Nusserl hat geschrieben:
nicht als rechtfertigung, nur zur anschauung: meine schwiegereltern sind beide gynäkologen in italien. sie haben überhaupt nicht verstanden warum ich die ersten 2 drittel völlig auf alkohol verzichtet habe und auch danach dieses halbe glas prosecco pro woche. ich habe mal meinen FA in der schweiz danach gefragt, habe aber auch keine wirklich klare aussage dazu erhalten ob jetzt 0,0625 l prosecco pro woche schädlich sind oder nicht.
in der verwnadtschaft war eine cousine auch schwanger zur selben zeit. war jedes mal komisch, wenn ich den wein kategorisch abgelehnt habe und sie was getrunken hat.
Mein FA hier (Belgien) hat sogar in seiner als Kopie ausgehändigten, persönlich zusammengestellten Info für Schwangere stehen, dass ab dem 2. Trimester 1 Glas Wein pro Tag(!!!) in Ordnung sei... Ich persönlich find das nun gar nicht in Ordnung, aber ich MUSS es ja auch nicht trinken.
Generell fällt es mir nicht schwer, während der Schwascha auf Alkohol völlig zu verzichten, aber manchmal gibt es schon Situationen, wo es für mich schwer ist, genauso wie Rohmilchkäse... Urlaub in der Bretagne z.B., wenn Göga dann lecker Wein trinken kann und ich eben Wasser, weil's auch keine ordentlichen Alternativen da gibt.
Zur 'bewussten Schädigung' des ungeborenen Kindes, tja, das stimmt natürlich, aber wo man dann die Grenze zieht ist eben doch eine persönliche Entscheidung. Ich hab mal wo gelesen, dass es unverantwortlich sei, stark übergewichtig schwanger zu werden. Was man da den Kindern an Ballast mit gibt... Naja, klar könnte man willensstark genug sein vor einer Schwangerschaft ordentlich abzunehmen und dieses Risiko minimieren, aber ehrlich gesagt ICH war's nicht... (Hab allerdings während der Schwangerschaft sehr auf meine Ernährung geachtet)
Zu Alkohol und Kindern, wir durften als Kinder auch mal am Weinglas nippen und weder ich noch mein Bruder trinken viel Alkohol. Mein Vater raucht (Pfeife), wir beide rauchen nicht, haben bis auf ausprobieren auch nie geraucht.
Trotzdem will ich meine Kinder eher nicht nippen lassen. Es gibt einfach Dinge, die den 'großen Leuten', wie meine Kleine schon weiß

, vorbehalten sind. Kochen mit Alkohol gibt es hier schon. Nicht täglich, auch nicht wöchentlich aber schon öfter als 1x im Jahr. Solange Alkohol wirklich mitgekocht oder gebacken wird, hätte ich für meine Kinder keine Bedenken. Natürlich würde ich keinen Eierlikörkuchen geben, auf dem eine Flasche Eierlikör als oberste Schicht verteilt ist. Wie das mit älteren Kindern so gehen wird, das lass ich auf mich zukommen. Wird sich sicher finden...
@Reiz des Verbotenen: Bei TV und Süßem haben wir ebenfalls lange überlegt, wie wir das handhaben sollen. Die Geschichten von genervten Eltern, wo Kinder aus zuckerfreien Familien angeblich völlig 'ausgehungert' Anstürme auf die Süßigkeitenvorräte ihrer Freunde halten, hatte ich in den Ohren... Wir haben sie möglichst lange komplett davon ferngehalten, nun darf sie in Maßen, also mal Kuchen oder Keks, mal ein Eis, auch jetzt zu St. Martin mal Schokolade - und siehe da, sie mag z.B. Schokolade gar nicht. TV hat wenn Kindersendungen dran sind natürlich seinen Reiz, sonst aber auch nicht. Und Kindersendungen gibt's für sie auch nur alle heilige Zeit mal (noch). Eine Freundin von mir wuchs komplett TVfrei auf, sie hat auch heute noch so gut wie keinen Zugang zum Medium Film, auch im Kino nicht. Das finde ich auch schade. Wir sind beide begeisterte Kinogänger, das wollen wir nun doch auch vermitteln.
Dass Kinder abstinenter Eltern eher alkoholabhängig werden, halte ich für Blödsinn. Vegetarische Kinder bleiben doch auch häufig Vegetarier oder essen dann zumindest maßvoll Fleisch. Komplette Gegenpositionen der Kinder wären dann eher Trotzreaktionen und die machen ja nur dann Sinn, wenn von Elternseite auch eine gewisse Verbohrtheit zur Abstinenz dazu kommt.