Antje, wer ich bin, dass ich kritisch sein darf, dass ich den Mund auf machen darf? Eine liebende Mutter, die auch jeden Monat Rechnungen zu bezahlen hat

Und "richten" tust du dich selbst, denn ich kann nur das wahrnehmen, was du von dir preis gibst. Und das hinterlässt diesen Eindruck... Vielleicht ist das auch mal überdenkenswert
Wenn ich mir Gedanken um andere Menschen mache, liegt es mir nicht, wegzuschauen. Ich bin vielleicht polarisierend, aber ich kann dann nicht "ja ok, super" sagen. Das mache ich ja auch nicht, wenn ich wo anders Suchtgefahren sehe. Ich frag den Alki nicht, obs denn auch gut geschmeckt hat.
Ich gönne dir deine Tücher von Herzen, wenn darunter nichts leiden muss. Zumal ich nicht nur dich angesprochen habe.
Vielleicht liegt es wirklich an der unterschiedlichen Einstellung zum Haushalten und Abknapsen. Du schreibst immer, wie genügsam du und deine Töchter seid, mit wie wenig ihr auskommt - und dann häufst du mit überschüssigem Geld reine Luxusgüter für dich an? Es sei dir ja gegönnt. Aber wie erklärst du deinen Töchtern, dass ihr so gut haushalten müsst, wenn das geht? Ich hab es für meinen Teil nie verstanden, dass meine Mutter wegen des Geldes rumgejault hat, ihr Kleiderschrank aber immer platzte, mein Vater sich ein immensen Luxus kauft, und dann tatsächlich anfängt sich zu beschweren, dass der Kindesunterhalt zu hoch ist.
Gut Haushalten heißt für mich, dass ich mit dem vorhandenen Geld meinen Alltag gut bestreite, keine überflüssigen Ausgaben habe (schlechte Versorgungstarife, doppelte Versicherungen und sowas) und am Ende des Monats noch ein gewisses bisschen für Unerwartetes oder für die Sparbücher bleibt, was je nach Lebenshaltungskosten natürlich variiert. Wenn darüber hinaus noch etwas bleibt, dann kann es in meinen privaten Spaß (bzw. den meines Mannes) investiert werden. Aber wenn da nichts nennenswertes bleibt, dann brauche ich diesen Luxus nicht. Abknapsen fängt da für mich an, wo ich zugunsten eines Hobbies beginne, meinen Alltag zu beschneiden. Wenn ich noch "besser" haushalte, um mir (und nicht meinen Kindern!!!) dieses und jenes kaufen zu können.
Ich bin die letzte, die über materielles den Wert der Dinge festlegt und ihrem Kind jeden "Scheiß" finanzieren mag. Nur wenn Geld vorhanden ist, dass ICH mir Luxus kaufen kann, dann guck ich zu erst, ob mein Kind das nicht brauchen könnte. Und dazu zählen für mich nicht nur die Ausgaben, die ich direkt auf mein Kind verwende, sondern auch eine gewisse "Sorgenfreiheit" im Alltag.
Übrigens war ich mal unverschuldet in der Situation, wo es tatsächlich existentiell um jeden Cent ging - genau deshalb kann ich es nciht nachvollziehen. Ich war um die Grundversorgung meines Kindes besorgt.
"und wenn wir mal viel Geld haben sollten, dann werden wir es mit anderen teilen" - wieso nicht jetzt schon, wo ihr schon zu viel habt?
Wenn du so zufrieden bist, wieso genießt du dann nicht die Tücher, die du hast und wendest das vorhandene für deine Kinder oder andere Menschen auf? Das ist doch der Idealismus, den du für dich beanspruchst. Davon kann ich nichts sehen. Ich sehe, so wie du dich darstellst, eine Mutter, die ihr Geld für sich ausgibt, aber im Alltag gut "haushaltet".
Vielleicht sind deine Kinder jetzt zufrieden. Aber wenn sie alt genug sind, zu reflektieren, wenn sie mit anderen Kindern stärker in Kontakt kommen, wenn sie sich als junge Erwachsene zurückbesinnen. Ja, vielleicht triggert sie dann eine Mutter, die Luxus für sich hatte und Knappheit im Alltag genauso wie mich.
Dass du mich aus diesem Bereich verweisen möchtest, finde ich interessant. Ich möchte mich doch hier eigentlich nur austauschen. Und dazu gehören eben auch ein waches Auge und Nachfragen. Das ist, als würdest du mir verbieten, ein Glas Wein zu trinken, nur weil ich für Alkoholiker kein Verständnis habe.
Ganz davon ab finde ich den Umgang mit dem Thema wahnsinnig interessant hier. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, polarisierendes zu moderieren und da zwischen Beleidigungen (wo auch oft die Partei, die man selbst ergriffen hat, das Urteil erschwert...) und der Diskussion zu unterscheiden. Aber dass Diskussionsteile einfach sang und klanglos in der Versenkung verschwinden während ein als Diffamierungs- und Hetzthread gedachtes Thema den Mod-Segen hat, ist tatsächlich ein Moderationsstil, den ich so noch nicht kannte.