seinen Ziggen an“ Sagt man irgendwo in D „Zigge“?? „Kippe“ kenn ich. Was steht da auf Englisch? Fag? Cig?
Tja, vielleicht sind das Kleinigkeiten, aber sowas stört meinen Lesefluss, das finde ich nervig und unauthentisch. Aber vielleicht gewöhne ich mich noch dran, oder es wird weniger. Die Englisch-Leserinnen – könntet ihr vielleicht für mir rausfinden, was da jeweils in Englisch steht?
Außerdem ist mir noch nicht ganz klar, was ich davon halte, dass so etwas richtig richtig Schlimmes (Osama/Terror) als Aufhänger benutzt wird für eine Milieustudie im Londoner East End.
Vielleicht wird der Zusammenhang noch deutlich. Aber bisher (bin noch mitten im „Frühling“) hab ich ein schlechtes Gefühl, wenn sie Osama anspricht. So, als würden die echten Terroropfer nicht ernst genommen, versteht ihr, was ich meine?
Inhaltlich finde ich es bisher sehr originell. Hin und wieder muss ich an SuT denken, z.B. wenn sie ihren Sohn allein lässt (hier wäre sie also untendurch
Andererseits bin ich von der Sprache ziemlich enttäuscht. Ich finde es ein bisschen anstrengend zu lesen. Es gibt Bücher, die transportieren schon über die Sprache eine Stimmung oder ein Gefühl. Dies hier kommt mir zu „hölzern“ rüber, ich habe immer das Gefühl, ich lese eine Übersetzung, versteht ihr, was ich meine?
Es ist im Deutschen so unrund formuliert. Ich vermute, dass es im Englischen Umganggsprache ist und der Übersetzer versucht hat, das irgendwie cool auszudrücken, aber es nicht so recht klappt. Ich hätte wohl auch das Original wählen sollen…
Ich stolpere dauernd über seltsame Begriffe, die kein Mensch verwendet.
Das geht schon auf der ersten Seite los, wenn Elvis auf dem „Lokus“ (S. 11) stirbt. Wer – außer meinem Papa, wenn er originell sein will – sagt denn noch „Lokus“?? Ich überlege dann immer, ob da wohl im Original auch so ein seltsames Wort steht oder ob das ein Übersetzungsding ist und schon häng ich fest und kann den überraschenden Vergleich Terrorismus – Rock’n’Roll gar nicht mehr angemessen bewundern
Oder auf S. 12 „Ich bin eben keine große Schriftstellerin.“ „Schriftstellerin“ passt hier überhaupt nicht hin. Ich vermute, dass im Englischen dort writer steht, und das kann oft Schriftstellerin heißen. Aber sie ist ja überhaupt keine Schriftstellerin, sie schreibt einen Brief, kein Buch. Eigentlich müsste es einfach heißen „Ich bin nicht gut im Schreiben“ oder so….
Oder auf S. 24 „Zwanzig Ocken“ (Bei der Wette im Pub) Ocken?? Was steht da im Original? Auch ein komplett ungewöhnliches Wort? Oder sowas wie quid, das umgangssprachlich jeder dauernd verwendet?
Oder auf S. 37 steckt sie sich „eine von seinen Ziggen an“ Sagt man irgendwo in D „Zigge“?? „Kippe“ kenn ich. Was steht da auf Englisch? Fag? Cig?
Tja, vielleicht sind das Kleinigkeiten, aber sowas stört meinen Lesefluss, das finde ich nervig und unauthentisch. Aber vielleicht gewöhne ich mich noch dran, oder es wird weniger. Die Englisch-Leserinnen – könntet ihr vielleicht für mir rausfinden, was da jeweils in Englisch steht?
Außerdem ist mir noch nicht ganz klar, was ich davon halte, dass so etwas richtig richtig Schlimmes (Osama/Terror) als Aufhänger benutzt wird für eine Milieustudie im Londoner East End.
Vielleicht wird der Zusammenhang noch deutlich. Aber bisher (bin noch mitten im „Frühling“) hab ich ein schlechtes Gefühl, wenn sie Osama anspricht. So, als würden die echten Terroropfer nicht ernst genommen, versteht ihr, was ich meine?
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Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
Ein sehr interessanter erster Eindruck.
Ja, du haettest wohl wirklich im Original lesen sollen. Ich beantworte deine Uebersetzungsfragen gleich. Erst muss bzw. will der kleine Mann ins Bett. 
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Marilu
Re: LESERUNDE - "Lieber Osama" von Chris Cleave
Und coccolone hat meine Vermutung mit dem Umgangssprachlichen bestätigt.
"fickrig" ist "nervous"??? Ich dachte, das sei ein Phantasiewort um auszudrücken, dass sie, wenn sie Stress kriegt, schnell eben f*cken muss...
Zum Titel: Ich finde "Lieber Osama" schon ein wenig platter als "Incendiary". Das Englische kann man ja sehr mehrdeutig lesen - es kann die Bombe (die vom Stadion? oder die Erzählung/der Brief schlägt ein wie eine Bombe, verursacht etwas?) sein, oder der Bombenleger (der Attentäter? Osama? die Erzählerin?), oder ein Adjektiv. Außerdem - okay, das ist vielleicht weit hergeholt - kann man es anders betonen, und dann hat man ein incen-diary, quasi ein Tagebuch, das die Erzählerin ja in gewisser Weise schreibt (statt "Liebe Kitty" war das Anne Frank?eben "Lieber Osama").
Ich weiß ja noch nicht, wie es weitergeht, vielleicht passt ja im Verlauf des Buchs noch was anderes?
Ich finde übrigens die Stelle kurz vor dem Anschlag, die Fußball-Reportage, ausgesprochen originell