Ah, da steht es ja...Heroto hat geschrieben:Schlimm wird es immer, wenn er nicht genügend schläft.
Ich versuche ja immer, ihm seine Ruhepausen zu ermöglichen. Manchmal stillt er jedoch nur und schläft nicht ein, schafft es dann nicht im Tuch. Und dann kommt der Alltag, dass ich z.B. den Großen vom KiGa abholen muss. Ich habe dann einfach keine Zeit, mich stundenlang mit ihm ins Bett zu kuscheln.
Besprechung KLOETERS BRIEF 3
- maerz
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Hallo Gaby, bei Eike habe ich im vergangenen Jahr ganz häufig beobachtet, dass er in Zeiten von "Entwicklungsschüben" besonders anstrengend ist. Er war dann über einen gewissen Zeitraum besonders trotzig, unzufrieden und auch unselbständig. Und wenn es wieder besser wurde, war immer eine deutliche Veränderung an ihm zu erkennen - sei es an seinem Spielverhalten oder eben auch "verstandesmäßig".Gaby hat geschrieben:Und nun ist er seit einiger Zeit (ca. 4-5 Wochen) wieder ganz in seine alten Muster verfallen. Er schreit wegen der kleinsten Kleinigkeit (Beispiel: seine Nase läuft oder seine Scheibe Brot bricht auseinander) jedes Mal los, und es ist sehr schwer, ihn zu beruhigen. Er kennt auch kein Quengeln oder Jammern, er schreit immer gleich ganz laut und schrill los.
Bei Eike habe ich dann das Gefühl, dass ihn die Entwicklung, die er durchläuft, überfordert. Er versteht plötzlich wieder ein wenig mehr von der Welt und kommt damit erst einmal nicht zurecht.
Eine andere Beobachtung ist, dass Eike mit Verweigerung reagiert, wenn ich "nicht authentisch" bin. Wenn ich von der Hintergrundbeschallung genervt in der Kinderabteilung des Karnevalsmarktes stehe und mich frage, was ausgerechnet mich ins Rheinland verschlagen hat, muss ich mich wohl nicht wundern, wenn mein Kind sein Gesicht verzieht, trotzig wird, alles hässlich findet und wir den Markt dann ohne Kostüm verlassen müssen, oder?
So gesehen ist es möglicherweise auch hilfreich, sich von gewissen Erwartungen an das Kind freizumachen. Ich bemerke bei mir manchmal, dass ich als erstgeborenes Kind die Entthronung regelrecht in Eike hineininterpretiere...
Hm, wahrscheinlich hilft Dir das nur bedingt weiter...
-
Gaby
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Hallo Andrea,
ja, da hast du recht. Bei uns spielen wohl auch negative Erwartungen an Henri eine Rolle. Da er lange Zeit unser Sorgenkind und eben schwierig war, merke ich oft, dass er von anderen Leuten immer noch als schwieriges Kind angesehen wird, auch wenn er sich schon lange nicht mehr so zeigte. Und auch wir selbst haben ihm -bewusst oder unbewusst- wohl den Stempel "Sorgenkind" aufgedrückt, während Pia immer das liebe, problemlose Kind war. Ich merke nämlich, dass ich manchmal schon ganz automatisch Probleme mit Henri erwarte, die wir mit Pia nicht hatten. Das ist mir jetzt ganz akut aufgefallen, dass ich in manchen Situationen schon von vorneherein erwarte, dass er wieder "loslegt", und meistens erfüllt er diese Erwartung dann auch.
Na ja, ich versuche mich davon zu befreien, aber es ist gar nicht so einfach.
Was mir jetzt außerdem noch klar geworden ist, auch durch die Kloeters-Briefe, ist, dass ich Henris Art und sein Verhalten wirklich versuchen muss zu billigen. Das fällt mir schwer, weil ich selbst als Kind und auch später in Schule/Ausbildung/Beruf immer sehr ängstlich und zurückhaltend war, als Kind viiiel geweint habe und mir im Leben oft selbst im Weg stand. Weil Henri ähnlich zu sein scheint, möchte ich ihm das, was ich durchmachen musste, ersparen. Ich möchte ihm die Ängste nehmen und ihn stark und selbstbewusst machen.
Aber vielleicht will ich da zu viel! Er ist ja gerade mal 2 Jahre alt und man weiß noch gar nicht, wie er sich weiterentwickelt. Wenn er im Moment einfach ein sehr ruhiges Kind ist, das am liebsten für sich spielt und nicht mit anderen Kindern spielen mag, sondern sich in Gesellschaft anderer Kinder unwohl fühlt und Schutz bei mir sucht, muss ich das wohl so annehmen und nicht versuchen, ihn zu irgend etwas zu drängen, was er nicht möchte.
Was ihr oben angesprochen habt, nämlich das Thema Zeit(druck), ist leider bei uns auch ein großes Problem. Henri sucht manchmal sehr viel Nähe, gerade wenn er in schlechter Verfassung ist und viel geweint hat. Er möchte dann am liebsten eine halbe Stunde oder länger direkt bei mir sein, also auf dem Schoß/Arm an mich rangekuschelt. So schön und niedlich das ja ist, so sind da halt auch noch zwei andere Kinder, die etwas von mir wollen, bzw. irgendwelche Termine. Ich erinnere mich, dass ich damals mit Pia seehr viel gekuschelt habe, sie war auch so eine verschmuste, aber mit nur einem Kind ist das ja auch viel viel leichter.
Es ist halt schwierig, allen gerecht zu werden. Wenn Henri weint und ich ihn tröste, aber gleichzeitig auch Maya anfängt zu quengeln und dann auch noch irgendein Termin ansteht, wird es schwierig, wirklich Trost zu geben....
LG!
ja, da hast du recht. Bei uns spielen wohl auch negative Erwartungen an Henri eine Rolle. Da er lange Zeit unser Sorgenkind und eben schwierig war, merke ich oft, dass er von anderen Leuten immer noch als schwieriges Kind angesehen wird, auch wenn er sich schon lange nicht mehr so zeigte. Und auch wir selbst haben ihm -bewusst oder unbewusst- wohl den Stempel "Sorgenkind" aufgedrückt, während Pia immer das liebe, problemlose Kind war. Ich merke nämlich, dass ich manchmal schon ganz automatisch Probleme mit Henri erwarte, die wir mit Pia nicht hatten. Das ist mir jetzt ganz akut aufgefallen, dass ich in manchen Situationen schon von vorneherein erwarte, dass er wieder "loslegt", und meistens erfüllt er diese Erwartung dann auch.
Na ja, ich versuche mich davon zu befreien, aber es ist gar nicht so einfach.
Was mir jetzt außerdem noch klar geworden ist, auch durch die Kloeters-Briefe, ist, dass ich Henris Art und sein Verhalten wirklich versuchen muss zu billigen. Das fällt mir schwer, weil ich selbst als Kind und auch später in Schule/Ausbildung/Beruf immer sehr ängstlich und zurückhaltend war, als Kind viiiel geweint habe und mir im Leben oft selbst im Weg stand. Weil Henri ähnlich zu sein scheint, möchte ich ihm das, was ich durchmachen musste, ersparen. Ich möchte ihm die Ängste nehmen und ihn stark und selbstbewusst machen.
Aber vielleicht will ich da zu viel! Er ist ja gerade mal 2 Jahre alt und man weiß noch gar nicht, wie er sich weiterentwickelt. Wenn er im Moment einfach ein sehr ruhiges Kind ist, das am liebsten für sich spielt und nicht mit anderen Kindern spielen mag, sondern sich in Gesellschaft anderer Kinder unwohl fühlt und Schutz bei mir sucht, muss ich das wohl so annehmen und nicht versuchen, ihn zu irgend etwas zu drängen, was er nicht möchte.
Was ihr oben angesprochen habt, nämlich das Thema Zeit(druck), ist leider bei uns auch ein großes Problem. Henri sucht manchmal sehr viel Nähe, gerade wenn er in schlechter Verfassung ist und viel geweint hat. Er möchte dann am liebsten eine halbe Stunde oder länger direkt bei mir sein, also auf dem Schoß/Arm an mich rangekuschelt. So schön und niedlich das ja ist, so sind da halt auch noch zwei andere Kinder, die etwas von mir wollen, bzw. irgendwelche Termine. Ich erinnere mich, dass ich damals mit Pia seehr viel gekuschelt habe, sie war auch so eine verschmuste, aber mit nur einem Kind ist das ja auch viel viel leichter.
Es ist halt schwierig, allen gerecht zu werden. Wenn Henri weint und ich ihn tröste, aber gleichzeitig auch Maya anfängt zu quengeln und dann auch noch irgendein Termin ansteht, wird es schwierig, wirklich Trost zu geben....
LG!
mit 07/02, 05/04, 03/06 und 10/08
Häng dein Herz an eine wackelnde Welt und dann wunderst du dich dass es runterfällt (Judith Holofernes).
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- maerz
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Hallo Gaby, mir geht es leider auch so, dass ich Unterschiede zwischen Eike und Inga mache...Gaby hat geschrieben: Und auch wir selbst haben ihm -bewusst oder unbewusst- wohl den Stempel "Sorgenkind" aufgedrückt, während Pia immer das liebe, problemlose Kind war.
Und dann kam Inga und war mir vom ersten Augenblick ganz nah. Ihre Geburt und die Tage danach waren ja viel schöner und problemloser als der Start mit Eike - und so bildete sich zwischen mir und Inga eine Beziehung, die so unglaublich eng und nah ist, dass mir Eike im Vergleich schon fast ein wenig fremd ist...
Mir tut das sehr Leid - vor allem weil ich eigentlich nie einen Unterschied zwischen meinen Kindern machen wollte. Meine Eltern und Großeltern haben meiner Schwester und mir nämlich immer die Attribute "böse" und "artig", "fleißig" und "faul" etc. zugeordnet - und das will ich meinen Kindern eigentlich nicht antun. Aber jetzt ist eben doch manchmal das Gefühl da, dass Inga ja so ruhig und lieb und süß ist, während Eike so viel provoziert und Schwierigkeiten macht.
Ja, das geht mir ähnlich. Ich war als Kind auch sehr ruhig und schüchtern. Im Kindergarten hatte ich nur eine Freundin, die dann auch noch ein Jahr vor meiner Einschulung umgezogen ist. Und so war ich im letzten Jahr im Kindergarten quasi alleinWas mir jetzt außerdem noch klar geworden ist, auch durch die Kloeters-Briefe, ist, dass ich Henris Art und sein Verhalten wirklich versuchen muss zu billigen. Das fällt mir schwer, weil ich selbst als Kind und auch später in Schule/Ausbildung/Beruf immer sehr ängstlich und zurückhaltend war, als Kind viiiel geweint habe und mir im Leben oft selbst im Weg stand. Weil Henri ähnlich zu sein scheint, möchte ich ihm das, was ich durchmachen musste, ersparen. Ich möchte ihm die Ängste nehmen und ihn stark und selbstbewusst machen.
Jetzt stelle ich fest, dass ich mir auch sehr häufig Gedanken um Eikes Freundschaften mache. Er ist fast nur mit Mädchen befreundet und ich denke häufig darüber nach, was wird, wenn diese irgendwann wirklich unter sich bleiben wollen. Die Tendenz ist schon seit Längerem erkennbar und ich glaube, dass Eike inzwischen hauptsächlich deshalb noch von den Mädchen geduldet wird, weil sie alle ganz heiß auf Inga sind...
Ich habe auch schon versucht, den Kontakt zu einem Jungen aus dem Kindergarten zu intensivieren - aber das hat nicht wirklich funktioniert...
Da muss ich mich wohl auch von der Befürchtung freimachen, dass Eike zwangsläufig Ähnliches erleben wird wie ich...
- Heroto
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Hallo Gaby, hallo Andrea,
ich kann gut nachvollziehen, dass es schwierig ist, seine Kinder vielleicht die gleichen schlechten Erfahrungen machen zu lassen, die man selbst gemacht hat.
Ich finde Erfahrungen jedoch sehr wichtig, denn nur aus Erfahrungen lernt man.
Freundschaften wird man von außen nie intensivieren können. Man kann den entsprechenden Rahmen geben, also z.B. dem Kind nicht den Wunsch abschlagen, jemand anderen zu besuchen. Doch dieser Wunsch muss vom Kind aus kommen.
Mein Großer (jetzt 4) hat auch noch keine richtigen Kindergarten-Freunde - zumindest keine Jungs, die sich herauskristalisieren würden, mit denen er häufiger spielt. Das ist dann halt so und ich kann höchstens mal nachfragen. Iregendwann kommt das schon - oder auch nicht. Ändern kann ICH es sowieso nicht.
ich kann gut nachvollziehen, dass es schwierig ist, seine Kinder vielleicht die gleichen schlechten Erfahrungen machen zu lassen, die man selbst gemacht hat.
Ich finde Erfahrungen jedoch sehr wichtig, denn nur aus Erfahrungen lernt man.
Freundschaften wird man von außen nie intensivieren können. Man kann den entsprechenden Rahmen geben, also z.B. dem Kind nicht den Wunsch abschlagen, jemand anderen zu besuchen. Doch dieser Wunsch muss vom Kind aus kommen.
Mein Großer (jetzt 4) hat auch noch keine richtigen Kindergarten-Freunde - zumindest keine Jungs, die sich herauskristalisieren würden, mit denen er häufiger spielt. Das ist dann halt so und ich kann höchstens mal nachfragen. Iregendwann kommt das schon - oder auch nicht. Ändern kann ICH es sowieso nicht.
Liebe Grüße von
Heroto mit 3 Jungs (9, 7 und 3 J.)
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Hallo Heroto, das ist ein guter Gedanke - ich werde versuchen, ihn zu beherzigen!Heroto hat geschrieben:Ich finde Erfahrungen jedoch sehr wichtig, denn nur aus Erfahrungen lernt man.
Na ja, durch Einladungen zum Geburtstag oder gemeinsame Unternehmungen mit den jeweiligen Müttern kann man meiner Erfahrung nach durchaus ein wenig nachhelfen.Heroto hat geschrieben:Freundschaften wird man von außen nie intensivieren können.
Iregendwann kommt das schon - oder auch nicht. Ändern kann ICH es sowieso nicht.
- Heroto
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Man kann die Gelegenheiten dazu geben - okay.maerzkind hat geschrieben:Na ja, durch Einladungen zum Geburtstag oder gemeinsame Unternehmungen mit den jeweiligen Müttern kann man meiner Erfahrung nach durchaus ein wenig nachhelfen.Aber von dauerhaftem Erfolg waren meine Bemühungen bislang noch nicht und ich gehe davon aus, dass es mit zunehmendem Alter der Kinder auch eher schwieriger wird...
Das Interesse muss trotzdem von den Kindern her kommen.
Ich kenne auch Mütter, die haben dann unbedingt wissen wollen, mit wem ihr Kind im KiGa immer so spielt, die Kinder hat sie dann nachmittags mal zu sich eingeladen, um den Kontakt zu intensivieren.
Der Erfolg war gleich null: Die Kinder haben danach nicht intensiver miteinander gespielt, im Gegenteil. Im KiGa haben sie dann gar nicht mehr miteinander gespielt.
Also nett gemeint, hat leider nicht funktioniert.
Seitdem unterläßt diese Mutter es auch, einen Kontakt von sich aus intensivieren zu wollen.
Wenn ich mich mit einer anderen Mutter gut verstehen und die Kinder auch - sicherlich, dann mache ich gerne auch mal etwas gemeinsam.
Das mache ich dann vor allem auch für mich - nur zweitrangig für die Kinder
Liebe Grüße von
Heroto mit 3 Jungs (9, 7 und 3 J.)
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