S ist nun auf den Tag genau 18 Monate alt. Von Anfang an wurde sie von mir in den Schlaf begeleitet. Nicht immer ist es mir leicht gefallen, auch nach 1,5 Stunden, noch geduldig und freundlich zu bleiben, weil das Kind jedesmal, wenn ich das Zimmer verlassen wollte sofort wieder aufsprang und dicke Kullertränchen übers Gesicht liefen.
Dennoch habe ich an der Einschlafbegleitung festgehalten. Denn gerade an meinen Arbeitstagen ist es eigentlich die einzige Zeit, in der ich mich ihr voll und ganz widmen kann. Auch wenn ich mir hier mal wieder von vielen Seiten schon Sprüche wie "Die tanzt Dir schon ganz schön auf der Nase rum!", "Die hat dich aber echt im Griff!", "Du musst sie einfach mal weinen lassen!" usw. Nö, muss ich nicht und hab ich auch nicht getan.
Nun war letzte Woche wieder mal ein Tag an dem Madam nicht einschlafen wollte. Durchs Bett wuselte, sich zwischendurch mal hinlegte, nur um kurz darauf wieder aufzuspringen. Auf meinen Arm wollte sie aber auch nicht und hat sich immer wieder Richtung Bett gelehnt.
Hm, nun wurde ich halt nach über einer Stunde doch ungeduldig, weil ich noch so viel zu tun hatte. Vor allem musste ich soooooooooo dringend auf Toilette. Also hab ich es gewagt. Ich hab S gesagt, sie soll sich hinlegen, sie muss ja noch nicht schlafen, aber ich muss halt selber ganz dringend auf Toilette und dann in die Küche. Ich komme aber gleich noch mal wieder, um nach dir zu gucken. Ich hab ihr noch mal einen Kuss gegeben und die Spieluhr eingeschaltet. Dann bin ich raus.
Ich war schon verwundert, dass sie nicht sofort aufgesprungen ist und "MMMAAAAAAAAAAMMMMAAAA" gerufen hat. Sie sagt ja noch nicht viel, aber Mama kann sie perfekt und ausdauernd.
Ich hab ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass sie jetzt schon so weit ist. Aber ich freu mich wirklich darüber, dass das ganze ohne irgendeine Art von Programm und Weinen geklappt hat. Ich hatte mich ja innerlich schon an EInschlafbegleitung bis mindestens zum Abitur eingestellt.
Viele Grüße,