Hallo Ihr Lieben,
nun habe ich heute Abend den schätzungsweise 30. Thread seit meiner Registrierung gelesen, wo jemand gefragt hat, wie sich lokale Betäubung mit Stillen verträgt und beschrieben hat, wie schlecht der jeweilige Arzt Bescheid wusste und falsch beraten hat.
Mich würde mal interessieren, ob und wenn ja, welche es Aktiviäten es gibt, zu diesem Thema mehr Aufklärung unter den Ärzten zu betreiben Die Flyer von VELB und AFS kenne ich, nur gelangt man an die ja nur, wenn man aktiv danach sucht. In den gängigen kostenlosen Stillbroschüren, die man als Schwangere und frischgebackene Mutter so in die Hand bekommt habe ich noch nichts zu diesem Thema gelesen, das ist auch schlecht, aber ein anderes Thema.
Ich frage mich das, weil ich es richtig traurig finde, wie viele Mütter falsch beraten werden und vermutlich viele von Ihnen deswegen sogar abstillen oder längere Zeit nach dem Eingriff nicht Stillen.
Vielleicht kann mir irgendjemand was dazu schreiben?
Stillen und Narkose - wo bleibt die Aufklärung?
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Erika
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Stillen und Narkose - wo bleibt die Aufklärung?
LG
Erika
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mit großem Schnuffel (*Jan 2009) und kleinem Schnuffel (*Aug 2011)
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jusl
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Re: Stillen und Narkose - wo bleibt die Aufklärung?
Mühlen mahlen eben langsam - und für Stillförderung braucht man einen gaaaanz langen Atem. Wie viele Jahre hat's gedauert, bis sich endlich weitgehend überall durchgesetzt hat, dass Babys nach Bedarf gestillt werden sollten? EWIG! Aber immerhin.
Neuauflagen gängiger Literatur dauern oft eher Jahrzehnte als Jahre - bis dahin lernt der Fachkräfte-Nachwuchs aus veralteten Büchern. Ist leider so, aber nicht zu ändern.
Mit jedem einzelnen der 30 (300, 3000,...) Threads tragen wir alle hier dazu bei, dass Mütter (und Fachkräfte!..) endlich an die Informationen herankommen, die sie brauchen.
LG;
Julia
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Julia
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Re: Stillen und Narkose - wo bleibt die Aufklärung?
Hallo,
das Problem sind auch die Fachinformationen der Pharamhersteller, denn es gibt keine klinischen Studien zu Medikamentenwirkungen bei Schwangeren und in der Stillzeit (ist ja auch naheliegend, welche Schwangere würde sich da schon melden, bzw. das käme gar nicht durch die Ethikkommision). Deshalb gibt es nur Erfahrungswerte (zum Teil zwar seit mehreren Jahren), diese können aber nicht ohne weiteres in die Fachinfo des Wirkstoff aufgenommen werden, denn ohne klinische Studie (s.o.), darf nicht in der Fachinfo stehen, dass es unbedenklich ist und in einer bestimmten Dosierung angewendet werden kann.
Die Angst vor Regressen ist sehr groß und gerade die deutsche Ärzteschaft ist seit dem Contergan-Skandal sehr verunsichert, da sagt man halt lieber "nicht stillen", als hinterher die Klage am Hals zu haben.
Natürlich gibt es Informationsquellen (Embryotox, Pharamakologiebücher, Fachliteratur, Z.B. Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit: Ein Leitfaden für Ärzte und Apotheker von Klaus Friese, Klaus Mörike, Gerd Neumann, und Adolf Windorfer, Artikel in den Fachzeitschriften), aber da eben in Deutschland leider so wenige Frauen stillen, fehlt halt auch die Notwendigkeit für die Ärzteschaft, sich da auf dem Laufenden zu halten.
Aber mit jeder Frau die da hartnäckig bleibt, wird es ein bisschen besser, also Mädels ... dran bleiben
LG
das Problem sind auch die Fachinformationen der Pharamhersteller, denn es gibt keine klinischen Studien zu Medikamentenwirkungen bei Schwangeren und in der Stillzeit (ist ja auch naheliegend, welche Schwangere würde sich da schon melden, bzw. das käme gar nicht durch die Ethikkommision). Deshalb gibt es nur Erfahrungswerte (zum Teil zwar seit mehreren Jahren), diese können aber nicht ohne weiteres in die Fachinfo des Wirkstoff aufgenommen werden, denn ohne klinische Studie (s.o.), darf nicht in der Fachinfo stehen, dass es unbedenklich ist und in einer bestimmten Dosierung angewendet werden kann.
Die Angst vor Regressen ist sehr groß und gerade die deutsche Ärzteschaft ist seit dem Contergan-Skandal sehr verunsichert, da sagt man halt lieber "nicht stillen", als hinterher die Klage am Hals zu haben.
Natürlich gibt es Informationsquellen (Embryotox, Pharamakologiebücher, Fachliteratur, Z.B. Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit: Ein Leitfaden für Ärzte und Apotheker von Klaus Friese, Klaus Mörike, Gerd Neumann, und Adolf Windorfer, Artikel in den Fachzeitschriften), aber da eben in Deutschland leider so wenige Frauen stillen, fehlt halt auch die Notwendigkeit für die Ärzteschaft, sich da auf dem Laufenden zu halten.
Aber mit jeder Frau die da hartnäckig bleibt, wird es ein bisschen besser, also Mädels ... dran bleiben
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nwsurgeon mit zwei großen Mädels (10/2006 und 09/2009), Hündin *2019 und Stute *2017
Nur noch selten hier unterwegs.
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