Hallo, ich brauche mal einen Blick von außen auf ein Problem:
Seit einem halben Jahr pumpe ich nun für meine Zwillinge ab. Zwischendurch kann ich sie auch stillen, aber irgendwie haben sie die Technik wohl nicht ganz gelernt, so dass ich eigentlich immer abgepumpte milch mit der Flasche hinterherfüttere. Immer mal wieder trinkt ein Kind besser an der Brust und ich beginne zu hoffen, dass ich vielleicht doch noch die Pumpe zurückbringen kann, aber das sind meistens nur vorübergehende Highlights. Ich habe sehr unter der Situation gelitten, mich aber inzwischen einigermaßen arrangiert und genieße einfach die "Still(en) Momente". Auch die Kinder entspannen sich in diesen Situationen sehr und trinken dann viel entspannter als aus der Flasche, was sich teilweise sehr schwierig gestaltet - WENN es denn klappt.
Eins meiner Mädchen, Mara, ist ausgesprochen sensibel und reagiert auf kleinste Unsicherheit mit totaler Fassungslosigkeit: Wenn ich sie anlege (was ich nur noch tue, wenn wir vorher ganz entspannt miteinander in kontakt getreten sind und keine Störungen von außen da sind, vorzugsweise nach dem Aufwachen), kommt es vor, dass sie ganz entspannt beginnt zu trinken, dann aber die Brustwarze verliert und dann KOMPLETT ausrastet. Sie ist dann völlig außer sich und lässt sich kaum beruhigen. Solche Phasen hat sie mehmals täglich, sie hängen allerdings nicht nur mit dem Stillen zusammen. Gestern gipfelte das Ganze darin, dass unsere Haushaltshilfe, die ab dem Sommer die beiden zweimal wöchentlich vormittags betreuen wird, sie dann nahm und das Kind sich augenblicklich beruhigte ... Ich war völlig am Erdboden zerstört ... Mein Verstand sagt mir: Sie war einfach entspannter als ich, ich habe zwei Kinder zu versorgen und kann eigentlich froh sein, wenn mir mal jemand eins abnimmt - aber mein Gefühl spielt da gar nicht mit: Ich habe so sehr um die Stillbeziehung gekämpft, die für mich so viel Nähe bedeutet, ich bemühe mich so, irgendwie beiden Kindern gerecht zu werden, kriege sonst eigentlich im moment nichts geregelt (was aber okay ist, weil mir klar ist, dass das eine vorübergehende Zeit ist und die Kinder im Moment eben wichtiger sind) - und dann kommt Lena, schmeißt mal eben meinen Haushalt und beruhigt nebenbei noch mein untröstlich brüllendes Kind ... Ehrlich gesagt habe ich schon richtig Panik vor dem nächsten Mal, wenn sie kommt ...
Vielleicht will ich einfach zu viel? Sind die wenigen innigen Stillmomente (wobei wir Innigkeit natürlich auch in anderen Situationen haben) es wert, dass mein Kind so gestresst ist? Wie gesagt, ihr untröstliches Weinen kommt auch in anderen Situationen vor, aber ich habe schon den Eindruck, dass die vielen verzweifelten Versuche inklusive Herumhampeln mit BES, unsensiblem Herandrücken brüllender Kinder an die Brust seitens meiner Hebamme, Unruhe meinerseits usw. ihre Spuren hinterlassen haben.
Andererseits würde ich es kaum übers Herz bringen, ab jetzt nur noch ein Kind zu stillen ...
Danke fürs Zuhören und liebe Grüße,
Petra
Das war viel und hoffentlich nicht zu durcheinander ...
Ist der Preis zu hoch?
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Petra40
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schokoliebe
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Re: Ist der Preis zu hoch?
Hmmm ich habe leider keine Erfahrung mit Zwillingen.
Aber ich finde es großartig was Du leistest und ganz toll dass Du Deine Kinder mit Muttermilch versorgst!
Dass Deine Tochter sich bei der Haushaltshilfe sofort beruhigt hat, hat meiner Meinung nach nichts zu bedeuten. Wahrscheinlich war sie einfach so erstaunt über den Wechsel dass sie nicht mehr geschrien hat.
Mein Großer war ein Frühchen und das Stillen hat bei uns anfangs überhaupt nicht geklappt, er hat sich immer weggedrückt und die Brust angebrüllt. Erst nach 6 langen Wochen wo ich abgepumpt habe hat es plötzlich geklappt und ab da acht Wochen konnte ich die Pumpe weglegen.
Ich würde vielleicht mal versuchen Dein "Problemkind" nachts anzulegen, wenn sie schläft.
Mein Sohn hatte ab 7 Monaten etwa eine Phase wo er tagsüber viel zu zappelig war um zu trinken, da habe ich ihn angelegt wenn er eingeschlafen war und er hat dann ganz ruhig im Schlaf getrunken.
Da Deine Kinder ja das Saugen an der Brust beherrschen könnte das vielleicht klappen.
Drücke Dir jedenfalls die Daumen dass Du noch mehr Ratschläge bekommst!
Aber ich finde es großartig was Du leistest und ganz toll dass Du Deine Kinder mit Muttermilch versorgst!
Dass Deine Tochter sich bei der Haushaltshilfe sofort beruhigt hat, hat meiner Meinung nach nichts zu bedeuten. Wahrscheinlich war sie einfach so erstaunt über den Wechsel dass sie nicht mehr geschrien hat.
Mein Großer war ein Frühchen und das Stillen hat bei uns anfangs überhaupt nicht geklappt, er hat sich immer weggedrückt und die Brust angebrüllt. Erst nach 6 langen Wochen wo ich abgepumpt habe hat es plötzlich geklappt und ab da acht Wochen konnte ich die Pumpe weglegen.
Ich würde vielleicht mal versuchen Dein "Problemkind" nachts anzulegen, wenn sie schläft.
Mein Sohn hatte ab 7 Monaten etwa eine Phase wo er tagsüber viel zu zappelig war um zu trinken, da habe ich ihn angelegt wenn er eingeschlafen war und er hat dann ganz ruhig im Schlaf getrunken.
Da Deine Kinder ja das Saugen an der Brust beherrschen könnte das vielleicht klappen.
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Söhnchen 10/2008
Töchterchen 12/2010
Töchterchen 12/2010
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Petra40
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- Registriert: 01.11.2010, 13:32
Re: Ist der Preis zu hoch?
Danke - nachts oder frühmorgens klappt es tatsächlich am besten, allerdings meldet sie sich nachts häufig gar nicht mehr
Aber auch dann ist es vorbei, sobald irgendetwas Außerplanmäßiges passiert (Brustwarze nicht oder nicht gleich richtig erfasst, Verschlucken ...) ... 
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Piet
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Re: Ist der Preis zu hoch?
Hallo Petra!
Das mit der Haushaltshilfe sehe ich so wie schokoliebe - sie war wahrscheinlich nur abgelenkt in den Moment. Aber ich ganz gut verstehen, warum du die Situation schwierig fandest. Meine Kleine ist auch sehr sensibel und es gab bzw. gibt (nicht nur) beim Stillen auch ähnliche Momente wie du sie beschreibst. Gerade beim Stillen fand/finde ich das besonders schlimm und habe auch manchmal überlegt, ob es das Wert ist. Und ich bin noch nicht einmal so lange dabei wie du. Ich glaube aber schon, dass die guten Momente sehr wertvoll sind. Mir hat folgender Text geholfen meine Kleine besser zu verstehen und mit ihrem Weinen umzugehen - vielleicht kannst du ja auch etwas damit anfangen?
http://www.geburtskanal.de/index.html?m ... ml?Banner=
Ich wünsche dir alles Gute!
Liebe Grüße von einer Namensvetterin
Das mit der Haushaltshilfe sehe ich so wie schokoliebe - sie war wahrscheinlich nur abgelenkt in den Moment. Aber ich ganz gut verstehen, warum du die Situation schwierig fandest. Meine Kleine ist auch sehr sensibel und es gab bzw. gibt (nicht nur) beim Stillen auch ähnliche Momente wie du sie beschreibst. Gerade beim Stillen fand/finde ich das besonders schlimm und habe auch manchmal überlegt, ob es das Wert ist. Und ich bin noch nicht einmal so lange dabei wie du. Ich glaube aber schon, dass die guten Momente sehr wertvoll sind. Mir hat folgender Text geholfen meine Kleine besser zu verstehen und mit ihrem Weinen umzugehen - vielleicht kannst du ja auch etwas damit anfangen?
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Ich wünsche dir alles Gute!
Liebe Grüße von einer Namensvetterin
Liebe Grüße von Piet mit Töchterchen *12/2010
- Kate
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1428
- Registriert: 12.01.2011, 18:01
- Wohnort: Hannover
Re: Ist der Preis zu hoch?
Liebe Petra,
dass du seit einem halben Jahr abpumpst, während du Zwillinge versorgst, finde ich absolut bewundernswert. Du kannst ganz schön stolz auf dich sein, ist dir das eigentlich bewusst?
Du schreibst, dass deine Haushaltshilfe mal eben den Haushalt schmeißt und nebenbei dein Kind beruhigt. Nun, der Haushalt ist ihr Job und dass sich dein Kind schnell beruhigt hat, könnte wirklich daran liegen, dass die Kleine einfach überrascht war. Oder sie war tatsächlich in dem Moment entspannter. Was ist dabei schlimm? Du hast zwei kleine Babys zu versorgen, 24 h die Verantwortung für zwei Menschen. Da ist es menschlich, nicht 24 h entspannt zu sein. Außerdem hat deine Haushaltshilfe einen anderen Bezug zu den Babys. Du bist deren Mutter, das ist was ganz anderes. Wenn dein Kind weint, geht dir das direkt ins Mutterherz. Deiner Haushaltshilfe tut es sicherlich auch leid, wenn dein Baby weint, aber sie ist nicht so nah dran wie du mit ihren Gefühlen und hatte daher in der Situation vielleicht deshalb mehr Entspanntheit als Du.
Im Endeffekt ist das doch positiv, dass sich deine Kleine auch von ihrer zukünftigen Babysitterin beruhigen lässt, oder? So kannst du die zwei Vormittag ganz sicher sein, dass es deine Kleinen gut haben. Und trotzdem bist DU ihre Mama!
Zwischen den Zeilen liest sich die Antwort auf deine Frage ganz schön deutlich: Du möchtest weiterstillen. Du schreibst ja auch, dass Mara auch in anderen Situationen sensibel reagiert. Es scheint also nicht am Stillen zu liegen. Vielleicht wird's ja bei euch wie bei schokoliebe und bald könnt ihr alle ganz friedlich stillen? Ich wünsche es dir jedenfalls ganz dolle!
Schicke dir ne Portion Gelassenheit und Kraft rüber!! Denke bei aller Liebe zu deinen Zwillingen auch an Dich.
Kate
dass du seit einem halben Jahr abpumpst, während du Zwillinge versorgst, finde ich absolut bewundernswert. Du kannst ganz schön stolz auf dich sein, ist dir das eigentlich bewusst?
Du schreibst, dass deine Haushaltshilfe mal eben den Haushalt schmeißt und nebenbei dein Kind beruhigt. Nun, der Haushalt ist ihr Job und dass sich dein Kind schnell beruhigt hat, könnte wirklich daran liegen, dass die Kleine einfach überrascht war. Oder sie war tatsächlich in dem Moment entspannter. Was ist dabei schlimm? Du hast zwei kleine Babys zu versorgen, 24 h die Verantwortung für zwei Menschen. Da ist es menschlich, nicht 24 h entspannt zu sein. Außerdem hat deine Haushaltshilfe einen anderen Bezug zu den Babys. Du bist deren Mutter, das ist was ganz anderes. Wenn dein Kind weint, geht dir das direkt ins Mutterherz. Deiner Haushaltshilfe tut es sicherlich auch leid, wenn dein Baby weint, aber sie ist nicht so nah dran wie du mit ihren Gefühlen und hatte daher in der Situation vielleicht deshalb mehr Entspanntheit als Du.
Im Endeffekt ist das doch positiv, dass sich deine Kleine auch von ihrer zukünftigen Babysitterin beruhigen lässt, oder? So kannst du die zwei Vormittag ganz sicher sein, dass es deine Kleinen gut haben. Und trotzdem bist DU ihre Mama!
Zwischen den Zeilen liest sich die Antwort auf deine Frage ganz schön deutlich: Du möchtest weiterstillen. Du schreibst ja auch, dass Mara auch in anderen Situationen sensibel reagiert. Es scheint also nicht am Stillen zu liegen. Vielleicht wird's ja bei euch wie bei schokoliebe und bald könnt ihr alle ganz friedlich stillen? Ich wünsche es dir jedenfalls ganz dolle!
Schicke dir ne Portion Gelassenheit und Kraft rüber!! Denke bei aller Liebe zu deinen Zwillingen auch an Dich.
Kate
„Wenn wir einfach schon ganz früh erfahren dürfen, dass wir sind und dass wir, weil wir sind, gut sind, ich glaube, das kann eine Gesellschaft wirklich grundlegend verändern.“ (Alexandra)
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Petra40
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 232
- Registriert: 01.11.2010, 13:32
Re: Ist der Preis zu hoch?
@Piet: Danke für die lieben Worte und für den Link. Die Seite kenne ich, habe auch zwei der auf der Literaturliste aufgeführten Bücher gelesen. In der beschriebenen Situation habe ich Mara schön tief atmend auf dem Arm gehabt - dann kam Lena, hat mit irgendwelchen Dingen rumgeklappert und mit einem völlig kitschigen, blinkenden und blecherne Melodien vion sich gebenden Spielzeug vor ihr rumgehampelt, das sie uns von ihrem sohn mitgebracht hat - und das Kind fand es toll und war zufrieden ... super gelaufen!
@Kate: Auch dir Danke für die ermutigenden Worte. Du hast natürlich vollkommen Recht, was die Babysitterin betrifft - mein Verstand weiß das, aber die Gefühle spielen da nicht immer so mit ... Stimmt, ich möchte es gerne weiterhin versuchen mit dem Stillen. Bin jetzt noch vorsichtiger und höre schon auf, wenn ich bei der Annäherung Widerstand spüre. Solange der Milchfluss aufrechterhalten wird, ist ja nichts verloren ... Im übrigen hatte sie heute wieder zwei Ausraster, die nichts mit dem Stillen zu tun hatten.
@Kate: Auch dir Danke für die ermutigenden Worte. Du hast natürlich vollkommen Recht, was die Babysitterin betrifft - mein Verstand weiß das, aber die Gefühle spielen da nicht immer so mit ... Stimmt, ich möchte es gerne weiterhin versuchen mit dem Stillen. Bin jetzt noch vorsichtiger und höre schon auf, wenn ich bei der Annäherung Widerstand spüre. Solange der Milchfluss aufrechterhalten wird, ist ja nichts verloren ... Im übrigen hatte sie heute wieder zwei Ausraster, die nichts mit dem Stillen zu tun hatten.