Wann spielt sich die Milchmenge ein?

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bruchpilot80
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Wann spielt sich die Milchmenge ein?

Beitrag von bruchpilot80 »

Hallo,

seit meinem Milcheinschuss hab ich immer eher zu viel Milch. Mein Zwerg verschluckt sich am Anfang auch öfters, ich Stille deshalb mittlerweile überwiegend auf dem Rücken.

Ich warte jetzt schon die ganze Zeit darauf das die Milchmenge etwas abnimmt. Wir stillen meist nur eine Seite pro Mahlzeit, in den letzten Tagen war es dann besonders schlimm die Seite von der er nicht getrunken hat war immer sehr voll und ich hoffte immer das er bald wieder hunger hat.

Zu allem überfluss, hat mein söhnchen jetzt 2 Nächte immer eine Mahlzeit ausgelassen so dass eine Brust immer fast 12 Stunden auf Leerung warten musste, aua.

Was kann ich tun außer abwarten? Auf beiden Seiten stillen kann ich nicht da der Zwerg sonst immer viel spuckt.

Zu allem übrfluss kommt es mir jetzt auch noch so vor das er die rechte Brust nicht richtig leer kriegt, da ist eine Stelle die auch nach dem Stillen noch fest ist.

Ich hoffe und überlege ob ich mal pumpen soll, will aber die Menge nicht steigern.

viele grüße

Daniela
vg Daniela und Jakob *11.08.2010

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Teazer
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Re: Wann spielt sich die Milchmenge ein?

Beitrag von Teazer »

Erst mal herzlichen Glückwunsch zum kleinen Jakob!

Für die Entlastung würde ich eher ausstreichen bis der schlimmste "Druck" weg ist. Beim Pumpen regst Du viel zu stark die Milchproduktion an. Ansonsten hilft Kühlen recht gut, insbesondere alltagstauglich finde ich gekühlte Kohlblätter im BH (vor dem Reinlegen durchkneten, damit die Säfte heraustreten). Sieht komisch aus, hilft aber gut. :D Wenn Du die Muße hast, dann mach auch mal einen Quark- oder Retterspitz-Umschlag.

Die feste Stelle solltest Du im Auge behalten. Am besten Du legst Deinen Kleinen so an, dass sein Unterkiefer an dieser Stelle liegt und/oder du massierst die SANF während des Stillens. Solltest Du Fieber oder Gliederschmerzen bekommen, geh bitte zum Arzt wegen V.a. Brustentzündung (keine Sorge, so weit muss es gar nicht kommen!).

Ansonsten wäre da noch die Möglichkeit Pfefferminz- oder Salbeitee zu trinken. Würde ich aber erst als ALLERLETZE Möglichkeit nutzen; nicht, dass das bei Dir voll anschlägt und die Milchmenge zu stark reduziert wird.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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bruchpilot80
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Re: Wann spielt sich die Milchmenge ein?

Beitrag von bruchpilot80 »

Danke

Ich hätte gehofft durch das pumpen evtl. die feste Stelle mit weg zu kriegen. Aber das ist wahrscheinlich wunsch denken, wer könnte es besser als ein Baby?

Das dumme ist die Stelle ist etwa auf 12 Uhr, ich müsste also über die Schulter anlegen. Das hab ich noch nicht geschafft, ich bin aber noch am überlegen wie es ma besten gehen könnte.

Ich hab am Montag eine Tasse Pfefferminztee getrunken weil meine Hebi mir das schon seit 2 Wochen sagt, hatte aber nie ein gutes Gefühl dabei. ca. 10 std. später fing J. an sich zu beschweren und viel häufiger zu trinken, ich hatte das Gefühl das er nicht mehr satt war, das ging 1,5 Tage so und nun hab ich noch mehr Milch als vorher Juhu. MAn sollte auf sein Gefühl hörn. Die Tees sind für mich erst mal gestorben

Wie ist es mit homöopathika? Phytolacca, wirkt das ähnlich stark wie Pfefferminz od. Salbeitee?

Ich bin leider im ausstreichen nicht wirklich gut werd aber gleich nochmal nach ein paar kniffen googeln.

vg Daniela
vg Daniela und Jakob *11.08.2010

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Re: Wann spielt sich die Milchmenge ein?

Beitrag von bruchpilot80 »

abo vergessen
vg Daniela und Jakob *11.08.2010

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Re: Wann spielt sich die Milchmenge ein?

Beitrag von jusl »

Hallo,

also der alleinige Konsum von von Salbei, Minze und co in Sachen Milchreduktion ist definitiv NICHT die "wirkungsvollste" Maßnahme, die Du probieren kannst. Viele Frauen merken NULL Auswirkungen auf ihre Milchmenge, wenn sie Salbeitee trinken - der Placeboeffekt ist hier sicherlich vergleichsweise hoch. Kräutertees haben allenfalls unterstützende Funktion.
Um eine Verringerung der Milchmenge zu erreichen, sind v.a. zwei Maßnahmen effektiv:
1. Veränderung im Stillmanagement (um in hormoneller Hinsicht die Nachfrage zu verringern) und
2. konsequentes Kühlen Kühlen Kühlen (um die Durchblutung des Gewebes zu verringern).

Zu 1.) Hier hat sich bewährt, über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 4 Stunden) stets nur EINE, und zwar DIE SELBE Brust anzubieten. Durchaus nach Bedarf stillen, also so oft und so lange wie das Baby mag, aber eben nur immer nur an der selben Seite, egal wie lang die letzte Mahlzeit her ist. Nach Ablauf dieses Zeitraums ist die andere Seite dran usw. (also z.B. von 8-12 Uhr nur links, von 12-16 Uhr nur rechts, von 16-20 Uhr wieder nur links usw.) . Manche Frauen wählen auch 3, 5 oder 6 Stunden.

Zu 2.) Wenn gerade nicht gestillt wird, wird dauerhaft(!) gekühlt. Die Seite, die in den 4 Stunden gerade nicht dran ist, wird ohne Pause gekühlt, die andere Seite, die gerade dran ist: während des Stillens mit Kühlen aufhören, aber nach dem Stillen mit Kühlen weitermachen. Zum Kühlen eigenen sich Coolpacks aus dem Eisschrank (in dünnes Tuch eingeschlagen), Kühlakkus, TK-Erbsen, ... sollte jedenfalls dauer-einsatztauglich sein.

Diese beiden Maßnahmen sind sehr effektiv, häufig reichen 2-5 Tage, um die Milchproduktion spürbar herunterzufahren (dann rechtzeitig wieder den Absprung finden! ;-)). Manche Frauen, die zu ständiger Überproduktion neigen, müssen das oben beschriebene Still-Muster dauerhaft beibehalten. Bei anderen Frauen reichen wenige Tage oder Wochen, und danach müssen sie nicht mehr drauf achten.

LG,
Julia
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Teazer
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Re: Wann spielt sich die Milchmenge ein?

Beitrag von Teazer »

bruchpilot80 hat geschrieben:Das dumme ist die Stelle ist etwa auf 12 Uhr, ich müsste also über die Schulter anlegen. Das hab ich noch nicht geschafft, ich bin aber noch am überlegen wie es ma besten gehen könnte.
war bei mir genauso. ich habe dann im liegen gestillt und die füße meiner maus waren an meinem kopf. ging super und war unser erzwungener, aber erfolgreicher beginn des im liegen stillens. :D

@jusl: stimmt, aber auch der placebo-effekt kann heftigst zuschlagen. daher ist das für mich das letzte mittel. :wink:
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Wann spielt sich die Milchmenge ein?

Beitrag von bruchpilot80 »

Hallo,

erst mal danke für die ausführliche Antwort. Heute nacht war es gott sei dank etwas besser. Vielleicht reguliert es sich, etwas von selbst, zumindest so dass es wieder erträglich für mich ist.

Der Link ist sehr interessant, ich würde so gern Stilltee trinken weil er mir schmeckt ich trau mich aber gar nicht mehr, was die Verdauung angeht hab ich schon bemerkt das das bei uns nicht hilft Kümmeltee oder Fencheltee trinken. Wirklich sehr interessant, einfach ein tolles Forum.
jusl hat geschrieben:
Zu 1.) Hier hat sich bewährt, über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 4 Stunden) stets nur EINE, und zwar DIE SELBE Brust anzubieten. Durchaus nach Bedarf stillen, also so oft und so lange wie das Baby mag, aber eben nur immer nur an der selben Seite, egal wie lang die letzte Mahlzeit her ist. Nach Ablauf dieses Zeitraums ist die andere Seite dran usw. (also z.B. von 8-12 Uhr nur links, von 12-16 Uhr nur rechts, von 16-20 Uhr wieder nur links usw.) . Manche Frauen wählen auch 3, 5 oder 6 Stunden.
Im 3 bis 4 Stunden rhytmus machen wir das ja bereits weil der Zwerg im Normalfall nicht öfter hunger hat und nicht mehr wie eine Seite schafft. Ich werde das dann auf 5 bis 6 Stunden ausweiten. Das sollte kein auch dauerhoft kein so großes Problem sein, und passt dann gut zum Nächtlichen stillen, wo der Zeitraum eh solange ist.
jusl hat geschrieben:
Zu 2.) Wenn gerade nicht gestillt wird, wird dauerhaft(!) gekühlt. Die Seite, die in den 4 Stunden gerade nicht dran ist, wird ohne Pause gekühlt, die andere Seite, die gerade dran ist: während des Stillens mit Kühlen aufhören, aber nach dem Stillen mit Kühlen weitermachen. Zum Kühlen eigenen sich Coolpacks aus dem Eisschrank (in dünnes Tuch eingeschlagen), Kühlakkus, TK-Erbsen, ... sollte jedenfalls dauer-einsatztauglich sein.
Das hört sich weniger schön und vorallem kalt an ;), und vorallem ist meine Brust sehr kälte empfindlch muss meistens eine ärmellose Jacke tragen um die Brust warm zu halten dass sie nicht schmerzt. Ich werde es aber versuchen!

Und hoffe dass sich die Menge dann mal so einstellt, das ich nicht ständig druck hab und der Zwerg auch mal in ruhe trinken kann ohne sich immer zu verschlucken wegen dem Milchschwall.

Wäre schön wenn die Hebamme so etwas auch wüsste, dann hätten wir das vielleicht schon im griff.

Danke nochmal
Teazer hat geschrieben:war bei mir genauso. ich habe dann im liegen gestillt und die füße meiner maus waren an meinem kopf. ging super und war unser erzwungener, aber erfolgreicher beginn des im liegen stillens. :D
Meine Stelle ist wieder besser!! Aber gut dass ich jetzt weiß wo die Füße vom kleinen hin müssen :D

Ich bin von meinem Pfeffemrinz Plazebo überzeugt! Werd ich nicht wieder trinken mag ich eh nicht.

vg

Daniela
vg Daniela und Jakob *11.08.2010

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