Falsches Saugverhalten, was tun?
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AnjaGG
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Falsches Saugverhalten, was tun?
Hallo,
mein Sohn kam als Frühchen 6 Wochen zu früh zur Welt. Ich versuche jetzt schon seit zwei Wochen ihn auf komplett stillen umzustellen. Da er sich aber (er bekam vorher im KH MuMi aus der Flasche) das falsche Saugverhalten angelernt hat, bekommt er nicht viel aus der Brust, macht den Mund nicht richtig auf bzw. hat meines Empfindens nach Schwierigkeiten beim Auslösen des Milchspendereflexes. Ich setze mich jetzt nun auch schon unter Druck, sodass die Sache im Moment schon sehr angespannt ist.
Kann mir einer von euch Tips geben, wie ich ihm das richtige Saugen (Mund wie ein Fisch machen) anlernen könnte?
Vielen Dank
(P.s. Er ist mittlerweile 3 Monate alt)
mein Sohn kam als Frühchen 6 Wochen zu früh zur Welt. Ich versuche jetzt schon seit zwei Wochen ihn auf komplett stillen umzustellen. Da er sich aber (er bekam vorher im KH MuMi aus der Flasche) das falsche Saugverhalten angelernt hat, bekommt er nicht viel aus der Brust, macht den Mund nicht richtig auf bzw. hat meines Empfindens nach Schwierigkeiten beim Auslösen des Milchspendereflexes. Ich setze mich jetzt nun auch schon unter Druck, sodass die Sache im Moment schon sehr angespannt ist.
Kann mir einer von euch Tips geben, wie ich ihm das richtige Saugen (Mund wie ein Fisch machen) anlernen könnte?
Vielen Dank
(P.s. Er ist mittlerweile 3 Monate alt)
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Touffi
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Re: Falsches Saugverhalten, was tun?
Ich kann dir nur mal erzählen, wie das bei uns war, mein Sohn war 10 Wochen zu früh und wir haben etwa ab der 9./10. Lebenswoche das mit dem Stillen angefangen (er war 7 1/2 Wochen im Krankenhaus), davor hatte er auch nur Flasche (bis auf 2 Anlegeversuche im Krankenhaus, die erfolglos waren). Am besten war es, wenn er hungrig, aber nicht zu hungrig war, also mußte ich mir viel Zeit nehmen und recht häufig versuchen, ihn anzulegen. Dann habe ich es uns mit einem Stillkissen auf dem Sofa gemütlich gemacht und meine Brustwarze so mit den Fingern zusammengedrückt, daß sie in seinen Mund ging - sprich, ich hatte ihn seitlich liegen und habe sie längs gedrückt, damit sie in seinen nur leicht geöfneten Mund hineinzuschieben war. Das hat durchaus mal 5 Minuten gedauert, bis er sie genommen hat. Das ist normal bei Kindern, die das erst lernen müssen. Gelegentlich hat es geholfen, ein paar Tropfen in seinen Mund zu drücken, das hat ihm immer gut geschmeckt. Wenn mir oder ihm die Geduld ausgegangen ist (ca. nach 30 Minuten) habe ich anfangs noch mit der Flasche nachgefüttert - klar, anfangs hat er so gut wie gar nichts aus der Brust rausgekriegt. Mit Stillhütchen hatte ich es auch mal probiert, aber nicht so lange, denn ich wollte ja, deß er die pure Brust nimmt und nicht irgendeinen Silikonschnuddel. Irgendwann (das war vielleicht nach max. 2 Wochen) hat er die Brustwarze selber genommen, auch schon immer seinen Kopf da hingedreht, und ich habe auf Anraten der Hebi begonnen, zu entspannten Tageszeiten (das war bei uns nachmittags) zunächst 3 Stunden ganz geplant "nur Brust"-Zeit zu machen. Sprich, von 15 bis 18 Uhr gab es nur Brust, mit der Flasche nachgefüttert wurde nicht. Da war er auch schon kräftiger und hat es verkraftet, wenn er mal nicht so viel zu trinken bekommen hat. Zuerst war das etwas anstrengend, da er nicht satt wurde, aber nach und nach (mit Ausweiten der "nur Brust"-Zeit immer um 1 Stunde) hat er es richtig gut gelernt. In der "nur Brust"-Zeit ist es durchaus vorgekommen, daß er die ganze Zeit an der Brust war - immer mal wieder die Seite gewechselt - und max. 10 Minuten für mich für Toilette drin war. Wasser und - zu meiner Schande - Chips und Schokolade waren immer griffbereit.
Nach 4 Lebensmonaten haben wir vollgestillt, und ich hatte echt nicht viel Milch (Tiefpunkt: 50 ml/ Tag!) nach der Horrorgeburt und ihren Nachwirkungen, war viel zu sehr mit mir selber beschäftigt. Du scheinst Milch zu haben, nur dein Kind muß noch lernen, wie es da ran kommt. Mein Fazit zu diesen Problemen ist: Üben, üben, üben! Und ich hoffe ehrlich, daß das auch auf euch zutreffen mag.
Meine Tochter kam übrigens dann 5 1/2 Wochen zu früh, und da hat es mit den gleichen Tricks geklappt, bloß viel schneller. Da habe ich aber auch im Krankenhaus gelegentlich anlegen können, bin geplatzt vor Milch und habe die "nur Brust"-Zeit viel schneller ausgedehnt. Das merkt man seinem Kind irgendwie an, wie stark man es fordern kann.
Ich drück euch die Daumen!
Nach 4 Lebensmonaten haben wir vollgestillt, und ich hatte echt nicht viel Milch (Tiefpunkt: 50 ml/ Tag!) nach der Horrorgeburt und ihren Nachwirkungen, war viel zu sehr mit mir selber beschäftigt. Du scheinst Milch zu haben, nur dein Kind muß noch lernen, wie es da ran kommt. Mein Fazit zu diesen Problemen ist: Üben, üben, üben! Und ich hoffe ehrlich, daß das auch auf euch zutreffen mag.
Meine Tochter kam übrigens dann 5 1/2 Wochen zu früh, und da hat es mit den gleichen Tricks geklappt, bloß viel schneller. Da habe ich aber auch im Krankenhaus gelegentlich anlegen können, bin geplatzt vor Milch und habe die "nur Brust"-Zeit viel schneller ausgedehnt. Das merkt man seinem Kind irgendwie an, wie stark man es fordern kann.
Ich drück euch die Daumen!
- Anja-Felix
- möchten wir nicht mehr missen
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Re: Falsches Saugverhalten, was tun?
hallo anja!
ich habe nicht so den guten rat für dich, wollte dich nur nicht einfach wegklicken.
aber mutmachen mag ich dir und ein bißchen kraft und gelassenheit rüberschicken.
am besten ist es wahrscheinlich, wenn du kontakt zu einer ausgebildeten stillberaterin aufnimmst, die dir helfen kann, richtig anzulegen und guckt, woran es hapert und auch die gewichtsentwicklung deines kleinen im auge behält.
hier meldet sich bestimmt auch noch jusl, oder eine andere fachfrau, die dir raten können.
ich drücke euch die daumen für eine schöne und lange stillzeit...halte durch
alles gute für euch
ich habe nicht so den guten rat für dich, wollte dich nur nicht einfach wegklicken.
aber mutmachen mag ich dir und ein bißchen kraft und gelassenheit rüberschicken.
am besten ist es wahrscheinlich, wenn du kontakt zu einer ausgebildeten stillberaterin aufnimmst, die dir helfen kann, richtig anzulegen und guckt, woran es hapert und auch die gewichtsentwicklung deines kleinen im auge behält.
hier meldet sich bestimmt auch noch jusl, oder eine andere fachfrau, die dir raten können.
ich drücke euch die daumen für eine schöne und lange stillzeit...halte durch
alles gute für euch
Anja mit Felix 05.07.2005 und Anton 10.05. 2010 an der Hand und Sternenkind Michel *17.02.2004+ und Ministernchen 06/09 ganz fest im Herzen
Trageberaterin der ClauWi-Trageschule
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AnjaGG
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Re: Falsches Saugverhalten, was tun?
Vielen Dank erstmal für eure Tips. Ich werde jetzt auch mal versuchen, Brust-und-Kuschel-Zeiten einzuführen. Ich denke auch am Nachmittag, denn dann kann mein Mann mir, wenn er dann von der Arbeit kommt, auch helfen und mich verwöhnen. Habe gerade mit einer lieben Stillberaterin gesprochen, die auch manchmal hier unterwegs ist, die hat mir erstmal wieder Mut gemacht und mir geraten, auch mehr mit dem Kleinen zu kuscheln. Ich hoffe nur, dass ich durchhalte. Es ist schon ganz schön schwer. Klar man machts für die Kleinen aber wenn er unzufrieden ist und schreit und man noch nicht mal duschen gehen kann oder Essen kochen kann ist das schon schwierig.
Wer noch mehr Tips hat, ich bin für alles offen.
Wer noch mehr Tips hat, ich bin für alles offen.
- klimaforscherin
- Prof. Dr. SuT
- Beiträge: 7128
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- Wohnort: bei der Pyramide
Re: Falsches Saugverhalten, was tun?
Hm, vielleicht ein BES? Aber da musst du mal deine Stillberaterin fragen, wie und ob das funktionniert.
Alles Gute für Euch!
Alles Gute für Euch!
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

klimaforscherin
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jusl
- Jusl Almighty
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- Registriert: 19.03.2007, 10:54
- Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators
Re: Falsches Saugverhalten, was tun?
Hallo Anja,
Du könntest Deine Stillberaterin bitten, Dir die Anlegetechnik "Sandwich" zu zeigen. Diese erleichtert Kindern mit Saugverwirrung das Andocken. Hilfreich ist, wenn Du Dich richtig gut mit korrektem Anlegen und Stillen nach Bedarf auskennst! Hier findest Du z.B. Info zur Saugverwirrung.
Was würdest Du denn derzeit als das Hauptproblem beschreiben? Tut Dir das Stillen weh, oder saugt er erst gar nicht richtig, oder bleibt er nicht lang genug an der Brust, oder hält er das Vakuum nicht,...?
LG;
Julia
Du könntest Deine Stillberaterin bitten, Dir die Anlegetechnik "Sandwich" zu zeigen. Diese erleichtert Kindern mit Saugverwirrung das Andocken. Hilfreich ist, wenn Du Dich richtig gut mit korrektem Anlegen und Stillen nach Bedarf auskennst! Hier findest Du z.B. Info zur Saugverwirrung.
Was würdest Du denn derzeit als das Hauptproblem beschreiben? Tut Dir das Stillen weh, oder saugt er erst gar nicht richtig, oder bleibt er nicht lang genug an der Brust, oder hält er das Vakuum nicht,...?
LG;
Julia
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AnjaGG
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- Registriert: 14.11.2010, 15:23
Re: Falsches Saugverhalten, was tun?
Von dieser Anlegetechnik habe ich ja nach nie gehört. Werde mich mal erkundigen.
Er ist ja nie richtiges Saugen gewöhnt gewesen. Er hat ja auch eigentlich mal ganz gut mit Stillhütchen getrunken. Nur jetzt wo sich bei mir die Milchproduktion auf seinen Bedarf angepasst hat, saugt er nicht kräftig genug, um nach dem ersten Milchspendereflex die weiteren auszulösen, damit mehr Milch kommt. Ein Stillversuch läuft bei uns im Moment so ab:
Ich versuche ihn ohne Stillhütchen anzulegen. Dies klappt nicht immer und nur, wenn ich ihm die Brustwarze mit Vorhof quetsche. Er nimmt sie dann irgendwann widerwillig in den Mund und zieht. Dabei wird dann der Milchspendereflex ausgelöst. Wenn dann aber nach ca. ner Minute die Milch nicht mehr so doll fließt wird er unruhig und fängt dann langsam an zu meckern bis er dann schreit. Ich versuche ihn dann meist nochmal anzudocken und versuche es bei der anderen Brust. Manchmal klappt´s nochmal genauso wie eben manchmal nicht. Wenn er dann immer noch meckert versuche ich es noch ein paar Mal. Scheitern diese Versuche gebe ich ihm dann die Brust mit Hütchen. Hierfür saugt er aber wohl auch nicht mehr kräftig genug. Meist kommt dann nochmal Milch, vielleicht für so 2-3 Minuten und dann ist pumpe und er wird wieder unruhig usw.
Wenn ich das BES benutze wird er auch ganz schnell unruhig und saugt auch nicht wirklich stark, noch nicht mal so kräftig, dass er bei mir den Milchspendereflex auslöst.
Langsam glaube ich, dass es fast unmöglich ist ihm das richtige Saugen beizubringen. Komisch ist halt nur, dass er jetzt auch mit Stillhütchen seine Probleme hat...
Ich könnte ja auch damit leben, ihn nur mit Stillhütchen zu stillen aber das klappt ja auch nicht mehr.
Er ist ja nie richtiges Saugen gewöhnt gewesen. Er hat ja auch eigentlich mal ganz gut mit Stillhütchen getrunken. Nur jetzt wo sich bei mir die Milchproduktion auf seinen Bedarf angepasst hat, saugt er nicht kräftig genug, um nach dem ersten Milchspendereflex die weiteren auszulösen, damit mehr Milch kommt. Ein Stillversuch läuft bei uns im Moment so ab:
Ich versuche ihn ohne Stillhütchen anzulegen. Dies klappt nicht immer und nur, wenn ich ihm die Brustwarze mit Vorhof quetsche. Er nimmt sie dann irgendwann widerwillig in den Mund und zieht. Dabei wird dann der Milchspendereflex ausgelöst. Wenn dann aber nach ca. ner Minute die Milch nicht mehr so doll fließt wird er unruhig und fängt dann langsam an zu meckern bis er dann schreit. Ich versuche ihn dann meist nochmal anzudocken und versuche es bei der anderen Brust. Manchmal klappt´s nochmal genauso wie eben manchmal nicht. Wenn er dann immer noch meckert versuche ich es noch ein paar Mal. Scheitern diese Versuche gebe ich ihm dann die Brust mit Hütchen. Hierfür saugt er aber wohl auch nicht mehr kräftig genug. Meist kommt dann nochmal Milch, vielleicht für so 2-3 Minuten und dann ist pumpe und er wird wieder unruhig usw.
Wenn ich das BES benutze wird er auch ganz schnell unruhig und saugt auch nicht wirklich stark, noch nicht mal so kräftig, dass er bei mir den Milchspendereflex auslöst.
Langsam glaube ich, dass es fast unmöglich ist ihm das richtige Saugen beizubringen. Komisch ist halt nur, dass er jetzt auch mit Stillhütchen seine Probleme hat...