So, ich versuch's jetzt mal systematisch (und möglichst auch ohne Tippfehler

):
Zunächst mal: dieser Gewichtsverlauf ist ein schönes Beispiel dafür, dass es ungünstige Folgen haben kann, wenn zu SELTEN gewogen wird. Plötzlich wird nämlich hinterher jedes einzelne Wägeergebnis angezweifelt, weil es keine "Nachbar-Wägeergebnisse" gibt, die einander absichern. Sollte z.B. der Wert vom 29. September (am besten immer MonatsNAMEN angeben, dann verringert sich die Wahrscheinlichkeit von Tippfehlern - nicht nur hier, sondern überall!

(habe einen solchen Fehler in meinem eigenen U-Heft(!)...)) oder der vom 10. Dezember oder der vom 24. Januar zufällig FALSCH sein (was durchaus sein kann), dann kippt das sofort die ganze Geschichte! Das ist ungünstig.
Aus den bisherigen Daten lässt sich ableiten:
Geburtsgewicht 29.08: 3750g bei 50,5 cm
[...]
29.09: 3800g
Dies ist bereits auffällig, da das Geburtsgewicht erst nach ca. 4 Wochen wieder erreicht wurde. Hier hätte bereits die Nachsorgehebamme genauer hinschauen müssen.
Geburtsgewicht 29.08: 3750g bei 50,5 cm
[...]
03.09: 3380g
Die zweite Auffälligkeit: ein Gewichtsverlust von rund 10 %. Wurde dazu von Fachleute-Seite gar nichts gesagt (Geburtsklinik, Nachsorgehebamme, KiA)??
03.09: 3380g
29.09: 3800g
Das sind 420 g in ca 4 Wochen - also gut 100 g wöchentlich im ersten Lebensmonat. Ein Wert am unteren Durchschnitt, evtl unterdurchschnittlich - das KANN auf ein Problem hindeuten, MUSS aber nicht. Hier hätte daher bereits (wieder mal) genauer geschaut werden sollen, z.B. durch weitere wöchentliche Kontrollen durch die betreuende Hebamme und durch Ausschluss der bekanntesten Ursachen für geringe Gewichtszunahme.
29.09: 3800g
10.12: 4500g
Das sind 700 g in ca 10 Wochen - also ca 70 g wöchentlich im 2. und 3. Lebensmonat. Ein deutlich unterdurchschnittlicher Wert (etwa 30-60 % dessen, was das Durchschnittsbaby zunimmt). Allerspätestens hier hätte eingegriffen werden müssen und fachlich qualifiziert nach Ursachen und Lösungsmöglichkeiten geforscht werden müssen.
10.12: 4500g und 61cm
und dann das Drama 24.01.11: 4750g
"Und
dann das Drama" passt entsprechend nicht wirklich: Die Gewichtsentwicklung betrug mit 250 g in gut 6 Wochen rund 40 g wöchentlich, im Altersabschnitt 3,5 bis 5 Monate. Das sind etwa 30-50 % dessen, was das Durchschnittsbaby zunimmt (vorher 30-60 %)- sprich: es ist praktisch "gleich dramatisch" wie vorher.
Soweit die Daten.
Was also tun? Zunächst schauen, ob wenigstens der Wiegewert von gestern STIMMT. Also: Babywaage aus der Apo besorgen und heute, morgen und übermorgen unter gleichen Bedingungen wiegen (z.B. gleich morgens mit frischer Windel).
Sollte sich dieser Wert bestätigen, dann sollte sofort sinnvolle Diagnostik betrieben werden um die Ursache herauszufinden. Einen wertvollen Hinweis hast Du ja selbst schon gegeben:
Seitdem basierte ich mich auf die Windeln, minimum 5 patschnasse hat er davon in 24 St.
Unten kann nur rauskommen, was oben mal reinkam. Wenn Du also
keinerlei andere Flüssigkeiten zugefüttert hast (auch Tee oder Wasser), dann sind 5 patschnasse Windeln täglich ein klares Indiz dafür, dass mit Deiner Milchmenge alles OK ist. Wie ist denn sein Stuhlverhalten?
Sie war sehr nett und hat mir 3 Sachen vorgeschlagen,
1. zufüttern, so wie der Arzt geraten hat 90ml 4 x pro Tag
2. nur abpumpen während 2 Tagen und Pre dazugeben
3. Wechselpumpen (wovon sie aber eigentlich findet das sei zu stressig)
Dies mögen gute Tipps sein, allerdings NUR unter der ANNAHME, dass mit Deinem Baby alles bestens in Ordnung ist und ihm "nur etwas mehr Milch fehlt". Dies empfinde ich allerdings als zu voreilig - es gibt zahlreiche Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Malabsorptionserkrankungen z.B., die mit schlechter Gewichtsentwicklung bei GENUG MILCH einher gehen. Zufüttern löst dieses Problem nicht (im Gegenteil: sollte das Baby davon zufällig etwas besser zunehmen, dann würde wahrscheinlich weitere Diagnostik verzögert(!), nicht gut!). Weiterhin gibt es Krankheiten, die den Grundumsatz des Babys so sehr erhöhen, dass es über (scheinbar) normales Stillen nach Bedarf diese Menge gar nicht erreichen kann. Folge wäre dann ebenfalls mangelnde Gewichtszunahme bei an sich "guter" Ernährung.
Eine weitere Möglichkeit sind Erkrankungen bei Dir, die sich auf die Milchzusammensetzung auswirken. Dies ist zwar sehr selten, aber nicht ausgeschlossen. (Praktisch ausgeschlossen wäre dies z.B., wenn ein Baby in den ersten Wochen super zunimmt, danach aber nicht mehr - dies wäre ein sehr sicherer Hinweis dafür, dass mit der Muttermilch alles in Ordnung ist und der Knick andere Ursachen hat.)
Ich weiß, das hört sich alles vermutlich erstmal beunruhigend an - aber irgendeine Ursache für mangelnde Gewichtszunahme MUSS es ja geben, wenn mit der Stillhäufigkeit (mind. 8-12 mal in 24 Std.) und dem Stillverhalten des Babys alles in Ordnung ist. Die sollte schon herausgefunden werden, und vom Ergebnis hängt dann ab, was für Anschlussmaßnahmen sinnvoll sind. "Einfach nur zufüttern" kann die Lösung nicht sein (wobei es sehr gut sein kann, dass Zufüttern in der Tat notwendig ist).
LG und alles Gute!
Julia